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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.06.2019

Es war einmal in China ...

In tiefen Wäldern Träumen lauschen - Band 1
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Mitten in den Bergen, in einem verlassenen Kloster, während eines heftigen Gewitters, begegnen sich eine junge Frau und ein Mann mit einer Affenmaske. Um die Zeit zu vertreiben erzählt Affe der Frau eine ...

Mitten in den Bergen, in einem verlassenen Kloster, während eines heftigen Gewitters, begegnen sich eine junge Frau und ein Mann mit einer Affenmaske. Um die Zeit zu vertreiben erzählt Affe der Frau eine Geschichte, die fast ein bisschen märchenhaft anmutet, nämlich die einer Prinzessin, die sich durch ihre Stellung einen Gatten kaufen kann.

Es war einmal eine Prinzessin, die alles durfte, was sie wollte. Eines Tages entdeckte sie auf dem Markt einen jungen Mann von überirdischer Schönheit und beschlosss auf der Stelle, ihn zu heiraten. Dank ihres Vaters, des Kaisers, wurde ihr der Wunsch auch gewährt. Sie erhob die Familie ihres Angebeteten A Jiu und nahm ihm zum Mann. Doch A Jiu ist anders als alle anderen. Nicht nur von ätherischer Schönheit, besitzt er übermenschliche Kraft, Kenntnisse von Heilkräutern, ist zu allen gut und sanft. Doch während der Hochzeit ist er vor allem eines: stumm. Er kann nicht reden, lediglich in seinem Gesicht liest man Melancholie. Ob die beiden glücklich werden können?

Nicht nur die Frau im Kloster fragt sich das bisher. Am Ende des ersten Bandes tappt man genauso im Dunkeln wie sie. Durch die Graphic Novel bekommt man einen guten Einblick in das China der Tang-Dynastie und die Zeichnungen sind einfach extrem gut und detailreich. Keine Falte in der Kleidung bleibt verborgen, kein Gesichtsausdruck entkommt dem Leser/Betrachter. Man kann bereits aufgrund einiger Hintergrundinformationen gewisse Spekulationen anstellen und ist neugierig, wie sich die Geschichte weiterentwickelt. Eine ruhige, angenehme Erzählung, die eher durch ihren Flow als durch Action zu fesseln weiß.

Veröffentlicht am 06.06.2019

Pfanne-Topf-Blech

Die One-Pot-Challenge
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Der Titel ist vielleicht ein bisschen irreführend. Bei one pot stellt man sich ja eigentlich immer einen Topf vor, in den alle Zutaten geworfen werden und der dann hexenküchenmäßig vor sich hin brodelt ...

Der Titel ist vielleicht ein bisschen irreführend. Bei one pot stellt man sich ja eigentlich immer einen Topf vor, in den alle Zutaten geworfen werden und der dann hexenküchenmäßig vor sich hin brodelt und köchelt. Tatsächlich gibt es hier jedoch drei Köche, die jeweils mit einem Küchenelement arbeiten: dem Topf, der Pfanne und dem Blech. Dabei bleiben sie auch und wechseln nicht durch.

Moderiert wird das Ganze von Jumbo Schreiner, der auch die Vorgaben macht. Eigentlich sagt er nur die Hauptzutat an und die Köche machen was draus. Ich war anfangs skeptisch, gerade wenn es darum ging, Nudeln im Ofen zu backen oder Linsen. Und die ganzen Fischrezepte habe ich von vornherein ignoriert, das ist so gar nicht mein Ding. Aber am Ende gab es für mich Überraschungen: Lieblingsrezepte, zum Beispiel ausgerechnet bei Linsen, die ich immer langweilig fand bis dahin.
Die meisten ausprobierten Rezepte haben geschmeckt, außer einmal, als mir das Chili ausgekommen ist - das sehe ich aber als meinen Fehler an.

Was mich auf Dauer als Einziges genervt hat, war Jumbo Schreiner. Ich kenne weder ihn noch die Kochprofis und vielleicht ist das das Problem, denn ich bin kein Fan. Aber außer dass er viel gequatscht und die Zutaten in den Raum geworfen hat, hatte er keine Funktion. Und diese Funktion fand ich überflüssig. Mir wäre es lieber gewesen, wenn es mehr Rezepte und weniger oder gar keinen Jumbo gegeben hätte. Ansonsten ist das ein Superkochbuch, mit dem ich noch lange nicht fertig sein werde.

Veröffentlicht am 26.05.2019

Familienfehde

Unbarmherzig (Ein Gina-Angelucci-Krimi 2)
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Der zweite Fall für Gina Angelucci.
Während Tino Dühnfort jetzt in Elternzeit gegangen ist, um sich um die gemeinsame Tochter zu kümmern, hat Gina einige Cold Cases auf ihrem Schreibtisch. Doch ihr wirkliches ...

Der zweite Fall für Gina Angelucci.
Während Tino Dühnfort jetzt in Elternzeit gegangen ist, um sich um die gemeinsame Tochter zu kümmern, hat Gina einige Cold Cases auf ihrem Schreibtisch. Doch ihr wirkliches Interesse wird erst geweckt, als eine Frau die Skelette zweier Menschen auf einer Baustelle findet. Obwohl die Toten schon vor siebzig oder achtzig Jahren umgebracht worden sind, finden Gina und ihr Team tatsächlich Anhaltspunkte, die ein weiteres Ermitteln rechtfertigen, denn Mord verjährt nicht, nicht einmal, wenn er im zweiten Weltkrieg begangen wurde.

Tatsächlich war ich von diesem Buch angenehm überrascht, haben mich doch die letzten Dühnfort-Krimis, die ich las, gelangweilt. Hier jedoch wurde nicht nur ein Fall aus der Vergangenheit präsentiert, sondern gleichzeitig ein schöner Abriss aus der Geschichte dieser Zeit entwickelt. Außerdem bezieht die Autorin sehr klar Haltung gegen Nazis - alte wie neue, damit hat sie bei mir eh schon mal Punkte gut gemacht. Das Einzige, was ich wirklich arg überflüssig fand, war der Erzählstrang um die "Insektenfrau", der hätte echt nicht sein müssen und da musste ich mich schon fast ein bisschen zwingen weiterzulesen und nicht zu überblättern. Alles in allem hat mir dieser Fall gut gefallen und ich bin gespannt zu erfahren, was Gina im nächsten Fall zu ihrer verschwundenen Klassenkameradin in Erfahrung bringt.

Veröffentlicht am 17.05.2019

Sergeant Teddy meldet sich zum Dienst!

Hidden Legacy - Wilde Schatten
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Nevada hat zum Ende des letzten Bandes beschlossen, dass es eigentlich keine andere Wahl mehr gibt, als mit ihren Fähigkeiten und denen ihrer Familie an die Öffentlichkeit zu gehen und sich als Haus eintragen ...

Nevada hat zum Ende des letzten Bandes beschlossen, dass es eigentlich keine andere Wahl mehr gibt, als mit ihren Fähigkeiten und denen ihrer Familie an die Öffentlichkeit zu gehen und sich als Haus eintragen zu lassen. Ansonsten wird ihre fiese Großmutter nie Ruhe geben und versuchen, sie alle in ihre Dienste zu zwingen. Schon jetzt hetzt sie ihre Schläger auf sie. Damit nicht genug, taucht Rogans Ex ausgerechnet bei Nevada auf und will die Agentur engagieren, ihren verschwundenen Ehemann zu finden. Ganz nebenbei spielt noch ein Psychopath ein bisschen mit anderen Dimensionen und beschwört so das ein oder andere Monster herauf - ein anderer Irrer erschafft den schlimmsten Wirbelsturm aller Zeiten. Viel zu tun also ...

Wie üblich sind wieder einige krasse Ideen verarbeitet worden, wie zum Beispiel Sergeant Teddy, der eigentlich "nur" ein hochintelligenter Grizzly mit Neigung zum Umarmen ist oder Zeus, eine außerweltliche riesige Katze. Dazu wieder jede Menge Action und Kawumm wie in einem Comic, was mir wahnsinnig gut gefällt. Nervig finde ich - vor allem aufdringlicher noch als in den letzten Bänden - das Liebesgedöns zwischen dem mir unsympathischen Rogan und Nevada. Dafür mag ich den Zusammenhalt in Nevadas Familie extrem gern, das macht jeden Unsinn von Rogan wieder wett. Alles in allem typisch solide Ilona-Andrews-Kost, die sich jedoch nicht abheben kann von Band 1 und 2.

Veröffentlicht am 11.05.2019

Running Dead

Endzeit
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Als vor zwei Jahren Zombies in Deutschland auftauchten und Menschen reihenweise umbrachten, die dann auch wiederum als Zombies auferstanden, gelang es Weimar und Jena, sich mit einem Schutzwall abzuschotten. ...

Als vor zwei Jahren Zombies in Deutschland auftauchten und Menschen reihenweise umbrachten, die dann auch wiederum als Zombies auferstanden, gelang es Weimar und Jena, sich mit einem Schutzwall abzuschotten. Zwischen den beiden Städten fährt ein automatisierter Güterzug. Und obwohl es verboten ist, in ihm mitzufahren, begegnen sich dort zwei junge Frauen, Vivi und Eva. Als der Zug ausfällt, müssen die beiden zu Fuß weiter und versuchen zu überleben - gegen Zombies, die nicht so lahm sind wie im Film, sondern flink und schnell rennen können.

Ein ruhiges Buch, trotz des Themas und einiger brutaler Szenen. Es lebt auch weniger von dem gegenseitigen Abschlachten, sondern von den völlig unterschiedlichen Charakteren der beiden Frauen. Während Eva, die kurz vor Ausbruch der Zombieapokalypse in den USA Journalismus studieren wollte, mega tough ist, erscheint Vivi eher wie ein kleines Mädchen, unsicher, schüchtern, verängstigt und mit der gesamten Situation überfordert. In all dem Chaos hat sie sich eine Kindlichkeit und Unschuld bewahrt, die man unter diesen Umständen als hinderlich ansehen kann. Ich mochte die Zeichnungen, auch wenn sie eher untypisch für das Genre sind, andererseits ist eine Zombieinvasion in Deutschland auch ziemlich ungewöhnlich.