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Veröffentlicht am 09.03.2020

Gewöhnungsbedürftiger Schreibstil, aber interessante Thematik

Frankly in Love
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Ich habe mich seit Monaten auf dieses Buch gefreut, da mich die Thematik rund um Identität, kulturelle Unterschiede und Zugehörigkeit total angesprochen hat.
Leider konnte mich das Buch nicht ganz so ...

Ich habe mich seit Monaten auf dieses Buch gefreut, da mich die Thematik rund um Identität, kulturelle Unterschiede und Zugehörigkeit total angesprochen hat.
Leider konnte mich das Buch nicht ganz so überzeugen, wie ich es mir erhofft hatte, was vor allem am Schreibstil lag. Das Buch ist aus Franks Perspektive erzählt, der wie alle seine Freunde sehr Ehrgeizig ist und eine unglaublich seltsame Jugendsprache spricht und auch sehr gewöhnungsbedürftige Gedankengänge hat, die teils mit Geräuschumschreibungen dargestellt werden oder sehr abgehackt wirken. Der Schreibstil wirkt dadurch definitiv außergewöhnlich, ich fand die Mischung aus Slang und sehr hochgestochener Sprache aber irgendwie falsch und zum Teil unpassend für einen Jugendlichen, beziehungsweise für eine ganze Gruppe von Jugendlichen. Ich denke aber, dass das sprachliche an manchen Stellen in Originalsprache besser sein könnte, da in der deutschen Übersetzung viele Anglizismen genutzt wurden, die natürlich im Englischen nicht auffallen würden.
Des Weiteren konnte mich das Buch leider lange nicht fesseln und wirkte zu Beginn etwas zu langgezogen. Ab der Mitte konnte mich das Buch aber dann doch noch packen und einiges wieder herausholen.
Frank Li ist eigentlich ein ganz normaler amerikanischer Junge, der für die Aufnahmeprüfungen fürs College lernt, sich häufig mit seinem besten Freund Q trifft und für Mädchen interessiert. Dadurch, dass seine Eltern jedoch aus Korea eingewandert sind und eine recht eigensinnige Weltansicht, inklusive Rassismus gegen fast alle Nicht-Koreaner, besitzen, die auch schon dafür gesorgt hat, dass seine Schwester Hanna für ihre Männerwahl verstoßen wurde, steht er immer wieder vor Problemen und hat auch Probleme seine eigene Identität zu finden. Es fällt ihm schwer sich als Koreaner zu identifizieren, da er kaum koreanisch spricht und umgeben von Amerikanern aufgewachsen ist, gleichzeitig fühlt er sich aber auch nicht als Amerikaner, da die Menschen in ihm eben doch einen Asiaten sehen und seine Eltern viel von ihm erwarten, besonders die Wahl einer koreanischen Freundin.
Viele der behandelten Probleme kommen mir sehr realistisch vor und Franks Gedankengänge zu diesen Themen haben mir wirklich gut gefallen. Zudem lernt man viel über die koreanische Kultur und begleitet Frank dabei, wie er versucht seine Eltern besser zu verstehen und kennenzulernen, über die er eigentlich kaum etwas weiß. Immer wieder werden auch Themen wie Rassismus und kulturelle Unterschiede angesprochen, sodass mir das Buch eigentlich inhaltlich sehr zugesagt hat. An manchen Stellen war mir Frank jedoch als Protagonist ein wenig unsympathisch, da er zum Beispiel die Schwester seines besten Freundes bei jeder Erwähnung mit Attributen wie „heiß“, „sexy“ und ähnlichem beschrieben hat, während diese leider ansonsten kaum erwähnt wurde. Insgesamt konnte ich mich als Leser aber gut in ihn Hineinversetzen und konnte über einige seiner Gedankengänge lachen.
Auch die Geschichte selbst, die anfangs recht vorhersehbar wirkt, hatte noch einige Wendungen zu bieten, die der Geschichte nochmal ein bisschen Spannung geben konnten und sie nochmal in eine andere Richtung gedreht haben.
Während die Geschichte ausgiebig Franks Gedankengänge behandelt hat, kamen für mich die Nebencharaktere zum Teil etwas zu kurz. Während einige bis kurz vor Ende nur Namen blieben, mit denen man fast gar nichts anfangen konnte, wurden immerhin Joy und Q etwas ausführlicher charakterisiert, wobei das auch noch ein bisschen mehr sein könnte. Über Brit hat man zwar auch viel Erfahren, trotzdem blieb sie ein sehr blasser Charakter, mit dem ich nicht besonders viel anfangen konnte.
Wie man merkt bin ich bei diesem Buch etwas zwiegespalten, denn die Geschichte selbst und auch Frank haben mir eigentlich gut gefallen und auch die Thematik des Buches ist etwas Besonderes und kommt sehr authentisch rüber, da sie von Yoons eigener Kindheit inspiriert ist. Besonders auf den ersten 100 Seiten hat mich die Jugendsprache jedoch so sehr gestört, dass ich ein wenig den Spaß am Lesen verloren habe. Zum Glück konnte ich mich mit der Zeit daran gewöhnen, sodass ich die zweite Hälfte des Buches dann mehr genießen konnte. Insgesamt gibt es von mir daher 3.5 Sterne. Für alle die sich für die Thematik interessieren ist es ein spannendes Buch, dass auch viele Denkanreize bietet, man sollte aber etwas Zeit einplanen um sich an den Schreibstil zu gewöhnen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.11.2019

Netter Fantasyroman, mit zu abruptem Ende

Die Gabe des Winters
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Aufmerksam geworden bin ich auf das Buch durch das extrem schöne Cover. Der dunkle Blauton in Kombination mit der Schneeflocke, in die sogar Häuser eingearbeitet sind gefällt mir unglaublich gut und das ...

Aufmerksam geworden bin ich auf das Buch durch das extrem schöne Cover. Der dunkle Blauton in Kombination mit der Schneeflocke, in die sogar Häuser eingearbeitet sind gefällt mir unglaublich gut und das Buch zählt nun zu den schönsten Exemplaren in meinem Regal.

Durch einen Prolog erfährt der Leser zunächst einiges über Ereignisse, die bereits 10 Jahre zurückliegen, die Protagonistin aber trotzdem stark geprägt haben. Anschließend springt die Perspektive zum größten Teil auf die Protagonistin Nuria, was nur durch einzelne Kapitel unterbrochen wird, in der die Geschichte aus der Perspektive ihres Bruders oder von Tarik erzählt wird. Der Schreibstil ist an das mittelalterliche Setting angepasst, wirkte meiner Meinung nach aber teilweise etwas abgehackt. Lange hatte ich dadurch jedoch Probleme wirklich in die Geschichte rein zu finden, sodass mich das Buch erst nach knapp 300 Seiten gepackt hat, obwohl mich zunächst an der Handlung nicht viel gestört hat und die Beschreibungen der Burg, des Dorfes und der Wetterbedingungen wirklich bildlich beschrieben wurden.

Nuria als Protagonistin hat mir zumeist gut gefallen, sie ist eine starke Frau, die nicht davor zurückschreckt Fragen zu stellen oder zu rebellieren. Tarik ist wiederum ein sehr interessanter Charakter. Zunächst wirkt er kalt und abweisend, mit der Zeit wird er aber immer sympathischer und macht eine große Charakterentwicklung durch.

Beim Lesen sind mir schnell die Parallelen zu „Die Schöne und das Biest“ aufgefallen, auch wenn die Autorin viele eigene Ideen dazu genommen hat, die stark vom bekannten Märchen abweichen und für mehr Spannung gesorgt haben. In Anbetracht der Situation konnte ich Nurias schwärmendes Verhalten für Tarik aber oft nicht nachvollziehen. Mit der Zeit wirkte die Liebesgeschichte dann zum Glück aber etwas authentischer und hat mir mehr Spaß bereitet.

Nachdem mir die eigentliche Geschichte recht gut gefallen hat und ich schon viele Theorien zum Schnee und der Vergangenheit von Lady Miriam entwickelt hatte ging mir das Ende dann viel zu schnell. Die ersten paar hundert Seiten waren fast schon langatmig beschrieben, während das eigentlich spannende Ende dann auf knapp 30 Seiten abgehandelt wurde. Alle Mysterien werden plötzlich aufgeklärt, die Probleme wie aus Zauberhand plötzlich gelöst und dann gibt es natürlich noch schnell ein Happy End. An dieser Stelle hätte das Buch gut noch 50 Seiten mehr haben können, denn so hat mich das Ende leider recht enttäuscht zurückgelassen und das, obwohl mich die eigentlichen Enthüllungen wirklich überrascht haben. Insgesamt kann ich dem Buch daher leider auch nur 3.75 Sterne geben.

Veröffentlicht am 23.08.2019

Guter Schreibstil, mir persönlich fehlte jedoch die Spannung

Lieblingskind
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Lieblingskind ist der zweite Thriller von C. J. Tudor und der Erste den ich von der Autorin gelesen habe.

Der Klappentext und das etwas gruselige Cover haben mich total angesprochen, weshalb ich das ...

Lieblingskind ist der zweite Thriller von C. J. Tudor und der Erste den ich von der Autorin gelesen habe.

Der Klappentext und das etwas gruselige Cover haben mich total angesprochen, weshalb ich das Buch unbedingt lesen wollte und mit recht hohen Erwartungen an die Geschichte herangegangen bin.

Der Protagonist Joe nimmt zu Beginn des Buches eine Stelle als Lehrer in dem Ort in dem er aufgewachsen ist an. Er zieht jedoch nicht zurück, weil ihm seine Heimat so gut gefällt, sondern um endlich zu erfahren, was vor 25 Jahren mit seiner kleinen Schwester Annie passiert ist. Joes Vergangenheit hat ihn stark geprägt, er ist ziemlich kaputt und versucht seine Sorgen und Schmerzen mit Alkohol zu ertränken. Zudem lügt und betrügt er was das Zeug hält um seine Ziele zu erreichen. Dennoch ist Joe ein Charakter, den ich trotz all seiner Fehler gut leiden konnte. Lediglich der Handlungsstrang rund um seine Spielsucht hätte meiner Meinung nach nicht sein müssen, da hat einfach das gewisse Etwas gefehlt.

Der Prolog mit den zwei Toten war spannend und hat sofort viele Fragen in meinem Kopf entstehen lassen. Danach wurde das Buch aber zunächst erstmal deutlich ruhiger, wobei mir in der ersten Hälfte des Buches definitiv der Grusel- und Spannungsfaktor fehlte. Durch den flüssigen Schreibstil ging dieser Abschnitt schnell vorüber, aber auch im zweiten Teil wurde das Buch nicht so spannend wie ich es mir erhofft hatte, auch wenn mich die Plottwists überraschen konnten.

Der Großteil des Buches spielt in der Gegenwart, in vielen kleinen Rückblenden erfährt man aber auch einiges über Joes Kindheit und die Dinge, die mit Annie passiert sind. Die Nebenfiguren blieben leider aber alle sehr blass und austauschbar und auch Annies Verhalten nach ihrer Rückkehr kam etwas zu kurz, dafür, dass der Klappentext es so scheinen lässt als würde der Fokus des Buches darauf liegen.

Die Art und Weise, wie Tudor das heruntergekommene Dorf und das Dorfleben beschrieben hat war wiederum klasse. Ich konnte mich direkt in die deprimierende Atmosphäre hineinversetzen und das war ein großes Plus in diesem Buch.

Das Ende konnte mich schließlich leider auch nicht überzeugen. Mir war alles etwas zu wirr und abgedreht, ich hätte mir dann doch eher eine logischere Erklärung für alles gewünscht.

Insgesamt hat mir der Schreibstil des Buches sehr gut gefallen, es fehlte aber einfach an Spannung und viele der Charaktere blieben viel zu blass. Obwohl mich das Ende überrascht hat, konnten meine Erwartungen an das Buch leider nicht erreicht werden, sodass ich ihm nur 3.75 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 23.08.2019

Spannender Thriller, der jedoch in der 2. Hälfte deutlich nachlässt!

STILL ALIVE - Sie weiß, wo sie dich findet
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Still Alive ist der 2. Thriller der britischen Autorin Claire Douglas und ebenfalls im Penguin-Verlag erschienen. Optisch ähnelt er dem Debütroman stark, sodass hier definitiv ein Wiedererkennungswert ...

Still Alive ist der 2. Thriller der britischen Autorin Claire Douglas und ebenfalls im Penguin-Verlag erschienen. Optisch ähnelt er dem Debütroman stark, sodass hier definitiv ein Wiedererkennungswert vorhanden ist. Das Cover passt zudem gut zum Inhalt, da es das Haus zeigt, in dem der Albtraum beginnt.

Nach einem schlimmen Vorfall an der Schule, an der Libby arbeitet brauchen sie und ihr Mann Jamie dringend eine Auszeit. Als sie in ihrem Briefkasten einen Flyer für einen Haustausch findet, kommt es ihr sehr gelegen und die beiden ziehen in eine hochmoderne Villa an der Küste von Cornwall. Schnell häufen sich jedoch seltsame Ereignisse, die Tür steht offen, obwohl Libby sich sicher ist, sie geschlossen zu haben, ein Mann beobachtet die beiden und dann kehrt ihr Hund auch noch mit einem seltsamen Fund aus dem Garten zurück...
Auch nach ihrer Rückkehr nach Bath wird es nicht besser und schon bald merkt Libby, dass ihre Vergangenheit sie eingeholt hat.

Der Schreibstil des Buches ist flüssig und die Handlung schreitet schnell voran, was mir gut gefallen hat. Das Buch ist in drei Abschnitten aufgebaut. Der erste Abschnitt beschreibt die Zeit rund um den Haustausch, der zweite Libbys Vergangenheit und der dritte Abschnitt spielt wieder in der Gegenwart.

Claire Douglas schafft es bereits auf den ersten Seiten Spannung aufzubauen. Ich konnte mich gut in die gruselige Atmosphäre hineinversetzen und habe mich den ganzen ersten Teil lang gefragt, wie der kurze Prolog mit den Ereignissen während des Haustausches zusammenhängt. In Libby konnte ich mich dabei stets gut hineinversetzen. Sie bekommt immer mehr Angst, je mehr seltsame Dinge passieren, fragt sich aber gleichzeitig auch ob sie einfach nur paranoid ist, insbesondere weil ihr Mann Jamie ihr das anfangs immer wieder einreden will und ihr rät eine Therapie zu machen. Schnell wird aber auch klar, dass Libby so einiges vor ihrem Mann verheimlicht und somit nicht ganz unschuldig an den Ereignissen ist.

Im mittleren Teil folgt dann die große Aufklärung, die meiner Meinung nach etwas zu konstruiert wirkte. Positiv daran war aber, dass ich diesen Plottwist wirklich nicht erwartet hätte, normalerweise hat man ja zu mindestens eine Vorahnung, aber hier lag ich mit all meinen Ideen falsch.

Der letzte Abschnitt des Buches spielt dann wieder in der Gegenwart. Leider passierte auf diesen 100 Seiten fast gar nichts. Die großen Fragen waren eigentlich schon alle geklärt und einen großen Showdown gab es auch nicht. Auch der Epilog, hätte nicht sein müssen, denn so bleibt das Ende dann doch noch offen und eine Fortsetzung des Buches wird es wohl kaum geben.

Fazit:
Nach dem ersten Abschnitt des Buches war ich unheimlich begeistert und hätte dem Buch liebend gerne 5 Sterne gegeben. Der konstruierte Mittelteil und das langweilige Ende haben das aber leider zerstört, sodass ich dem Buch nur 3.5 Sterne geben kann. Trotzdem lohnt es sich das Buch zu lesen, denn der erste Teil ist wirklich toll geschrieben und die Plottwists konnten mich immer wieder überraschen.

Veröffentlicht am 23.08.2019

Kreatives Worldbuilding, dass leider zu oft übertrieben wirkt

Kristallblau - Magisches Blut
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Kristallblau- Magisches Blut ist der Auftakt der neuen Fantasy-Duologie von Amy Ewing, die für ihre Juwel-Reihe bekannt ist. Das Cover ist wunderschön und passt gut zum Titel des Buches.

Das Besondere ...

Kristallblau- Magisches Blut ist der Auftakt der neuen Fantasy-Duologie von Amy Ewing, die für ihre Juwel-Reihe bekannt ist. Das Cover ist wunderschön und passt gut zum Titel des Buches.

Das Besondere an diesem Buch ist definitiv der Ideenreichtum der Autorin. Während viele Fantasybücher sich stark ähneln ist diese Geschichte einfach anders. Die Cerulean sind magische Wesen, die sich mit ihrer inselartigen Heimat an andere Planeten binden um ihre Stadt ernähren zu können. Bei den Cerulean gibt es keine „Männchen“. Stattdessen bilden immer 3 Frauen einen Ehebund namens „Trias“ und können während einer Geburtenphase auch ein Kind bekommen. Eigentlich hat Sera gerade das Alter erreicht, indem sie eine Arbeit suchen sollte, doch für es kommt anders, denn sie wird auserwählt um das Band zu durchtrennen, dass die Cerulean mit dem Planeten verbindet, von dem sie ihre Nährstoffe beziehen und soll dafür ihr Leben opfern. Doch dann läuft etwas schief und sie muss auf einem anderen Planeten um Leben und Tod kämpfen.

Zunächst wirkte der ganze Aufbau der Gesellschaft ein bisschen viel auf einmal, doch bereits nach wenigen Kapiteln war ich in der Geschichte drin und habe immer besser verstanden, wie die Cerulean leben. Zusätzlich zu den Cerulean erfährt man aber auch vieles über andere Planeten und deren Bevölkerung. Für einen Reihenauftakt wurden hier aber sehr viele Informationen in kurzer Zeit rübergebracht, bei vielem hätte es vermutlich auch gereicht, wenn man die Informationen erst später bekommen hätte.

Der erste Teil des Buches ist aus Seras Perspektive geschrieben, anschließend lernt der Leser die beiden Menschen Agnes und Leo kennen und schließlich erfährt man noch viel über Leela, die beste Freundin von Sera.

Sera selbst sagt bereits zu Anfang des Buches aus, dass sie das Gefühl hat anders zu sein als die anderen Cerulean, da sie „nicht Lieben könne“. Bei den Cerulean gibt es zwar Personen, die nicht Teil einer Trias sein möchten, aber diese schwören der Liebe absichtlich ab, um Mutter Sonne zu dienen oder Leben einfach lieber alleine. An diesem Punkt fand ich die Aussage noch wirklich in Ordnung, da es ja auch einfach sein kann, dass Sera asexuell ist. Als sie dann aber zum ersten Mal Männer trifft, merkt sie fast sofort, dass sie auf Männer steht. Hier muss ich sagen, dass das einfach ein wenig absurd ist, schließlich sind Menschen für die Cerulean ja quasi Aliens und ich finde es einfach unrealistisch, dass sie sich an diesem Punkt so plötzlich ihrer Sexualität sicher ist. In der Menschenwelt gibt es zudem noch ihr Gegenstück Agnes, die wiederum lesbisch ist, aber in einer homophoben Gesellschaft lebt in der gleichgeschlechtliche Liebe verboten ist.
Diese ganze Konstellation hat bereits im englischen Raum viel Kritik bekommen, weshalb ich mir beim Lesen auch viele Gedanken darübergemacht habe. Ich persönlich sehe es aber so, dass das Buch einfach aufzeigen will, wie in den verschiedensten Gesellschaften bestimmte sexuelle Orientierungen nicht anerkannt werden, obwohl die Personen eigentlich nur denjenigen Lieben wollen zu dem sie sich hingezogen fühlen. Der ganze Ansatz war jedoch leider ein wenig unsensibel und auch einfach zu übertrieben, weshalb ich die Kritik teils nachvollziehen kann.

Nachdem ich am Anfang total gefesselt von der Welt der Cerulean und Seras Geschichte war, nahm mein Interesse leider ab, als die Handlung auf den Planeten der „Menschen“ wechselte. Die Menschen waren mir zunächst alle unsympathisch und scheinen ein homophobes, frauenverachtendes, rassistisches Volk zu sein, dass zudem andere für ihre Religion diskriminiert. Mit dem Perspektivenwechsel zu Leela habe ich aber wieder mehr Freude an diesem Buch gefunden und mit der Zeit konnte ich mich auch immer mehr mit den anderen Protagonisten anfreunden.

Insgesamt hat mir das Buch das Gefühl gegeben, dass die Autorin zu viele Ideen hatte und es nicht geschafft hat die Geschichte auf das Wesentliche zu reduzieren. Dadurch wirkten beide Gesellschaften stark übertrieben und das hat mir leider ein wenig den Spaß an diesem Buch genommen. Insgesamt gebe ich dem Buch daher 3.5 Sterne, denn obwohl die grobe Handlung gar nicht so schlecht ist, wirkt der Versuch Gesellschaftskritik zu üben unfertig. Ich denke der Geschichte hätte es gutgetan, wenn der Fokus auf einem spezifischen Thema gelegen hätte statt so viele Themen nur anzuschneiden. Trotzdem werde ich den 2. Teil lesen, da es mich interessiert, ob die Autorin es schafft einige der Themen noch besser abzuhandeln und zudem wissen möchte, wie es mit Sera und ihren Freunden weitergeht, da das Ende des Buches wirklich gut war.