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Veröffentlicht am 01.08.2018

Veilchen ist Kult

Veilchens Show
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Die "Bauerlorette" lockt die Zuschauer vor die Flimmerkiste, sogar Valeries Kollege Stolwerk ist vom Format begeistert. Als bei einer Livesendung ein Kandidat mausetot im Bett aufgefunden wird, motiviert ...

Die "Bauerlorette" lockt die Zuschauer vor die Flimmerkiste, sogar Valeries Kollege Stolwerk ist vom Format begeistert. Als bei einer Livesendung ein Kandidat mausetot im Bett aufgefunden wird, motiviert er Veilchen, mit ihm zusammen zum Tatort zu eilen. Denn dass ein junger, gesunder Kerl so plötzlich ablebt, kommt ihm komisch vor. Wie bitter, dass sich der vermeintliche Mord dann erst mal als "normaler" Todesfall entpuppt, eine Schlappe für Stolwerk und Veilchen. Als dann wieder live der nächste Kandidat stirbt, wird das Dreamteam direkt vor Ort platziert. Wer hat bei den beiden Todesfällen nachgeholfen? Mauser und Stolwerk ermitteln.

In "Veilchens Show", dem bereits fünften Fall der kultigen Ermittlerin Valerie Mauser, geht es in gewohnter Manier hoch her. Wie üblich ist Veilchen bei ihren Ermittlungen mittendrin im Geschehen. Doch nicht nur sie, sondern auch ihr langjähriger Freund Stolwerk, der ihr in diesem Teil wieder als Kollege zur Seite steht sowie LKA Assistent Sven Schmatz mischen kräftig mit. Die Todesfälle bei dem TV-Spektakel "Bauerlorette" führen das Dreamteam ins Fernseh- bzw. Showmilieu und durch Valerie bekommt man einen guten Blick hinter die Kulissen. Autor Joe Fischler beschreibt die Szene mit spitzer Feder, schnell merkt man, dass es mehr Schein als Sein ist, was dem Zuschauer geboten wird.

Wie gewohnt rollt sich die Story in locker flockiger und witziger Schreibart auf, Slapstickeinlagen und Situationskomik vom feinsten. Man ahnt, dass hinter den Todesfällen mehr steckt, doch die Ermittlungen sind alles andere als einfach. Die Akteure mauern, lügen und Valerie und Stolwerk haben alle Hände voll zu tun, verwertbare Informationen zu erhalten. Valeries Vorgesetzter Geyer funkt immer wieder mal dazwischen und bringt Valeries Souffleuse zum kochen. Im Verlauf gibt es einige Verdächtige, aber der tatsächliche Täter ist am Ende eine Überraschung.

Die Story bietet viel Lokalkolorit, ist so bildhaft beschrieben, dass ich über weiter Strecken Kopfkino hatte. Humorige und witzige Einlagen sorgen immer wieder für Lacher, die Handlung ist temporeich, ständig passiert etwas. Langeweile Fehlanzeige.

Herrlich schräge Charaktere, neben Veilchen und Stolwerk mausert sich Sven Schmatz zu einem meiner Lieblingsakteure, ein Kerl(chen) zum knutschen. Was mir immer wieder auffällt ist, dass auch die Nebencharaktere schön skizziert sind, in diesem Fall die Typen vom Set und die Teilnehmer von "Bauerlorette". Keine blassen Einheitstypen, sondern eigenständige Charaktere.

Ich bin ein Fan der Reihe, auch der fünfte Teil hat mich total überzeugt. Ein herrlich schräger Krimi, der sowohl Spannung als auch Situationskomik bietet.

Fazit: Veilchen in Höchstform, für ihre Ermittlungen gibt sie alles. Temporeicher Alpenkrimi mit viel Humor, Charme und einzigartigen Charakteren.

Veröffentlicht am 28.07.2018

Ein Krimi mit Humor und tollen Charakteren

Tot im Winkel
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Kriminalhauptkommissarin Paula Pongs befindet sich mit ihren Kollegen zu einem Workshop in einem abgelegenen Hotel im Moor. Ihre Mutter, Hobby-Krimiautorin Cosma Pongs hat davon Wind bekommen und sich ...

Kriminalhauptkommissarin Paula Pongs befindet sich mit ihren Kollegen zu einem Workshop in einem abgelegenen Hotel im Moor. Ihre Mutter, Hobby-Krimiautorin Cosma Pongs hat davon Wind bekommen und sich schnurstracks mit ihren WG-Bewohnern im selben Hotel eingemietet. Schon nach wenigen Stunden gibt es den ersten Toten, Cosma Pongs ermittelt.

"Tot im Winkel" ist der zweite Fall für Cosma Pongs, Teil eins habe ich noch nicht gelesen, werde das aber schleunigst nachholen. Auch ohne Vorkenntnisse konnte ich schön flüssig in die Story starten. Cosma und ihre Detektiv WG werden auf den ersten Seiten vorgestellt, die älteren Herrschaften sind klasse beschrieben. Jeder hat seine Eigenheiten und Schrullen, so dass es zu keinen Verwechslungen kommen kann. Cosma und ihre Tochter Paula, eine Beziehung die nicht einfach ist, da Cosma Paula bei den Ermittlungen immer ins Gehege kommt.

Als es im Hotel im Moor einen Toten gibt, der Cosmas quasi vor die Füße plumpst, steht für sie ganz schnell fest, dass es kein Unfall, sondern Mord war. Klar dass sie bei einem Mord ganz vorn mitmischen will. Was Paula wiederum nicht prickelnd findet. Sie kennt ihre Mutter, weiß dass sie nicht locker lässt. Die Krimi-WG setzt alle Mittel ein, die zur Verfügung stehen, sogar vor Wanzen machen die Hobbyermittler nicht halt. Und dabei stellen sie sich wirklich clever an.

Der Krimi hat alle Zutaten für die perfekte "Whodunit" Story: Ein einsames Hotel im Moor, die Nacht von Halloween, ein Sturm und ein Toter. Kein Handyempfang und von der Außenwelt abgeschnitten. Dunkle Kellergewölbe, jede Menge Verdächtige und eine Hobby-Krimiautorin, die auf Zack ist. Nicht zu vergessen der WG-Kater, der auch noch eine Rolle spielt.

Die Story ist schön locker geschrieben, mit Humor und einem vintage angehauchten Miss Marple Charme. Schon die Namen der Beteiligten sorgen für Heiterkeitsausbrüche. Mir hat die Story sehr gut gefallen, ein Wohlfühlkrimi mit Spannung und Humor.

Fazit: Ein Krimi mit Humor und tollen Charakteren. Definitiv nicht mein letzter Cosma Pongs, ich bin von dem Gesamtpaket begeistert.

Veröffentlicht am 18.07.2018

Commissario Pavarotti auf der Suche nach dem Mörder

Commissario Pavarotti kam nie nach Rom
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Schauplatz Meran: Das deutsche Ehepaar Santer wird am Pool des Hotels gefunden, beide wurden erschossen, regelrecht hingerichtet. Commissario Pavarotti und Inspettore Emmenegger ermitteln in dem Fall. ...

Schauplatz Meran: Das deutsche Ehepaar Santer wird am Pool des Hotels gefunden, beide wurden erschossen, regelrecht hingerichtet. Commissario Pavarotti und Inspettore Emmenegger ermitteln in dem Fall. Anna Santer war eine erfolgreiche Schriftstellerin, die im Meran für ihr neues Buch recherchierte. Ihr Mann Lex Santer hatte eine Firma, die Fondsanalysen durchführte. Pavarotti reist nach Deutschland, um das Umfeld des ermordeten Paares zu befragen und hofft, das Tatmotiv herauszufinden. In Frankfurt erwartet ihn überraschenderweise Lissie von Spiegel, mit der er einige Zeit liiert war. Die Beziehung hielt nicht, doch Pavarotti hat noch immer starke Gefühle für Lissie. Brisant wird es, als sich herausstellt, dass Lissie die Tote gut kannte.....

Ich habe mich gefreut, Commissario Pavarotti bei seinem vierten Fall begleiten zu dürfen. Einiges hat sich inzwischen geändert, er hat abgespeckt und wirkt in seinem Maßanzug wie ein Dressman. Die Beziehung zu seinem Kollegen Emmenegger ist immer noch ambivalent und schwierig. Eigentlich wollte er Lissie nicht wiedersehen, die Überraschung, sie am Bahnhof zu sehen, war für ihn nicht unbedingt angenehm. Für seine Ermittlungen ist es erschwerend, dass er Lissie, die Anna Santer gut kannte, auch als potentiell Verdächtige behandeln muss, er weiß nicht, ob er ihr noch vertrauen kann. Lissie wiederum hat ihre ganz eigene Motivation herauszufinden, wieso Anna und Lex sterben mussten.

Der Plot ist dicht und ganz schön verzwickt, es gibt einige Stränge die in der Vergangenheit spielen und Licht ins Geschehen bringen, trotzdem war bis zum Ende nicht auszumachen, welches Motiv zu dem Mord führte und wer der Mörder war. Die zeitgeschichtlichen Stränge, die in die Zeit kurz nach dem zweiten Weltkrieg spielen, fand ich besonders interessant. Man ahnt als Leser, dass die Vergangenheit im aktuellen Fall eine große Rolle spielt, denn nach dem zweiten Weltkrieg waren viele Nazis auf der Flucht, über verschiedene Routen und mit Hilfe von falschen Papieren gelang einigen die Flucht ins Ausland.

Ich war bei diesem Krimi von der ersten Seite an gefesselt, was zum einen am anspruchsvollen Schreibstil von Elisabeth Florin liegt, zum anderen an den vielschichtigen Charakteren. Weder Pavarotti noch Emmenegger oder Lissie lassen sich in ein Schema pressen. Auch die Nebenfiguren sind detailliert ausgearbeitet, Charaktere mit Ecken und Kanten, mit ihren Handlungen immer für eine Überraschung gut.

Auch spannungstechnisch hat der Krimi einiges zu bieten, die Spannung steigert sich gegen Ende enorm, so dass es schwer fällt, das Buch auch nur kurz beiseite zu packen.

Fazit: Pavarottis vierter Fall bietet beste Krimiunterhaltung, ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 08.07.2018

die Entscheidung deines Lebens...

Wähle den Tod
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Wenn sich dein Leben von einem Augenblick zum anderen ändert und deine Lügenmauer einstürzt...... so geht es Jana. Sie lebt mit ihrem Mann, den Kindern Max und Kim sowie dem Familienhund in der Nähe Berlins. ...

Wenn sich dein Leben von einem Augenblick zum anderen ändert und deine Lügenmauer einstürzt...... so geht es Jana. Sie lebt mit ihrem Mann, den Kindern Max und Kim sowie dem Familienhund in der Nähe Berlins. Doch dann findet sie Hund Bennie erstochen im Garten, bekommt anonyme Briefe. Jana realisiert, dass sie von ihre geheimen Vergangenheit eingeholt wird.

Wow, ich habe schon einige Thriller aus der Feder von Jutta Maria Herrmann gelesen und alle waren super spannend. Aber dieser hier ist mit Abstand mein Favorit. Vielleicht, weil ich mich in Jana so gut hinein versetzen konnte oder doch weil diese unterschwellige Bedrohung und Spannung immer präsent war? Wie auch immer, "Wähle den Tod" hat mich von der ersten Seite gefesselt. Im Prolog spielt eine noch unbekannte Frau eine Rolle. Ein kurzer Prolog, der neugierig macht. Danach lernt man Jana und ihre Familie kennen und auch, dass das heile Familienleben Risse hat.

Der Schreibstil ist wunderbar flüssig zu lesen, ich war ganz nah an Jana, ihren Gedanken und Gefühlen dran. Die Autorin erzeugt eine düstere Atmosphäre und bringt Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe. Spannend von Anfang bis zum Ende. Wobei ich das Ende richtig stimmig fand und sich auch hier noch Geheimnisse offenbaren, die mich sprachlos zurück lassen.

Fazit: Klasse geschrieben mit durchwegs hoher Spannung. Für mich ein perfekter Thriller.

Veröffentlicht am 06.07.2018

Wer ist der Mörder?

Hopfenkiller
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Klappentext: "Garreth Vane, amerikanische Craftbier-Ikone, eröffnet in München seine erste Brauerei. Den konventionellen Bierherstellern sowie dem Reinheitsgebot sagt er den Kampf an. Bald darauf werden ...

Klappentext: "Garreth Vane, amerikanische Craftbier-Ikone, eröffnet in München seine erste Brauerei. Den konventionellen Bierherstellern sowie dem Reinheitsgebot sagt er den Kampf an. Bald darauf werden der Besitzer der größten Craftbier-Brauerei Münchens tot in der Isar aufgefunden, sein Konkurrent erschlagen auf dem Brauereihof entdeckt und im Münchner Bier unerlaubte Zutaten nachgewiesen. Steckt Vane hinter den Taten? Kommissar Bichlmaier bittet Alfred Sanktjohanser um Unterstützung. Ein Fall, der den Sanktus an seine Grenzen bringt."

Das Wiedersehen mit Sanktus und seinem Umfeld ist klasse, seit dem letzten Teil ist einiges an Zeit vergangen und Sanktus hat inzwischen einen Stammhalter, den kleinen Schorschi. Diesmal läuft die Handlung nicht linear, es beginnt zwei Wochen vor der aktuellen Handlung und nähert sich schrittweise an. Fand ich gut, ist mal was anderes. Wer steckt hinter den Sabotageakten und den Morden? Sanktus ermittelt wieder und kommt ins Fadenkreuz des Mörders. Die Bedrohung wird ganz persönlich....

Die Story ist dicht, der Schreibstil was ganz besonders, er lässt sich in kein Schema pressen. Lebendig geschrieben, spritzige Dialoge, man hat das Gefühl direkt dabei zu sein. Das Besondere an der Sanktusreihe ist für mich die Vielzahl an Dialekten, von bayrisch über fränkisch bis schwäbisch, ist alles dabei. Und natürlich die verschiedenen Typen, teils schräg-skurril oder liebenswert, aber immer einzigartig. Einer meiner Lieblingscharaktere ist der Bhupinder mit seinem indisch gefärbten Dialekt. Ein Gegenpart ist der Demuth, der sich von seiner besten Seite gezeigt hat

Mir haben die Ermittlungen im Brauermilieu super gut gefallen, alles dreht sich um das flüssige Gold. Beim lesen der Beschreibung der verschiedenen Craft Beer Sorten wurde mir der Mund wässrig. Viel Münchenflair, viel Atmosphäre und Lokalkolorit.

Fazit: Spannung, Humor, Situationskomik, alles dabei. Ein Krimi mit Charme und Witz, bei dem die Spannung nicht zu kurz kommt. Ich bin auf die Fortsetzung jetzt schon gespannt.