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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.11.2018

Ein tolles und sehr bewegendes Buch!

Worte, die leuchten wie Sterne
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Letztes Jahr hatte ich den Jugendroman „Der Himmel in deinen Worten“ von Brigid Kemmerer gelesen, welcher mich sehr beeindruckt hat. Als ich nun in der Vorschau entdeckte, dass es eine Fortsetzung geben ...

Letztes Jahr hatte ich den Jugendroman „Der Himmel in deinen Worten“ von Brigid Kemmerer gelesen, welcher mich sehr beeindruckt hat. Als ich nun in der Vorschau entdeckte, dass es eine Fortsetzung geben wird, wusste ich einfach sofort, dass ich sie unbedingt lesen muss.

Rev durften wir bereits im ersten Band als Nebencharakter kennenlernen. Es wurde leicht angeschnitten, dass er eine sehr harte Kindheit hinter sich hat, daher hat es mich nun sehr gefreut, dass wir hier seine Geschichte erfahren dürfen.

Das Buch wird im Wechsel aus der Sicht von Rev und Emma in der Ich-Perspektive erzählt. Den Erzählerwechsel fand ich hier sehr gelungen, wobei mir die Kapitel aus Revs Sicht besser gefallen haben, da er mir eindeutig sympathischer war als Emma. Sie war mir stellenweise einfach zu sehr Teenager, was ich manchmal etwas anstrengend fand. Was ich aber toll fand, ist ihr Hobby. Emma ist der totale Computerfreak und eine leidenschaftliche Gamerin. Sie versteckt sich die meiste Zeit hinter ihrem PC und entwickelt eigene Computerspiele. Ihr anspruchsvollstes Werk habe ich mir anhand der Beschreibungen wirklich beeindruckend vorgestellt. Mir hat es sehr gefallen, dass mal ein Mädchen die Rolle eines Computernerds einnimmt und nicht immer die Jungen.

Rev hat mein Herz wirklich im Sturm erobert. Schon im ersten Band mochte ich ihn richtig gerne. Sein Päckchen, das er zu tragen hat, wiegt unheimlich schwer. Er wurde als kleines Kind furchtbar von seinem leiblichen Vater misshandelt und auch heute noch hat er darunter zu leiden. Rev versteckt sich immer unter langen Klamotten und weiten Hoodies, so gut wie niemand weiß, wie es darunter ausschaut.
Als Rev sieben Jahre alt war, ist er in eine Pflegefamilie gekommen, von der er schließlich auch adoptiert wurde. Kristin und Geoff, seine beiden Adoptiveltern, mochte ich richtig gerne. Sie kümmern sich großartig um Rev, bringen jederzeit Verständnis für ihn auf und lieben ihn wie ihren eignen Sohn.

Wer auch eine große Unterstützung in Revs Leben ist, ist sein bester Freund Declan. Declan ist ein total lieber Kerl, allerdings hat auch er eine dunkle Vergangenheit, mit der er zu kämpfen hat. Die Jungen verbindet also eine große Gemeinsamkeit, was sie zusammenschweißt. Die beiden können sich jederzeit vertrauen und sind fast schon so etwas wie Brüder füreinander.

Revs traurige Geschichte konnte mich bei weitem mehr berühren als die von Emma. Wobei ich Emmas schwieriges Leben jetzt nicht kleinreden möchte. Ganz und gar nicht. Emma hat es ebenfalls alles andere als leicht. Sie kommt mit ihren Eltern nicht gut klar, vor allem mit ihrer Mutter gerät sie ständig aneinander. Hinzu kommt dann noch, dass sie in ihrem eigenen Online-Game von einem Typen belästigt wird und anzügliche und bedrohliche Nachrichten von ihm erhält, die immer extremer werden.

Mir hat es sehr gut gefallen, wie viele wichtige und ernste Themen die Autorin in ihrem Buch aufgreift: Misshandlung, Gewalt, Belästigung, Stalking, Cyber-Mobbing, Scheidung – die Handlung gewinnt dadurch schon etwas Bedrückendes, was mich persönlich aber überhaupt nicht gestört hat. Durch die teilweise sehr humorvollen Dialoge wird das Ganze auch etwas aufgelockert. Besonders klasse fand ich die vielen Textnachrichten, die wir zu lesen bekommen. Ich liebe diese Form des Dialogs in Büchern, sie lesen sich immer so schön leicht und angenehm.

Ich habe das Buch als sehr ruhig empfunden. Zumindest den größten Teil. Das Ende hat es echt in sich, dieses empfand ich als richtig spannend. Für mich kam diese dramatische Wendung auch völlig unerwartet, daher bin ich wirklich begeistert.

Wovon ich mir etwas mehr erhofft habe, ist die Liebesgeschichte. Sie ist natürlich vorhanden und es kommt auch zu gefühlvollen Szenen, nur steht die Liebesgeschichte zwischen Rev und Emma nicht im Vordergrund der Handlung. Das Augenmerk liegt auf den Problemen der beiden Protagonisten, wie sie mit diesen umgehen und sich dadurch weiterentwickeln.
Ich habe alles als sehr authentisch empfunden. Die Charaktere, die vielen verschiedenen Themen, die Liebesgeschichte – Brigid Kemmerer ist hier erneut ein tolles Jugendbuch gelungen, welches ich persönlich ein wenig schwächer als seinen Vorgänger finde, welches aber auf jeden Fall absolut lesenswert ist und das man übrigens problemlos unabhängig zu Band 1 lesen kann.

Ich hatte hier jede Menge Spaß beim Lesen. Den Schreibstil kann ich nur loben, er liest sich richtig angenehm. Die Handlung hat mich emotional sehr mitgenommen. Ich habe mit beiden Protagonisten sehr mitgelitten, vor allem Revs Geschichte ist mir richtig unter die Haut gegangen. Aber auch Emmas Geschichte fand ich richtig krass. Sie zeigt nur zu deutlich, was für kranke Menschen sich im Internet rumtreiben und wie gefährlich es sein kann, wenn man zu vertrauensselig ist.
Die Liebesgeschichte, auch wenn sie eher zart und leise ist, hat mich auch sehr berührt. Da hätte es für meinen Geschmack zwar etwas mehr in die Tiefe gehen können, aber irgendwie hat es auch zum Buch gepasst. „Worte, die leuchten wie Sterne“ ist nicht nur optisch klasse, auch das, was sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt, ist wunderschön.

Fazit: Ein wundervolles Jugendbuch, das die Geschichte zweier junger Menschen erzählt, die es beide sehr schwer im Leben haben und die sich am liebsten verstecken. Rev sucht Schutz unter seinem Hoodie, Emma verkriecht sich hinter ihrem PC. Mir waren beide Charaktere sehr sympathisch, auch wenn ich Emma manchmal als etwas anstrengend empfunden habe. Ich habe aber natürlich beide liebend gerne in diesem Buch begleitet und mit beiden zutiefst mitgefühlt. Die Themen, die hier angesprochen werden, wurden großartig von der Autorin ausgearbeitet, sodass hier alles absolut authentisch wirkt und einem die Geschichte richtig unter die Haut geht. Ein tolles Buch, welches mich sehr bewegt und berührt hat und das mich sofort in seinen Bann ziehen konnte. Ich kann es wärmstens empfehlen und vergebe 4,5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 05.11.2018

Spannend, witzig, liebenswert, eine richtig schöne Fortsetzung!

Die Wunderkiste. Ein Paket voller Magie
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Da mir der erste Band von „Die Wunderkiste“ so gut gefallen hat, habe ich mich auf die Fortsetzung schon sehr gefreut. Auch bei dieser habe ich mich wieder für das Hören entschieden. Katja Danowski konnte ...

Da mir der erste Band von „Die Wunderkiste“ so gut gefallen hat, habe ich mich auf die Fortsetzung schon sehr gefreut. Auch bei dieser habe ich mich wieder für das Hören entschieden. Katja Danowski konnte mich mit ihrer Vortragsweise im ersten Band hellauf begeistern, daher stellte ich sich mir gar nicht erst die Frage, dass ich bei Band 2 ebenfalls zum Hörbuch greifen werde.

Da der arme Herr Wirsing krank ist, sollen Oda und Willi auf seinen Spielzeugladen, die „Wunderkiste“ aufpassen. Sie denken sich gar nichts dabei, als sie eines der Pakete öffnen, dass eines Tages im Laden eintrudelt. In diesem befindet sich ein magisches Glücksspielzeug: Ein kleiner, ängstlicher Stoffhase mit nur einem Ohr, der den Namen Miiiep trägt. Zu spät sehen Oda und Willi, dass der Hase für Olaf, genannt Checker, bestimmt ist, dem wohl schlimmsten Jungen an ihrer Schule. Verständlich, dass der arme Miiiep auf keinen Fall zu Checker möchte. Hm, und jetzt? Miiiep muss zu Checker, aber wie soll man diesen davon überzeugen, dass der magische Glückshase für ihn bestimmt ist?

Mit „Die Wunderkiste: Ein Paket voller Magie“ ist Gina Mayer eine zauberhaft schöne Fortsetzung gelungen, die mir einen tollen Hörspaß beschert hat. Ich denke, es war die richtige Entscheidung, mich erneut für die Lesung zu entschieden. Katja Danowski glänzt auch hier in ihrer Rolle und liest diese spannende, witzige, liebenswerte Geschichte mit ihrer angenehmen und sehr wandelbaren Stimme richtig klasse. Mein Highlight war wieder die Glückskatze Mao. Diese ist ihren Sprachfehler leider noch nicht losgeworden, obwohl ihre Besitzerin Elinor eifrig dabei ist, Mao fehlerfreies Sprechen beizubringen. Die Glückskatze ist ja der Meinung, dass sie bereits wunderbar und absolut korrekt sprechen kann, aber, nun ja, ehrlich gesagt, ist das eher nicht der Fall. Sorry, Mao, aber da musst du leider noch etwas weiter üben. Für mich braucht die Glückskatze auch gar nicht ihren Sprachfehler loszuwerden, ich liebe ihn und hoffe sehr, dass das Sprachtraining erst einmal keine Wirkung zeigen wird. ;)
Für alle, die noch nicht Bekanntschaft mit Mao gemacht haben: Mao ist eine chinesische Glückskatze, die so ihre Probleme mit dem L und R hat. Diese beiden Buchstaben vertauscht die Katze beim Sprechen immer, was Katja Danowski wirklich großartig liest.

Neben Mao treffen wir in diesem Band auch noch auf so einige weitere bekannte Charaktere. Oda und Willi habe ich bereits im ersten Band ganz fest in mein Herz geschlossen, die beiden sind zwei ganz liebe, clevere Kinder, mit denen sich die Zielgruppe wunderbar identifizieren kann.
Das Mädchen Elinor ist natürlich auch wieder mit von der Partie. Sie, Oda und Willi sind mittlerweile richtig gute Freunde geworden, etwas, was man zu Beginn von Band 1 nie für möglich gehalten hätte.

Ich persönlich halte es hier für besser, zuerst den ersten Band zu lesen oder zu hören, ehe man sich in das zweite Abenteuer stürzt. Unbedingt notwendig wird es aber vermutlich nicht sein, ich denke, man wird dem Geschehen hier auch recht gut ohne das Wissen aus dem Vorgänger folgen können.

Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist genauso fantasievoll, spannend, witzig und schön wie die aus dem Reihenauftakt. Mich konnte die Handlung von den ersten Hörminuten an verzaubern und mich richtig mitfiebern lassen. Sei es das schwierige Vorhaben, den Glückshasen Miiiep zu seinem Besitzer zu bringen (eine alles andere als einfache Aufgabe) oder sich gegen die fiesen Streiche von Checker und seiner Bande zu wehren: Langeweile kommt hier beim Zuhören garantiert nicht auf.
Hier ist Gina Mayer wirklich eine wundervolle Kinderbuchreihe gelungen, bei der Freundschaft, Mut und Zusammenhalt ganz groß geschrieben werden.
Ich habe nur leider den Eindruck, dass die Reihe bisher recht unbekannt ist. Finde ich unendlich schade, meiner Meinung nach verdient „Die Wunderkiste“ viel mehr Aufmerksamkeit!

Das Einzige, was mir hier nicht ganz so gut gefallen hat, ist das Ende. Dieses kam mir etwas zu schnell und abrupt. Ansonsten aber bin ich richtig begeistert von dem Hörbuch und ich hoffe sehr, dass es noch einen weiteren Band geben wird.

Fazit: Eine wundervolle Fortsetzung, die große Lust auf mehr macht. Wie der erste Band, so erzählt auch der zweite Teil dieser schönen Kinderbuchreihe ein spannendes, witziges und wunderbar magisches Abenteuer, welches an keiner Stelle Langeweile aufkommen lässt und nicht nur jungen Zuhörern ein tolles Hörerlebnis bescheren wird. Ich kann "Die Wunderkiste" auch Erwachsenen sehr ans Herz legen. Vorgelesen wird diese zauberhafte Geschichte wieder erstklassig von Katja Danowski, die mich vor allem mit ihrer lustigen Vortragsweise von Glückskatze Mao bestens unterhalten konnte. Ich kann das Hörbuch wärmstens empfehlen und vergebe 4,5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 02.11.2018

Ein ganz besonderes und sehr berührendes Buch!

Nur in der Dunkelheit leuchten die Sterne
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Als ich beim Durchstöbern der Fischerverlags-Vorschau auf „Nur in der Dunkelheit leuchten die Sterne“ gestoßen bin, war meine Neugier sofort geweckt. In das Cover habe ich mich auf den ersten Blick verliebt ...

Als ich beim Durchstöbern der Fischerverlags-Vorschau auf „Nur in der Dunkelheit leuchten die Sterne“ gestoßen bin, war meine Neugier sofort geweckt. In das Cover habe ich mich auf den ersten Blick verliebt und der Klappentext konnte mich sofort überzeugen. Von Marieke Nijkamp hatte ich bisher noch kein Buch gelesen; ihr Jugendroman „54 Minuten“ steht allerdings schon etwas länger auf meiner Wunschliste. Ihr neues Jugendbuch sollte also mein erstes Werk von ihr werden.

Corey und Kyra waren die allerbesten Freundinnen. In ihrem Heimatstädtchen Lost Creek in Alaska haben sie jede freie Minute miteinander verbracht und sich alles anvertraut. Doch dann zieht Corey weg, nach Kanada, um dort auf ein College zu gehen. Kyra bleibt in Lost Creek zurück, wo sie auf ihre Freundin warten wird. Es wird jedoch nie mehr zu einem Wiedersehen kommen. Kurz vor ihrem Besuch erhält Corey die traurige Nachricht, dass ihre beste Freundin tot ist. Kyras Tod trifft Corey sehr. Als sie nach Lost Creek zurückkehrt, um an der Beerdigung ihrer verstorbenen Freundin teilzunehmen, spürt sie sofort, dass sich etwas in ihrem Heimatort verändert hat. Sie wird wie eine Fremde behandelt, es macht sogar den Eindruck, als wäre sie in dem Dorf nicht willkommen. Noch mehr verwirrt sie aber die Gespräche über Kyra, die sie mitbekommt. Kyra galt immer als eine Außenseiterin, nun aber wird sie von den Bewohnern wie eine Heilige dargestellt. Die Einwohner Lost Creeks sind sogar der Meinung, dass Kyras Tod vorherbestimmt gewesen wäre. Coreys Verwirrung wird zunehmend größer. Sie beginnt nachzuforschen, denn sie ist sich sicher, dass mehr hinter dem Tod ihrer Freundin steckt und Lost Creek voller Geheimnisse ist.

Mit „Nur in der Dunkelheit leuchten die Sterne“ ist Marieke Nijkamp ein ganz besonderer Jugendroman gelungen, welcher eine sehr berührende und ruhige Geschichte erzählt, die noch lange in einem nachklingt. 

Die Handlung spielt sich in etwa 6 Tagen ab und wird aus der Sicht von Corey erzählt. Mir war Corey auf Anhieb richtig sympathisch. Ich habe sie sehr gerne nach Lost Creek begleitet, um dort zusammen mit ihr dem Tod von Kyra auf den Grund zu gehen.

Kyra lernen wir nur in der Vergangenheit kennen. Das Buch berichtet nicht nur über die Geschehnisse im Hier und Jetzt, durch viele Rückblenden erfahren wir auch, wie es früher in Lost Creek zuging und wie innig die Freundschaft zwischen Corey und Kyra war. Mir hat der gesamte Aufbau der Handlung richtig gut gefallen. Obwohl wirklich viel in der Zeit gesprungen wird, war ich an keiner Stelle verwirrt. Es wird immer sehr gut kenntlich gemacht, in welchem Zeitraum wir uns gerade befinden. Ob vor zwei Jahren, vor neun oder sieben Monaten – wir dürfen Lost Creek und Kyra zu vielen unterschiedlichen Zeiten kennenlernen. Was dabei sofort deutlich wird: Kyra galt in dem kleinen Städtchen als die totale Außenseiterin. Bei ihr wurde vor einigen Jahren eine bipolare Störung festgestellt, etwas, was anscheinend nicht gerne in Lost Creek gesehen wird und was dazu geführt hat, dass Kyra von den Einwohnern ausgegrenzt wurde. Psychische Erkrankungen sind leider keine Seltenheit, aber oft ein Grund, warum Betroffene von anderen gemieden werden. Das Buch spiegelt also, wenn auch auf eine ziemlich krasse Weise, die traurige Realität wider.
Ich fand das Verhalten der Einwohner in Lost Creek wirklich schlimm. Nicht nur zu Kyras Lebzeiten, auch nach ihrem Tod haben mich die Menschen in diesem merkwürdigen Städtchen richtig aufgeregt.

Sehr bewegend fand ich die Briefe, die Kyra ihrer Freundin geschrieben, aber nie abgeschickt hat und die Notizen, auf die Corey nach Kyras Tod stößt und die nur zu deutlich machen, wie groß Kyras innere Zerrissenheit war. Zuflucht hat sie in der Kunst gesucht. Kyra war eine sehr talentierte Malerin, ihre Bilder sollen auch vor allem nach ihrem Tod noch eine große Rolle in Lost Creek spielen. Da werde ich nicht groß näher ins Detail gehen, aber noch so viel:

Die Autorin hat das Buch durch Rückblenden, Briefe und Passagen, die sich wie ein Theaterstück lesen, nicht nur sehr außergewöhnlich aufgebaut, auch übernatürliche Dinge begegnen einem zwischen den Seiten. Dies verleiht der Geschichte ein ganz besonderes, geheimnisvolles Flair. Mich hat dieser Übernatürliche-Anteil nur etwas beim Lesen gestört. Ich kann noch nicht mal sagen, warum, denn eigentlich passt es wunderbar zur Story. Ich konnte mich einfach nicht komplett drauf einlassen. Da wird wohl jeder anders empfinden, meins war es leider nicht so ganz. Gefallen hat mir das Buch aber dennoch, sogar sehr.

Was ich ganz groß loben muss, ist das Setting. Lost Creek wird erstklassig beschrieben. Das Städtchen befindet sich in Alaska, ein Ort, der mich in Büchern als Schauplatz schon immer fasziniert hat. Schnee, Kälte, Einsamkeit – all das verleiht Lost Creek etwas wunderbar Geheimnisvolles und Mysteriöses. Wohnen würde ich an diesem Ort weiß Gott nicht wollen, aber über das Lesen habe ich ihn liebend gerne besucht.

Fazit: Ein sehr berührender, authentischer und nachdenklich stimmender Roman. „Nur in der Dunkelheit leuchten die Sterne“ kann nicht nur mit einem wundervollen Cover aufwarten, auch das, was sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt, ist wunderschön. Mir hat das Buch tolle Lesestunden beschert. Die Geschichte, die hier erzählt wird, wird mich wohl noch eine ganze Weile nicht loslassen, mich hat sie sehr bewegt. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen und vergebe 4,5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 05.10.2018

Ein witzig-frecher Lesespaß für Jung und Alt

Pechsträhnen färbt man pink
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Von Mina Teichert kannte ich bereits ihr erstes Buch im Planet Verlag: „Ich wollt, ich wär ein Kaktus“. Da mir dieses Werk von ihr richtig gut gefallen hat, war meine Neugier sofort geweckt, als ich ihr ...

Von Mina Teichert kannte ich bereits ihr erstes Buch im Planet Verlag: „Ich wollt, ich wär ein Kaktus“. Da mir dieses Werk von ihr richtig gut gefallen hat, war meine Neugier sofort geweckt, als ich ihr neues Jugendbuch in der Verlagsvorschau entdeckte. Das hübsche Cover und der Klappentext überzeugten mich auf Anhieb. Den Titel finde ich übrigens richtig genial. Für mich stand daher auch sofort fest, dass ich „Pechsträhnen färbt man pink“ unbedingt lesen möchte.
Was kann man tun, wenn man unbedingt bei einem Tanzwettbewerb gewinnen möchte? Klar, das Tanzen üben, das tut Winni auch in jeder freien Minute. Das Outfit muss aber auch perfekt sein. Pinke Haare, die hat nicht jeder, oder? War ja klar, dass die Mutter darauf nicht allzu erfreut reagiert. Winnis Begeisterung hält sich dafür sehr in Grenzen, als sie dazu gezwungen wird, Zeit mit Fiete zu verbringen. Dieser befindet sich gerade zur Reha auf Winnis Heimat-Insel Amrum und, nun ja, Fiete ist schon ein recht merkwürdiger Kauz. Der erste Eindruck soll jedoch täuschen. Zusammen mit Fiete und der zahmen Möwe Chickenwing wird Winni versuchen, dem rätselhaften Tierverschwinden auf der Insel auf die Spur zu kommen. Ihre Ermittlungen sind nur alles andere als ungefährlich. Als Fiete plötzlich spurlos verschwindet, begibt sich Winni sofort auf die Suche nach ihm. Sie muss sich dabei eingestehen, dass sie Fiete mittlerweile richtig lieb gewonnen hat. Ob es ihr wohl gelingen wird, Fiete zu retten und die Tierdiebstähle aufzuklären?
Was mich bereits von den ersten Seiten an hellauf begeistern konnte, ist der Humor in dem Buch. Unsere Protagonistin Winni ist so herrlich frech und schlagfertig. Ich musste über sehr viele ihrer Bemerkungen ziemlich schmunzeln und bin stellenweise aus dem Grinsen gar nicht mehr herausgekommen.
Winni, kurz für Wernike, ist eine starke Persönlichkeit, die so leicht nichts schockt und die bereit ist für ihre Ziele und Träume zu kämpfen. So möchte sie zum Beispiel unbedingt an einem Tanzwettbewerb teilnehmen und ist für diesen unermüdlich am üben.

Ich habe Winni zutiefst für ihre große Schlagfertigkeit bewundert. Gerade zum Ende der Geschichte, wenn es richtig gefährlich und spannend wird, fand ich ihr Verhalten bemerkenswert locker und ruhig. Dies wäre dann aber auch mein einziger kleiner Kritikpunkt an das Buch. Ich finde es natürlich toll, dass sich Winni nicht unterkriegen lässt, nur fand ich es dann doch etwas unrealistisch, dass sie so wenig Angst zeigt. Für mich war ihre Coolness schon etwas too much. Aber das wäre auch wirklich das Einzige, was mich beim Lesen ein wenig gestört hat. Ansonsten bin ich richtig begeistert von dem Buch. Hier ist Mina Teichert ein toller Jugendroman gelungen, versehen mit jeder Menge Humor, liebenswerten, frechen Charakteren, einer kleinen Prise Romantik und einer großen Portion an Spannung. Auch der Tiefgang kommt nicht zu kurz. Dieser Punkt hat mich sehr positiv überrascht. Das Buch unterhält einen nicht nur bestens, es regt einen auch zum Nachdenken an. Es werden die Themen Mobbing, Vorurteile und Diabetes angesprochen. Winni soll nämlich die Bekanntschaft mit dem dicklichen, zuckerkranken Fiete machen, von dem sie anfangs nicht so wirklich begeistert ist. Dick heißt aber nicht automatisch uncool. Fiete mag sich seltsam kleiden und schon irgendwie merkwürdig drauf zu sein – es soll sich aber noch zeigen, was alles in ihm steckt und dass Fiete ein verdammt toller Typ ist, auf den man sich immer verlassen kann.

Fiete fand ich einfach nur klasse oder, um es mit seinen Worten auszudrücken: Er ist richtig knorke. Über ihn habe ich mich sogar noch mehr amüsiert als über Winni. Seine Weise zu sprechen und insgesamt seine liebenswerte Art hat mir immer wieder breite Schmunzler entlockt.

Fiete und Winni ergeben zusammen ein recht ulkiges Pärchen. Beide halten sie kein Blatt vor den Mund – ihr könnt euch vermutlich denken, dass da eine Menge herrlich unterhaltsamer, spritzig frecher Dialoge zustande kommen. :D
So genervt Winni anfangs von Fiete war, umso lieber hat sie ihn schließlich gewonnen. Es wird schon recht eindeutig, dass sich da doch etwas mehr als nur Freundschaft zwischen den beiden entwickelt. Dass das Thema erste Liebe hier mit eingebaut wurde, hat mir sehr gut gefallen, da es absolut passend für ein Buch dieser Altersklasse ist.

Was ich ebenfalls super fand, waren die Nebencharaktere. Die kleinen Zwillingsschwestern von Winni fand ich unheimlich süß, auch wenn sie, typisch kleine Schwestern eben, schon manchmal etwas nerven können.
Ein Charakter, bei dem ich nicht nur den Namen genial finde, ist Chickenwing. Eine Möwe namens Chickenwing, ist das nicht eine super Idee? Ich fand die Möwe toll, als großer Vogelfreund hat es mich natürlich ganz besonders gefreut, dass Winni einen gefiederten Freund besitzt.
Chickenwing ist auch nur ein Beispiel dafür, mit was für einfallsreichen Ideen dieses Buch aufwarten kann. Der Humor hier war auf jeden Fall ganz genau mein Geschmack.

Auch das Setting fand ich klasse. Bücher, die auf Inseln spielen, fielen schon immer in mein Beuteschema. Amrum wird hier wirklich toll beschrieben. Leider war ich noch nie auf dieser schönen Nordseeinsel. Die Schauplatzbeschreibungen haben mir Amrum richtig schmackhaft gemacht. Ich glaube, ich weiß schon, wo ich bald mal Urlaub machen werde. :D

Ebenfalls sehr schön sind die kleinen Zeichnungen und die Bilder von Chickenwing an den Kapitelanfängen. Gerade letzteres hat mir richtig gut gefallen.

Dank der mitreißenden, packenden Handlung, dem flüssigen, jugendlichen Schreibstil und der angenehm kurzen Kapitel hat sich das Buch für mich viel zu schnell gelesen. Ich hege ja die große Hoffnung, dass es noch eine Fortsetzung geben wird. So, wie das Buch endet, würde sich ein zweiter Band jedenfalls prima anbieten.

Fazit: Spannend, humorvoll, frech und richtig schön! „Pechsträhnen färbt man pink“ erzählt eine tolle Geschichte über Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und Abenteuer. Die Handlung ist ein toller Mix aus Teenieroman und Krimi und beschert nicht nur Mädchen (und vielleicht auch so manchem Jungen) ab 10 Jahren einen wundervollen Lesespaß. Ich kann das Buch auch Erwachsenen sehr ans Herz legen. Das Einzige, was mich stellenweise dann doch etwas gestört hat, ist die Coolness von Winni und Fiete. So amüsant diese ist, manchmal waren mir die beiden dann doch zu gechillt drauf. Mir hat das Buch aber natürlich dennoch richtig gut gefallen und ich vergebe 4,5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 28.09.2018

Fröhlich, liebenswert und wunderbar fantasievoll!

Glückstage unterm Apfelbaum – Geschichten von Minna
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Kinderbücher lese ich für mein Leben gerne, ganz egal für welche Altersklasse. Bei „Glückstage unterm Apfelbaum“ konnte das farbenfrohe Cover meine Neugier sofort wecken. Auch der Klappentext klang richtig ...

Kinderbücher lese ich für mein Leben gerne, ganz egal für welche Altersklasse. Bei „Glückstage unterm Apfelbaum“ konnte das farbenfrohe Cover meine Neugier sofort wecken. Auch der Klappentext klang richtig nett, für mich stand daher sehr schnell fest, dass ich die kleine Minna unbedingt kennenlernen wollte.

Die siebenjährige Minna ist ein sehr aufgewecktes Mädchen mit einer großer Portion an Fantasie. Bei ihr ist es ganz normal, dass nachts plötzlich ein kleiner Mann namens Willi in ihrem Zimmer auftaucht, der auf der Suche nach den Puffer-Inseln ist. Auch so einige andere wundersame Wesen trifft Minna in ihrem Alltag an wie den Botaniker Fritz Glück, Schöni, die Meerjungfrau oder den Großwesir des Sultans. Minnas Welt ist wirklich voll von fantasievollen Gestalten, die jeden Tag zu einem kleinen Abenteuer machen. Alle anderen wundern sich stets darüber. Zum Beispiel, dass plötzlich die letzten drei Kartoffelpuffer aus dem Kühlschrank verschwunden sind oder warum auf dem Schaf-Kissen plötzlich einige Schafe fehlen. Minna jedoch wundert das nicht.

„Glückstage unterm Apfelbaum – Geschichten von Minna“ enthält insgesamt 28 Vorlesegeschichten. Diese sollte man in meinen Augen in der richtigen Reihenfolge lesen, da sie schon aufeinander aufbauen. Um so ein klassisches Vorlesebuch mit in sich abgeschlossenen kleinen Geschichten handelt es sich hier also nicht.

Mir haben die Abenteuer von Minna richtig gut gefallen. Sie sind wunderbar liebenswert und herrlich fantasievoll. Bei Minna kann es schon mal passieren, dass Schafe auf Kissen plötzlich lebendig werden und im Zimmer herumspringen. Oder dass die Meerjungfrau auf ihrem Bild mitten im Unterricht zu ihr spricht. Oder dass der Großwesir des Sultans während des Strandurlaubs mit einem Taschentuch als Teppichersatz davonfliegt. Klingt verrückt? Ja, ein bisschen verrückt mögen die Geschichten schon sein, aber sie zeigen nur zu schön, was alles möglich sein kann, wenn man nur genug Fantasie besitzt.
Minna wundert es auch gar nicht, dass ihr ständig diese merkwürdigen Wesen begegnen, die nur sie sehen kann. Alle anderen, ihre Eltern, ihre Lehrerin, ihre Freunde, die wundern sich schon darüber, wenn sich bestimmte Dinge nach den Besuchen der wundersamen Wesen verändert haben. Nun, die haben eben nicht so viel Fantasie wie die kleine Minna. :D

Was mir sehr gut gefallen hat, ist, dass wir es mit vielen verschiedenen Schauplätzen zu tun bekommen. Wir lernen Minnas Zuhause und den Garten kennen, wir gehen einkaufen, besuchen die Schule, reisen zur Oma und ans Meer – das Lesen wird so herrlich abwechslungsreich und lässt keine Langeweile aufkommen. Mit von der Partie bei Minnas Unternehmungen sind natürlich immer ihre wundersamen Besucher. Von denen begegnen einem in diesem schönen Buch wirklich eine Menge.

Die Geschichten laden zum Träumen, Schmunzeln und Mitfiebern ein. Zum Vorlesen eignet sich das Buch wirklich perfekt, da auch Erwachsene Minnas Abenteuer lieben werden. Sehr gut gefallen haben mir auch die vielen farbenfrohen Illustrationen von Yayo Kawamura. Besonders angetan hat es mir ja Minnas roter Haarschopf. Er verleiht ihr so ein schön freches Aussehen. Absolut passend für dieses liebe, pfiffige Mädchen.

Vom Verlag wird das Buch für Kinder ab 5 Jahren empfohlen. Dieser Altersempfehlung schließe ich mich gerne an. Jünger sollten die Kinder in meinen Augen auch nicht sein, da Minna ja bereits ein Schulkind ist und sich ältere Kinder daher besser mit ihr identifizieren können als jüngere.
Zum Selberlesen eignet sich das Buch für etwas geübtere Leser. Für Leseanfänger wird es zu schwierig sein, da der Text nicht in einer großen Fibelschrift gedruckt ist.

Ich kann das Buch wärmstens empfehlen. Meiner Meinung nach bieten Minnas Abenteuer sowohl Mädchen als auch Jungen ein tolles (Vor-)Lesevergnügen. Minna begegnen nämlich nicht nur Prinzessinnen oder Meerjungfrauen, sondern auch Könige und Cowboys. Ich denke schon, dass auch Jungen jede Menge Spaß mit Minnas kleinen Geschichten haben werden.

Fazit: Fantasievoll, liebenswert und zum Träumen schön. Ein wundervolles Buch mit 28 süßen Vorlesegeschichten, die Groß und Klein ein tolles Leseerlebnis bescheren. Mich persönlich hat es ein wenig gestört, dass man die Geschichten nicht unabhängig voneinander lesen kann, das hätte ich schon etwas schöner gefunden. Ansonsten aber bin ich richtig begeistert von dem Buch. Ich kann es sehr empfehlen und vergebe 4,5 von 5 Sternen!