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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.08.2019

Künstler zum Anfassen ... eine Reise in die Belle Epoque ...

Sei mir ein Vater
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Nachdem die Rezensionen zum gekürzten Hörbuch im Internet doch recht mau ausfielen – eben weil so viele wichtige Informationen weggekürzt wurden – stieß ich nach langem Suchen glücklicherweise auf eine ...

Nachdem die Rezensionen zum gekürzten Hörbuch im Internet doch recht mau ausfielen – eben weil so viele wichtige Informationen weggekürzt wurden – stieß ich nach langem Suchen glücklicherweise auf eine ungekürzte Version. Was soll ich sagen … es hat sich mehr als gelohnt! Die Autorin Anne Gesthuysen, vielen bekannt durch ihre Fernsehauftritte, auch gemeinsam mit ihrem Mann, dem bekannten Journalisten und Moderator Frank Plasberg, hat mit diesem ihrem zweiten Roman eine ganz fantastische Hommage an das „Glamourehepaar“ Georgette Agutte und Marcel Sembat geschaffen. Georgette, von ihrem Mann liebevoll „meine kleine Gette“ genannt, machte sich in der Zeit der Belle Epoque als Malerin einen Namen. Als Schülerin des bekannten Malers Gustave Moreau verkehrte sie später zusammen mit ihrem Mann Marcel mit bekannten Künstlern wie Henri Mattisse, Auguste Renoir und Pablo Picasso. Marcel Sembat trat an ihrer Seite als sozialistischer Politiker und später Minister in der Öffentlichkeit auf. Ihre Liebe zueinander muss eine beispiellose gewesen sein … aber ich greife vor … nun zum eigentlichen Hörbuch …
Zusammen machen sich Hanna, ihr schwer kranker Vater und die französische Ziehtochter Lilie auf Entdeckertour. Gilt es doch ein Geheimnis zu lüften, das Lilies Ururgroßtante, besagte Georgette Agutte, betrifft. Auf spannende Weise wechselt die Autorin spielerisch zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her und hält so den Hörer immer in Atem. Ganz nebenbei habe ich eine Unmenge Informationen aufgesaugt, die mich faszinierten. Es hat Spaß gemacht, Künstler mal als Menschen aus Fleisch und Blut „kennen lernen“ zu dürfen und nicht nur staunend im Museum vor ihren Bildern zu stehen. Ob Buch oder ungekürztes Hörbuch, wenn man ein wenig Sinn für die Malerei der Vergangenheit hat, lohnt sich dieser Roman.

Veröffentlicht am 04.08.2019

Was wirklich geschah und soviel mehr ...

Die Wahrheit über jene Nacht
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Eigentlich war das Leben schön in England. Vater Kit, Mutter Martha, Tochter Sacha und die quirligen Zwillinge Charlie und Finn im eigenen Häuschen, mit liebevollem Großvater ganz in der Nähe. Eigentlich. ...

Eigentlich war das Leben schön in England. Vater Kit, Mutter Martha, Tochter Sacha und die quirligen Zwillinge Charlie und Finn im eigenen Häuschen, mit liebevollem Großvater ganz in der Nähe. Eigentlich. Aber der Alltag und die damit verbundene Wirtschaftskrise holt sie ein und so entschließen sie sich schweren Herzens alles aufzugeben und nach Neuseeland auszuwandern. Ein Abenteuer, das sich schließlich zum Albtraum entwickeln wird … mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten …
Für mich ist es nach „Das Ende der Welt“ das zweite Buch der Autorin, die es wieder geschafft hat, mich mit ihrem Roman total in den Bann zu ziehen. Die Geschichte beginnt mit einem Paukenschlag, nämlich dem schrecklichen Sturz ihres kleinen Sohnes vom Balkon ihres Hauses. Dieser liegt nun mit lebensgefährlichen Verletzungen auf der Intensivstation. Doch was steckt wirklich hinter der Aussage, die Martha auf alle Fragen gebetsmühlenartig wiederholt? Spannungsgeladen, ja fast schonungslos unterbreitet Charity Norman dem Leser die Wahrheit, die mich von einer Ohnmacht in die nächste taumeln ließ. Die tiefen Abgründe, in die diese Familie gestürzt wird, möchte ich nicht erleben und ich rate hier ein Päckchen Taschentücher in Reichweite zu halten. Trotz aller Tragik gibt es natürlich auch sehr schöne Erlebnisse, die aus dem Roman eine runde Geschichte machen. Von mir gibt es wie schon beim ersten Buch wieder die absolut volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung. Was für eine beeindruckende Autorin!

Veröffentlicht am 03.08.2019

Never judge a book by its cover ...

Der Alte muss weg
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Steffi und Tom, das passt nicht mehr … findet sie, die frustrierte und unbefriedigte Ehefrau. Aber auch bei ihren Freundinnen Elfie und Babette sieht es nicht viel besser aus. Gegenseitig setzen sie sich ...

Steffi und Tom, das passt nicht mehr … findet sie, die frustrierte und unbefriedigte Ehefrau. Aber auch bei ihren Freundinnen Elfie und Babette sieht es nicht viel besser aus. Gegenseitig setzen sie sich deshalb einen Floh ins Ohr, einen tödlichen! Doch sind sie wirklich so abgebrüht oder ist es vielleicht auch mal an der Zeit, einen kritischen Blick auf sich selbst zu richten? Wie schneidet man denn selber ab im großen Karussell des Lebens?
Mit einem etwas abgebrühten Humor aber auch einer gehörigen Portion Tiefgang führte mich die Autorin Carla Berling, die sonst ja eigentlich eher für ihre Krimis bekannt ist, durch einen kurzen Abschnitt im Leben der Freundinnen in der Midlife Crisis. Ich muss gestehen, manchmal erkannte ich mich selbst in der Geschichte wieder und konnte mit den Mädels mitfühlen, war aber auch Ehemann Tom gegenüber nicht abweisend gestimmt. Gekonnt führte mir die Autorin mit ihrem Roman vor Augen, dass das ganze Leben nicht nur aus Höhepunkten besteht, man muss sich auch mal an der Beständigkeit freuen und zufrieden sein. Ganz nach dem Motto: „Das Leben kann so schön sein, du musst es nur genießen!“
Wer hier eine Slapstickkomödie erwartet, die das Cover und der Titel vielleicht suggeriert, wird enttäuscht sein. Dafür erhält der Leser aber – geschickt und liebevoll verpackt – eine kleine Lektion für und über das Leben. Von mir gibt es dafür die volle Punktzahl und eine absolute Lesempfehlung.

Veröffentlicht am 30.07.2019

Dieses Buch hat mich tief berührt und begeistert zurückgelassen !!!!!!!!!!!!

Die Zarin und der Philosoph (Sankt-Petersburg-Roman 2)
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Liebe Frau Sahler … nachdem ich den Vorgängerband „Die Stadt des Zaren“, der die Entstehung St. Petersburg beschreibt und mich Peter den Großen kennenlernen ließ, ja schon beeindruckend fand, haben Sie ...

Liebe Frau Sahler … nachdem ich den Vorgängerband „Die Stadt des Zaren“, der die Entstehung St. Petersburg beschreibt und mich Peter den Großen kennenlernen ließ, ja schon beeindruckend fand, haben Sie sich mit diesem Buch selbst übertroffen. Ich hatte das Glück, in meinem Leben auch schon durch die Straßen von St. Petersburg streifen zu dürfen und fand mich dort auf fast jeder Seite Ihres Buchs wieder. Sehr gut gefallen hat mir die Tatsache, dass sie die Zarin mit einem solch kritischen Auge betrachtet haben. Während die große Katharina wohl auch viele gute Taten in ihrem Leben verbracht hat, blieb sie doch eine Herrscherin unter der die einfachen Leute ein schweres und karges Leben führten und wenig zu lachen hatten. Sie haben Katharina in Ihrem Roman die kleine Sonja zur Seite gestellt, eine ganz besondere Personen, die mich das Leben auch mit der Augen einer einfachen Frau sehen ließen. Durch ihre Intelligenz, ihr bezauberndes Aussehen und eine große Portion Glück einen Platz am Hof ergatterte und doch dort nie ihr Glück fand. Ich durfte am philosophischen Zirkel teilhaben und konnte mich mit der Frau des Philosophen an deren unerwartetem Erfolg in der damals noch von ausschließlich von Männern dominierten Künstlerwelt erfreuen. Vor allem aber haben Sie mich mitgenommen an den wunderbaren Fluss Newa, in den Winter- und in den Sommerpalast und mein Besuch dort spielte sich wieder vor meinen Augen ab als wäre ich gestern erst persönlich dort gewesen. Sie sehen, ich komme ins Schwärmen und mochte das Buch eigentlich fast nicht aus der Hand legen. Ich freue mich sehr auf den nächsten Band der großen Saga und bin schon sehr gespannt, was Sie damit für uns Leser bereithalten werden! Hoffentlich spannen Sie mich nicht zu lange auf die Folter …

Veröffentlicht am 18.07.2019

Das Kind in dir muss Heimat finden ...

Wanka würde Wodka kaufen
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Die Autorin Jule Kaspar – mir besser bekannt als Juliane Käppler – hat es mal wieder geschafft, mich total zu begeistern. Die Vorgeschichte unserer Wan … äh, ich meine Jekaterina zu erfahren, war wirklich ...

Die Autorin Jule Kaspar – mir besser bekannt als Juliane Käppler – hat es mal wieder geschafft, mich total zu begeistern. Die Vorgeschichte unserer Wan … äh, ich meine Jekaterina zu erfahren, war wirklich ein wunderbares Erlebnis. Nach einer traumatischen Ausreise aus ihrem Heimatland, findet sie sich im steifen und Regeln beherrschten Deutschland wieder, komplett mit Wohnung und Familie, die ihre beide mehr als fremd sind. Die deutsche Sprache beherrscht sie erstaunlich gut („mit einigen Lücken“ wie sie von selbst behauptet), doch die deutschen Redewendungen rauben ihr schier den letzten Nerv. Selbst ab und zu ein kleiner Wodka als „Flüssigtrost“ schafft da wenig Abhilfe. Aber sie wächst mit ihren Aufgaben und ist sich für nichts zu schade. Sie putzt, schuftet in den entsetzlichsten Jobs und bewährt sich nebenbei immer mehr als Seelentrösterin. Wenn da doch nur ein bisschen mehr Liebe in der Welt für sie wäre ... Wann darf Jekaterina endlich für sich entdecken, dass jedes Unglück auch sein Gutes hat?
Was habe ich beim Lesen zum Teil laut gelacht, wenn unsere Heldin mal wieder mit der deutschen Sprache haderte, wenn sie verzweifelt um russische Traditionen kämpfte oder einem frech gewordenen Mann mal wieder ordentlich die Leviten las. Einige Passagen aber ließen mich auch still und nachdenklich werden. Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen bevor er zerbricht, fragte ich mich mehr als einmal. Aber überzeugt euch selbst, ob ich recht habe, wenn ich behaupte: „Jekaterina ist ein Original mit Ecken, Kanten und einem riesengroßen Herz. Man muss sie einfach lieben.“ Ob Jekaterina oder Max Leif, Jule Kaspars (Juliane Käpplers) Bücher sind einfach ein Garant für echten Lesegenuss.