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Veröffentlicht am 24.02.2023

Pia zwischen Mutterfreuden und Ermittlungsarbeit

Düsterbruch
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Ich mag die Pia Korittki Reihe sehr gern, allerdings ist dies aus meiner Sicht der bisher schwächste Band. Das Ende war für mich nicht wirklich befriedigend und einige offene Fragen wurden nicht geklärt. ...

Ich mag die Pia Korittki Reihe sehr gern, allerdings ist dies aus meiner Sicht der bisher schwächste Band. Das Ende war für mich nicht wirklich befriedigend und einige offene Fragen wurden nicht geklärt.

Auch fand ich den Bruch bzw. Zeitsprung mitten in der Geschichte störend. Im ersten Teil der Ermittlung ist Pia hochschwanger, der Fall scheint abgeschlossen und Pia bekommt ihr Kind. Ein halbes Jahr später ist sie wieder im Dienst und der Fall geht irgendwie weiter.
Gerne hätte ich auch noch etwas über die Zeit dazwischen gelesen, wie Pia in ihrer neuen Rolle ankommt usw.
Sehr gut dargestellt ist dagegen der Spagat, den Pia jeden Tag machen muss, um ihrer Rolle als Mutter und Kommissarin gerecht zu werden.

Auch wenn dieser Band mich nicht so recht überzeugen konnte, freue ich mich schon auf den nächsten Teil und bin gespannt, wie es Pia dort dann beruflich und vor allem in ihrem doch recht chaotischen Privatleben ergeht.

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Veröffentlicht am 03.08.2021

Eine schöne Geschichte, die mich leider nicht ganz überzeugt hat

Die Gärten von Heligan - Spuren des Aufbruchs
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Die junge Londonerin Lexi kommt nach Cornwall, um in den berühmten Heligan Gärten zu arbeiten. Als sie die Aufgabe bekommt, die Jubiläumsfeier zu organisieren, beginnt sie in der Vergangenheit der Gärten ...

Die junge Londonerin Lexi kommt nach Cornwall, um in den berühmten Heligan Gärten zu arbeiten. Als sie die Aufgabe bekommt, die Jubiläumsfeier zu organisieren, beginnt sie in der Vergangenheit der Gärten und ihrer Besitzer zu forschen und entdeckt eine spannende Geschichte.
Die Waisen Damaris und Allie wachsen bei Ihrem Cousin Henry Tremayne auf. Nach einem schlimmen Unwetter 1781 findet Damaris einen Schiffsbrüchigen am Strand. Sie ist sofort fasziniert von diesem geheimnisvollen Mann, der sie allerdings so gar nicht beachtet und mit seinem Schicksal hadert.
Henry, ein großer Gartenliebhaber, träumt davon, seine Parkanlagen einzigartig zu gestalten. Auf der Suche nach Inspirationen unternimmt er zusammen mit Damaris eine Reise durch die schönsten Gartenanlagen Englands. Währenddessen freundet sich Allie mit Julian, dem Schiffsbrüchigen an.

Die Gärten von Heligan ist der erste Band einer Trilogie die sich um die berühmten Heligan Gärten in Cornwall dreht.
Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, der Gegenwart und den 1780er Jahren. Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von drei jungen Frauen (Lexi, Damaris und Allie) erzählt.

Die Gegenwartsgeschichte von Lexi kam für mich in diesem Roman viel zu kurz. Man erfährt zwar etwas über Lexis Vergangenheit und die Probleme, die diese ihr bereitet, aber das Ganze wird mittels kurzer Rückblenden nur angerissen. Ansonsten begleitet man Lexi bei ihren Recherchen zu den Heligan Gärten und erfährt hierbei viel über die Geschichte in der Vergangenheit, auf der hier, meiner Meinung nach, ganz klar der Schwerpunkt liegt. Die Gegenwartsgeschichte war mir einfach zu wenig, was aber auch daran liegen kann, dass sie ja über drei Bände gestreckt werden muss, während die Vergangenheitsgeschichte im Grunde mit diesem Band abgeschlossen ist.

Lexi ist mir zwar sympathisch, aber so richtig bin ich mit ihr leider nicht warm geworden. Was allerdings auch gut zu der beschriebenen Person passt, die sich versteckt, im Hintergrund hält und niemanden so richtig an sich heranlässt. Ich denke, so wir mir als Leser geht es vielleicht auch Lexis Kollegen, die nicht richtig schlau aus ihr werden.

Die Geschichte von Damaris hat mir da schon wesentlich besser gefallen. Ich bin in die 1780er Jahre eingetaucht und die damalige Zeit wird von der Autorin gut beschrieben, so dass ich mir Damaris Leben gut vorstellen konnte. Die Geschichte war zwar sehr vorhersehbar, aber dennoch interessant geschrieben. Trotzdem habe ich auch hier nicht den richtigen Zugang zu den Personen gefunden. Ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen konnte ich zwar nachvollziehen, wirklich berührt oder gefesselt haben sie mich aber leider nicht. Auch habe ich aufgrund des Klappentextes einfach mehr Dramatik und Spannung in diesem Teil der Geschichte erwartet. Am Ende ist für mich die Handlung einfach so dahin geplätschert und hat mit einem vorhersehbaren Finale geendet.

Besonders hervorheben möchte ich aber noch das wunderschön gestaltete Cover des Buches, welches den Leser mit Fotografien der Gärten von Heligan direkt nach Cornwall katapultiert. Außerdem findet man in der rückwärtigen Klappe eine interessante Zeittafel über die Entstehung der Gärten.


FAZIT:
Ein schöner Roman für zwischendurch, der mich aber leider nicht richtig mitgerissen hat.

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Veröffentlicht am 30.01.2019

Ein spannendes Familiendrama mit überraschenden Wendungen

Deine letzte Lüge
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Anna ist am Boden zerstört. Ihre Eltern haben beide innerhalb eines Jahres Selbstmord begangen und sie mit vielen Fragen und tiefer Verzweiflung zurückgelassen. Am ersten Todestag ihrer Mutter erhält Anna ...

Anna ist am Boden zerstört. Ihre Eltern haben beide innerhalb eines Jahres Selbstmord begangen und sie mit vielen Fragen und tiefer Verzweiflung zurückgelassen. Am ersten Todestag ihrer Mutter erhält Anna einen Hinweis darauf, dass es sich nicht um Selbstmord gehandelt hat. Auch wenn weder ihr Freund noch ihr Onkel Annas Zweifel am Selbstmord ihrer Eltern ernst nehmen, wendet sich Anna an die Polizei und beginnt nachzuforschen was damals wirklich geschah. Damit bringt sie nicht nur sich, sondern auch ihr Baby in Gefahr und muss am Ende feststellen, dass nichts so ist wie es scheint.

Anna war mir von Anfang an sympathisch. Sie hat vor nicht allzu langer Zeit beide Eltern verloren und muss sich jetzt auch noch in Ihrer neuen Rolle als Mutter eines Säuglings zurechtfinden. Sie ist nervlich am Ende, als sie den Hinweis erhält, dass es sich nicht um Selbstmord handelt. Trotzdem verkriecht sie sich nicht, sondern beginnt mit Hilfe des sympathischen Polizisten Murray nachzuforschen. Hier beweist Anna immer wieder, dass sie eine starke Frau ist, die sich trotz vieler Zweifel und Hindernisse nicht von ihrem Weg abbringen lässt.

Außer dem Polizisten Murray, der sich nicht nur um seine kranke Frau, sondern auch intensiv um Annas Verdacht kümmert, bleiben die anderen Figuren in diesem Roman relativ blass. Sie alle haben ihren Platz in der Geschichte, hätten aber für meinen Geschmack doch noch etwas intensiver beschrieben werden können. Manche ihrer Handlungen sind für mich daher nicht so richtig nachvollziehbar.

Im Laufe der Geschichte habe ich im Grunde alle Beteiligten mal verdächtigt, etwas mit dem Tod von Annas Eltern zu tun zu haben. Die Autorin führt den Leser mehr als einmal in die Irre und ich wurde immer wieder überrascht, wie die Geschichte weitergeht. Etwas verwirrt haben mich die kursiv gedruckten Passagen, die sich für mich etwas zu esoterisch lasen. Es war schnell klar, dass es sich hierbei um die Gedanken ihrer Mutter handelt, allerdings passte dies für mich so gar nicht in einen Thriller. Im Nachhinein machen diese Passagen Sinn und dienen dazu, den Leser immer wieder zu verwirren.

Fazit:

Für mich ist diese Geschichte mehr ein spannendes Familiendrama anstatt eines Psychothrillers. Für einen Thriller fehlt mir der Nervenkitzel und die atemlose Spannung, die mich zum Weiterlesen treibt.

Ich habe mich trotzdem gut unterhalten gefühlt und auch gespannt auf die Auflösung der Geschichte gewartet. Diese war für mich an sich stimmig, auch wenn ich mit dem Ende so meine Probleme habe. Für meinen Geschmack wäre das Ende ohne die letzten drei Seiten besser gewesen. Dies liegt aber sicher auch daran, dass ich ein offenes Ende generell nicht so gerne mag.

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Veröffentlicht am 29.11.2025

Viel Spice, (zu) wenig Gefühl

Off to the Races
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Nach einem Skandal versucht Vaughn die Pferderanch seines Großvaters vor dem Ruin zu retten. Seine neue Pferdetrainerin Billie hat nicht nur ein besonderes Gespür für Pferde, sondern auch eine geheimnisvolle ...

Nach einem Skandal versucht Vaughn die Pferderanch seines Großvaters vor dem Ruin zu retten. Seine neue Pferdetrainerin Billie hat nicht nur ein besonderes Gespür für Pferde, sondern auch eine geheimnisvolle Vergangenheit. Während sowohl Vaughn als auch Billie mit den Dämonen ihrer Vergangenheit kämpfen, kommen sie sich langsam näher. Doch ist eine Beziehung im harten Renngeschäft überhaupt möglich?

Elsie Silver erzählt die Geschichte in ihrem Debütroman abwechselnd aus der Sicht von Billie und Vaughn. Das macht den Roman spannend und lässt einen guten Einblick in die Gedanken der Charaktere zu. Die Geschichte lässt sich gut lesen und die Seiten fliegen nur so dahin. Der Schauplatz des Romans hat mir gut gefallen und wurde auch sehr anschaulich beschrieben. Ebenso Billies besondere Beziehung zu Pferden, ihre Arbeit mit dem schwierigen Hengst DD und das teils grausame Vorgehen im Pferderennsport.
Auch wenn im Roman einige spicy Szenen auftauchen, fehlte mir insgesamt das Gefühl. Es kam leider kein romantisches Prickeln auf und es war mehr wie ein Beobachten der Handlung, als ein Gefühl des mittendrin Seins.

Billie hat mir als Charakter gut gefallen. Sie ist gradlinig, hat hohe moralische Werte und ist lieber mit Pferden als mit Menschen zusammen. Leider wurde ihr Verhalten gegen Ende des Romans für mich nicht mehr nachvollziehbar, es kam mir ein wenig wie ein Verrat an ihren eigenen Werten vor. Hier hätte ich mir eine langsamere Entwicklung gewünscht, um das Ganze glaubwürdiger zu gestalten.
Mit Vaughn bin ich irgendwie überhaupt nicht warm geworden. Schon bei seiner ersten Begegnung mit Billie kreisen seine Gedanken nur um ihr Aussehen und wie sehr er sie haben möchte. Dies spielt dann in nahezu jedem seiner Kapitel eine Rolle und nervte mich mit jedem Kapitel mehr. Sein Verhalten, insbesondere am Ende des Romans, war für mich überhaupt nicht nachvollziehbar.

Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass der Roman am Ende schnell fertig werden musste und daher Kapitel eingespart wurden, die der Entwicklung der Charaktere mehr Glaubwürdigkeit verliehen hätten. Außerdem blieben bei mir am Ende noch einige Fragen offen, auf die ich gern eine Antwort gehabt hätte.

Fazit:
Off the Races ist ein netter Roman für zwischendurch. Leider blieben die Gefühle für mich sehr oberflächlich und konnten mich nicht wirklich erreichen.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Historisch interessante Reise nach Südtirol

Töchter der verlorenen Heimat
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Im München der 1960er Jahre ist es für die emanzipierte, kluge Paula nicht leicht, als Ärztin von ihren männlichen Kollegen ernst genommen zu werden. Nach einem beruflichen Tiefschlag kommt es ihr gerade ...


Im München der 1960er Jahre ist es für die emanzipierte, kluge Paula nicht leicht, als Ärztin von ihren männlichen Kollegen ernst genommen zu werden. Nach einem beruflichen Tiefschlag kommt es ihr gerade recht, mit ihrer Mutter Johanna nach Südtirol zur Beerdigung ihres Großvaters zu reisen. Doch Johanna ist davon nicht begeistert, hatte sie sich doch geschworen, nie wieder zu ihrer Familie zurückzukehren.

Töchter der verlorenen Heimat ist ein Roman, der abwechselnd in den 1920er und den 1960er Jahren spielt. Während in den 1920er Jahren die Geschichte der jungen Johanna erzählt wird, die in bitterer Armut auf einem Bauernhof hoch über Bozen aufwächst, begleitet der Leser in den 60er Jahren Paula dabei, ihre Familie kennenzulernen und mehr über ihre Herkunft zu erfahren. In beiden Zeiten sind der Identitätsverlust und der Hass der Südtiroler auf die Italiener deutlich spürbar – ebenso aber auch der Versuch der Italiener, alles Deutsche zu unterdrücken und die Bevölkerung zu italienisieren.

Der Roman war für mich historisch sehr interessant, da ich bis jetzt nicht viel über die grausame Geschichte Südtirols wusste. Auch die Reise durch das Italien der 1960er Jahre wurde anschaulich beschrieben und es war spannend mitzuerleben, wie Paula das erste Mal Pizza isst, über holprige Landstraßen Richtung Süden fährt oder die Lebensfreude der Italiener kennenlernt.

Leider konnte mich der Roman aber emotional nicht erreichen. Die handelnden Personen wirkten oft rational und abgeklärt und auch hoch emotionale Situationen kamen bei mir nicht wirklich so an. In einigen Situationen konnte ich die Handlungen auch nicht wirklich nachvollziehen und empfand insbesondere Paula sehr ambivalent.

Am Ende hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte schnell zu Ende erzählt werden musste und dadurch das Rätsel über Paulas Herkunft etwas plötzlich und ebenso unemotional aufgelöst wurde. Außerdem hat es mich sehr gestört, dass gegen Ende mehrfach Paula und Johanna verwechselt wurden.

Fazit:
Ein historisch interessanter Roman, der mich aber emotional nicht mitnehmen konnte.

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