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Veröffentlicht am 26.02.2019

Gefühlvoller Roman über einen Neuanfang

Orangenblütenjahr
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Ehrlich gesagt bin ich aufgrund des Covers auf diesen Roman aufmerksam geworden. Es strahlt Wärme aus und weckt sommerliche Gefühle. Erst im zweiten Anlauf habe ich gemerkt, dass ich bereits mit „Hortensiensommer“ ...

Ehrlich gesagt bin ich aufgrund des Covers auf diesen Roman aufmerksam geworden. Es strahlt Wärme aus und weckt sommerliche Gefühle. Erst im zweiten Anlauf habe ich gemerkt, dass ich bereits mit „Hortensiensommer“ ein Buch der Autorin gelesen habe, welches mir sehr gut gefallen hatte.

Nelly erfährt quasi mit der Todesnachricht ihres Mannes, dass dieser ein Doppelleben geführt und ein Kind mit seiner Geliebten hat. Enttäuschung und Wut lassen keine wirkliche Trauer zu. In der Kleinstadt wird ihr das alles zu eng, die Kinder sind aus dem Haus und so nimmt sie das Angebot einer Freundin an und zieht für einen Neuanfang nach München.

Sehr einfühlsam beschreibt Ulrike Sosnitza diesen Gefühlsstrudel von Nelly. Aber auch die Emotionen ihrer Kinder, der Geliebten und der Schwiegermutter.

Ich kann Nelly schon verstehen. Sie ist enttäuscht und wütend, weil ihr Mann sie jahrelang mit ihrer Freundin betrogen hat. Diese Wut und Enttäuschung kann sie aber nicht mehr ausleben, denn ihr Mann ist tot. Für sie kommt nur ein radikaler Schnitt und ein Neuanfang n Frage. Sie hat in dem Moment keinen Blick dafür wie das für die Kinder oder die Schwiegermutter aussehen muss.

Sehr gefühlvoll wird die Verarbeitung des Geschehens und Nellys Entwicklung beschrieben. Es wird aufgezeigt, dass auch eine Frau jenseits der 50 mit entsprechendem Tatendrang in ein neues Leben starten kann.

Nicht unerwähnt möchte ich die vielen bemerkenswerten Zitate lassen, die immer wieder in dem Buch eingestreut sind.

Mich hat das Buch sehr begeistert und gerne vergebe ich 5 Sterne.

Veröffentlicht am 26.02.2019

Gute Mischung aus Unterhaltung, Komik und Spannung

Venuswalzer
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Ich hatte mich schon auf ein Wiedersehen mit Stella Albrecht und vor allen Dingen auch mit ihrer Oma Maria gefreut. Auch diese Ruhrpott-Krimödie von Lotte Minck hat mir einige sehr unterhaltsame Lesestunden ...

Ich hatte mich schon auf ein Wiedersehen mit Stella Albrecht und vor allen Dingen auch mit ihrer Oma Maria gefreut. Auch diese Ruhrpott-Krimödie von Lotte Minck hat mir einige sehr unterhaltsame Lesestunden beschert.

Ruby ist verzweifelt, denn sie ist beinahe täglich den Übergriffen eines Handwerkers ausgesetzt und weiß nicht mehr weiter. Sie bekommt unerwartete Hilfe von Stella und ihrer findigen Oma Maria.

Die Autorin hat in dieser Geschichte gesellschaftlich relevante Probleme aufgegriffen. Es geht um Vorurteile aufgrund von Aussehen bzw. Geschlecht und vermeintlich harmlosen Handlungen. Man bekommt eine Vorstellung davon wie hilflos die betroffene Person ist und welche Auswirkungen das auf ihr Leben hat. Auch wenn es sich um eine Mischung aus Krimi und Komödie handelt, wird die Verzweiflung des Opfers ernsthaft dargestellt.

Gerade in Bezug auf die Handwerker werden viele Klischees bedient und Situationen übertrieben dargestellt, aber wie heißt es so schön? Übertreibung macht anschaulich.

Die Charaktere sind stringent gezeichnet und überwiegend (bis auf die Handwerker) sympathische Personen, die ich schon lieb gewonnen habe. Ganz besonders mag ich Maria. Sie ist eine patente und findige Person.

Ich hoffe auf weitere Fälle für Kommissar Tillikowski. Schließlich will ich wissen wann bzw. ob er mit Stella zusammenkommt.

Veröffentlicht am 23.01.2019

Eine wunderschöne und ergreifende Weihnachtsgeschichte

Die Schneeschwester
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Julian liebt Weihnachten sehr und außerdem hat er da auch noch Geburtstag, Aber in diesem Jahr scheint Weihnachten für ihn und seine Familie auszufallen, denn ein trauriges Ereignis lastet wie ein dunkler ...

Julian liebt Weihnachten sehr und außerdem hat er da auch noch Geburtstag, Aber in diesem Jahr scheint Weihnachten für ihn und seine Familie auszufallen, denn ein trauriges Ereignis lastet wie ein dunkler Schatten auf der Familie. Als plötzlich die fröhliche und phantasievolle Hedwig in sein Leben tritt, löst sich langsam die Erstarrung. Die Familie schafft es trotz aller Trauer wieder nach vorne zu schauen.

Eine sehr einfühlsame Geschichte, die einerseits sehr fröhlich und lebendig ist, aber andererseits auch tief traurig. Bei mir war Taschentuchalarm angesagt, denn die Tränen kullerten.

Maja Lunde hat die Charaktere sehr lebendig und wirklichkeitstreu mit viel Liebe und Herzblut dargestellt. Das gilt nicht nur für Julian und Hedvig sondern auch für die Nebenfiguren. Man kann fast vergessen, dass es sich nicht um reale Menschen handelt.

Aufgeteilt ist die Geschichte in 24 Kapitel, so dass sie in der Adventszeit wie ein Adventskalender mit täglich einem Kapitel gelesen werden könnte (sofern man das durchhält).

Die Geschichte an sich ist schon etwas Besonderes, aber durch die aufwendige Umschlaggestaltung und die wundervollen farbigen Illustrationen von Lisa Aisato wird das Buch auch optisch zu einem Highlight und ist eigentlich zu schade, um in einem Bücherregal zu verschwinden.

Von mir bekommt „Die Schneeschwester“ eine unbedingte Leseempfehlung und natürlich wohl verdiente 5 Sterne.

Veröffentlicht am 10.01.2019

Mal was völlig anderes

Der Wortschatz
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In diesem Büchlein von knapp 170 Seiten ist ein Wort der Protagonist, den wir auf der Suche nach seinem „Namen“ begleiten. Das Wort erlebt viele Abenteuer auf seiner Reise bevor es am Ende seinen Sinn ...

In diesem Büchlein von knapp 170 Seiten ist ein Wort der Protagonist, den wir auf der Suche nach seinem „Namen“ begleiten. Das Wort erlebt viele Abenteuer auf seiner Reise bevor es am Ende seinen Sinn erkennt.

Der Autor Elias Vorpahl hat immer wieder Anspielungen auf andere bekannte literarische Werke in seiner Geschichte untergebracht, wie z. B. Alice im Wunderland oder Der kleine Prinz. Immer wieder stoßen wir auch auf leicht veränderte Begrifflichkeiten aus dem menschlichen Umfeld wie „eine Kreuzung, die mit Umlautarbeiten beschäftigt ist“ oder „Wir haben uns heute hier versammelt, um zwei Worte zu verbinden“. Eine einzigartige und so fantasievolle Geschichte, bei der ich mich immer wieder gefragt habe wie man auf solche Ideen kommt.

Als ich das Buch bekam, dachte ich, dass ich es in null Komma nix gelesen hätte, aber dem war nicht so. Es gibt so viel in jedem Kapitel zu entdecken und ich musste aufpassen, dass mir nichts entging.

Bemerkenswert finde ich die aufwendige und edel anmutende Gestaltung des Buches. Cover und Titel sind außerdem hervorragend auf den Inhalt abgestimmt. Die wunderschönen Illustrationen ergänzen das Ganze perfekt.

Ich habe noch kein vergleichbares Buch gelesen und es für mich ein toller Lesegenuss; ein Highlight in meinem Lesejahr. Leider kann ich nur 5 Sterne vergeben obwohl ich sehr gerne mehr vergeben würde.

Veröffentlicht am 17.12.2018

Wie erhofft wieder spannender Lesestoff

Muttertag (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 9)
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Bei „Muttertag“ handelt es sich bereits um Band 9 der Serie mit Pia Sander und Oliver von Bodenstein. Da jeder Fall in sich abgeschlossen ist, muss man die Vorgänger nicht unbedingt gelesen haben. Wichtige ...

Bei „Muttertag“ handelt es sich bereits um Band 9 der Serie mit Pia Sander und Oliver von Bodenstein. Da jeder Fall in sich abgeschlossen ist, muss man die Vorgänger nicht unbedingt gelesen haben. Wichtige Informationen erhält man im Verlauf der Geschichte. Wie bei allen Serien ist es aber nicht verkehrt, mit Band eins zu beginnen, um die Entwicklung der Protagonisten und Feinheiten im zwischenmenschlichen Bereich erkennen zu können.

Im Prolog spielt bei der Ermordung eines jungen Mädchens eher der Zufall eine große Rolle. Der Leser wird über den Täter völlig im Unklaren gelassen, so dass ich mir im späteren Verlauf immer wieder die Frage gestellt habe ob die Autorin mich bereits auf den ersten Seiten auf eine falsche Spur gelockt hat. Aber egal, jedenfalls sorgt der Prolog bereits für Spannung.

Weiter geht’s mit zwei ganz unterschiedlichen Erzählsträngen, die ich lange Zeit nicht in Verbindung miteinander bringen konnte, deren Sinn und Zusammenhang sich aber zum Ende ergeben.

Nele Neuhaus hat es wieder geschafft und mich von Anfang bis Ende bei der Stange gehalten. Oft dachte ich, ja, das ist der Mörder und ein paar Seiten später wurden Zweifel gesät und es ergaben sich andere Sachverhalte, die die Geschehnisse in einem anderen Licht erscheinen ließen.

Ich mag den flüssigen und sehr detaillierten Schreibstil von Nele Neuhaus auch wenn ich auf einige sehr ausführliche Wegbeschreibungen hätte verzichten können. Das liegt vielleicht nur daran, dass ich mich in der Gegend kaum auskenne.

Da ich ein Fan dieses Ermittlerduos bin, sind mir Pia Sander und Oliver von Bodenstein natürlich sympathisch. Ihr Verhalten ist für mich authentisch und schlüssig.

Für wunderbar spannende Lesestunden vergebe ich sehr gerne fünf Lesesterne und hoffe für die Zukunft auf noch sehr viel Arbeit für die beiden Kommissare.