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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2019

Starker Tobak

Allein deine Schuld
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Ein Buch, das den ewigen Kampf der Sozialämter und Jugendnothilfen zum Thema hat. Einerseits. Das starke Bedürfnis, sexuell missbrauchten Kindern und Jugendlichen zu helfen, treibt die Protagonistin andererseits ...

Ein Buch, das den ewigen Kampf der Sozialämter und Jugendnothilfen zum Thema hat. Einerseits. Das starke Bedürfnis, sexuell missbrauchten Kindern und Jugendlichen zu helfen, treibt die Protagonistin andererseits um. Sie lässt private Gelder in eine Stiftung einfließen, die ihr sehr am Herzen liegt. Gleichzeitig wird sie aber in den Strudel von Vorwürfen und Selbstvorwürfen hineingezogen, die misslungene, ja furchtbar misslungene Fälle der eigenen Bemühungen als Sozialhelfer nach sich ziehen. Eine intrigante Verknüpfung von verdrängten Taten, ungeheuren Selbstvorwürfen und Beschuldigungen von einer Seite, die die Protagonistin nie erwartet hätte. Eine rasant geschriebene Story mit - fast - überraschendem Ende. Passt gut zur Schnellleserunde. Das Buch kann - muss - man in einem Rutsch durchlesen. Unbedingt empfehlenswert.

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  • Handlung
Veröffentlicht am 08.09.2018

Witzig

Walter muss weg
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Da geht es ja drunter und drüber im kleinen Glaubenthal. Und nicht nur Walter muss weg, sondern auch der und die Eine oder Andere. Wenngleich es zahlreiche Leichen gibt, geht es dennoch eher beschaulich ...

Da geht es ja drunter und drüber im kleinen Glaubenthal. Und nicht nur Walter muss weg, sondern auch der und die Eine oder Andere. Wenngleich es zahlreiche Leichen gibt, geht es dennoch eher beschaulich und definitiv nicht blutrünstig zu - obewohl, die eine oder andere Blessur muss schon ertragen werden. Herrliche Wortspiele und Gedankensprünge, da muss man aufpassen, dass man nichts verpasst. Das Stilmittl der arg verkürzten Sätze - bis der Satz teilweise aus nur einem Wort besteht - ist vielfach eingesetzt. Vielleicht ein bisschen zu viel, aber immer stimmig. So liest es sich auch frisch und frei von der Leber weg. Das Zwerchfell gerät derweil auch in Mitleidenschaft. Schöner hintergründiger, teils schwarzer Humor. Kann man lesen. Soll man auch.

Veröffentlicht am 30.03.2026

Spannend, intensiv, drastisch

Böse geboren
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Eine albtraumhafte Story, die sich extensiv um die Frage dreht, ob jemand bereits böse zur Welt kommt und die so extreme Situationen schildert, dass man möglicherweise an seinen festen Überzeugungen zweifelt. ...

Eine albtraumhafte Story, die sich extensiv um die Frage dreht, ob jemand bereits böse zur Welt kommt und die so extreme Situationen schildert, dass man möglicherweise an seinen festen Überzeugungen zweifelt. Tom, ein tieftrauriger Mensch, der über die Ermordung seiner Frau, den frühen Tod seines Bruders und dessen Frau, nicht hinwegkommt, an der Verantwortung für seine Nichte, deren Entführung und mühseligen Aufarbeitung dieses traumatischen Erlebnisses zu scheitern droht, wird mit einer Leiche im Hamburger Hafengebiet konfrontiert, die offenbar längere Zeit tiefgefroren war. Er und sein Team sehen sich vor einem Rätsel eingedenk der Tatsache, dass die Tote bereits vor Monaten in Köln als vermisst gemeldet wurde, zu Tode etwa vor 60 Tagen, plus/minus, kam. Wo war sie in der Zwischenzeit? Todesursächlich sind mehrere Stiche in den Rücken. Kaum mit den Ermittlungen begonnen, werden sie zu einem Leichenfund bei Hannover gerufen, weil die Fundsituation und die Todesursache ähnlich sind, die Leiche aber auch über längere Zeit tiefgefroren war. Diese kam ursprünglich aus Göttingen. Man sieht sich an einen Serientäter erinnert, der vor zehn Jahren sein Unwesen trieb und für die Entführung von Toms Nichte verantwortlich war, aber nie gefasst wurde. Sehr intensiv und bildhaft geschrieben. Sehr viele Zeitsprünge und Retrospektiven. Eine sehr detaillierte Selbstreflektion des Täters vor zehn Jahren und der Täter in den aktuellen Fällen. Die Auflösung überraschend und drastisch.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Sehr emotional

Das Gehöft
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Lara ist auf dem Weg zu einer Hallig, die nur über zwei Gehöfte verfügt. Das eine unbewohnt, heißt es, das andere hat sie gekauft und will dies mit Freund Henry ökologisch bewirtschaften. Jetzt sind sie ...

Lara ist auf dem Weg zu einer Hallig, die nur über zwei Gehöfte verfügt. Das eine unbewohnt, heißt es, das andere hat sie gekauft und will dies mit Freund Henry ökologisch bewirtschaften. Jetzt sind sie erst einmal dahin unterwegs, um die Räume zu renovieren und einzurichten. Im Gefolge befinden sich der autistische Bruder Malte und die beste Freundin Silke mit deren Freund Kenan. Die haben sich kurzerhand angeschlossen – Henry scheint davon nur mäßig begeistert. Die Hallig ist nur mit dem Boot zu erreichen, für die Kommunikation muss erst ein Funkmast aufgebaut werden, ansonsten ist man von der Außenwelt völlig abgeschnitten. Schon bei der Ankunft gibt es eine Sturmwarnung – diese Sturmwarnung und entsetzliches Wetter ziehen sich durch das ganze Buch durch. Man wird selbst schon beim Lesen ganz durchnässt, vom Winde verweht und schrecklich durchgefroren. Kurz nach ihrer Ankunft kommt es zu einem fürchterlichen Streit zwischen Henry und Malte, in dem sie aufeinander losgehen. Malte läuft in das Unwetter hinaus und ward nie mehr gesehen, trotz intensivster Suche. Und mit ihm das Boot, mit dem man aufs Festland hätte fahren und Hilfe holen können. Dann fällt auch noch der Funkmast aus. Das belastet die Gruppe enorm, zumal Lara mehrmals einen Unbekannten in der Nachbar-Warft sowie in ihrem Schlafzimmer gesehen haben will, Untereinander misstraut man sich auch reichlich, insbesondere Lara wird von einem stärker werdenden Misstrauen Henry gegenüber geplagt. Nicht nur das Wetter wird immer mehr zur Katastrophe, auch was sich in der Gruppe ereignet. Sehr emotional und spannend geschrieben, sehr eindringlich und anschaulich bis zum dramatischen Schluss.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Spannende Exkurse

Commissario Leone und die Toten von Rom
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Da muss eine ungeheure Wut im Spiel gewesen sein bei dem Toten auf dem nicht katholischen Friedhof im Rom, auf dem mehr Engländer und Verstorbene anderer Nationalitäten als Römer begraben sind, wie man ...

Da muss eine ungeheure Wut im Spiel gewesen sein bei dem Toten auf dem nicht katholischen Friedhof im Rom, auf dem mehr Engländer und Verstorbene anderer Nationalitäten als Römer begraben sind, wie man in einem kleinen Exkurs erfährt. Der Tote wurde bis zur Unkenntlichkeit erschlagen. Quasi übertötet. Und nicht nur dass: Der Tote war ein bekannter Politiker, Minister, und angeblich sehr beliebt. Aber wie immer, wenn von Toten in den höchsten Tönen gelobt wird, gibt es da auch eine Kehrseite der Medaille. In wieweit das hier zum Tod geführt hat, gilt es, herauszufinden. Sowohl vom Tod, als auch von ebendieser Kehrseite erfährt die Presse früher, als gewollt, was die Ermittler erheblich unter Druck setzt. Es gibt eine Zeugin, die aber schweigt. Es hätten weitere Tote bzw. versuchte Totschläge verhindert werden können. So aber versuchen Enzo Leone und sein Team unter den vielen Verdächtigen und Motiven die Spreu vom Weizen zu trennen. Ruhig und zügig erzählt, mit schnellen Szenenwechseln und vielen Details zu diesem speziellen Friedhof, der Katzencommunity dort, zu Roms Geschichte insgesamt. Diese kleinen „Exkurse“ sind sehr erfrischend und lehrreich. Die Spannung bleibt bis zum Schluss, der dann noch mal eine neue Wendung bietet.

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