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Veröffentlicht am 01.05.2019

Mord in Düsseldorf

Mord am Kaiserteich
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„...Die Arbeitsbedingungen in der freien Wirtschaft waren mit Sicherheit wesentlich besser als diejenigen beim Staat. Über sein Gehalt macht er sich keine Gedanken mehr, um nicht völlig frustriert zu werden...“

Kriminaloberrat ...

„...Die Arbeitsbedingungen in der freien Wirtschaft waren mit Sicherheit wesentlich besser als diejenigen beim Staat. Über sein Gehalt macht er sich keine Gedanken mehr, um nicht völlig frustriert zu werden...“

Kriminaloberrat Manfred Sassner und Kriminalkommissarin Kara Piltz werden zu einem Tatort gerufen. Im Kaiserteich in Düsseldorf liegt ein Toter. Erste Vermutungen, er sei im Suff ertrunken, werden schnell ad acta gelegt. Es war Mord. Der Tote war Informatikstudent.
Zur gleichen Zeit unterhalten sich in der Galerie Haase die Geschwister Claire und Lutz über ein gelungenes Geschäft. Dann aber kommt eine Anruf und alles ist anders.
Die Autorin hat einen spannenden und verwickelten Krimi geschrieben. Gleichzeitig erzählt sie ein Stück Düsseldorfer Geschichte, denn die ersten Seiten in jedem Kapitel gehören der längst verstorbenen Anna Maria de Medici. Sie vermisst einige ihrer Gemälde in Florenz.
Der Schriftstil lässt sich angenehm lesen. Schnell wechselnde Handlungsorte und Protagonisten sorgen für den hohen Spannungsbogen. Gleichzeitig gibt es eher ruhige Abschnitte, in denen ich einige bekannte und weniger bekannte Ecken von Düsseldorf kennenlernen.
Obiges Zitat stammt von Sassner. Es zeigt seinen Frust darüber, dass während der heißen Sommertage die Klimaanlage im Präsidium ausgefallen ist.
Die Ermittlungen gestalten sich schwierig. Lange fehlt ein Motiv. Doch dann stößt einer der Ermittler auf ein Schweizer Konto. Der stellt fest:

„...Die Schweizer sind nur ihrem Bankgeheimnis verpflichtet. Immer so anonym wie möglich...“

Wie ist der Informatikstudent zu dem Geld gekommen?
Plötzlich verlagert sich die Geschichte in die Kunst- und Versicherungsszene. In Düsseldorf findet gerade eine Ausstellung über Anna de Medici statt. Dass nicht alle Bilder angekommen sind, wurde geheim gehalten.
Ab und an klingt ein gewisser Sarkasmus durch, so bei Dr. Gantenbein:

„...Geld ist eines der stärksten Motive. So schnell kann die Mafia den Toten gar nicht ausfindig gemacht haben. Deren Informatiker sind auch nicht besser als unsere...“

Währenddessen beginnt ein Versteckspiel mit den Bildern. Das Darknet und Internetwährungen wie Bitcoins spielen dabei eine wesentliche Rolle. Doch Fortschritte bleiben aus. Dafür gibt es einen weiteren Toten.
Die Autorin versteht es geschickt, ihre Ermittler und mich auf völlig falsche Fährten zu schicken. Es macht Spaß mitzudenken.
Sassner und sein Team aber legen Puzzle für Puzzle zusammen. Dabei hat Sassner gerade ein privates Problem zu bewältigen.
Der Krimi hat mir ausgezeichnet gefallen. Vor allem die Einbeziehung des historischen Aspekts hat ihn zu etwas Besonderen gemacht. Dadurch habe ich eine Menge dazu gelernt. Zum Abschluss allerdings möchte ich noch ein Zitat anführen, das zum Nachdenken anregt:

„...Die haben alle Angst vorm Staat. Der gläserne Bürger? Dass ich nicht lache. Die Internet-Mafia weiß doch heute schon viel mehr über die Menschen, als der Staat je erfahren wird...“

Veröffentlicht am 01.05.2019

Beeindruckendes Sachbuch

Die letzte Blüte Roms
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„...Mit seiner Expansionspolitik mag Justinian dem Reich neue Gebiete hinzugefügt haben, aber die anhaltende Gewalt, mithilfe derer sie römisch geworden waren, hatte diese Gebiete auch so nachhaltig zerstört, ...

„...Mit seiner Expansionspolitik mag Justinian dem Reich neue Gebiete hinzugefügt haben, aber die anhaltende Gewalt, mithilfe derer sie römisch geworden waren, hatte diese Gebiete auch so nachhaltig zerstört, dass sie keine sinnvolle Ergänzung des Portfolios der von Konstantinopel regierten Gebiete mehr darstellten...“

Dieses Zitat bringt eine der Kernfragen des Buches zum Ausdruck. Kaiser Justinian regierte von 527 bis 565. In dieser Zeit wurden sowohl Nordafrika als auch Westrom dem römischen Imperium erneut unterstellt. Aber um welchen Preis?
Dem Autor ist ein beeindruckendes Zeitgemälde gelungen. Er spannt den Bogen von den Vorgängern Justinians über dessen eigenen Herrschaftsjahre bis zum Niedergang des Reiches unter seinen Nachfolgern.
Auffallend ist die exakte Recherche des Buches. Häufig wird aus Quellen zeitgenössischer Historiker zitiert. Insbesondere Prokop von Caesarea taucht in den Ausführungen immer wieder auf. Allerdings wurden dessen Worte nicht kritiklos übernommen und zitiert, sondern gegebenenfalls konkret hinterfragt.
Zu Beginn erläutert der Autor, wie eng schon bei den Vorgängern die Verflechtung zwischen Kaisertum und christlicher Religion war. Das bedeutete zum einen, dass sich der Kaiser als von Gott auserwählt sieht. Gleichzeitig aber soll er im in der Kirche schwelenden Streit über das Wesen Christi vermitteln. Daran sind aber Justinians Vorgänger grandios gescheitert.
Die göttliche Berufung des Kaisers bedingte militärische Erfolge. Sie galten als ultimatives Zeichen göttlicher Unterstützung. Niederlagen schufen damit eine gefährliche Situation für den Kaisers.
Ausführungen zu den Aufgaben des Kaisers, der Realisierung der Thronfolge, Steuern und Recht zeichnen ein umfassendes Bild der Zeit. Im politischen Denken wirkten die Ideen des klassischen Griechenlands nach.
Justinian selbst wird so beschrieben:

„...Er war klein mit breiter Brust, guter Nase, heller Haut, rundem Gesicht, gut aussehend, mit zurückweichendem Haaransatz, geröteten Teint...“

Ausführlich werden Justinians Regierungsjahre beschrieben. Ihm sollte in kurzer Zeit gelingen, woran seine Vorgänger noch gescheitert waren, eine umfassende Rechtsreform, der Codex Justiniamus.
Doch militärische Misserfolge im Osten und der Nika-Aufstand zwangen den Kaiser zum Handeln. Er schickte eine Armee nach Nordafrika gegen die Vandalen. Deutlich wird herausgearbeitet, wie die aktuellen Verhältnisse den Kaiser in die Hände spielten. Der Sieg ließ ihn das nächste Ziel ins Auge fassen, die Eroberung Roms. Dabei wird herausgestellt, dass eine neue Militärstrategie für die Siege ausschlaggebend war.
Auch Justinians Einsatz als Baumeister wird im Buch entsprechend gewürdigt. Hier ging er ebenfalls erstmals neue Wege. Es entstanden Kirchenbauten mit einer Kuppel. Kurz abgehandelt dagegen werden die Folgen der Justianischen Pest. Die Pandemie scheint für das Große und Ganze nur eine Randerscheinung gewesen zu sein.
In den letzten Kapiteln wendet sich der Autor umfassend der Frage zu, inwieweit Justinians Eroberungen für den späteren Niedergang des Reiches ausschlaggebend waren. Dabei wird auch auf die Rolle des Völkergemischs außerhalb des römischen Imperiums eingegangen, sei es das Auftreten der Hunnen, das Erstarken der Awaren, die Wanderung der Langobarden gen Rom oder der zunehmende Einfluss des Islam. Gerade bei den Ausführungen zu den arabischen Völkern wird deutlich, dass sie einst Hilfstruppen für Römer und Perser waren und sich später gegen ihre Förderer gewendet haben. Man kann durchaus Parallelen zur aktuellen Geschichte finden.
Das Buch bedarf eines konzentrierten Lesens. Das betrifft nicht zuletzt die Feinheiten der beschriebenen Schlachten. Gewisse Grundkenntnisse über die Zeitverhältnisse und über militärische Taktik sind von Vorteil.
Vielfältige Fotos und Karten veranschaulichen die Ausführungen.
Ein umfangreicher Anhang bestehend aus Informationen zur Quellensituation, einer Zeitleiste, einem Glossar, Anmerkungen, einer Bibliografie, Bildnachweisen und einem Register vervollständigen das Buch.
Für Historiker und interessierte Laien bietet das Buch eine Fülle an ausgezeichnet aufbereiteten Informationen.

Veröffentlicht am 30.04.2019

Sehr schönes Kinderbuch

Papanini (Band 1)
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„...Bei der ganzen Aufregung hatte Emma tatsächlich vergessen, den Herd auszustellen. Hastig griff sie nach ihrem Handtuch und wickelt den Pinguin darin ein...“

Emma ist allein zu Hause, als der Postbote ...

„...Bei der ganzen Aufregung hatte Emma tatsächlich vergessen, den Herd auszustellen. Hastig griff sie nach ihrem Handtuch und wickelt den Pinguin darin ein...“

Emma ist allein zu Hause, als der Postbote ein großes Paket bringt. Da Emmas Vater alles Mögliche und Unmögliche bei ebay bestellt, wundert sie sich anfangs nicht und lässt den Karton in den Keller stellen. Im Paket ist eine Truhe, und plötzlich bewegt sich deren Deckel. Zum Vorschein kommt ein Pinguin. Der kann sogar sprechen, hat aber mit einigen Buchstaben Probleme.
Die Autorin hat ein spannendes und humorvolles Kinderbuch geschrieben. Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen.
Emma versteckt den Pinguin vor ihren Eltern, weil sie – ihrer Meinung nach – den richtigen Zeitpunkt verpasst hat, um ihn vorzuzeigen. Mittlerweile hat der Kleine schon für einige Unruhe gesorgt und Emma hat alle Hände voll zu tun, die Katastrophen zu erklären. Wie soll sie zum Beispiel ihrer Mutter ihre plötzliche Liebe für Fischstäbchen vermitteln, eine Speise, die sie bisher nicht mochte? Resigniert stellt sie fest:

„...Wenn man einmal mit der Lügerei anfing, schien das einen langen Rattenschwanz aus noch mehr Lügen hinter sich herzuziehen, und es wurde immer schwieriger, die Wahrheit zu sagen...“

Dabei hat Emma in der Schule schon genug Sorgen, denn als Neuling aus einem anderen Bundesland wird sie von einer Mädchenclique gemobbt.
Der Schriftstil ist für die Zielgruppe passend. Emma ist eine sympathische Protagonistin, die im Laufe der Geschichte an Selbstbewusstsein und neuer Stärke gewinnt.
Als besonderes Stilmittel hat die Autorin eine Geschichte in die Geschichte eingefügt, die Papanini als Buch mitgebracht hat und die er nun vorgelesen haben will.
Geschickt wird das Thema des Umgangs mit Tieren angesprochen und in die Handlung integriert.
Treffende und humorvolle farbige Zeichnungen illustrieren die Erzählung. Der kleine Pinguin wird in vielfältiger Art dargestellt.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es ist eine gekonnte Mischung aus Realität und dem Spiel mit Möglichkeiten.

Veröffentlicht am 29.04.2019

Empfehlenswert

50 sagenhafte Naturdenkmale in Thüringen
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„...An landschaftlicher Vielfalt mangelt es in Thüringen nicht.Von schroffen Felsgebilden bis zu sanften Hügeln, von weiten Ebenen bis zu reizvollen Mittelgebirgen überraschen die gut 16000 Quadratkilometer ...

„...An landschaftlicher Vielfalt mangelt es in Thüringen nicht.Von schroffen Felsgebilden bis zu sanften Hügeln, von weiten Ebenen bis zu reizvollen Mittelgebirgen überraschen die gut 16000 Quadratkilometer des Freistaates mit mancher Besonderheit...“

Mit diesen Worten beginnen die Autoren ihr Buch, in dem sie uns 50 Naturdenkmäler Thüringens vorstellen. Berge, Quellen, Höhlen, Seen und Bäume folgen in ungeordneter Reihenfolge.
Dazu gehören nicht nur den Einheimischen bekannte Sehenswürdigkeiten wie die Saalfelder Feengrotten, die Werraquelle, die Erfurter Seen oder die Barbarossahöhle im Kyffhäuser. Daneben gibt es weniger bekannte Orte, so die Tanzlinde in Sachsenbrunn und die Goetz-Höhle bei Meiningen.
Einige dieser Naturschönheiten sind erst durch Eingriffe der Menschen entstanden. Das gilt zum Beispiel für den Trusetaler Wasserfall.
Jedes Naturdenkmal wird auf zwei bis vier Seiten beschrieben. Die Darstellung der Örtlichkeit wird einerseits eingebettet in das Umland, andererseits in die historischen Gegebenheiten und Entwicklungen. An einer Stelle liest sich das so:

„...Am Abend des 13. Oktober 1806 blickte Napoleon Bonaparte vom höchsten Punkt des Windknollens in die Ferne, durchdachte die Strategie für die bevorstehende Schlacht...“

An vielen Stellen machen mich die Autoren mit den örtlichen Sagen und Legenden bekannt. Beispiel gefällig?

„...Der Legende nach soll vor vielen hundert Jahren einer der Herren auf Schloss Burgk hoch über dem Saaletal eine bildhübsche Tochter gehabt haben...“

Wie es weitergeht? Selbst lesen!
Nicht zuletzt möchte ich erwähnen, dass viele Personen der Zeitgeschichte erwähnt werden, sei es Johann Wolfgang von Goethe, Theodor Storm oder Carl Duval. Zitate aus ihren Werken wurden in die Beschreibung der von ihnen besuchten Orte integriert.
Aussagekräftige und stimmungsvolle Fotos dienen der Veranschaulichung der Sehenswürdigkeiten.
Das Buch beginnt mit einer Übersichtskarte, auf der die behandelten Orte eingetragen sind. Es endet mit einem Quellennachweis.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es weckt Interesse, den einen oder anderen Ort mal oder mal wieder zu besuchen.

Veröffentlicht am 28.04.2019

Fesselnder Polit-Thriller

Operation Jerusalem
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„...Wir schaffen Fakten. Wir ziehen unsere Sache durch, notfalls allein. Jetzt oder nie...“

Unter dem neuen Präsident George F. Summerhill hat sich die Politik der USA grundlegend gewandelt. Eigentlich ...

„...Wir schaffen Fakten. Wir ziehen unsere Sache durch, notfalls allein. Jetzt oder nie...“

Unter dem neuen Präsident George F. Summerhill hat sich die Politik der USA grundlegend gewandelt. Eigentlich wollte der nie Präsident werden, aber nach dem Tode seines Vorgängers hat er sich der Aufgabe gestellt. Amerika baut seine Schulden ab, strebt eine offene Handelspolitik an und spielt nicht mehr den Weltpolizisten. Das gefällt nicht jedem, sowohl im Inland als auch im Ausland.
Israel will endlich Tatsachen schaffen. Das Land soll in den früheren Grenzen wieder hergestellt werden. Die Palästinenser sollen auf die Sinai-Halbinsel umgesiedelt werden.
Für die iranischen Revolutionsgarden dagegen ist Israel Feind Nummer 1. Er gehört endlich ausradiert. Allerdings wollen der iranischer Staatspräsident und Religionsführer keinen Krieg.
Damit sind internationale Spannungen vorprogrammiert.
In der Familie des Präsidenten der USA gibt es ebenfalls Probleme. Das betrifft beide erwachsenen Kinder. Deshalb spendet ihn der Präsident eine Schiffsreise, um sich in Ruhe mit ihren Ehepartnern aussprechen zu können. Er ahnt nicht, dass er wenig später um das Leben seiner Kinder und Enkel bangen wird.
Der Autor hat einen extrem fesselnden und politisch brisanten Thriller geschrieben. Wieder spielt der ehemalige Elitesoldat Marc Anderson eine entscheidende Rolle. Gut finde ich, das die staatstragenden Personen aller Seiten mit den realen Persönlichkeiten nichts zu tun haben. Dadurch bleibt die Geschichte fiktiv. Hinzu kommt, dass die politische Großwetterlage nicht 1:1 übernommen wurde.
Der Schriftstil lässt sich nicht nur angenehm lesen, er unterstützt außerdem die rasante Handlung. Das geschieht unter anderen durch schnell wechselte Handlungsorte.
Das Eingangszitat könnte sowohl von israelischer, als auch von iranischer Seite stammen. Natürlich werde ich nicht verraten, wer der Sprecher war.
Sehr gut gefallen mir die Analysen des Präsidenten bezüglich seines Landes. Das klingt so:

„...Es geht uns wirtschaftlich so gut wie nie, aber unser multikulturelles Land ist gespalten. Ich meine nicht politisch, sondern in den Köpfen...“

Als Betreuerin der Gäste arbeitet auf dem Schiff Karina Marie. Sie spielte im Vorgängerband eine wesentliche Rolle und ist nun mit Marc verheiratet. Marc macht sich mit seinem Team auf den Weg zum Schiff. Dabei werden die Teammitglieder sehr gut vorgestellt. Als Leser erfahre ich, was ihre Stärken sind und wie sie ins Team kamen. Einer spricht ab und an Berliner Dialekt. Dadurch wird die angespannte Handlung geschickt aufgelockert. Auch sonst herrscht eine angenehme Atmosphäre unter den Kampfschwimmern, die kurze humorvolle Dialoge einschließt.
Ausführlich werde ich über das Vorgehen des Trupps informiert. Damit meine ich nicht nur, dass ich erfahre, was sie warum tun, sondern dass auch die technologischen und logistischen Hintergründe kurz, aber verständlich beschrieben werden. Ein besonderes Thema möchte ich kurz zitieren:

„...Ich sage euch, Haie hören ausgezeichnet, empfangen und spüren die kleinsten Druckunterschiede und orten elektrische Felder ihrer potentiellen Beute. Haie können bestimmte Gerüche zehntausend Mal besser als Menschen wahrnehmen, auch euren Angstschweiß...“

Die Geschichte ist immer wieder für Überraschungen gut. Kaum glaubt man, die Akteure einschätzen zu können, zeigen sie eine völlig unerwartete Seite. Menschliche Schwächen wie Bestechlichkeit, Aufarbeitung von erlittenen psychischen Verletzungen, gefühlte Missachtung oder der Wunsch nach höheren Aufgaben, aber auch ganz profane Dinge wie Eifersucht und Rache sorgen für manch Eskalation. Politik wird von Menschen gemacht, und die sind verführbar oder erpressbar. Genau das sorgt für den extrem hohen Spannungsbogen. Natürlich gibt es auch positive Eigenschaften wie Vergebungsbereitschaft und Reue, die Einfluss auf das Geschehen haben.
Sehr gut herausgearbeitet werden die Emotionen der Protagonisten. Dabei wird insbesondere gezeigt, wie unterschiedlich Menschen mit Angst umgehen.
Mehrere zur Handlung passende Karten ein ausführliches Personenverzeichnis und Anmerkungen runden das Buch ab.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es greift wichtige politische Themen auf und setzt sie geschickt in einer spannenden fiktiven Handlung um.