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Veröffentlicht am 16.09.2016

Noch spannender als Teil 1, aber Call nervt ein wenig

Magisterium
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Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (one by Lübbe) (8. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3846600177
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 11 – 12 Jahre
Originaltitel: Magisterium – ...

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (one by Lübbe) (8. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3846600177
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 11 – 12 Jahre
Originaltitel: Magisterium – The Copper Gauntlet
Preis: 16,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich



Noch spannender als Teil 1, aber Call nervt ein wenig

ACHTUNG: Diese Rezension kann SPOILER zu Teil 1 enthalten!

Inhalt:
Nachdem Call das erste Schuljahr im Magisterium hinter sich gebracht hat, verbringt er die Sommerferien notgedrungen bei seinem Vater Alastair. Dieser will ihn am liebsten nicht mehr in die Schule zurückgehen lassen. Er verhält sich zum Teil ganz schön merkwürdig. Als Call im Keller eine Entdeckung macht, bleibt ihm nur die Flucht, weil er seinem Vater nicht mehr trauen kann. Als im Magisterium davon die Rede ist, dass ein kupferner Handschuh entwendet wurde und der Dieb mit dem Tod bestraft werden soll, ist Call sich sicher, dass Alastair der Dieb ist. Auch wenn er ihn fürchtet, so muss er seinen Vater doch vor dem Magisterium warnen. Beim Versuch, den Handschuh zurückzubringen, geraten Call und seine Freunde in größte Gefahr.

Meine Meinung:
Es besteht eine kleine zeitliche Lücke zwischen dem Ende des 1. Bandes und dem Anfang des 2. Trotzdem fällt es leicht, wieder in die Geschichte hineinzukommen. Das Wichtigste aus dem 1. Band wird nebenbei noch einmal erwähnt, sodass man schnell alle Fakten wieder parat hat.

Wie schon im 1. Band ist auch hier der Schreibstil wieder absolut kindgerecht, aber auch für Erwachsene nicht langweilig. Die Handlung geht flott voran und bietet so manche Abwechslung und überraschende Szenen.

Die Protagonisten wirken sehr lebendig. Vor allem Alastair, Jasper und Mordo haben mir gut gefallen. Bei ihnen konnte man nie sicher sein, wie sie sich verhalten würden. Daher waren diese Figuren sehr spannend aufgebaut.

Call selbst hat mich dagegen ein bisschen genervt. Immer wieder das Lamentieren wegen seine Beins war mir einfach zu viel. Wenn das 3 oder 4 Mal erwähnt worden wäre, wäre es gut gewesen, aber gefühlte 1000 Mal ist einfach zu viel. Auch seine Selbstzweifel, ob er gut oder böse ist, waren mir zu sehr ausgewalzt. Hier wurde einfach nicht das rechte Maß gefunden – zumindest für meinen Geschmack.

Aber ansonsten war dieser Band noch spannender als der 1. Die Geschehnisse schmieden die Freunde noch enger zusammen. Vor allem den Show down gegen Ende habe ich mit angehaltenem Atem gelesen, weil ich nicht vorhersehen konnte, was Call vorhat.

Nun bin ich schon total gespannt, wie es mit Call und seinen Freunden weitergeht. Der Kampf gegen das Böse ist auf jeden Fall noch lange nicht zu Ende. Ich freue mich schon sehr auf den 3. Band, der glücklicherweise in wenigen Wochen erscheint.

Die Reihe:
1. Magisterium. Der Weg ins Labyrinth
2. Magisterium. Der kupferne Handschuh
3. Magisterium. Der Schlüssel aus Bronze

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Nicht wirklich ein Thriller, aber nette Unterhaltung

Versteck dich, wenn du kannst
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Format: E-Book
Dateigröße: 1006 KB
Verlag: FISCHER E-Books; Auflage: 1 (30. September 2015)
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 320 Seiten (Fischer Taschenbuch Verlag; Auflage: 2 (10. März 2006), ISBN-13: 978-3596168118)
Sprache: ...

Format: E-Book
Dateigröße: 1006 KB
Verlag: FISCHER E-Books; Auflage: 1 (30. September 2015)
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 320 Seiten (Fischer Taschenbuch Verlag; Auflage: 2 (10. März 2006), ISBN-13: 978-3596168118)
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Hyde Yourself Away
Preis: 8,99 €

Nicht wirklich ein Thriller, aber nette Unterhaltung

Inhalt:

Grace Callahan ist als Praktikantin bei einem Fernsehsender beschäftigt. Sie muss sich mächtig ins Zeug legen, um die einzige feste Stelle zu ergattern. Dabei kommt ihr der Streit mit ihrem Ex-Mann um das Sorgerecht für ihre gemeinsame Tochter ganz ungelegen. Schneller als ihr lieb ist, steckt sie mitten in einem seit vierzehn Jahren ungeklärten Mordfall, dem auch noch weitere folgen.

Meine Meinung:
Vom Verlag wird dieser Roman als Thriller bezeichnet. Das trifft es meiner Meinung nach nicht wirklich. Das Auftreten von mehr als einer Leiche ist dafür nicht ausreichend. Für einen Thriller fehlt hier einfach der Thrill, die atemberaubende Spannung. Dafür ist es aber ein ganz unterhaltsamer Kriminalroman, der trotzdem lesenswert ist.

Mary Jane Clark, die übrigens die Schwiegertochter der wesentlich berühmteren Mary Higgins Clark ist, entführt uns hier in die Welt des Fernsehens, für das sie selbst auch tätig ist. Dadurch gelingt es ihr, die entsprechenden Zusammenhänge anschaulich zu beschreiben und authentisch darzustellen.

Der Roman beginnt sehr langsam; die Story wird ganz allmählich aufgebaut. Viele Personen werden eingeführt, außerdem auch verschiedene Schauplätze. Mir fiel es aber überhaupt nicht schwer, den Ausführungen der Autorin zu folgen. Es ist alles in sich logisch aufgebaut. Ein wenig gestört haben mich die sehr häufigen Szenenwechsel und ultrakurzen Kapitel. Sie sind zwischen nur einer halben Seite und wenigen Seiten lang, sodass es immerhin 134 Kapitel plus Prolog plus Epilog auf 310 Seiten gibt.

Die Protagonistin Grace war mir sofort sehr sympathisch, und ich ließ mich gerne an ihrer Seite durch die Geschichte führen. Ihre Probleme mit dem Ex-Mann und ihren Zwiespalt zwischen Kind und Beruf konnte ich gut nachvollziehen. Dass sie mit der Lösung des Falls zu tun bekommt, ist mehr dem Zufall zu verdanken, nicht etwa ihrem detektivischen Spürsinn. So wirklich wird gar nicht an der Auflösung gearbeitet, weder bei der Polizei noch von sonst jemandem. Der alte Fall ist kalt, die neuen werden als Unfälle abgetan. So entsteht auch erst relativ spät Spannung. Trotzdem hat mich der Roman sehr gut unterhalten, denn die Handlung fand ich interessant und den Aufbau ungewöhnlich. Und ich konnte erst relativ spät erahnen, wer von den vielen Verdächtigen der Täter ist.

Ich schwanke zwischen 3 und 4 Sternen, runde daher wohlwollend auf 4 auf.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Vom Loslassen und Verschwinden

Nie mehr Nacht
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Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (22. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596030576
Preis: 10,99 €

Vom Loslassen und Verschwinden

Inhalt:
Markus Lee ist Zeichner. ...

Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (22. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596030576
Preis: 10,99 €

Vom Loslassen und Verschwinden

Inhalt:

Markus Lee ist Zeichner. Er soll für eine Zeitschrift vier Brücken in der Normandie zeichnen, die 1944 wichtig für die Aliierten waren. Zur selben Zeit will auch Jesse, Markus’ fünfzehnjähriger Neffe, in die Normandie, weil die Familie seines besten Freundes dort Urlaub macht. Markus’ Schwester, Jesses Mutter Ira, hat sich wenige Monate zuvor das Leben genommen. Markus nutzt die Gelegenheit, eine Beziehung zu Jesse, mit dem er bisher nicht viel zu tun hatte, aufzubauen. Doch der Schmerz über den Verlust seiner geliebten Schwester scheint Markus zu übermannen.

Meine Meinung:
„Nie mehr Nacht“ ist ein leises Buch, das eine enorme Melancholie verströmt. Es besticht durch eine schöne Sprache, die zuweilen leicht poetisch wirkt, dann wieder eher nüchtern, wodurch Mirko Bonné so viel ausdrückt. Die bedrückende Stimmung könnte einen als Leser herunterziehen, wenn da nicht dieser unterschwellige, ganz sachte Humor wäre. Obwohl der 47-jährige Markus in der Ich-Form erzählt, betrachtet man das Geschehen doch relativ distanziert. Und man kann ob der hanebüchenen Verhaltensweisen von Markus oft nur schmunzeln und den Kopf schütteln.

Es ist erschreckend, wie Markus sich entwickelt. Der Verlust der Schwester macht ihm mehr zu schaffen als jedem anderen Mitglied seiner Familie. Die beiden hatten eine besonders enge Verbindung. Fast unmerklich begibt Markus sich immer näher an den Abgrund. Er lässt nach und nach alles los, seine Besitztümer, seine Ziele … Er will verschwinden, genauso wie Ira für ihn verschwunden ist. Menschen, die ihm helfen wollen, stößt er zurück und lässt sie nicht an sich heran.

Dieser Roman ist nicht besonders actionreich, und auch große Überraschungen braucht man nicht zu erwarten. Aber die Handlung wird stetig fortgeführt, eins kommt zum anderen, alles wirkt in sich logisch. Der Tod ist allgegenwärtig, nicht nur Iras Tod, sondern durch die zu zeichnenden Brücken auch der Tod vieler Soldaten während des Zweiten Weltkriegs. Immer wieder kommt Bonné darauf zurück. Hier gab es für meinen Geschmack aber zu viele Wiederholungen.

Fazit:
„Nie mehr Nacht“ ist ein anspruchsvoller Roman, der viel Raum zum Nachdenken gibt. Er ist in einer schönen Sprache verfasst, die gehoben ist, sich aber trotzdem leicht lesen lässt. Ich kann dem Urteil der Jury des Deutschen Buchpreises 2013 nur zustimmen: „Der Glücksfall eines schwebend leichten Romans von großer Tiefe.“

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Rückblick auf eine besondere Liebe und ein ungewöhnliches Leben

Das Geheimnis der Queenie Hennessy
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Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (22. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596030699
Originaltitel: The Love Song of Miss Queenie Hennessy
Preis: 9,99 €

Rückblick ...

Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (22. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596030699
Originaltitel: The Love Song of Miss Queenie Hennessy
Preis: 9,99 €

Rückblick auf eine besondere Liebe und ein ungewöhnliches Leben

Als Hardcover-Ausgabe erschien das Buch 2014 unter dem Titel „Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry“ mit dem Untertitel „Das Geheimnis der Queenie Hennessy“. Bei der Taschenbuch-Ausgabe wurden nun quasi Haupt- und Untertitel einfach vertauscht, warum auch immer.

Vom Verlag wird dieses Buch als Nachfolgeband zu „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ bezeichnet. In gewisser Weise ist es das auch. Man muss das erste Buch aber nicht kennen, um das zweite zu verstehen.

Ich habe die Pilgerreise vor drei Jahren gelesen und kann mich kaum noch erinnern. Nur so viel: Harold bekommt einen Brief von seiner ehemaligen Kollegin, in dem sie sich von ihm verabschiedet, da sie todkrank ist. Spontan macht Harold Fry sich zu Fuß auf den Weg quer durch ganz England, um Queenie Hennessy noch einmal zu sehen. Dabei erlebt er die wunderbarsten Dinge. Und er schickt Queenie eine Botschaft, in der er sie bittet, auf ihn zu warten. Genau dies wird hier im zweiten Buch auch noch einmal wiederholt.

Während sich die Pilgerreise ganz um Harold Fry drehte, lesen wir nun, was Queenie Hennessy eigentlich mit Harold Fry verbindet, außer dass sie in derselben Firma gearbeitet haben. Queenie war damals in Harold verliebt und liebt ihn bis heute. Sie hat ihm nie etwas davon gesagt, denn Harold ist verheiratet und hat einen Sohn. Obwohl Queenie sich eigentlich damit begnügen wollte, Harold aus der Entfernung zu lieben, machte ihr das Leben einen Strich durch die Rechnung und konfrontierte sie mit Komplikationen.

Während Queenie nun im Hospiz auf Harold wartet, schreibt sie ihm einen langen Brief, in dem sie ihm ihre Gefühle darlegt, in dem sie ein Geständnis macht und ihre Schuld bekennt. Ein Leben lang hat sie sich damit gequält, nun schreibt sie sich alles von der Seele. Nebenbei erzählt sie auch von den anderen Hospiz-Patienten, von den Nonnen und den Betreuern. Mit einer genauen Beobachtungsgabe und viel Einfühlungsvermögen werden die Charaktere zum Leben erweckt. Viele der Patienten begleiten wir, bis der Bestatter sie abholt. So ist die Geschichte einerseits immer wieder sehr traurig, auf der anderen Seite gibt sie aber auch Hoffnung. Besonders schön fand ich die folgende Aussage:

Der Himmel und die Sonne sind immer da. Was kommt und geht, sind die Wolken. (S. 199)

Eigentlich hat mir das Buch sehr gut gefallen. Allerdings war es mir an manchen Stellen zu langatmig. Auch gab es immer wieder Wiederholungen, die nicht nötig gewesen wären.

Der Schluss brachte eine überraschende Wende, was ich toll fand, auch wenn es mir nicht ganz logisch erschien.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eine skurrile und surreale Geschichte

Wunderlich fährt nach Norden
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Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (23. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596030378
Preis: 9,99 €

Eine skurrile und surreale Geschichte

Inhalt:
Wunderlich ist 43 ...

Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (23. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596030378
Preis: 9,99 €

Eine skurrile und surreale Geschichte

Inhalt:

Wunderlich ist 43 Jahre alt, geschieden, und nun verlässt ihn auch seine neue Liebe, Marie, gleich auf der ersten Seite. Etwas hilflos bleibt Wunderlich zurück. Da meldet sich sein Handy zu Wort. „Guck nach vorn.“, schreibt ihm Anonym. Und das wird nicht die einzige Botschaft eines schier allwissenden Wesens bleiben. So kommt es, dass Wunderlich sich in den Zug setzt und eine Reise in den Norden antritt. Dabei begegnet er einigen Menschen, die er schätzen lernt, obwohl oder weil sie sich in besonderer Weise von der Masse abheben. Wunderlich wird verändert von seiner Reise zurückkehren.

Meine Meinung:
Mir hat der Schreibstil von Marion Brasch sehr gut gefallen. Er wirkt frisch und ehrlich. Er lässt Wunderlich als einen einfachen, aber freundlichen Mann erscheinen. Mir waren der Protagonist und auch die meisten anderen Charaktere recht sympathisch. Viele Menschen, mit denen Wunderlich auf seiner Reise zu tun bekommt, sind etwas ganz Besonderes. Alle tragen ihr Päckchen mit sich herum und jeder hat seine eigene Art, sein Leben zu handhaben. Im Gegensatz zu Wunderlich brüten sie aber weniger über der Zukunft – sie leben im Hier und Jetzt. Das ist etwas, was auch Wunderlich guttun würde und was er von ihnen lernen kann.

Der Roman hat eine humorvolle Note, die sich unter anderem in der Kommunikation zwischen Wunderlich und Anonym äußert, aber auch über manch anderen Dialog kann man schmunzeln. Mit der surrealen Komponente kam ich dagegen nicht so gut zurecht. Mal sind Personen da, dann wieder nicht. Manche kann nur Wunderlich sehen, aber die anderen nicht. Dazu das kommunizierende Handy. Es ist verwirrend, und ich bin mir nicht sicher, was mir die Autorin damit sagen will. Es macht Spaß, das zu lesen, ist etwas Neues, Besonderes. Aber am Ende hat es mich etwas unbefriedigt zurückgelassen, da es keinen Erklärungsversuch gibt.

Ich schwanke zwischen 3 und 4 Sternen, runde daher wohlwollend auf 4 auf.

★★★★☆