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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.05.2020

Das Frauenhaus

Das Haus der Frauen
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Im neuen Roman von Laetitia Colombani spielen zwei Frauen die Hauptrolle. Und es sind zwei Zeitebenen zwischen denen die Autorin abwechselt. In der Gegenwart ist es eine Anwältin, die nach einer traumatischen ...

Im neuen Roman von Laetitia Colombani spielen zwei Frauen die Hauptrolle. Und es sind zwei Zeitebenen zwischen denen die Autorin abwechselt. In der Gegenwart ist es eine Anwältin, die nach einer traumatischen Erfahrung Halt in gemeinnütziger Arbeit sucht und deshalb in einem Frauenhaus landet. In der Vergangenheit ist es Blanche Peyron, einer Mitbegründerin der französischen Heilsarmee.

Beide Figuren hatten durchaus Potential. Aber beide Frauen konnten mich nicht richtig für sich einnehmen. Dies lag vor allem an blassen Erzählstil, in dem es wenig Höhen und Tiefen gab und man den Protagonistinnen auch nicht richtig nahe kam. Ich mag eigentlich einen reduzierten Schreibstil durchaus. Aber hier hatte ich tatsächlich meine Probleme. Das ist schade, denn die Themen fand ich durchaus klug miteinander verwoben. Manchmal ist es einfach so, dass eine Geschichte die Leserin nicht so erreicht, wie sie es sich wünscht.

Für mich was das Haus der Frauen eine nette Story für zwischendurch aber weder wurde ich berührt, noch hatte ich große Aha-Momente.

Veröffentlicht am 21.08.2019

einfach nicht mein Fall

Die Spiegelreisende 2 - Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast
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Was ist es nur, dass ich auch mit dem zweiten Band der Spiegelreisenden nicht richtig warm geworden bin. Fast zweifle ich an bisschen an meinem Urteil, denn 99 % der Rezensionen sind euphorisch und der ...

Was ist es nur, dass ich auch mit dem zweiten Band der Spiegelreisenden nicht richtig warm geworden bin. Fast zweifle ich an bisschen an meinem Urteil, denn 99 % der Rezensionen sind euphorisch und der Rest immer noch positiv. Aber dennoch möchte ich mit meiner Meinung nicht hinterm Berg halten, auch wenn sie diesmal nicht dem Mainstream entspricht.

Es liegt nicht am Setting und den Hauptdarstellern. Die haben durchaus Potential für mich. Ophelia ist schön schrullig und doch liebenswert. Die Magie in den Städten ist ungewöhnlich und neu gemischt. Die Spiegelreisen aber vor allem das Lesen der Gegenstände und Personen sind eine faszinierende Idee. Das Cover passt gut zum ersten Band und hat einen besonderen Charme, der mich anspricht.

Es ist die Art des Erzählens, die mir einfach nicht liegt. Wie schon im ersten Band hat die Geschichte – vor allem am Anfang – für mich einige Längen und ist in ihren Beschreibungen liebevoll, intensiv aber auch sehr kleinteilig. Mir fehlte oft der Situationswitz - oder ich habe ihn nicht ganz verstanden – und die Dialoge sind für mich eher aufgesetzt und ohne großen Esprit.

Natürlich gab es schöne Szenen und ein paar Mal steigt das Spannungsbarometer auch. Aber alles in allem kann ich nicht mehr wie 3 Sterne vergeben, da ich einfach die meiste Lesezeit nicht gefesselt war.

Veröffentlicht am 09.08.2019

nette Liebesgeschichte

Mit dem Wind
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1884 lernt die junge Mathilde den Ballonfahrer Paul Naumann kennen und lieben. Das Fliegen wird schnell auch für sie zu einem wichtigen Teil ihres Lebens. Aber damals war es nicht ganz so einfach, als ...

1884 lernt die junge Mathilde den Ballonfahrer Paul Naumann kennen und lieben. Das Fliegen wird schnell auch für sie zu einem wichtigen Teil ihres Lebens. Aber damals war es nicht ganz so einfach, als Frau und bald auch Mutter diese Leidenschaft und den Alltag unter einen Hut zu bringen. Und mehr als einmal muss Mathilde um ihr Glück und das Fliegen kämpfen.

Eigentlich eine spannende Ausgangslage und ein interessantes Hintergrundthema. Für meinen Geschmack war es etwas zu viel Liebesgedöns und zu wenig historische Fakten und Details. Ich hätte mir eine Geschichte gewünscht wie z.B. von Maiken Nielsen über die Hindenburg. Aber leider bleibt das Buch recht profan und oberflächlich und konnte mich nicht richtig packen.

Veröffentlicht am 18.07.2019

wunderschöne Marzi-Welt

Mitternacht
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Dieses Buch lässt mich etwas zerrissen zurück. Christoph Marzis Bücher sind für mich immer ein bisschen eine unkalkulierbare Sache, denn ich habe einige gelesen, die ich toll fand aber auch zwei, drei, ...

Dieses Buch lässt mich etwas zerrissen zurück. Christoph Marzis Bücher sind für mich immer ein bisschen eine unkalkulierbare Sache, denn ich habe einige gelesen, die ich toll fand aber auch zwei, drei, die mich sehr enttäuscht haben. Mitternacht schafft beides, denn die erste Hälfte war fesselnd, überbordend und märchenhaft und die zweite Hälfe holprig, abgehackt, unausgegoren und ein bisschen wie eine kalte Dusche nach einem wohlig warmen Lesegefühl..

Nachdem ich im Nachwort die Gründe dafür erfahren habe - der Autor hat eine schwere Krankheit überstanden - kann ich zwar nachvollziehen, warum es so einen gravierenden Bruch in der Geschichte gibt. Nicht verstehen kann ich, wieso niemand ihn bei der Hand genommen und dazu gebracht hat, der Geschichte mehr Zeit und Seiten einzuräumen. So ist es eine wunderbar erdachte Welt und eine interessante Story, die an einem überhasteten Ende krankt. Deshalb nur drei Sterne und die große Hoffnung, dass es tatsächlich nochmal eine Erzählung gibt, die im gleichen Setting spielt. Denn Marzi kann es auf jeden Fall besser.

Veröffentlicht am 21.06.2019

sperrige Großmutter

Der Zopf meiner Großmutter
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Ich mag die Bücher von Aliena Bronsky. Sie hat eine etwas sperrige Art, wie sie ihre Heldinnen kreiert. Die namensgebende Großmutter mit dem langen Zopf ist diesmal aber schon eine ganz eigene Hausnummer. ...

Ich mag die Bücher von Aliena Bronsky. Sie hat eine etwas sperrige Art, wie sie ihre Heldinnen kreiert. Die namensgebende Großmutter mit dem langen Zopf ist diesmal aber schon eine ganz eigene Hausnummer. Sie war mir von Anfang an unsympathisch und ihre überhebliche laute oberflächlich-lieblose Art, vor allem mit Enkel Max umzugehen - vom Ehemann mal ganz zu schweigen - ist schon sehr gewöhnungsbedürftig.

Ja, ich habe natürlich rausgelesen, dass sie eine verletzte Seele hat und einen guten Kern. Aber der ist wirklich ganz ganz tief drinnen versteckt und ich sie ist mir die meiste Zeit wie ein Elefant im Porzellanladen vorgekommen, der alle die, die sie eigentlich lieben sollten, rücksichtslos niedermacht.

Der kleine Max, der Erzähler, soll der Gegenpol sein. Aber das funktioniert leider nur bedingt. Der Junge kann seiner Oma wenig entgegensetzen und der Großvater flüchtet sich in sein Schweigen.

Fazit: Nicht mein Lieblingsbuch der Autorin.