Profilbild von brauchnix

brauchnix

Lesejury Star
offline

brauchnix ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit brauchnix über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2019

eisblaue See

Eisblaue See, endloser Himmel
0

Es handelt sich bei diesem Hörbuch um eine Fortsetzung und man sollte den ersten Teil gelesen haben, denn dieser zweite Band schließt fast nahtlos an die Geschehnisse im ersten Band an. Ich hatte beim ...

Es handelt sich bei diesem Hörbuch um eine Fortsetzung und man sollte den ersten Teil gelesen haben, denn dieser zweite Band schließt fast nahtlos an die Geschehnisse im ersten Band an. Ich hatte beim Hören das Gefühl, dass die Autorin einfach zu viel wollte und zuviele Dinge in das Buch gepackt hat ohne sie wirklich richtig auszuführen. Hier wird erzählt von einer jungen Liebe, die schnell zu Heirat und Kindern führt. Aber die Beziehung plätschert so vor sich hin und als es zu Problemen kommt, werden diese nur kurz angerissen und nicht wirklich beschrieben. Ein anderer Charakter kommt aus dem Krieg zurück und leidet unter den Spätfolgen. Aber auch hier erfährt der Zuhörer nur in Ansätzen um was es eigentlich geht und die Geschichte muss bald hinter anderen zurückstehen. Mir fehlt irgendwie auch der größere Bezug zu den damaligen Verhältnissen in Amerika. Über weite Strecken merkt man nicht wo und wann alles spielt. Florine macht leider keine wirkliche Entwicklung durch und steht den Problemen ihres Mannes hilflos und ratlos gegenüber, fühlt sich auch von den Kindern oft überfordert und hat keine wirklichen Träume, die sie weiterverfolgt, ausser dem, wieder in ihren Heimatort ziehen zu wollen.

Die Vorleserin vermittelte den Eindruck, dass das Buch ziemlich depressiv und traurig ist und ich musste mich manchmal richtig zwingen weiter zu hören. Vielleicht wurde auch an den falschen Stellen der Text des ursprünglichen Buches zu stark gekürzt, so dass der falsche Eindruck vom Grundtenor entstand.

Die Frage des ersten Bandes, wo die Mutter abgeblieben ist, wurde am Ende beantwortet und Florine und Bud sind noch nicht am Ende ihres gemeinsamen Weges angekommen und am Ende wird vielleicht alles doch noch gut. Das versöhnt ein bisschen aber so wirklich überzeugen konnte mich das Hörbuch nicht.

Veröffentlicht am 21.03.2019

sehr bemüht und etwas langatmig

Löwen wecken
0

Die Ausgangslage des Romans „Löwen wecken“ erschien mir ausgesprochen vielversprechend. Der Arzt Etan überfährt nachts einen illegalen Einwanderer. Nachdem er festgestellt hat, dass der Mann nicht überleben ...

Die Ausgangslage des Romans „Löwen wecken“ erschien mir ausgesprochen vielversprechend. Der Arzt Etan überfährt nachts einen illegalen Einwanderer. Nachdem er festgestellt hat, dass der Mann nicht überleben wird, begeht er Fahrerflucht. Er merkt aber nicht, dass die Frau des Toten ihn beobachtet hat. Diese erpresst ihn nun mit ihrem Wissen, damit er nachts anderen Eritreärn hilft. Als Etans Frau, die Polizistin ist, auf den Fall angesetzt wird, droht alles aufzufliegen.

Von Anfang an habe ich mich schwer getan mit dem Buch. Dies lag zum einen an der sehr anspruchsvollen ausschweifenden Erzählstruktur. Die Autorin schweift sehr oft ab, holt weit aus, um ihre Personen zu beschreiben und wechselt zwischen lyrischen Sätzen und anstrengenden Verbalattacken. Wobei mich hier mehr die Häufigkeit als der Umgang mit derben Ausdrücken stört. Zum anderen wurde ich einfach mit den Figuren nicht warm. Etan ist mir zu glatt und nichtssagend, seine Gefühle sind verwässert und er laviert sich einfach so durch ohne große Eigeninitiative. Am Schluss versucht er zwar der Frau des Toten zu helfen, aber auch das verläuft im Sande.

Ich habe mich durch das Buch durchgequält, langweilige Rückblenden fast quergelesen. Das Buch ist so ganz anders als der Erstling der Autorin. Der hatte mich sehr erheitert und gut unterhalten. Hier aber wurde bei mir „Der Löwe geweckt“ und ich war etwas verärgert, vor allem über das Ende, welches mich nicht überzeugt hat.
Dieser Eindruck ist natürlich ganz subjektiv und in der Leserunde, bei der ich mitmachen durfte, haben manche wirklich schöne Worte und Erklärungen für den Text gefunden. Leider war meine Meinung da aber schon in Schieflage und ich konnte einfach keinen Zugang mehr dazu finden.

Veröffentlicht am 21.03.2019

Die Farben der Ehe

Schwarz und Silber
0

Signora A. ist die gute Seele im Haushalt eines jungen Paares mit einem Sohn. Sie ist in der Schwangerschaft zu ihnen gekommen und hat unmerklich das Ruder in die Hand genommen. Doch plötzlich bekommt ...

Signora A. ist die gute Seele im Haushalt eines jungen Paares mit einem Sohn. Sie ist in der Schwangerschaft zu ihnen gekommen und hat unmerklich das Ruder in die Hand genommen. Doch plötzlich bekommt sie Krebs. Die Krankheit von Signora A. bringt das empfindliche Gleichgewicht in der Familie gehörigen ins Wanken. Das Paar muss lernen, ohne den Fels in der Brandung auszukommen und tut sich anfangs sehr schwer damit.

Es ist ein dünnes Büchlein, dass Paolo Giardano diesmal geschrieben hat. Und ich fand auch die Geschichte in ihrer Gesamtheit etwas dünn. Also er hat einen schönen Stil zu Schreiben und man spürt die Tiefe hinter seinen Worten. Aber so richtig eingefangen hat mich der Roman nicht mit seiner Thematik und ich habe zwar verstanden, was seine Aussagen sein sollen, aber mir fehlte etwas die Spannung und die Personen haben mich nicht wirklich erreicht.

Ein nettes Buch für zwischendurch – mehr war es für mich leider nicht.

Veröffentlicht am 21.03.2019

Erkenntnisse

Die schwedischen Gummistiefel
0


(7)




Ich bin an das Buch leider mit völlig falschen Erwartungen herangegangen. Als Fan seiner Kriminalromane und geneigter Leser der politisch angehauchten Afrikaromane hatte ich mit einer Lektüre ...


(7)




Ich bin an das Buch leider mit völlig falschen Erwartungen herangegangen. Als Fan seiner Kriminalromane und geneigter Leser der politisch angehauchten Afrikaromane hatte ich mit einer Lektüre gerechnet, die in eine dieser Richtungen tendiert. Trotz anfänglicher polizeilicher Ermittlungen wegen eines Wohnungsbrandes ist es aber keines von beidem.

Es ist ein Buch über den letzten Lebensabschnitt eines ehemaligen Arztes, der sich von seiner Arbeit und seiner Familie zurückgezogen hat und der freiwillig auch nie wieder den Weg zurück in die Gesellschaft gesucht hätte, wäre ihm nicht alles verbrannt und er nicht gezwungen sich mit sich selbst und seiner Familie auseinanderzusetzen, da er Hilfe und Unterstützung braucht.

Henning Mankell war zum Zeitpunkt, als er dieses Buch fertig schrieb, wohl schon an Krebs erkrankt und dieses Buch ist sozusagen ein Aufarbeiten seiner eigenen Erkenntnisse, Gedanken, Lebenserfahrungen. Dies ist zwar interessant, wenn man weiß, dass er etwas damit sagen wollte, aber es ist leider weder besonders spannend noch hat er weltbewegend Neues zu berichten. Die zentralen Aussagen des Buches sind zutreffend aber der Weg zur Erkenntnis des Hauptprotagonisten hat mich ehrlich gesagt, gelangweilt. Dies lag wohl auch daran, dass er mir von Anfang an unsympathisch war und ich keinerlei Interesse an seinem Leben gewinnen konnte. Er macht eine Entwicklung durch aber weder ist sie überraschend noch wirklich in allen Punkten nachvollziehbar.

Ich musste mich zum Durchlesen leider zwingen.

Wunderschön und sehr ansprechend ist das Cover. Der Inhalt war leider nichts für mich. DA ich Mankell aber sehr schätze, sollte man sich von meiner subjetiv negativen Meinung nicht unbedingt abschrecken lassen. Man sollte nur wissen, was man erwartet.

Veröffentlicht am 21.03.2019

trauriges Märchen

Die kleinen Wunder von Mayfair
0

Die kleinen Wunder von Mayfair“ sind es, die den Zauber dieser Geschichte ausmachen. Die 15jährige Cathy entdeckt sie mehr zufällig, als sie von zuhause wegläuft, weil sie ihr Kind nicht nach der Geburt ...

Die kleinen Wunder von Mayfair“ sind es, die den Zauber dieser Geschichte ausmachen. Die 15jährige Cathy entdeckt sie mehr zufällig, als sie von zuhause wegläuft, weil sie ihr Kind nicht nach der Geburt weggeben, sondern trotz ihrer Jugend selber aufziehen will. Sie landet als Hausangestellte im Emporium von Papa Jack. Es ist ein riesiger Spielzeugladen und sein Besitzer besitzt die Magie, seinen Erfindungen und Basteleien Leben einzuhauchen. Da laufen kleine Zinnsoldaten und Aufziehhunde herum, Papierbäume entfliehen aus ihren Schachteln und versuchen allerorten Wurzeln zu schlagen, Hirsche rennen durch die Etagen auf die Straße hinaus, wo sie wieder eingefangen werden müssen. In diese seltsame Welt kommt Cathy und verliebt sich sofort in einen der zwei Söhne. Der Weltkrieg bricht unbarmherzig in diese scheinbare Idylle ein und die Wirklichkeit macht es schwer, sich ihr zu entziehen.

Das Buch liest sich wie eine Parabel. Es geht um das Spiel mit der Phantasie aber auch um Familienbande und um Liebe und Eifersucht. Robert Dinsdale pflegt einen schönen aber etwas unterkühlten Erzählstil. Man kommt den Gefühlen seiner Protagonisten sozusagen erst durch die Hintertüre bei genauerem Hinschauen nahe. Auch ist es nicht seine große Stärke, der Geschichte Dramaturgie und Spannung einzuhauchen. Man hat manchmal den Eindruck, es wäre ihm wichtiger, mit dem Plot etwas auszusagen und den Leser zu belehren, als zu unterhalten. Dennoch ein Autor, den ich im Auge behalten werde, da er schöne Ideen hat und Potential.

Ich könnte mir das Buch sehr gut als Verfilmung vorstellen. Allerdings ist es wegen seines traurigen Grundtons eher etwas für die Erwachsenen Zuschauer und Leser.