Profilbild von Dark_Rose

Dark_Rose

Lesejury Star
offline

Dark_Rose ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Dark_Rose über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.04.2019

Shakespeare oder Rosa, das ist hier die Frage

Plötzlich Shakespeare
1

Rosa ist ein lebendes Klischee. Sie liebt einen Mann, der demnächst eine andere heiraten wird, hat schreckliche Eltern und ihr bester Freund ist schwul. Am liebsten betrinkt sich Rosa und macht brustschwimmen ...

Rosa ist ein lebendes Klischee. Sie liebt einen Mann, der demnächst eine andere heiraten wird, hat schreckliche Eltern und ihr bester Freund ist schwul. Am liebsten betrinkt sich Rosa und macht brustschwimmen im Selbstmitleid. Als sie sich entschließt, es mal mit einem One Night Stand zu versuchen, sucht sie sich leider ausgerechnet den bekehrten Weiberhelden Axel aus. Und so endet sie am Ende allein auf dem Gelände eines Zirkuses und entlarvt einen "Zauberer" als Schwindler. Der lässt das nicht so gerne auf sich sitzen und macht mit Rosa eine Rückführung in ihr früheres Leben um ihr zu beweisen, dass er eben kein Schwindler ist. Und so landet Rosa in London, 1594 im Körper von William Shakespeare der sich gerade, dumm wie er manchmal ist, mit Sir Francis Drake duelliert, dem gefährlichsten Mann im Königreich und selbst verständlich ein National Held... Anfangs geraten sich die beiden erst mal nur in die Haare, ist ja auch traumatisch plötzlich eine Frau in seinem Körper zu haben. Doch bald merken beide, dass sie sich gar nicht so unähnlich sind. Rosa verhilft Shakespeare dazu sich selbst zu verzeihen und der große Schriftsteller zu werden der er heute ist und Shakespeare? Tja der gibt Rosas Leben eine ganz neue Richtung...

Also das Buch ist eigentlich ziemlich krank wenn man mal darüber nachdenkt. Es ist historisch total unkorrekt und ziemlich konfus. Aber die letzen paar Kapitel reißen alles heraus. Shakespeare wird sogar richtig süß und man erkennt zum ersten mal den großartigen Schriftsteller in ihm der einst "Romeo und Julia" schrieb. Ich habe schon mit 13 seine gesammelten Werke gelesen und bin ein großer Fan von ihm. Die kleinen Andeutungen seine Stücke betreffend fand ich schön verteilt und die Entstehungsgeschichten zu einigen ziemlich witzig. Ich glaube dieses Buch hat das Potential den Menschen von heute, Shakespeare näher zu bringen, oder zumindest dafür zu sorgen, dass er für sie nicht mehr "der komische Typ mit der Halskrause" ist. Ich hatte anfangs selbst sehr zwiespältige Gefühle dem Buch gegenüber aber je mehr ich gelesen habe desto mehr hat mich Safirs Shakespeare gefesselt, der letzlich doch mehr einem Mann, denn einer Maus ähnelt.

Veröffentlicht am 24.04.2019

Hilflos

Die Zahlen der Toten
0

Eine junge Frau ist gefangen. Sie wird gequält, vergewaltigt und schließlich auch ermordet. Kurz darauf wird eine Leiche gefunden, der eine römische Ziffer in den Bauch geritzt wurde. Schon bald fallen ...

Eine junge Frau ist gefangen. Sie wird gequält, vergewaltigt und schließlich auch ermordet. Kurz darauf wird eine Leiche gefunden, der eine römische Ziffer in den Bauch geritzt wurde. Schon bald fallen der Polizeichefin Kate Burkholder merkwürdige Übereinstimmungen mit einer früheren Mordserie auf. Vor 16 Jahren versetzte der "Schlachter" die Gegend in Angst und Schrecken. Er folterte seine Opfer ebenfalls bevor er sie umbrachte und wie der Mörder jetzt, mit einer römischen Ziffer markierte. Ist der "Schlachter" zurück gekehrt? Was verbindet Kates Vergangenheit bei den Amish mit dem Mörder? Kann der Killer geschnappt werden, bevor noch mehr Frauen ihr Leben lassen müssen?

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Allein der Prolog, in dem die Autorin einen alles durch die Augen des Opfers erleben lässt ist schon sehr spannend, aber der Rest des Buches ist noch besser. Die Autorin hat es geschafft mich von Anfang an gefangen zu nehmen. Zuerst durch die schrecklichen Erlebnisse des Opfers, dann durch die Ermittlungen Kates.

Ich fand vor allem das Ende sehr gut, das dann doch recht überraschend war. Die Romanze im Buch hätte nicht unbedingt sein müssen, aber sie stört auch nicht besonders. Ich kann das Buch also nur empfehlen, obwohl es teilweise recht blutig ist.

Veröffentlicht am 24.04.2019

Willkommen auf der Albtraum-Insel

Overkill
0

Eine Insel mit nur wenigen fast ausschließlich schwer reichen Bewohnern wird angegriffen. Maskierte stürmen die einzelnen Häuser, nehmen die Bewohner als Geiseln und schrecken auch nicht davor zurück zu ...

Eine Insel mit nur wenigen fast ausschließlich schwer reichen Bewohnern wird angegriffen. Maskierte stürmen die einzelnen Häuser, nehmen die Bewohner als Geiseln und schrecken auch nicht davor zurück zu töten. Anscheinend verfolgen sie einen gut durchdachten Plan, doch sie haben nicht damit gerechnet, dass sie einen ernstzunehmenden Gegner bekommen werden. Der Bodyguard Joe kehrt nach einem Angriff auf seine Schutzbefohlenen früher als gedacht auf die Insel zurück und merkt schnell, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Und bald stellt er fest: er ist die einzige Hoffnung für die Geiseln. Doch was keiner ahnt, es gibt noch jemanden auf der kleinen Insel, der seine ganz eigenen Pläne verfolgt, Pläne, die ziemlich tödlich enden könnten...

Ich fand das Buch gut, aber nicht so gut wie das erste Buch von Bale. Mir war die Geschichte zu unübersichtlich und zu weit her geholt. Aber wenn man davon absieht ist es sehr spannend und es hat auf jeden Fall einige sehr überraschende Wendungen. Ich kann es also guten Gewissens empfehlen.

Veröffentlicht am 24.04.2019

Das einsame Mädchen im Moor

Totenpfad
0

Vor zehn Jahren verwand die 5 jährige Lucy Downey. Sie war aus ihrem Bett heraus entführt worden und seit dem gab es keine Spur von ihr, abgesehen von Briefen die regelmäßig unregelmäßig bei der Polizei ...

Vor zehn Jahren verwand die 5 jährige Lucy Downey. Sie war aus ihrem Bett heraus entführt worden und seit dem gab es keine Spur von ihr, abgesehen von Briefen die regelmäßig unregelmäßig bei der Polizei von Norfolk eingingen. Briefe, voller Hinweise und Anschuldigungen.

In der Gegenwart wird eine Leiche im Moor gefunden, die eines Kindes. Die Archäologin Ruth, die sich mit ihrem 39 Jahren für viel zu dick hält und vor dem Schlafen gehen Eisenzeitgrabstätten zählt wird um Hilfe gebeten. Die Leiche stellt sich als Eisenzeitleiche heraus, also nicht Lucys. Bald darauf verschwindet jedoch ein weiteres Mädchen, Scarlett Henderson. Wieder sind die einzigen Hinweise die Briefe an die Polizei. Sie sind an den ermittelnden Detective Chief Inspector Harry Nelson gerichtet. Er und Ruth kommen sich während den Ermittlungen immer näher, obwohl Harry verheiratet ist. Als Ruths Katze mit durchgeschnittener Kehle vor ihrer Haustür abgelegt wird wird klar, dass sie nicht mehr nur eine relativ unbedeutende Expertin für Knochen ist, sie steckt mitten drin. Die Handlung verdichtet sich, es gibt mehr und mehr Verdächtige und mehr und mehr Zusammenhänge werden klar, Dinge die unwichtig erschienen und plötzlich wichtig werden, als Scarletts Leiche gefunden wird. Wer also ist der Mörder? Warum mordet er? Und was hat das alles mit dem Salzmoor zu tun?

Ich fand das Buch sehr gut. Es ist gut aufgebaut, und die Einschübe mit den Gedanken eines Mädchens, das eingesperrt ist machen das ganze deutlich mysteriöser und spannender. Richtig Spannung kommt eigentlich erst gegen Ende des Buches auf, aber es hat trotzdem großen Spaß gemacht es zu lesen, ich kann es also guten Gewissens empfehlen, vor allem wegen den vielen Informationen über Archäologie wirkt es sehr realistisch.

Veröffentlicht am 17.04.2019

Ein Auftragskiller, 66 Opfer, ein Fehler und ein Neuanfang

Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen
0

Tomislav Boksic, genannt Toxic ist ein Auftragskiller. Er ist sogar ein dreifacher Sixpacker. Er ist Kroate, lebt in New York, hat eine Freundin und bisher 66 Menschen umgebracht. Doch bei Nummer 66 ging ...

Tomislav Boksic, genannt Toxic ist ein Auftragskiller. Er ist sogar ein dreifacher Sixpacker. Er ist Kroate, lebt in New York, hat eine Freundin und bisher 66 Menschen umgebracht. Doch bei Nummer 66 ging etwas schief, Nummer 66 war ein FBI-Agent. Jetzt ist das FBI hinter ihm her, also bleibt ihm nichts anderes übrig als das Land zu verlassen. Als Igor Illitsch soll er sich auf machen nach Kroatien, alles ist geplant und bezahlt, doch wieder geht etwas schief, Toxic muss improvisieren und so landet er als Father Friendly in einem Flugzeug auf dem Weg nach Island.

Island an sich ist für Toxic ein totaler Kulturschock. Es ist sehr kalt, gibt wenige Menschen, alle sind hellhäutig und blond und es gibt keine Waffen, keine Armee und keine Morde. Was soll ein Auftragskiller in so einem Land also anfangen? Auch die Namen der einheimischen bereiten ihm Probleme, so verpasst er jemandem den Namen "Tortur" und einem anderen den Namen "Tröster", weil er es einfach nicht schafft sie richtig auszusprechen. Das allein sorgt schon für viele witzige Momente in diesem Buch.

Doch auch die Spannung kommt nicht zu kurz, denn das FBI hat seine Suche noch längst nicht aufgegeben, genauso wenig wie seine ehemaligen Kollegen, die ihn mittlerweile auch tot sehen wollen. So erfährt Toxic zum Beispiel, dass jemand seine Freundin in New York umgebracht und ihren Kopf in seinem Kühlschrank deponiert hat. Wer also war das? Das FBI, oder doch seine alten Freunde? Dieses Erlebnis sorgt bei Toxic dafür, dass er sein Leben überdenkt, und nach einem Selbstmordversuch schließlich zur Religion findet. Er hört auf zu morden und findet sogar eine Freundin. Doch die Bedrohung für sein Leben existiert weiter, egal wie sehr er sich ändert...

Der Roman ist aus Toxic's Sicht geschrieben. Im Verlauf des Buches wechselt die Handlungsebene immer wieder. Mal erzählt er von der Vergangenheit, dann wieder über die Gegenwart. Doch diese Rückblicke helfen, den Auftragskiller Toxic besser zu verstehen und in ihm wieder Tomislav Boksic aus Kroatien zu erkennen, der als Soldat im Krieg kämpfen musste und dort seine Familie verlor. Er wechselt immer wieder die Identitäten, so ist er zu Anfang in Island als Father Friendly unterwegs, dann als Pole und schließlich als Isländer. Jede Identität hat ihre Einflüsse auf Toxic und doch schafft er es sich dabei nicht selbst zu verlieren. Er ergänzt sich praktisch um die neuen Charaktere.

Toxic's Humor verschafft dem Buch seine Leichtigkeit. Auf Grund der Handlung hätte es sehr schnell deprimierend oder auch langweilig werden können, aber durch den schrägen Humor der Hauptperson kann man sich als Leser alles viel besser vorstellen. Toxic ist fremd in Island und versteht deshalb vieles nicht und wundert sich über die Menschen und ihre Art zu leben. Sein Humor hilft dem Leser besser in die Handlung einzusteigen und ihm zu folgen. Toxic ist eindeutig der witzigste und damit auch sympathischste Auftragskiller über den ich je gelesen habe. Wäre das Ende ein bisschen anders gäbe es von mir volle fünf Sterne, so leider nur vier.