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Veröffentlicht am 11.07.2019

Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne. (Hermann Hesse)

Herzensbrüche
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Wie geht man mit einer Trennung um, die man so gar nicht erwartet hat, die einen plötzlich erreicht? Oder mit der Tatsache, dass die Frau seit Jahren Affären hat und man nicht eine leise Ahnung davon hatte? ...

Wie geht man mit einer Trennung um, die man so gar nicht erwartet hat, die einen plötzlich erreicht? Oder mit der Tatsache, dass die Frau seit Jahren Affären hat und man nicht eine leise Ahnung davon hatte? Solche Trennungs- und auch Neubeginngeschichten behandelt dieses Buch – sieben Trennungen sind es – und acht Personen wurden hier entsprechend befragt vom Autorenpaar.

Bevor man das Buch liest, sollte man sich wohl darüber bewusst sein, dass dieses Buch ein ehrliches Buch ist, es handelt sich hier um echte, erlebte Geschichten und keine phantasievoll erdachten Erzählungen. In gewisser Weise ist es auch ein Ratgeber für (frisch) Getrennte.

Der Schreibstil des Buches hat mir grundsätzlich gut gefallen, gut verständlich, inhaltlich völlig klar zu verstehen, keine großartigen Fremdwörter oder Fachbegriffe. Natürlich aber insofern keine leichte Kost, als dass es dabei um Trennungen geht, um menschliche Emotionen, die heftig ausfallen, verständlicherweise. Bei der ersten Geschichte habe ich mir schwer getan, plätscherte sie doch mehr so vor sich hin und hat mich nicht wirklich in den Bann des Buches gezogen. Kurz habe ich auch überlegt ob ich das Buch nicht doch noch abbreche. (Die erste Geschichte ist wohl auch die längste Geschichte im Buch – so im Nachhinein ist mir das aufgefallen.) Ich habe es nicht getan – und wurde belohnt, mit Einblicken und auch Erkenntnissen.

Die Schilderungen sind von Bekannten des Autorenehepaares, mit denen sie in Kontakt kamen und die sie näher dazu befragen durften. All das wird so auch immer wieder geschildert – wie man sich beispielsweise auf einer Bergstation bei einer Rivella-Limonade trifft und dabei über die Trennung berichten lässt. Es ist so interessant welche Einblicke die jeweils erzählende Person gibt, wie man auch einen Eindruck von der Person bekommt, denn nicht immer ist es so, wie es der erste Anschein vermuten lässt. Da sind herzensgute Menschen, die in ihrer Ehe einfach keine Erfüllung, keinen Austausch hatten, mehr ein Nebeneinander-her-leben. Und dann auf die Person trafen, die das geändert hat. Leicht gemacht hat es sich meiner Ansicht nach keine der befragten Personen, zumindest war das mein Eindruck beim Lesen. Interessant war es zu lesen, wie gleich manche Abläufe doch sind, was Trennungen mit Kindern und entsprechendes Verhalten der Ex-Partner (m/w) anbelangt. Ein Beispiel dafür, dass es auch anders geht: „Das Wichtigste ist, dass wir uns nie aus dem Weg zu gehen brauchten. Dass wir eine sachliche, vernünftige Art fanden, mieinander umzugehen. Und, dass wir uns respektiert haben.“ (S. 108)

Mir hat das Buch gut gefallen, denn nach den jeweiligen Schilderungen der Person gab es noch eine Kurzzusammenfassung über den Weg aus der Krise sowie eine Aufstellung mit mehreren Stichpunkten was geholfen hat. Das waren absolut interessante Ansätze, wenngleich sie für mich persönlich nicht relevant sind. Wenn aber nun jemand das Buch liest, der gerade eine Trennung erlebt und zu verarbeiten hat, dann kann er sich daran durchaus orientieren.

Für mich war es inhaltlich spannend zu lesen, wie sich manches entwickelt hat, woran es ggf. gelegen hat, warum es das Scheitern einer Beziehung gab. Eine Trennung ist von beiden Seiten erläutert worden, das war besonders interessant, so konnte man doch einmal beide Seiten kennenlernen. Was man auch gemerkt hat im Buch: Manche Dinge sind überall leider ähnlich, bei anderen Dingen sollte man sich nicht vom ersten Schein täuschen lassen. So traurig manche Trennung auch sein mag, so spannend ist es auch über den Neubeginn danach zu lesen, von den entstandenen Chancen zu hören. Ich kann dieses Buch nur empfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen für eine interessante und unterhaltsame Lektüre, die durchaus auch emotional ist.

Veröffentlicht am 08.07.2019

Ein Waschbär namens Prinz Purzel

Rosa Räuberprinzessin und das Törtchen-Geheimnis
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Das gibt es doch gar nicht, im beschaulichen Sonnenbühl geht ein Dieb um! Plötzlich verschwinden die leckeren Erdbeertörtchen bei Bäcker Zopf – also scheint der Dieb jemand zu sein, der eine Schwäche für ...

Das gibt es doch gar nicht, im beschaulichen Sonnenbühl geht ein Dieb um! Plötzlich verschwinden die leckeren Erdbeertörtchen bei Bäcker Zopf – also scheint der Dieb jemand zu sein, der eine Schwäche für Süßigkeiten hat. Also macht sich Rosa mit ihrer besten Freundin Irmela und dem Esel Einhorn auf die Suche nach dem Dieb – doch eigentlich haben sie dafür gerade keine Zeit, denn im Wald hat Rosa einen Waschbärchen gefunden.

Die Geschichte rund um die Rosa Räuberprinzessin kannten wir durch die erste gleichnamige Erzählung schon – insofern wussten wir über die Protagonisten Bescheid. Da auch die erste Geschichte wirklich sehr unterhaltsam ist, sollte man auch damit starten, bevor man sich mit dem „Törtchen-Geheimnis“ beschäftigt.

Wunderbar gesprochen -und das Räuberprinzessin-Lied gesungen – hat die Geschichte Cathlen Gawlich. Ihre wirklich wandelbare Stimme verleiht der gesamten Geschichte Leben und Emotionen, aber auch Abwechslung. So merkt man, wenn die Figur wieder wechselt. Uns hat das wieder sehr gut gefallen.

Auch diese Geschichte rund um Rosa, den Esel Einhorn und Irmela ist sehr unterhaltsam, spannend und lustig. Denn die drei ermitteln ja dann einen Dieb – und treffen auch immer wieder auf Neues. Es ist schön zu hören, wie die drei durch die Gegend ziehen und viel draußen sind – vielleicht in gewisser Weise ein Vorbild für Kinder. Auch ist es spannend, wie unkonventionell die Familie von Rosa ist, die Mutter ist gerade in der Webphase, so dass sie sämtliche Kleidungsstücke zu Streifen geschnitten zu Wollknäulen aufwickelt und Webteppiche daraus macht. Man merkt also, es wird einfach nicht langweilig bei Rosa. Und so war es auch mit dieser Geschichte. Wir wurden mit dem knapp 80 minütigen Hörbuch wunderbar unterhalten, es war spannend und lustig zugleich.

Entsprechend gibt es hier 5 von 5 Sternen sowie eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 04.07.2019

Das Rentnerdasein zwischen Tischgrillade und Patagonien.

Mein Mann, der Rentner, auf Tour statt Kur
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Nun sind Günther und Rosa schon zwei, drei Jahre in Rente, haben sich an ihr ständiges Zusammensein zuhause gewöhnt, gehen regelmäßig zum Computerclub und unternehmen auch sonst gerne etwas mit Freunden. ...

Nun sind Günther und Rosa schon zwei, drei Jahre in Rente, haben sich an ihr ständiges Zusammensein zuhause gewöhnt, gehen regelmäßig zum Computerclub und unternehmen auch sonst gerne etwas mit Freunden. Da kommt die Idee auf, dass sie doch auch eigentlich mal in Urlaub fahren könnten. Günther möchte gerne campen, Rosa hingegen eine Kreuzfahrt machen. So kommt es zur Wette der beiden, sie unternehmen beide Reisen und stimmen anschließend darüber ab, welcher Urlaub besser war.

Von Günther und Rosa Schmidt kannte ich bereits die erste Geschichte, die ich als Hörbuch gehört habe. Insofern wusste ich über die beiden Bescheid, kannte sie und die Erlebnisse ihrer Lieben schon. Teilweise wird das im weiteren Buch dann noch einmal kurz wiederholt, ich habe es für mich aber als angenehmer und besser empfunden, dass ich die Geschichte schon kannte.

Vom Schreibstil her hat mir die Geschichte wieder gut gefallen. Absolut verständlich und locker-leicht geschrieben, wirklich gut zu verstehen und sehr angenehm zu lesen. Überhaupt hat mir diese Schilderung im Tagebuchform echt gut gefallen. Man kann immer mal schnell unterbrechen, wenn man keine Zeit hat weiterzulesen – einfach noch entspannter, als wenn man gerne ein Kapitel zu Ende lesen möchte.

In Tagebuchform also schildert Rosa nun sehr unterhaltsam, durchaus auch emotional und lustig wie die beiden ihr Leben so gestalten. Wie sich die verschiedenen Reisen planen und durchführen. Mir hat das sehr gut gefallen, wie man am Alltag der beiden teilhaben darf – denn auch die beiden haben doch ihre liebenswerten und aber auch lustigen Eigenarten.

Alles in allem hat mir das Buch wirklich gut gefallen, eine locker-leichte und lustige Lektüre, die vielleicht auch Lust auf Urlaub macht – je nach Urlaubstyp. Geschrieben für (eher) erwachsene Leser jeglichen Alters – egal ob man noch einige Zeit bis zur Rente hat oder diese schon genießen kann. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 27.06.2019

Wie man Frieda Kahlo mit Avocado, Traube und Zuckerstreuseln auch darstellen kann.

Kunstgeschichte als Brotbelag
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Berühmte Bilder bzw. Gemälde, die jeder kennt, kann man nicht neu in Szene setzen, anders darstellen? In diesem Buch zeigt Marie Sophie Hingst als Herausgeberin die verschiedensten Werke, die unter #KunstGeschichteAlsBrotbelag ...

Berühmte Bilder bzw. Gemälde, die jeder kennt, kann man nicht neu in Szene setzen, anders darstellen? In diesem Buch zeigt Marie Sophie Hingst als Herausgeberin die verschiedensten Werke, die unter #KunstGeschichteAlsBrotbelag im Internet auftauchten.

Berühmte Bilder finde ich seit meiner Kindheit spannend anzusehen. Vor allem hat es mir wohl eine Ausstellung mit Werken von Dalí angetan, seine skurrilen Werke finde ich heute auch immer noch genial. Entsprechend gelungen und lustig finde ich die Idee, dass man Kunstgeschichte mal als Brotbelag darstellt.

Das Buch kommt in einem handlichen Format, etwas kleiner als DIN A 5-Format daher. Durchaus eine praktische Größe und auch wirklich wertig und schön gemacht. Spannenderweise ist das Thema Brot bei Künstlern gar nicht so weit hergeholt – war es doch früher so, dass mithilfe der Weißbrotkrume beispielsweise die Skizzen korrigiert wurden. Außerdem denkt man dabei doch oft an den Begriff der „brotlosen Kunst“.

Man findet auf der einen Seite eine Abbildung des Gemäldes im Original, links seitlich am Rand steht die Angabe des Künstlers, Name des Gemäldes, Jahresangabe sowie Art des Gemäldes. Auf der Seite daneben findet man das Bild dann in Brotform – und am Rand daneben angegeben, wie es umgesetzt wurde – mit Fleischwurst, Petersilie, auf Toastbrot (beispielsweise). An Bildern findet man Gemälde wie den „Seerosenteich“ von Monet, die „Mona Lisa“ von da Vinci, „Blauer Akt III“ von Matisse. Wirklich die unterschiedlichsten Bilder, die man sich hier zum Nachahmen als Brotbelag ausgesucht hat.

Die Umsetzung als Brotbelag ist wirklich total unterschiedlich, man merkt, wie eben jeder eine andere Idee und auch Umsetzung hat. Nimmt mal einer Zuckerstreusel, so sind es in einem anderen Brotbelag dann wieder eher Wurst und Käse, manchmal auch herzhafte und süße Beläge zusammen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, ich finde es sehr amüsant, auf welche Ideen man kommen kann, wenn man berühmte Bilder nachstellt. Spannenderweise kam das Buch auch in der jüngeren Generation (Grundschule) gut an, wohl ein erster Weg um sich näher mit Kunst zu befassen. Ein wirklich unterhaltsames Buch für jede Altersgruppe, eine tolle Idee, die zum Nachahmen einlädt.

Insofern vergebe ich hier entsprechend 5 von 5 Sternen und spreche eine Empfehlung aus. (Mir geht es hier um das Buch - aber ob diese Aktion der Herausgeberin komplett echt ist, kann auch ich nicht sagen. Ich bewerte das Buch und nicht die Art und Weise der Herausgeberin, die wohl eine Hochstaplerin ist.)

Veröffentlicht am 25.06.2019

Ein Waschbär namens Prinz Purzel

Der Esel Pferdinand - Abrakadabra, einmal grauer Esel!
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Im sechsten Band rund um den Esel Pferdinand geht es um einen Zauberer und Pferdinands sehnlichsten Wunsch ein Pferd zu sein. Ein Zauberer kommt auf den Klausenhof. Nach der Vorstellung erhofft sich Pferdinand, ...

Im sechsten Band rund um den Esel Pferdinand geht es um einen Zauberer und Pferdinands sehnlichsten Wunsch ein Pferd zu sein. Ein Zauberer kommt auf den Klausenhof. Nach der Vorstellung erhofft sich Pferdinand, dass dieser ihm seinen größten Wunsch erfüllen kann, weshalb er ihn besucht. Gleichzeitig verschwindet der braune Esel Nepomuk.

Vor einiger Zeit haben wir schon einmal eine Geschichte vom Esel Pferdinand gelesen – und ihn so kennen- und auch schätzen gelernt. Auch bei diesem Buch kann man sagen, dass die Geschichte wieder wunderbar für kleine, junge Leser geschrieben war.

Vom Schreibstil her ist dieses Buch sehr verständlich und nachvollziehbar geschrieben. Keine wirklich schwierigen oder unverständlichen Worte, auch der Satzbau angenehm. Durch die wunderbaren Bilder – illustriert wurde das Buch von Carola Sieverding – ist es auch gut einteilbar, so dass man eine Teil vorliest und Bilderseiten vom Kind gelesen werden. (Natürlich auch andersrum möglich – oder ohne Vorlesen – je nach Lust und Laune.)

Die Geschichte ist sehr unterhaltsam und auch spannend, möchte man doch erfahren ob es Pferdinand gelingen wird, dass ihm sein sehnlichster Wunsch, nämlich ein Pferd zu sein, erfüllt wird. Insofern ist das Buch wirklich bis zum Ende hin absolut lesenswert und unterhaltsam. (Und auch diese Wunschgeschichte ist generell sehr gut gelöst/geglückt, also die Umsetzung der Autorin.) Auch gibt es immer wieder lustige Momente, allein der Name des Esels, eben Pferdinand, ist ja schon amüsant.

Für uns war das wieder eine sehr gute und unterhaltsame Lektüre für junge Leser, die durchaus Spaß gemacht hat und den Wunsch nach mehr Pferdinand-Büchern geweckt hat. Entsprechend vergeben wir hier 5 von 5 Sternen und sprechen eine Empfehlung aus.