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Veröffentlicht am 06.04.2026

Wieviel kann eine Freundschaft verzeihen

Der Sommer, der uns blieb
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Britta, Pia und Martin waren als Jugendliche unzertrennliche Freunde. Nach dem Abitur wird ihre Freundschaft durch Egoismus und Verrat zerstört und jeder geht seinen eigenen Weg. Nach 20 Jahren treffen ...


Britta, Pia und Martin waren als Jugendliche unzertrennliche Freunde. Nach dem Abitur wird ihre Freundschaft durch Egoismus und Verrat zerstört und jeder geht seinen eigenen Weg. Nach 20 Jahren treffen die Drei nun in ihrem Heimatort wieder aufeinander und es bleibt wenig Zeit, die damaligen Geschehnisse zu erklären und zu verzeihen.

Der Sommer der uns blieb ist ein Roman, der aus drei Perspektiven erzählt wird. Abwechselnd kommen Martin, Britta und Pia zu Wort und enthüllen so nach und nach was vor 20 Jahren wirklich geschehen ist. Die Kapitel und die Sätze sind sehr kurz und sprachlich einfach gehalten. Manchmal kam es mir eher vor wie eine Fotoshow, in der Szenen kurz aufblitzen und dann schnell von der nächsten abgelöst werden. Außerdem gibt es immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit, um die Ereignisse zu beschreiben. Besonders gut gefallen haben mir die Rückblenden in die 90er Jahre weil mich Dinge wie Bravo, Nogger, Walkman usw. auch an meine Jugendzeit erinnert haben.
Die Gegenwart spielt zum Anfang der Coronazeit, worauf auch immer wieder Bezug genommen wird. Das hätte es jetzt für mich nicht gebraucht, da es aus meiner Sicht für die Geschichte nicht wichtig ist und keinen Mehrwert bringt. So hat es mich eher gestört und von der eigentlichen Thematik abgelenkt.

Leider konnten mich die Charaktere nicht wirklich überzeugen. Sie wirkten oberflächlich und es fehlte mir eine glaubwürdige Entwicklung. Oft überraschten sie mit neuen Einstellungen oder veränderten Ansichten. So blieben sie mir fremd und ich kam mir eher wir ein Beobachter vor, statt richtig in die Geschichte einzutauchen.

Das Ende kam mir dann auch etwas zu schnell und es blieben einige Dinge ungeklärt.

Fazit:
Ein Roman mit interessanten Rückblenden, der mich aber leider nicht wirklich überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Netter Roman aber nicht wirklich überzeugend

Ein Zuhause im Frühling
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Ella hat ein Problem. In ihrer Beziehung läuft es nicht gut, in ihrem Job als Illustratorin steckt sie in einer Krise und ihr Londoner Leben ist ihr einfach zu viel. Daher flieht sie aufs Land in das ...


Ella hat ein Problem. In ihrer Beziehung läuft es nicht gut, in ihrem Job als Illustratorin steckt sie in einer Krise und ihr Londoner Leben ist ihr einfach zu viel. Daher flieht sie aufs Land in das Cottage ihrer Patentante. Nach anfänglichen Schwierigkeiten lernt sie das Dorfleben immer besser kennen und lieben, woran ein Vierbeiniger Begleiter und Devon der Tierarzt nicht ganz unschuldig sind.

Ein Zuhause im Frühling ist der erste Band einer neuen Reihe von Julie Caplin. Der Roman lässt sich gut und flüssig lesen, kann mich aber nicht wirklich überzeugen. Vielleicht liegt es auch an der Übersetzung, dass manche Passagen auf mich unecht und sehr gewollt wirken.

Ella, die Protagonistin, war mir anfangs sehr unsympathisch. Dies hat sich im Laufe der Geschichte zwar gebessert, aber so richtig warm geworden bin ich mit ihr nicht. Ihre Wandlung von der hippen, naiven Großstadtussi zur natürlichen, selbstbewussten Dorfliebhaberin kann ich ihr nicht so ganz abnehmen. Auch Devons Probleme wirken auf mich an den Haaren herbeigezogen, damit die Geschichte dramatischer wird.

Gut gefallen haben mir allerdings die Beschreibungen des Dorflebens und ihrer Bewohner. Hier wurden Charaktere geschaffen, die man sicherlich in der ein oder anderen Weise in vielen Dörfern antreffen kann.

Fazit:
Mich konnte der Roman leider nicht überzeugen. Wenn man nicht zu viel erwartet, wird er aber sicherlich für ein paar nette Lesestunden sorgen können.

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Veröffentlicht am 29.11.2025

Viel Spice, (zu) wenig Gefühl

Off to the Races
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Nach einem Skandal versucht Vaughn die Pferderanch seines Großvaters vor dem Ruin zu retten. Seine neue Pferdetrainerin Billie hat nicht nur ein besonderes Gespür für Pferde, sondern auch eine geheimnisvolle ...

Nach einem Skandal versucht Vaughn die Pferderanch seines Großvaters vor dem Ruin zu retten. Seine neue Pferdetrainerin Billie hat nicht nur ein besonderes Gespür für Pferde, sondern auch eine geheimnisvolle Vergangenheit. Während sowohl Vaughn als auch Billie mit den Dämonen ihrer Vergangenheit kämpfen, kommen sie sich langsam näher. Doch ist eine Beziehung im harten Renngeschäft überhaupt möglich?

Elsie Silver erzählt die Geschichte in ihrem Debütroman abwechselnd aus der Sicht von Billie und Vaughn. Das macht den Roman spannend und lässt einen guten Einblick in die Gedanken der Charaktere zu. Die Geschichte lässt sich gut lesen und die Seiten fliegen nur so dahin. Der Schauplatz des Romans hat mir gut gefallen und wurde auch sehr anschaulich beschrieben. Ebenso Billies besondere Beziehung zu Pferden, ihre Arbeit mit dem schwierigen Hengst DD und das teils grausame Vorgehen im Pferderennsport.
Auch wenn im Roman einige spicy Szenen auftauchen, fehlte mir insgesamt das Gefühl. Es kam leider kein romantisches Prickeln auf und es war mehr wie ein Beobachten der Handlung, als ein Gefühl des mittendrin Seins.

Billie hat mir als Charakter gut gefallen. Sie ist gradlinig, hat hohe moralische Werte und ist lieber mit Pferden als mit Menschen zusammen. Leider wurde ihr Verhalten gegen Ende des Romans für mich nicht mehr nachvollziehbar, es kam mir ein wenig wie ein Verrat an ihren eigenen Werten vor. Hier hätte ich mir eine langsamere Entwicklung gewünscht, um das Ganze glaubwürdiger zu gestalten.
Mit Vaughn bin ich irgendwie überhaupt nicht warm geworden. Schon bei seiner ersten Begegnung mit Billie kreisen seine Gedanken nur um ihr Aussehen und wie sehr er sie haben möchte. Dies spielt dann in nahezu jedem seiner Kapitel eine Rolle und nervte mich mit jedem Kapitel mehr. Sein Verhalten, insbesondere am Ende des Romans, war für mich überhaupt nicht nachvollziehbar.

Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass der Roman am Ende schnell fertig werden musste und daher Kapitel eingespart wurden, die der Entwicklung der Charaktere mehr Glaubwürdigkeit verliehen hätten. Außerdem blieben bei mir am Ende noch einige Fragen offen, auf die ich gern eine Antwort gehabt hätte.

Fazit:
Off the Races ist ein netter Roman für zwischendurch. Leider blieben die Gefühle für mich sehr oberflächlich und konnten mich nicht wirklich erreichen.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Historisch interessante Reise nach Südtirol

Töchter der verlorenen Heimat
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Im München der 1960er Jahre ist es für die emanzipierte, kluge Paula nicht leicht, als Ärztin von ihren männlichen Kollegen ernst genommen zu werden. Nach einem beruflichen Tiefschlag kommt es ihr gerade ...


Im München der 1960er Jahre ist es für die emanzipierte, kluge Paula nicht leicht, als Ärztin von ihren männlichen Kollegen ernst genommen zu werden. Nach einem beruflichen Tiefschlag kommt es ihr gerade recht, mit ihrer Mutter Johanna nach Südtirol zur Beerdigung ihres Großvaters zu reisen. Doch Johanna ist davon nicht begeistert, hatte sie sich doch geschworen, nie wieder zu ihrer Familie zurückzukehren.

Töchter der verlorenen Heimat ist ein Roman, der abwechselnd in den 1920er und den 1960er Jahren spielt. Während in den 1920er Jahren die Geschichte der jungen Johanna erzählt wird, die in bitterer Armut auf einem Bauernhof hoch über Bozen aufwächst, begleitet der Leser in den 60er Jahren Paula dabei, ihre Familie kennenzulernen und mehr über ihre Herkunft zu erfahren. In beiden Zeiten sind der Identitätsverlust und der Hass der Südtiroler auf die Italiener deutlich spürbar – ebenso aber auch der Versuch der Italiener, alles Deutsche zu unterdrücken und die Bevölkerung zu italienisieren.

Der Roman war für mich historisch sehr interessant, da ich bis jetzt nicht viel über die grausame Geschichte Südtirols wusste. Auch die Reise durch das Italien der 1960er Jahre wurde anschaulich beschrieben und es war spannend mitzuerleben, wie Paula das erste Mal Pizza isst, über holprige Landstraßen Richtung Süden fährt oder die Lebensfreude der Italiener kennenlernt.

Leider konnte mich der Roman aber emotional nicht erreichen. Die handelnden Personen wirkten oft rational und abgeklärt und auch hoch emotionale Situationen kamen bei mir nicht wirklich so an. In einigen Situationen konnte ich die Handlungen auch nicht wirklich nachvollziehen und empfand insbesondere Paula sehr ambivalent.

Am Ende hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte schnell zu Ende erzählt werden musste und dadurch das Rätsel über Paulas Herkunft etwas plötzlich und ebenso unemotional aufgelöst wurde. Außerdem hat es mich sehr gestört, dass gegen Ende mehrfach Paula und Johanna verwechselt wurden.

Fazit:
Ein historisch interessanter Roman, der mich aber emotional nicht mitnehmen konnte.

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Veröffentlicht am 06.03.2025

Netter Liebesroman in idyllischer Kleinstadtatmosphäre

Always Been You - Herzklopfen in Blossomville
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Nachdem sie vor 12 Jahren ihre Heimatstadt Hals über Kopf verlassen hat, kehrt Olivia nun zurück, um die Erbschaft ihrer Großtante möglichst schnell abzuwickeln und dann wieder nach New York zu verschwinden. ...

Nachdem sie vor 12 Jahren ihre Heimatstadt Hals über Kopf verlassen hat, kehrt Olivia nun zurück, um die Erbschaft ihrer Großtante möglichst schnell abzuwickeln und dann wieder nach New York zu verschwinden. Zufällig trifft sie ihre Jugendliebe Grayson wieder und sofort sprühen die Funken zwischen den Beiden. Wird es eine zweite Chance für ihre Liebe geben, oder wird Olivia wieder in ihr New Yorker Leben als eiskalte Anwältin zurückkehren?

Die Geschichte von Olivia und Grayson lässt sich sehr gut und flüssig lesen und hat einen ganz eigenen Kleinstadtcharme. Die Kapitel werden abwechselnd aus Olivias und Graysons Sicht geschrieben, so dass der Leser einen guten Einblick in das Gefühlsleben und die Gedanken der beiden Hauptpersonen erhält.

Leider konnte mich die Geschichte aber nicht wirklich begeistern, da die Handlung von Anfang an viel zu vorhersehbar war. Auch die Auflösung warum Olivia damals aus Blossomville geflohen ist, war für mich nicht wirklich überzeugend und wirkte sehr konstruiert.

Grayson war mir sehr sympathisch, wenn ich ihn auch manchmal etwas naiv fand. Aber er ist ein netter Kerl und man merkt wie sehr er seine Heimat und seine Arbeit mit den Tieren liebt.Olivia war mir leider total unsympathisch. Sie ist unglaublich egoistisch und ich fand ihr Verhalten Grayson aber auch Debbie gegenüber einfach nur unmöglich.

Mein Lieblingscharakter der Geschichte war eindeutig Debbie. Sie ist so eine herzensgute und fröhliche Person. Da geht die Sonne auf, sobald sie in der Geschichte erscheint.

Fazit:
Die Geschichte von Olivia und Grayson ist für mich ein netter Liebesroman mit Wohlfühlcharakter. So ganz begeistern konnte er mich allerdings leider nicht.

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