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Veröffentlicht am 02.07.2018

Ein Kochbuch zum Lesen

Naturnahes Kochen – einfach, gut, gesund
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Wer ein normales Kochbuch erwartet, wird hier wahrscheinlich enttäuscht. Das Buch ist unterteilt in zwei Teile, im ersten Teil erklärt der Autor vor allem Warenkunde, welche Produkte am besten zum Kochen ...

Wer ein normales Kochbuch erwartet, wird hier wahrscheinlich enttäuscht. Das Buch ist unterteilt in zwei Teile, im ersten Teil erklärt der Autor vor allem Warenkunde, welche Produkte am besten zum Kochen zu benutzen sind und wo man sie herbekommt. Er gibt auch Adressen zu den Bezugsquellen an und erklärt seine Philosophie des Kochens und Essens. Er legt Wert auf die Qualität der Produkte, empfiehlt Bio Produkte. Im zweiten Teil folgt dann eine übersichtliche Auswahl von traditionellen Rezepten.
Außerdem stellt er verschiedene Essensphilosophien vor, und entwickelt daraus seine eigene, nämlich möglichst viele verschiedene Produkte und so vielfältig wie möglich zu essen . Er legt den Fokus auf Gemüse, Hülsenfrüchte, Fleisch, Getreide, Fisch, Milchprodukte. Zucker ist für ihn nur in Obstform und maßvoll als Honig zulässig. Nach dem Warenkundeteil habe ich vor allem Rezepte die auf Gemüse basieren erwartet, aber der Fleisch und Fischanteil ist doch recht hoch. Für Vegetarier ist das Buch definitiv ungeeignet, für Menschen, die auf vielfältige und traditionelle Kost Wert legen, ist es jedoch empfehlenswert.

Mir hat besonders das Cover und die Haptik des Buches gefallen, das Papier ist hochwertig, leicht aufgeraute Oberfläche, naturweiß. Die Fotos sind bunt, aber zurückhaltend. Zu jedem Rezept gibt es mehrere Fotos und eine Geschichte. Die Rezepte sind ausführlich, den Zutaten kommt dabei ebenso viel Beachtung zu wie der Zubereitung.

Veröffentlicht am 27.12.2020

Bunte Fragenmischung

99 harmlose Fragen für überraschende Unterhaltungen zwischen Eltern und Kindern
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99 Fragen ist ein Hörbuch, das von Ralph Caspers geschrieben und vorgetragen wird. Es werden verschiedene Fragen von ihm gestellt, die er dann auch gleich selbst beantwortet.

Mir hat das Hörbuch gut gefallen, ...

99 Fragen ist ein Hörbuch, das von Ralph Caspers geschrieben und vorgetragen wird. Es werden verschiedene Fragen von ihm gestellt, die er dann auch gleich selbst beantwortet.

Mir hat das Hörbuch gut gefallen, auch wenn ich es schöner gefunden hätte, wenn es verschiedene Meinungen zu den einzelnen Fragen gegeben hätte oder unterschiedliche Menschen je eine Frage behandelt hätten. Ansonsten fand ich die Auswahl der Fragen gut, sehr breit gefächert und von philosophisch bis witzig alles dabei.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 26.12.2020

Thriller in eiskalter Kulisse

Frostgrab
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Dieser durchaus spannende Thriller spielt in den französischen Alpen und handelt von einer Clique, die in der Vergangenheit ein tragisches Ereignis erlebte und 10 Jahre später erneut zusammenkommt. Doch ...

Dieser durchaus spannende Thriller spielt in den französischen Alpen und handelt von einer Clique, die in der Vergangenheit ein tragisches Ereignis erlebte und 10 Jahre später erneut zusammenkommt. Doch es soll kein nettes Zusammensein werden, denn es geschehen mysteriöse Dinge und schnell wird klar, dass er von ihnen ein falsches Spiel spielt.

Der Schreibstil ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, er ist nicht ganz im typischen Thrillerton geschrieben, sondern hat einen Hauch von den Stereotypen romantischer Romane. Die Hauptfigur Milla, aus deren Sicht die Ereignisse erzählt werden, hat aber eine gute Erzählstimme, die ihre Mitstreiter*innen nachvollziehbar einordnet.

Alles in allem hat mir dieser Thriller aber gut gefallen. Er ist spannend erzählt, die Snowboardtermini nehmen nicht überhand und die Figuren sind gut geschrieben. Die Geheimnisse werden nach und nach aufgedeckt und sind schlüssig gestaltet. Robuste Thrillerkost in eiskalter Kulisse - ein schönes Winterbuch!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.06.2019

Klein, aber schön

Kunstgeschichte als Brotbelag
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In diesem handlichen Büchlein werden zwei Dinge zusammengebracht, die die Welt jeden Tag schöner machen: Kunst und Essen.

Verschiedenste Kunstwerke werden als Brotkunst umgesetzt und die Ergebnisse sind ...

In diesem handlichen Büchlein werden zwei Dinge zusammengebracht, die die Welt jeden Tag schöner machen: Kunst und Essen.

Verschiedenste Kunstwerke werden als Brotkunst umgesetzt und die Ergebnisse sind kleine kulinarische Kunstwerke, die manchmal Lust aufs Reinbeißen machen, wie zum Beispiel bei Monets „Seerosenteich“ und manchmal nicht, wie zum Beispiel bei der Interpretation von Günther Ueckers „Ohne Titel“ - Nägel auf Leinwand.

Die Druckqualität der Fotos ist gut, die Bilder an sich sind relativ klein, aber für den Preis angemessen. Mir gefällt, dass immer dabei steht, welche Zutaten auf dem Brot Platz gefunden haben.
Den Titel finde ich ein bisschen merkwürdig und zu umständlich, das Titelbild finde ich auch nicht optimal, es gibt in meinen Augen viel schönere Kunstbrote als „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“.

Ich beurteile dieses Buch unabhängig von der Herausgeberin Marie Sophie Hingst, die sich mit äußerst fragwürdigen Mitteln bekannt gemacht hat.

Veröffentlicht am 11.09.2018

Blick in menschliche Abgründe

Mörderinnen
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Eine Sammlung von vier Geschichten über vier Mörderinnen und ihre Motive. Veikko Barthel gibt einen Einblick in die Lebensgeschichten und das Umfeld der Täterinnen. Er schreibt dabei nicht immer wertfrei, ...

Eine Sammlung von vier Geschichten über vier Mörderinnen und ihre Motive. Veikko Barthel gibt einen Einblick in die Lebensgeschichten und das Umfeld der Täterinnen. Er schreibt dabei nicht immer wertfrei, aber das ist auch gar nicht seine Absicht, wie er im Vorwort erläutert.

„Die Kindsmörderin“ ist noch klar unterteilt in Tat, Prozess, Urteil. Elvira bringt ihr Kind unbemerkt auf die Welt, erstickt es, nimmt es mit zur Arbeit und zerkocht es, spült die Überreste in der Toilette hinunter. Die Gründe für die Tat werden erst im Verlauf des Prozesses deutlich.
Warum die vermeintlich so grausame Babymörderin so handelt, wird für die Leserin am Ende des Prozesses durchaus nachvollziehbar.

„Die Gattenmörderin“ beginnt damit, dass der Verteidiger die Angeklagte trifft, dann wird aus der Sicht der Täterin erzählt wie es zur Tat kommt. Hertha steht unter dem Verdacht ihren Mann umgebracht zu haben, sie verleugnet die Tat komplett, meint, er hätte Selbstmord begangen. Beide sind Rentner, reich, die Kinder sind ausgezogen und haben eigene Familien, beide leiden darunter, dass sie keine Aufgabe mehr haben und werden zu Alkoholikern. An seinem Geburtstag spitzt sich die Situation so zu, dass sie schließlich in seinem Tod mündet.
Die Geschichte ist stringenter erzählt als die erste, leider beschränkt sie sich nur auf die Biografie der Täterin, der juristische Aspekt, der mir bei der ersten Geschichte besonders gut gefallen hat, fällt hier weitestgehend weg.

„Die Sadistin“ beginnt wortwörtlich mit einem Cliffhanger, der erst am Ende aufgeklärt wird. Hier wird die Geschichte aus Sicht des ermittelnden Kommissars geschildert. Dieser ist damit beauftragt, eine Frau ausfindig zu machen, die in pornografischen Videos gequält und misshandelt wird. Die Videoszenen werden sehr sachlich und neutral geschildert, das macht es aber nicht unbedingt einfacher sie zu lesen. Diese Erzählung fokussiert sich mehr auf das Opfer, erst im Laufe ihres Verhörs kommt die ganze Wahrheit ans Licht.

Die letzte Geschichte ist im Gegensatz zu den vorhergehenden ziemlich lang geraten. „Die Giftmörderin“ wird persönlicher beschrieben als die Fälle davor. Sie hat ein relativ offenes Ende was das Motiv und die Schuld angeht, überlässt es der Leserin ihr eigenes Urteil zu fällen, obwohl Natascha, die Giftmörderin, durchaus wertend beschrieben wird.

Gut hat mir gefallen, dass es mit der Auswahl der Täterinnen einen Einblick in verschiedene Gesellschaftsschichten gibt: arm, reich, lesbisch/bisexuell, Migrationshintergrund.
Der Schreibstil ist vor allem im Vorwort recht umständlich und akademisch. Die eigentlichen Geschichten sind dann einfach und sehr flüssig zu lesen. Teilweise driftet die Sprache ins Reißerische um Spannung zu erzeugen, was nicht unbedingt nötig gewesen wäre.
Während die ersten beiden Geschichten sehr kurz und relativ direkt erzählt werden, sind die letzten beiden eher umständlich und ausschweifend geraten.

Alles in allem ist mit „Mörderinnen“ eine interessante, vielfältige Sammlung von echten Kriminalfällen gelungen. Beim Einblick in die Biografie der Täterinnen wird deutlich, dass schon Kleinigkeiten dazu führen können, dass die Grenze zum Mord überschritten wird. Barthel schafft es die Taten zumindest zum Teil nachvollziehbar zu machen und der Fokus auf Frauen als Täterinnen ist eine sehr willkommene Abwechslung zum überwiegend männlichen Täterbild der Kriminalliteratur.