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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.08.2019

Alarm im Kanzleramt

Ultimatum
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„Ultimatum“ ist bereits der fünfte Fall für den Berliner Hauptkommissar und Hobbyphilosophen Eugen de Bodt. Die Vorgänger hatten mich begeistert und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Worum geht ...

„Ultimatum“ ist bereits der fünfte Fall für den Berliner Hauptkommissar und Hobbyphilosophen Eugen de Bodt. Die Vorgänger hatten mich begeistert und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Berlin im Herbst 2019: Der Ehemann der Kanzlerin wird gekidnappt. Der Entführer wollen, dass Robert Wedenstein entlassen wird. Bob ist das Böse in Menschengestalt, de Bodts liebster Feind. Kurz darauf wird in Frankreich die Gattin des Präsidenten entführt.
Als wäre das nicht schon genug, sterben in aller Welt russische Diplomaten bei Unfällen und Giftanschlägen. De Bodt gelingt es, Professor Süß zu befreien. Doch er muss erkennen, dass die Täter weitaus grausamere Ziele verfolgen.
Als es fast zu spät ist, verlässt sich de Bodt auf eine Idee, die ihn angeflogen hatte. Nach langer Umkreisung - und behält wie immer recht.
Christian v. Ditfurth hat seinen neuen Polit-Thriller packend in Szene gesetzt. Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Mehrere Handlungsstränge gilt es zu verfolgen. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Auch der Humor kommt nicht zu kurz.
Alle sind wieder mit dabei, die Russen, die Franzosen und natürlich de Bodts Mitarbeiter Silvia Salinger und Ali Yussuf. Wenn de Bodt mit seinen Kollegen herum frotzelt, dann ist das einfach Kult und für Fans dieser Reihe ein Muss.
Tauchsieder und Bügeleisen: immer wieder finden sich Bezüge zu den Vorgängern, erscheinen alte Bekannte. Deshalb könnte ich mir vorstellen, dass Neueinsteiger, die die ersten Bände nicht kennen, Verständnisprobleme haben.
Die Auflösung (de Bodts Idee) lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Sie kommt ein bisschen wie „Kai aus der Kiste“.

Fazit: Eugen de Bodt in Höchstform, nicht nur philosophisch. Aber das Ende hat mich nicht überzeugt.

Veröffentlicht am 26.07.2019

Der letzte Samurai

Inspektor Takeda und das doppelte Spiel
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„Inspektor Takeda und das doppelte Spiel“ ist bereits der vierte Fall für den japanischen Ermittler Kenjiro Takeda. Er kommt aus Tokio und hält sich im Rahmen eines Austauschprogramms in Hamburg auf. ...


„Inspektor Takeda und das doppelte Spiel“ ist bereits der vierte Fall für den japanischen Ermittler Kenjiro Takeda. Er kommt aus Tokio und hält sich im Rahmen eines Austauschprogramms in Hamburg auf. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
In einem Gewerbehof in Hamburg-Schnelsen wird die Leiche eines Mannes gefunden - brutal hingerichtet. Der Tote war ein prominenter Profifußballer: Ryūtarō Matsumoto, genannt Matsu, stammte aus Japan und stand beim HSV unter Vertrag.
Takeda und seine Kollegin Claudia Harms ermitteln. Die Spur führt zu einer obskuren Sekte und zur Yakuza, der japanischen Mafia, viele Teezeremonien später zu einer Gruppe Ewiggestriger.
Nach der Hälfte des Buchs ist der Kriminalfall zwar gelöst, aber dessen Hintergründe liegen immer noch im Dunklen. Und so beschließen Takeda und Claudia spontan nach Japan zu reisen…
Die Einblicke in die Kultur und Denke der Japaner sowie die zeitgeschichtlichen Hintergründe fand ich sehr interessant. Nichtsdestotrotz war es mir letztlich von allem etwas „too much“: zu viel Fußball, zu viel Love Story, zu viel Zen-Buddhismus, zudem Takeda „unkaputtbar“ - unglaubwürdig.

Fazit: Fall Nr. 4 für Takeda-San. Gut, aber nicht das beste Buch der Reihe.

Veröffentlicht am 15.07.2019

Der siebte Kreis der Hölle

Jagd auf die Bestie (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 10)
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„Jagd auf die Bestie“ ist bereits der 10. Fall für Robert Hunter, Leiter der Ultra Violent Crimes Unit des LAPD, und seinen Partner Carlos Garcia. Zugleich ist es eine Fortsetzung. Sie knüpft an die Handlung ...


„Jagd auf die Bestie“ ist bereits der 10. Fall für Robert Hunter, Leiter der Ultra Violent Crimes Unit des LAPD, und seinen Partner Carlos Garcia. Zugleich ist es eine Fortsetzung. Sie knüpft an die Handlung von „Die stille Bestie“ an, den 6. Band der Reihe. Die Bestie alias Lucien Folter ist das Böse in Menschengestalt. Doch worum geht es?
Einst waren Robert und Lucien Freunde, doch nun ist Lucien auf dem Rachetrip. Er konnte aus dem Gefängnis entkommen und will Robert leiden sehen. Ein perfides Spiel beginnt. Lucien arbeitet immer noch an seiner ‚Enzyklopädie des Mordens‘. Vieles hat er ausprobiert. Aber bislang hat Lucien noch nie einen Massenmord begangen. Wird es Robert gelingen, dies zu verhindern?
Es ist ein hartes Buch und nichts für zartbesaitete Gemüter. Der Thriller hat alles, was das halbwegs gesunde Menschenhirn an Obsessionen, Foltern und Metzeleien ausbrüten kann einschließlich eines actionreichen Showdowns. Unendlich grausam, blutig und brutal. Gewalt allein macht jedoch noch keinen guten Thriller aus. Vorhersehbare Abgründe gehen zu Lasten der Spannung.
Was soll jetzt noch kommen? Aber, ich lasse mich auch gerne überraschen...

Fazit: Kurzweilig und unterhaltsam, aber nicht der beste Band der Reihe.

Veröffentlicht am 11.07.2019

Big Data macht es möglich

Der Preis des Lebens
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„Der Preis des Lebens“ ist ein österreichischer Krimi, der Organraub thematisiert.
Dr. André Keller und Dr. Eva Vekete sind spezialisiert auf Organtransplantationen. Mittels Krankenkassendaten finden ...

„Der Preis des Lebens“ ist ein österreichischer Krimi, der Organraub thematisiert.
Dr. André Keller und Dr. Eva Vekete sind spezialisiert auf Organtransplantationen. Mittels Krankenkassendaten finden sie Zielpersonen mit den passenden Organen für solvente Kunden. Wobei die Organspender das nicht überleben. Das System der beiden funktioniert reibungslos, bis ein Missgeschick auf dem Wiener Zentralfriedhof passiert und zwei strafversetzte Polizisten einer Abteilung für Sonderfälle, Michael Lenhart und Sabine Preiss, zu ermitteln beginnen.
Ein erschreckendes Szenario, das Bernhard Kreutner sich ausgedacht hat. Dem starken Anfang folgt ein etwas schwächerer Mittelteil. Der Leser ist der Polizei immer einen Schritt voraus. Denn die Täter sind ja von Anfang an bekannt. Das geht zu Lasten der Spannung. Viele Ebenen des organisierten Verbrechens und des Ermittlungsapparates werden berührt. Geheimdienstliche Aktivitäten sind im Spiel. Was die Reichsbürgerbewegung damit zu haben soll, hat sich mir nicht erschlossen.
Österreich und seine Titel: Frau Ministerin, Brigadier Fritsch, Major Lenhart, Leutnant Preiss etc. Die Figuren sind zu glatt, zu perfekt gezeichnet, ohne Ecken und Kanten. Aber auch der berühmte Wiener Schmäh kommt nicht zu kurz. Als Nicht-Wiener fällt es allerdings schwer zu entscheiden, wie authentisch das ist. Last but not least viel Politik und Philosophie trüben den Lesegenuss. Alles in allem eine Geschichte, die für meinen Geschmack etwas spannender hätte sein können.

Fazit: Morbider Krimi mit brisantem Thema, der mich kurzweilig unterhalten hat.

Veröffentlicht am 07.07.2019

Sonne, Sand und Meer?

Tod in Porto
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„Tod in Porto“ ist mein erstes Buch von Mario Lima. Der Autor geht gleich in medias res: Das Video ist nur dreiunddreißig Sekunden lang. Eine Zunge und ein Paar Ohren, genagelt an eine Holztür. Die „brasilianische ...


„Tod in Porto“ ist mein erstes Buch von Mario Lima. Der Autor geht gleich in medias res: Das Video ist nur dreiunddreißig Sekunden lang. Eine Zunge und ein Paar Ohren, genagelt an eine Holztür. Die „brasilianische Methode“ mit Spitzeln umzugehen. Kurz zuvor war ein Mann brasilianischer Herkunft erschossen neben seinem Sportwagen aufgefunden worden. Wo ist die Verbindung?
Porto im Hochsommer. Aber statt Urlaub müssen Fonseca, Ana und Pinto von der Polícia Judiciária ermitteln. Es geht um die brasilianische Mafia, Gewalt, Geldwäsche und Korruption. Viele Ebenen des organisierten Verbrechens und des Ermittlungsapparates werden berührt. Was haben ein Immobilienhai und die Tochter eines Anwalts aus São Paulo mit alldem zu tun?
Mario Lima ist das Pseudonym eines deutschen Autors, der seit vielen Jahren in Portugal lebt. „Tod in Porto“ ist nach „Barco Negro“ der zweite Fall für Inspektor Fonseca. Der Autor hat seinen neuen Krimi atmosphärisch in Szene gesetzt. Spannend, keine Frage. Aber ich hätte mir ein bisschen mehr Lokalkolorit gewünscht.
Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Schöne ruhige Ermittlertätigkeit. Nicht zu blutig und brutal. Chefinspektor Fonseca ist ein massiger, untersetzter Mann um die fünfzig, der an Asthma leidet. Fonseca, Ana und Pinto, eine sympathische Truppe, der ich gerne wieder über die Schulter schauen möchte.

Fazit: Solide Krimikost, die in Porto verortet ist. Lesenswert!