Viel Spice, (zu) wenig Gefühl
Off to the RacesNach einem Skandal versucht Vaughn die Pferderanch seines Großvaters vor dem Ruin zu retten. Seine neue Pferdetrainerin Billie hat nicht nur ein besonderes Gespür für Pferde, sondern auch eine geheimnisvolle ...
Nach einem Skandal versucht Vaughn die Pferderanch seines Großvaters vor dem Ruin zu retten. Seine neue Pferdetrainerin Billie hat nicht nur ein besonderes Gespür für Pferde, sondern auch eine geheimnisvolle Vergangenheit. Während sowohl Vaughn als auch Billie mit den Dämonen ihrer Vergangenheit kämpfen, kommen sie sich langsam näher. Doch ist eine Beziehung im harten Renngeschäft überhaupt möglich?
Elsie Silver erzählt die Geschichte in ihrem Debütroman abwechselnd aus der Sicht von Billie und Vaughn. Das macht den Roman spannend und lässt einen guten Einblick in die Gedanken der Charaktere zu. Die Geschichte lässt sich gut lesen und die Seiten fliegen nur so dahin. Der Schauplatz des Romans hat mir gut gefallen und wurde auch sehr anschaulich beschrieben. Ebenso Billies besondere Beziehung zu Pferden, ihre Arbeit mit dem schwierigen Hengst DD und das teils grausame Vorgehen im Pferderennsport.
Auch wenn im Roman einige spicy Szenen auftauchen, fehlte mir insgesamt das Gefühl. Es kam leider kein romantisches Prickeln auf und es war mehr wie ein Beobachten der Handlung, als ein Gefühl des mittendrin Seins.
Billie hat mir als Charakter gut gefallen. Sie ist gradlinig, hat hohe moralische Werte und ist lieber mit Pferden als mit Menschen zusammen. Leider wurde ihr Verhalten gegen Ende des Romans für mich nicht mehr nachvollziehbar, es kam mir ein wenig wie ein Verrat an ihren eigenen Werten vor. Hier hätte ich mir eine langsamere Entwicklung gewünscht, um das Ganze glaubwürdiger zu gestalten.
Mit Vaughn bin ich irgendwie überhaupt nicht warm geworden. Schon bei seiner ersten Begegnung mit Billie kreisen seine Gedanken nur um ihr Aussehen und wie sehr er sie haben möchte. Dies spielt dann in nahezu jedem seiner Kapitel eine Rolle und nervte mich mit jedem Kapitel mehr. Sein Verhalten, insbesondere am Ende des Romans, war für mich überhaupt nicht nachvollziehbar.
Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass der Roman am Ende schnell fertig werden musste und daher Kapitel eingespart wurden, die der Entwicklung der Charaktere mehr Glaubwürdigkeit verliehen hätten. Außerdem blieben bei mir am Ende noch einige Fragen offen, auf die ich gern eine Antwort gehabt hätte.
Fazit:
Off the Races ist ein netter Roman für zwischendurch. Leider blieben die Gefühle für mich sehr oberflächlich und konnten mich nicht wirklich erreichen.