Profilbild von Lrvtcb

Lrvtcb

Lesejury Star
offline

Lrvtcb ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lrvtcb über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.02.2019

So sollte Fantasy immer sein

Der Klang der Täuschung
0

„Schaut hin. Schaut genau hin und erinnert euch an die Leben, die hier gelassen wurden. Echte Menschen, die jemand geliebt hat. Bevor ihr den Auftrag beginnt, den ich euch gegeben habe, schaut auf die ...

„Schaut hin. Schaut genau hin und erinnert euch an die Leben, die hier gelassen wurden. Echte Menschen, die jemand geliebt hat. Bevor ihr den Auftrag beginnt, den ich euch gegeben habe, schaut auf die Zerstörung und erinnert euch, was hier passiert ist. Und was wieder geschehen könnte. Ihr sollt wissen, was auf dem Spielt steht.“

Mit den „Chroniken der Verbliebenen“ hat mich Mary E. Pearson in ihren Bann gezogen und mich das ein oder andere Mal überrascht. Kurz gesagt, ich mochte sie sehr. Da war es keine Frage, dass ich auch „Die Chroniken der Hoffnung“ lesen wollte. Die Reihen klingen vom Namen her ziemlich ähnlich, wodurch sie ganz klar der Autorin zuzuordnen sind. Die Gemeinsamkeiten sind auch noch an anderen Stellen zu finden.

Die Geschichte handelt von Kazi, die als Mitglied der königlichen Leibgarde den Auftrag bekommt, einen Verbrecher aufzuspüren. Auf ihrer Suche kommt sie in eine Stadt an der Landesgrenze und trifft dort auf den jungen Anführer Jase. Auch wenn ihr Kopf weiß, dass sie ihm nicht trauen sollte, scheint ihr Herz andere Pläne zu haben.

Vielleicht startet das Buch ein bisschen plötzlich sowie verworren, weil der Leser direkt in die Geschichte gestoßen wird. Man muss zwischen Rückblenden, Gedichten und der eigentlichen Handlung erst seinen Weg in das Buch suchen, aber der Schreibstil erleichtert einem dies sehr. Auch wenn einige Zusammenhänge regelrecht verwirrend sind, ist man trotzdem gefesselt und möchte die kleinen Rätsel gerne lösen. Es hat auch nur wenige Kapitel gedauert und ich bin komplett in das Buch eingetaucht.

Vom Tempo her ist die Handlung eher ruhig. Den Inhalt einzelner Kapitel könnte man wahrscheinlich mit wenigen Sätzen zusammenfassen, da die Geschichte von vielen kleinen Details und alltäglichen Situationen lebt. Es werden beispielsweise auch Szenen beschrieben, in denen Häuser gebaut werden oder ein Markt besucht wird. Dadurch hat der Leser die wunderbare Möglichkeit die einzelnen Charaktere ausgesprochen gut kennenzulernen.

Neben den vielen, kleinen Details wird auch das Innenleben der Hauptpersonen deutlich, da das Buch sowohl aus Kazis Sicht, als auch aus Jases Sicht geschrieben ist. Dennoch erfährt man nicht direkt alle (Hinter-)Gedanken beziehungsweise Gefühle und kann sich selbst überlegen, welche Pläne gerade ausheckt werden und wie es weitergehen wird. Obwohl so viele Details preisgegeben werden, gibt es immer wieder offene Fragen und Lücken. Auch in diesem Buch hat es Mary E. Pearson wieder geschafft, dass ich gerätselt habe.

Bei all dem Lob für den Auftakt ist meine einzige Kritik eigentlich der etwas holprige Start und das ein bisschen abrupte Ende. Alle Seiten dazwischen habe ich gemocht und verschlungen. Für mich wird es definitiv ein langes Jahr bis die Fortsetzung erscheinen wird, die ich ohne Frage auch lesen werde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Geschichte
  • Charaktere
  • Spannung
Veröffentlicht am 25.01.2019

Über das Träumen, das Planen, die Lyrik und die Liebe

Mein Jahr mit Dir
0

Auch wenn ich schon einige Ecken in Großbritannien gesehen habe, habe ich es bis dato noch nicht nach Oxford geschafft. Für die Autorin ist die Stadt ein ganz besonderer Ort und sie möchte diesen gerne ...

Auch wenn ich schon einige Ecken in Großbritannien gesehen habe, habe ich es bis dato noch nicht nach Oxford geschafft. Für die Autorin ist die Stadt ein ganz besonderer Ort und sie möchte diesen gerne den Lesern näherbringen, wie sie in einem Leserbrief zu Beginn des Buches schreibt. Die Liebe zu Oxford ist definitiv zu spüren und steck so ziemlich in jeder Seite der Geschichte drinnen. Zu aller erst, das Buch ist somit eine Empfehlung für alle England-Fans und hat dadurch von mir einige Vorschusslorbeeren bekommen.

Für Ella ist Oxford ein Kindheitstraum. Direkt am ersten Tag ihres Studiums lernt sie Jamie kennen, der ihren Literaturkurs leitet und den sie so gar nicht leiden kann. Durch einen Zufall verbringen beide einen Abend gemeinsam in einem Pub und kommen sich dabei deutlich näher. Jamie hat jedoch ein tragisches Geheimnis und als Ella davon erfährt, muss sie eine schwierige Entscheidung treffen.

Die Geschichte startet somit mit Ellas Ankunft in Oxford. Der Anfang enthält viele Beschreibungen der Universität, der Kultur und der englischen Lebensweise. Der Einstieg ist so perfekt, um die Atmosphäre kennenzulernen und es sich ebenfalls in England gemütlich zu machen. Auch wenn mir hier die Darstellung gefallen hat, fand ich zunächst die Charaktere sehr merkwürdig. Ella hat eine kleine Clique, die in Oxford heimisch ist. Es sind zwar starke Individuen, die jedoch etwas altertümlich und kauzig wirken. Vor allem ihre Dialoge und Ausdrücke sind gewöhnungsbedürftig. Hier fallen Sätze wie beispielsweise:

„In Anbetracht der entzückenden Rundungen deiner Figur ist es durchaus erfreulich, dass du nicht eines dieser schrecklichen amerikanischen Mädchen bist, die sich ausschließlich von Rasenschnitt und Gletscherwasser ernähren“, sagt Charlie.

Die ersten hundert Seiten musste ich mich an die Figuren gewöhnen. Nicht nur ihre Sprache war merkwürdig, sondern sie wirkten auf mich wie überhebliche, besserwisserische Elitestudenten. Ich habe mich hier tatsächlich gefragt, was mir das Buch sagen soll und wie man so oberflächliche Wesen schaffen kann. Hier mein Tipp haltet durch! Es lohnt sich! Die komischen Floskeln werden immer weniger und die Figuren bekommen viel mehr Tiefgang.

Irgendwann zu dieser Zeit sagt Jamie einmal, dass er ein Buch abbricht, wenn er weiß, wie die Geschichte enden wird. Ich habe mich hier auch gefragt, ob das Buch so vorhersehbar ist, wie ich zunächst gedacht habe. Dann wurde Jamies Geheimnis aufgedeckt und das kam für mich ziemlich überraschend. Diese Wendung hätte ich niemals erwartet und ab dem Moment hat sich die Stimmung vollkommen verändert. Es sind mehr Emotionen aufgetaucht und es wurden ernstere Themen angesprochen.

Plötzlich wurden Fragen aufgeworfen wie, wovon träumt man im Leben? Was ist eigentlich wichtig im Leben? Und kann man das Leben überhaupt planen? Es sind essentielle Fragen des Lebens, die hier unterschwellig gestellt sowie beantwortet werden. Ich mochte diese Wendung sehr und sie hat dazu geführt, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Ich musste einfach wissen, wie sich Ella entscheiden wird. An dieser Stelle hatte ich definitiv keine Ahnung mehr, wie das Buch enden würde. Für mich waren da mehrere Optionen möglich und auch realistisch.

Das tatsächliche Ende passte für mich gut und ich war damit mehr als zufrieden. Es war ein sehr runder Abschluss einer grandiosen Geschichte. Die ersten hundert Seiten waren deutlich schlechter, aber wer diese einmal gelesen hat, kann sich dann auf eine fantastische, emotionale und wunderschöne Handlung freuen. Eine nette Ergänzung ist auch, dass jedes Kapitel mit einem Ausschnitt aus einem Gedicht eröffnet wird. Dieses passt von den Emotionen und der Handlung her zu dem folgenden Kapitel. Das hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.

Also wer England, Lyrik oder eine berührende Liebesgeschichte mag, der sollte dieses Buch lesen und sich von Ella und Jamie verzaubern lassen.

Veröffentlicht am 24.01.2019

Eine süße Kurzgeschichte

Maybe this Kiss – Und mit einem Mal doch
0

Für mich war "Maybe this kiss" der Einstieg in die Colorado-Ice-Reihe und ich muss sagen, dass mir der kurze Ausflug dorthin ausgesprochen gut gefallen hat. Ich freue mich jetzt schon die anderen Teile ...

Für mich war "Maybe this kiss" der Einstieg in die Colorado-Ice-Reihe und ich muss sagen, dass mir der kurze Ausflug dorthin ausgesprochen gut gefallen hat. Ich freue mich jetzt schon die anderen Teile zu lesen und die einzelnen Charaktere noch besser kennenzulernen.

Diese Novella handelt von Neil, der von der Air Force zurück zu seiner Heimat versetzt wurde, und von Becky, die als alleinerziehende Mutter in Glenwood Falls lebt. Beide teilen eine gemeinsame Vergangenheit, da sie in ihrer Jugend lange ein Paar waren. Damals kam Becky nicht mit Neils Job und den ganzen Auslandseinsätzen zurecht. Nun leben beide wieder in der gleichen Kleinstadt, wo man sich unmöglich aus dem Weg gehen kann.

Wer dieses Buch beginnt, dem muss ganz eindeutig bewusst sein, dass es sich hier um eine Novella handelt. Mit etwa 140 Seiten ist sie deutlich kürzer als ein durchschnittlicher Roman. Dies hat zur Folge, dass einzelne Charaktere dem Leser nicht in der Detailtiefe näher gebracht werden können wie in einem 400 Seiten Buch und dass die Handlung insgesamt kürzer ist. Dies ist in der Regel ein Grund, warum ich so kurze Geschichten nicht gerne lese.

Hier in diesem Fall passte die kürze Handlung ziemlich gut, da es zwischen den beiden Hauptpersonen eine Vorgeschichte gibt. Die beiden müssen sich nicht erst kennenlernen oder Gefühle füreinander entdecken. Alles, was in der Regel in der ersten Hälfte eines Liebesroman geschieht, haben Neil und Becky schon erlebt. Bis auf das erste Zusammentreffen, das in meinen Augen etwas überstürzt abgelaufen ist, passt das Tempo hier sehr gut und ich hatte nicht dass Gefühl, dass hier durch den Roman gehetzt wird. Im Gegenteil könnte ich mir bei den beiden eigentlich nicht vorstellen, dass die Handlung für ein deutlich längeres Buch gereicht hätte. So wie es ist, passt es eben ziemlich gut.

Durch die Kürze liegt der Fokus der Geschichte sehr stark auf den beiden Hauptpersonen und Beckys Tochter. Die Charaktere der anderen Teile tauchen zwar auch auf, aber der Leser lernt sie nicht besonders gut kennen. Dennoch habe ich von Beckys Brüdern (Hauptpersonen der anderen Bücher) einen Einblick bekommen und könnte mir gut vorstellen, dass sie mir sehr sympathisch sind. Insgesamt wurde ich gut unterhalten und freue mich jetzt auf die anderen Geschcihten aus Glenwood Falls.

Veröffentlicht am 20.01.2019

Eine wunderschöne, gefühlvolle Liebesgeschichte

Zwischen uns die Sterne
0

„Ich werde nicht da sein, um sie zum Lachen zu bringen, ihr die Tränen wegzuwischen oder sie anzufeuern, wenn sie etwas Tolles plant. Hiermit reiche ich den Stab offiziell an Dich weiter. Jetzt bist Du ...

„Ich werde nicht da sein, um sie zum Lachen zu bringen, ihr die Tränen wegzuwischen oder sie anzufeuern, wenn sie etwas Tolles plant. Hiermit reiche ich den Stab offiziell an Dich weiter. Jetzt bist Du an der Reihe. Du bist um die Welt gereist, hast Leben gerettet und bist für Fremde ein verdammter Held geworden. Nun ist es an der Zeit, hier zu Hause, wo Du hingehörst, ein Held zu sein. Ohne Dich war es nicht dasselbe.“

Cameron, Aiden und Everett waren immer beste Freunde. Sie hatten gemeinsame Traditionen und haben sich so auch jedes Jahr etwas von den Sternen gewünscht. Seit der Kindheit ist jedoch viel passiert. Everett war bei Ärzten ohne Grenzen und hat seinen Freunden den Rücken zugekehrt. Nachdem Aiden an Krebs gestorben ist, erhält Everett einem Brief mit der Bitte zurückzukehren. Cameron musste in der Zwischenzeit allein zurechtkommen. Ist es zu spät, um ihre Freundschaft wieder zu beleben? Und können ihre geheimen Wünsche noch in Erfüllung gehen?

Das Buch startet ziemlich emotional mit dem Abschiedsbrief von Aiden. So ist der Leser direkt in der richtigen Stimmung für das Buch. Die Geschichte ist an vielen Stellen sehr gefühlvoll, ernst und traurig. Es geht um Verluste, posttraumatische Belastungsstörungen und Geldsorgen. Auf der anderen Seite handelt es jedoch auch von Freundschaft, Liebe und Wünschen. Es ist eine schöne Mischung, die dem Buch eine ziemlich realistische Darstellungsweise gibt. Das Leben ist eben (leider) nicht immer rosarot.

Wie so häufig bei Liebesgeschichten gibt es manchmal Aspekte oder Momente, die ziemlich kitschig sind. Hier fand ich, dass sie sich im Rahmen gehalten haben. Auch die Dramatik war nicht zu extrem, sodass die Handlung glaubwürdig geblieben ist. Um alles spannend zu gestalten, gibt es außerdem noch ein paar Thriller-Elemente. Auch diese sind nicht zu dominant, sodass es von allem eine gute Mischung gibt.

Der Schreibstil ist auch sehr angenehm. Es gibt ein ruhiges Tempo, viele beschriebene Gestiken sowie Gesichtsausdrücke, die helfen sich die jeweilige Atmosphäre vorzustellen. Die Geschichte wird dabei sowohl aus Camerons als auch aus Everetts Sicht beschrieben. Neben der aktuellen Zeitleiste gibt es viele Rückblenden in die Kindheit, sodass der Leser auch Aiden kennenlernt und erfährt, wie sich die drei getroffen haben.

Alles in allem hat mir das Buch ausgesprochen gut gefallen. Cameron und Everetts Geschichte hat mich berührt und wird mich mit Sicherheit gedanklich noch ein bisschen begleiten.

Veröffentlicht am 20.12.2018

Ein sehr gelungener Abschluss der Reihe

Der letzte erste Song
0

"Ich weiß nicht mal, warum ich hier bin", murmelte sie. "Ich schon." Langsam führte ich sie Richtung Bühne. "Wenn alles andere versagt, bleibt einem immer noch die Musik. Musik stellt keine Fragen, macht ...

"Ich weiß nicht mal, warum ich hier bin", murmelte sie. "Ich schon." Langsam führte ich sie Richtung Bühne. "Wenn alles andere versagt, bleibt einem immer noch die Musik. Musik stellt keine Fragen, macht keine dummen Kommentare, gibt keine unerwünschten Ratschläge, sondern ist einfach für dich da. So lange wie nötig."

Alle Teile dieser Buchreihe habe ich mir direkt nach dem Erscheinungsdatum besorgt und gelesen, weil mich die Reihe einfach ungemein gefesselt hatte. Ich mag den Freundeskreis sehr und freue mich bei jedem weiteren Band auch zu erfahren, wie es mit den "alten" Pärchen weitergeht. Der Grund dafür ist, dass die einzelnen Charaktere so unterschiedlich sind, dass jede Geschichte spannend ist, aber auch, dass der Schreibstil so locker und amüsant ist, dass ich gut unterhalten werde. Außerdem habe ich das Gefühl, dass die Handlung ziemlich authentisch ist.

Dieser abschließende Band war hier keine Ausnahme. Grace taucht bereits im ersten Band auf und wird hier als nicht besonders sympathische Person dargestellt. Bis hin zu "Der letzte erste Song" ist sie immer wieder einmal aufgetaucht und ich mochte es sehr ihre Entwicklung mitzuerleben. In dem Buch wird nun endlich deutlich, warum sie teilweise so gehandelt hat, wie sie gehandelt hat. Wie so häufig ist ein Charakter tiefgründiger als er zunächst scheint.

Mitzuerleben wie Grace und Mason sich besser kennenlernen und ineinander verlieben, hat viel Spaß gemacht. Im Vergleich zu den anderen Pärchen ist mir dieses jedoch ein kleines bisschen weniger ans Herz gewachsen. Es gibt hier keine große Achterbahn der Gefühle und der Leser fühlt etwas weniger mit den beiden mit. Dafür war ein Highlight mitzuerleben, wie sich die anderen Beziehungen weiterentwickeln und dass manchmal auch nicht alles rosarot ist. Hier ist ein i-Tüpfelchen, dass es am Ende einen Ausblick gibt und der Leser sogar erfährt, wie es Jahre später in dem Freundeskreis ausschaut. Dieser Ausblick hat sehr deutlich gemacht, dass dieses Buch der Abschluss der Reihe ist, aber lässt gleichzeitig auch den Lesen glücklich zurück. Es ist ein schöner (emotionaler) Abschluss.

Die Reihe ist fesselnd, amüsant und ein absolutes Lesevergnügen. Mir hat es Spaß gemacht jeden Charakter im College zu begleiten und verstehen zu lernen. Wer die Again-Reihe von Mona Kasten mochte, der sollte unbedingt auch diese Reihe lesen und wer beide Serien noch nicht kennt, sollte dies schleunigst ändern.