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Koriander

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.06.2019

Witzig, unterhaltsam, spannend und klug durchdacht!

Nur Uschi kochte schärfer
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Das Cover erinnert entfernt an die Eberhofer-Krimis – der Untertitel „Dorfkrimi“ macht die Liebhaber von Regionalkrimis neugierig!
Was den Leser dann erwartet, ist allerdings mehr: ein handfester Krimi ...

Das Cover erinnert entfernt an die Eberhofer-Krimis – der Untertitel „Dorfkrimi“ macht die Liebhaber von Regionalkrimis neugierig!
Was den Leser dann erwartet, ist allerdings mehr: ein handfester Krimi mit einem hochengagierten „Ermittlerteam“, das sich unbedingt aufeinander verlassen kann – und akribischer Spurensuche, die schnell zum Erfolg führt!
Eingebettet in eine Geschichte, die voller Sprachwitz erzählt wird, vor überraschenden Wendungen nur so strotzt und vor allem ganz besonders liebenswerte Protagonisten beschreibt. Familie Jupp Backes kommt vielleicht anfangs ein bisserl einfältig und naiv daher – aber die Drei haben es faustdick hinter den Ohren! Kein Detail entgeht ihnen, kein kleinster Hinweis wird übersehen…
Ein absolut kurzweiliger und unterhaltsamer Krimi, der den Leser an den umfang- und trickreichen Ermittlungen teilhaben lässt, für jede Menge Schmunzelmomente sorgt und trotzdem völlig schlüssig und perfekt durchdacht ist!
Eine Geschichte für Leser, die es nicht unbedingt so blutrünstig brauchen, sondern viel Spaß an klugen Ideen und witzigen Dialogen haben und sich an einer einfallsreichen Ermittlungsarbeit erfreuen!

Veröffentlicht am 10.06.2019

Wirklich mega-spannend!

Das Haus der Mädchen
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Das Cover ist ein Hingucker – der Bezug zum Titel perfekt: „Das Haus der Mädchen“ beeindruckt schon auf den ersten Blick.
Leni, die eine schlimme Jugend auf dem Land verbracht hat, wagt ihre ersten Schritte ...

Das Cover ist ein Hingucker – der Bezug zum Titel perfekt: „Das Haus der Mädchen“ beeindruckt schon auf den ersten Blick.
Leni, die eine schlimme Jugend auf dem Land verbracht hat, wagt ihre ersten Schritte in die Unabhängigkeit: sie hat eine Stelle als Praktikantin in einem schicken Hamburger Verlag ergattert und glücklicherweise auch ein bezahlbares Zimmer in einer großen WG gefunden. Selbst schüchtern, unsicher und unerfahren, trifft sie schon bei Ihrer Ankunft auf die wunderschöne und lebenslustige Vivienne. Gegensätze ziehen sich an und die beiden werden schnell zu Freundinnen. Doch Vivienne verschwindet nach einer Verabredung spurlos. Und die korrekte Leni fühlt sich verpflichtet, die Suche aufzunehmen. Ungeahnt begibt sie sich in tödliche Gefahr…
Es ist ganz fantastisch, wie Andreas Winkelmann es versteht, den Leser einerseits in die „heile Welt“ der Normalität zu entführen, und andererseits ein Bild des Grauens zeichnet. Beide Realitäten werden so raffiniert verknüpft, dass die Spannung nicht abreißt, man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Selbst blutigste Verbrechen sind so realistisch dargestellt, das man sich die Szenerie richtig vorstellen kann, das erzeugt Gänsehaut! Und andererseits fühlt man mit der sympathischen Leni mit, rätselt, und hofft auf einen guten Ausgang. Überraschende Wendungen nicht ausgeschlossen! Ein gelungener Thriller, den man unbedingt empfehlen kann!

Veröffentlicht am 07.06.2019

Wunderschönes Buch, überzeugende Autorin, reichhaltiges Wissen!

Fräulein Grüns Kräuterwunder
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„Fräulein Grüns Kräuterwunder“ überzeugt schon beim Durchblättern mit einer wunderschönen Aufmachung, liebevollen Fotos und zahlreichen Rezepten!
Karina Reichl ist ein wahrer Kräuter-Freak mit einer grundsoliden ...

„Fräulein Grüns Kräuterwunder“ überzeugt schon beim Durchblättern mit einer wunderschönen Aufmachung, liebevollen Fotos und zahlreichen Rezepten!
Karina Reichl ist ein wahrer Kräuter-Freak mit einer grundsoliden Ausbildung, die den Leser sehr schnell in ihren Bann zieht. Überzeugend und detailreich werden die Kräuter und ihre Wirkungen beschrieben, einfache und gut erklärte Rezepte regen zum Nachmachen und Ausprobieren an. Schon das Inhaltsverzeichnis liest sich wie ein Spaziergang über die Blumenwiese!
Karina Reichl versucht sehr eindringlich, ihren Lesern die Natur wieder nahe zu bringen. Folgt man ihren Vorschlägen, gelingt das auf erstaunlich einfache Weise und Entspannung, Erdung und Gesundheit (wie im Titel angegeben) werden greifbar. Ein Buch für alle Leser, die (auch ohne Vorkenntnisse) an der Heilkraft der Kräuter interessiert sind und umfassende Informationen erwarten, und die gerne gesunde, teilweise erstaunlich einfache Rezepte ausprobieren!
Ein Buch, das man jederzeit wieder als Nachschlagewerk verwenden sollte und das lange Freude bereitet.

Veröffentlicht am 01.06.2019

Ungemein spannend erzählt

Unbarmherzig (Ein Gina-Angelucci-Krimi 2)
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„Unbarmherzig“ ist der zweite Band um die Ermittlerin Gina Angelucci – den man einwandfrei auch ohne Kenntnis des ersten Bandes lesen kann. Ein düsteres Cover – Wolken spiegeln sich auf dem einsamen See ...

„Unbarmherzig“ ist der zweite Band um die Ermittlerin Gina Angelucci – den man einwandfrei auch ohne Kenntnis des ersten Bandes lesen kann. Ein düsteres Cover – Wolken spiegeln sich auf dem einsamen See – und der Klappentext erwecken Neugier.
Der Zufallsfund zweier Skelette bringt Gina Angelucci, zuständig für ungelöste Fälle, auf dem Plan. Aufgrund des erwiesenen Alters legt die Kripo trotz Einschusslöchern in den Knochen keinen Wert mehr auf die Klärung der Morde. Verjährt, nicht mehr ermittelbar, Mörder vermutlich ebenfalls lange tot. Doch Hartnäckigkeit und Spürsinn lassen Gina vermuten, dass eine Aufklärung möglich sei und die Familien der Toten Ruhe finden könnten. Mit Akribie und Taktik ermittelt sie mit Ihrem Kollegen Holger und kann schnell erste Erfolge vorweisen… und taucht ein in die zwischenmenschlichen Beziehungen eines Dorfes, die weit in die Vergangenheit reichen und nach wie vor nicht ruhen.
Inge Löhnig ist ein super spannender Krimi gelungen, den man schon nach wenigen Seiten nicht mehr aus der Hand legen kann. Nicht blutrünstig, nicht reißerisch – dafür mit sehr sympathischen Protagonisten, solider Ermittlungsarbeit und doch auch überraschenden Erkenntnissen! Die Geschichte ist lebendig, schlüssig und überzeugend, und besticht mit einer Kommissarin, die sich abhebt vom allgemein stets verbreiteten Stress und familienfeindlichem Verhalten. Sehr gut gemacht, ein großes Lob an die Autorin, die nicht mit der üblichen Welle mit schwimmt!
Ein gelungener und fesselnder Krimi, der eher sanft daherkommt und auch zum Nachdenken anregt. Ein Muss für alle Leser, die gerne mit rätseln und sich überraschen lassen!

Veröffentlicht am 22.05.2019

Vom Wissenschaftler zum Monster

Das Volk der Bäume
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Der junge Mediziner Norton Perina bekommt in den 60er-Jahren die Chance, mit seinem Mentor auf die gerade entdeckte Insel Ivu’ivu zu reisen. Die Menschen dort sind Ureinwohner, weit entfernt von der Zivilisation ...

Der junge Mediziner Norton Perina bekommt in den 60er-Jahren die Chance, mit seinem Mentor auf die gerade entdeckte Insel Ivu’ivu zu reisen. Die Menschen dort sind Ureinwohner, weit entfernt von der Zivilisation und völlig unabhängig. Die Mediziner erforschen ihr Leben, ihre Nahrung, ihr Verhalten, ihre Riten. Es gibt auffallend viele alte Menschen, die trotz ihrer geistigen Verwirrung im Wald ausgesetzt werden. Und Perina wird Zeuge eines Weihe-Rituals für kleine Jungen.
Als er nach mehreren Aufenthalten den Grund für das hohe Lebensalter der Menschen entdeckt – den Verzehr einer besonderen Schildkrötenart – forscht er gezielt und hartnäckig weiter und nimmt einige der bereits geistig verwirrten Ureinwohner mit in die USA - und adoptiert einen der Jungen. Für seine Entdeckung erhält er 1974 den Nobelpreis. Er adoptiert insgesamt 43 Kinder, die mit ihm leben.
Und wird 1997 zu zwei Jahren Haft wegen Vergewaltigung verurteilt.
Gunter Schoß, Matthias Bundschuh und Thomas Hollaender lesen das Hörbuch so beeindruckend, dass sämtliche Schilderungen vor dem geistigen Auge entstehen. Sowohl Perinas Werdegang als junger Arzt, als auch die Beschreibungen der mikronesischen Inseln mit ihrer beeindruckenden Natur und Pflanzenwelt sind so detailreich und etwas langatmig beschrieben, dass man manchmal ungeduldig auf Ereignisse wartet. Die dann auch kommen: Forscherteams überrennen die Insel, zerstören die endemischen kleinen Inselwelten und bekehren die Menschen, die ihre Wurzeln verlieren. Es ist beängstigend, welche finanzielle Macht die großen Pharmakonzerne ohne Rücksicht auf Verluste freisetzen, wenn es um Forschung und Wissenschaft geht.
Perina kehrt regelmäßig auf die nun erschlossenen Inseln zurück und umgibt sich mit Adoptivkindern. In seinem großen Haus in Maryland wachsen Generationen heran, die er ins Leben begleitet. Fast idyllisch stellt man sich das vor: Kinder jeden Alters, Mädchen und Jungen, alle geeint aufgrund ihrer Herkunft, tollen durch das Haus.
Und alles scheint eitel Sonnenschein, bis er Victor adoptiert, der sich zum eigensinnigen, boshaften und rachesüchtigen Jungen entwickelt…
Das Buch muss man lesen (oder hören), um den Sog zu empfinden, den es entwickelt. Man hat sofort das Gefühl, es handelt sich um einen Tatsachenbericht, dazu tragen auch die peniblen Fußnoten bei, die dem Leser Aufschluss geben. Es gelingt er Autorin, dass man atemlos, teils abgestoßen staunt, was Perina berichtet. Es ist in jeder Hinsicht ein stetes Wechselbad der Gefühle und ich habe eigentlich (wider besserem Wissen) bis zum Schluss geglaubt, das Perina ein Ehrenmann war, der von einem rachesüchtigen Jungen hereingelegt wurde. Ein Wissenschaftler, der zum Monster mutiert, unglaublich beeindruckend geschrieben! Es ist auf jeden Fall ein Buch, das noch lange nachwirkt.