Geschichte im comic
Helden der östlichen Zhou-Zeit - Band 3 - Der Kranichkönig„...Das Wesen der Schwertkunst ist: ruhig wie eine Jungfrau, flink wie ein Hase...“
Das Buch enthält 8 Erzählungen zur chinesischen Geschichte. Die Zeitspanne umfasst die Jahre 770 bis 221 v. Ch..
Es ...
„...Das Wesen der Schwertkunst ist: ruhig wie eine Jungfrau, flink wie ein Hase...“
Das Buch enthält 8 Erzählungen zur chinesischen Geschichte. Die Zeitspanne umfasst die Jahre 770 bis 221 v. Ch..
Es ist in Form eines Comics gestaltet. Aussagekräftige Zeichnungen und kurze Texte sind das besondere Kennzeichen. Die Texte beschränken sich meist auf Beschreibung der Zustände und Fakten. Emotionen der Protagonisten lassen sich aus den Bildern ableiten.
Das Buch besteht aus zwei Teilen. Der erste Teile ist in Chinesisch geschrieben, der zweite enthält die deutsche Übersetzung. Die veränderte Leserichtung in Deutsch ist anfangs gewöhnungsbedürftig. Außerdem ist die Schrift auf den bemalten Untergrund ab und an schwierig zu erkennen. Diese Probleme gibt es im chinesischen Teil nicht. Dort wurde eine größere Schriftgröße gewählt.
Jede der acht Geschichten stellt eine andere Person in den Mittelpunkt. Dadurch wird die Vielfalt der chinesischen Gesellschaft und der Einfluss einzelner Personen gekonnt abgebildet.
In der ersten Geschichte geht es um einen Sohn, der wegen der Schuld des Vaters nur Sklave ist, und sich im Kampf beweisen will. Es ist die einzige der Erzählungen, die farbig gestaltet wird.
In der zweiten Erzählung steht ein Dichter im Mittelpunkt, der erleben muss, dass man seine Warnungen in den Wind schlägt. Es klingt hart, als ihm gesagt wird:
„...Habe ich es euch nicht gesagt? Ihr habt umsonst so viel geschrieben! Die hohen Herren hören nur auf Halunken...“
Danach folgt der Bericht über einen General, der ungewöhnlich vorausschauend handelt.
Was passiert, wenn ein Herrscher gewählt wird, der selbst nie herrschen wollte, sondern ganz andere Interessen hat? Diese Frage beantwortet die Titelgeschichte.
Danach zeigt eine Frau den Herren, wo es im Kampf lang geht. Daraus stammt auch das Eingangszitat. Nach erfolgreicher Unterweisung der Armee zieht sie sich in die Einsamkeit zurück.
Was bewirken Tränen? Das beantwortet die sechste Erzählung. Hier wird besonders deutlich, dass China und Europa zwei Kulturkreise sind, die nicht in allem übereinstimmen.
Die für mich schönste Erzählung ist die siebte. Es geht um gelebten Pazifismus. Durch geschickte Argumentation gelingt es Mo, dem Handwerker und Philosophen, Kriege zu verhindern. Die logischen Schlussfolgerungen und Gedankenspiele dabei haben mich begeistert.
Die letzte Geschichte stellt einen meisterlichen Bogenschützen in den Mittelpunkt, der menschlich aber seine Schwächen hat.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es führt mich in eine unbekannte Welt, bei der ich sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede erkennen darf. Gleichzeitig kommt an mancher Stelle die Frage auf, ob und was die Menschheit aus der Geschichte gelernt hat.