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Veröffentlicht am 17.01.2017

Zum Ende hin immer spannender

DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest
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Seit dem Verschwinden der 15jährigen Katie macht sich ihre Lehrerin Margot Lewis große Sorgen. An die Theorie, dass Katie einfach ausgerissen ist, weil sie sich nicht mit ihrem Stiefvater versteht, mag ...

Seit dem Verschwinden der 15jährigen Katie macht sich ihre Lehrerin Margot Lewis große Sorgen. An die Theorie, dass Katie einfach ausgerissen ist, weil sie sich nicht mit ihrem Stiefvater versteht, mag sie nicht so recht glauben. Margot ist zudem Betreiberin der Kolumne „Dear Amy“, eine Art Kummerkasten bei einer Zeitung. Hier erreicht sie ein Brief von Bethan Avery, die vor fast 20 Jahren plötzlich verschwand. Eine Leiche, geschweige denn ein Mörder wurde jedoch nie gefunden. In dem Brief bittet Bethan um Hilfe. Margot wendet sich an die Polizei und ein Graphologe bestätigt die Echtheit des Briefes. Margot ahnt nun, dass Katie von einem Psychopathen gefangen gehalten wird und setzt alles daran um ihr zu helfen…

„Dear Amy“ ist das Debüt von Helen Callaghan und ihr ist damit ein spannender Thriller gelungen. Der Erzählstil ist flüssig und hat mir gut gefallen. Beim Lesen hat man jedoch ständig das Gefühl, dass Margot dem Leser irgendetwas verheimlicht. Überhaupt konnte ich mit Margot nicht so richtig warm werden, unter einem Sympathieträger verstehe ich etwas anderes. Doch als Charakter war Margot überzeugend gezeichnet.
Die Wendung in dem Buch ist leider ziemlich vorhersehbar, dennoch fand ich die Idee zu dem Buch originell. Gerade diese Parallele zwischen dem alten Fall Bethan Avery und der nun entführten Katie fand ich sehr spannend und habe das Buch zum Ende hin regelrecht verschlungen.
Für Freunde von guten Psychothrillern gebe ich hier gerne meine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 17.01.2017

Alleine sind wir wirklich nie...

Alleine bist du nie
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Zoe Walker fährt täglich mit der Bahn zur Arbeit. Während der Fahrt liest sie Zeitung und studiert auch dabei die Kleinanzeigen. Eine der Anzeigen, auf der sich Frauen zur „diskreten Abwechslung“ anbieten, ...

Zoe Walker fährt täglich mit der Bahn zur Arbeit. Während der Fahrt liest sie Zeitung und studiert auch dabei die Kleinanzeigen. Eine der Anzeigen, auf der sich Frauen zur „diskreten Abwechslung“ anbieten, weckt ihr ganz besonderes Interesse. Denn es zeigt das Bild einer Frau mit einer Telefonnummer und einem link zum Internet. Und das Bild der Frau ist ihr eigenes…

„Alleine bist du nie“ ist der zweite Thriller nach „ Meine Seele so kalt“ von Claire Mackintosh. Das Buch beginnt recht unspektakulär mit der Bahnfahrt Zoes. Danach lernt man die engagierte Polizistin Kelly Swift kennen, die aufgrund eines Fehlverhaltens zur Bahnpolizei degradiert wurde.

Anfänglich fand ich es schwierig in das Buch hineinzukommen, denn die einzelnen Charaktere werden nicht direkt vorgestellt, sondern man erhält die Informationen über die Figuren nur häppchenweise. Und so dauert es etwas bis man sich endlich ein komplettes Bild von Zoe und ihrer Familie machen kann. Zoe ist vierzig, geschieden von Matt, dem Vater ihrer beiden mittlerweile fast erwachsenen Kinder und lebt zusammen mit dem fast 15 Jahre älteren Journalisten Simon. Zoe, als auch die Polizistin Kelly konnten beide als Sympathieträger bei mir punkten. Als Zoe noch mehr Kleinanzeigen entdeckt und feststellen muss, dass einige der Frauen danach einem Verbrechen zum Opfer fielen, wendet sie sich an die Polizei. Sie selbst entwickelt dabei Ängste und wird regelrecht paranoid, weil sie sich ständig verfolgt fühlt.

Mit der Zeit gewinnt die Handlung immer mehr an Fahrt bis hin zu einem Ende, das wirklich seinesgleichen sucht. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Zoe und Kelly, aber auch der Täter kommt in kursiv gehaltenen Abschnitten zu Wort.

Was mir an dem Buch sehr gut gefallen hat, war die Vielzahl der potentiellen Täter. Fast jeder ist auf die eine oder andere Art verdächtig und man grübelt die ganze Zeit, wer hinter all dem steckt. Das Ende und somit die Auflösung ist genau das Gegenteil des Beginns, rasant und spektakulär und sogar auf der letzten Seite schafft es die Autorin noch eine Wendung zu platzieren.

Das Buch befasst sich mit Opfern und Tätern, unseren allzu sorglosen Umgang mit den sozialen Netzwerken und auch der Überwachung. Alles in allem eine recht spannende Umsetzung, die auch gleichzeitig nachdenklich macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Recherche
  • Spannung
  • Schreibstil
Veröffentlicht am 09.12.2016

Wird die Prophezeiung wahr?

Stiefkind
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Für die Fotografin Rachel Daly geht ein Traum in Erfüllung als sie den charmanten und reichen Anwalt David Kerthen kennenlernt. Bereits nach kurzer Zeit heiraten die beiden und Rachel zieht in das prachtvolle, ...

Für die Fotografin Rachel Daly geht ein Traum in Erfüllung als sie den charmanten und reichen Anwalt David Kerthen kennenlernt. Bereits nach kurzer Zeit heiraten die beiden und Rachel zieht in das prachtvolle, aber auch einsam gelegene Anwesen in Cornwall. Hier kümmert sie sich um Jamie, den neunjährigen Sohn Davids. Jamie leidet noch immer unter dem Verlust seiner Mutter Nina, die vor zwei Jahren unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Da David unter der Woche in London arbeiten muss und nur an den Wochenenden nach Cornwall kommt, verbringt Rachel viel Zeit mit dem hochintelligenten Jungen. Doch schon bald tritt eine Veränderung ein. Jamie glaubt die Zukunft vorhersehen zu können. Er macht Prophezeiungen, die auch tatsächlich eintreffen. Umso schockierender für Rachel ist seine letzte Vision: An Weihnachten wird sie tot sein, damit seine Mutter wieder zurückkehren kann…

Die Geschichte beginnt im Sommer und man lernt erst einmal Rachel kennen. Sie stammt aus der Londoner Unterschicht und mit der Heirat mit David glaubt sie es ganz nach oben geschafft zu haben. Doch schon bald ist es mit der großen Liebe vorbei und sowohl David als auch Rachel zeigen ihr wahres Gesicht. Rachel hatte bereits in der Vergangenheit psychische Probleme und je länger man liest desto mehr kommen Zweifel auf, ob die Wahrnehmungen Rachels real sind oder nur in ihrer Fantasie existieren. Überhaupt wird der größte Teil der
Handlung aus der Perspektive Rachels erzählt und so bleibt einem gar nichts anderes übrig als Rachel zu glauben. Die Handlung nähert sich mit rasantem Tempo dem eigentlich Ziel: Weihnachten! Was wird geschehen? Wird Rachel wirklich sterben?
Die Figuren fand ich gut gezeichnet und authentisch. Sehr gut gefallen haben mir die Landschaftsbeschreibungen von Cornwall, da konnte man sich ein gutes Bild machen.
Insgesamt eine temporeiche und spannend erzählte Geschichte. Die Auflösung erschien mir ein wenig zu konstruiert, aber ansonsten fühlte ich mich bestens unterhalten.

Veröffentlicht am 16.10.2016

Rasant und humorvoll, aber wenig Krimi

Veilchens Blut
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„Veilchens Blut“ ist bereits der dritte Fall für Valerie „Veilchen“ Mauser und gleichzeitig ihr persönlichster. Denn plötzlich taucht ihre zur Adoption freigegebene Tochter wieder auf. Diese steckt jedoch ...

„Veilchens Blut“ ist bereits der dritte Fall für Valerie „Veilchen“ Mauser und gleichzeitig ihr persönlichster. Denn plötzlich taucht ihre zur Adoption freigegebene Tochter wieder auf. Diese steckt jedoch in großen Schwierigkeiten, doch Veilchen ist bereit alles zu geben. Dabei erhält sie jede Menge Unterstützung von ihren Freunden. Doch noch ahnt sie nicht, mit was für einem Gegner sie es zu tun bekommt…

„Veilchens Blut“ setzt nahtlos „Veilchens Feuer“ fort, dennoch ist es nicht zwingend notwendig (aber hilfreich) den Vorgänger gelesen zu haben. Eigentlich sollte Veilchen noch einige Zeit in der Reha verbringen, wo sie ihr Schädel-Hirn-Trauma auskuriert. Doch als sie erfährt, dass ihre vor 24 Jahren zur Adoption freigegebene Tochter auf der Polizeistation auf ihre Hilfe hofft, da gibt es kein Halten mehr. Zu lange hat sie auf diesen Moment gewartet. In einer rasanten und aufregenden Fahrt auf dem Mofa geht es mit Assistent Sven Schmatz nach Innsbruck. Angekommen muss Veilchen feststellen, dass ihre Tochter Luna mittlerweile wieder geflüchtet ist. Doch so schnell gibt Veilchen nicht auf und gemeinsam mit ihrem treuen Freund Stolwerk, Schmatz und dem Nachbarn Sandro setzen sie alles daran ihrer Tochter zu helfen. Die erste Begegnung mit Luna verläuft dann auch eher suboptimal, denn Veilchens Vorstellung von ihrer Tochter entspricht nicht der Realität. Luna ist eine selbstbewusste junge Frau die ihren eigenen Kopf hat. Kiffen gehört bei ihr zum Alltag, ihre Sprache ist ein wenig derb, aber für den Tierschutz setzt sie sich ganz stark ein. Dennoch konnte sie nicht meine ganze Sympathie gewinnen. Die altbewährten Handlungsträger aus den Vorgängerbänden sind mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen. Und auch hier gibt es eine Weiterentwicklung bei den Beziehungen untereinander.

Der Erzählstil von Joe Fischler ist durchweg flüssig und auch sehr humorvoll. Allein die rasante Fahrt mit Schmatz auf dem Mofa war einfach herrlich beschrieben und man bekam ganz tolle Bilder in den Kopf. Doch dann wiederholen sich diese Verfolgungsjagden, dass es mir doch irgendwie zu viel wurde. Es gibt viel Situationskomik, doch der Krimi selbst bleibt dabei auf der Strecke. Das Ende wiederum ist überraschend und der Schluss hat mir richtig gut gefallen.

Fazit: Insgesamt ein rasantes und auch spannendes Abenteuer, aber wenig Krimi. Die beiden ersten Bände waren richtig gut und ich hoffe auf eine Fortsetzung, bei der der Autor wieder zu seiner alten Form zurückfindet.

Veröffentlicht am 01.10.2016

Plötzlich ist alles anders

Sieben minus eins
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„Sieben minus eins“ ist der Beginn einer neuen, spannenden Buchreihe von Arne Dahl. Im Mittelpunkt stehen dabei Kriminalkommissar Sam Berger und seine Kollegin Molly Blom.

Seit drei Wochen wird die fünfzehnjährige ...

„Sieben minus eins“ ist der Beginn einer neuen, spannenden Buchreihe von Arne Dahl. Im Mittelpunkt stehen dabei Kriminalkommissar Sam Berger und seine Kollegin Molly Blom.

Seit drei Wochen wird die fünfzehnjährige Ellen Savinger vermisst. Durch einen Hinweis findet die Polizei schließlich den Aufenthaltsort, an dem das Mädchen gefangen gehalten wurde. Jede Menge Blutspuren deuten auf große Qualen hin, doch vom Mädchen selbst keine Spur.
Sam Berger glaubt es mit einem Serientäter zu tun zu haben, doch sein Chef ist gegenteiliger Meinung und wirft ihm Steine in den Weg. Schließlich ermittelt Sam auf eigene Faust und ahnt dabei noch nicht, dass es sein ganz persönlicher Fall sein wird.

Der Einstieg in das Buch ist mir nicht ganz leicht gefallen. Denn durch die vielen Beschreibungen kommt es zu einigen Längen. Doch dann kommt es zu einer großen Wendung und man ist plötzlich wie gefesselt von dem Buch. Den Protagonisten Sam Berger fand ich authentisch gezeichnet. Ein eigensinniger und einsamer Wolf, der wenige Freunde hat, dafür aber Ecken und Kanten.
Obwohl Arne Dahl ein bekannter Name unter den skandinavischen Autoren ist, war „Sieben minus eins“ mein erstes Buch von ihm. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Am meisten begeisterte mich dass ich als Leser in die Irre geführt wurde, denn nichts ist so wie es scheint und aus Jägern werden Gejagte.

Bis auf die wenigen Längen bietet das Buch eine gute und spannende Unterhaltung, sodass ich es mit vier Sternen gerne weiterempfehle.