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Veröffentlicht am 23.09.2019

Bratapfel am Meer

Bratapfel am Meer (Neuauflage)
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Bratapfel am Meer, von Anne Barns

Cover:
Wieder wunderschön.

Inhalt:
Die Insel Juist im Winter.
Eine Gruppe junger Menschen die miteinander befreundet sind und sich dadurch gegenseitig beeinflussen.
Viel ...

Bratapfel am Meer, von Anne Barns

Cover:
Wieder wunderschön.

Inhalt:
Die Insel Juist im Winter.
Eine Gruppe junger Menschen die miteinander befreundet sind und sich dadurch gegenseitig beeinflussen.
Viel Zufall oder Schicksal!?
Eine geheimnisvolle Kette.

Meine Meinung:
Mit Caro (sie ist 31 und Intensivkrankenschwester) lernen wir eine neue Protagonistin kennen die mit ihrem Leben im Moment so gar nicht zufrieden ist. Hier wird ein Punkt angesprochen den ich sehr wichtig finde, unsere hochmoderne Apparatemedizin.

Durch das Geschenk(eine besondere Perlenkette) eine Patientin, die dann stirbt, kommt Caro auf die Insel Juist.
Hier schließt sich der Kreis zum Vorgängerbuch, „Apfelkuchen am Meer“ und hier finde ich es diesesmal wirklich besser man hat das Vorgängerbuch gelesen, denn es kommen doch einige Andeutungen dazu die sonst nicht klar zu verstehen sind.
Ich kenne das Buch und es war wunderschön alte Bekannte wieder zu treffen.

Caro wird dann auch sehr schnell in diesen Freundeskreis aufgenommen und erlebt so einiges. Doch die Ermittlungen über die Kette werden für meinen Geschmack zu sehr in den Hintergrund geschoben.

Geht es am Anfang noch eher ruhig zu, wird dann in das letzte Viertel etwa, sehr viel reingepackt und hier geht es dann Schlag auf Schlag.

Wie in jedem Buch der Autorin, läuft mir schon nach den ersten Seiten das Wasser im Mund zusammen, denn es gibt wunderbare Beschreibungen von Backwaren und der Duft steigt mir unweigerlich in die Nase und ich möchte sofort alles nachbacken und auch verkosten. Was sehr gut geht, denn am Ende des Buches gibt es die tollen Rezepte.
Auch die Natur und speziell die Insel Juist (und gerade auch oder gerade trotzdem zur Winterzeit) wird wieder phantastisch beschrieben.

Ein schönes Zitat zur Geschichte:
Die Vergangenheit ist ein Sprungbrett und kein Sofa.

Die Musik zur Geschichte, vom Duo SCHEER ist sehr schön und passt mit seinen Texten exzellent zum Buch. Die CD soll im Oktober 2019 erscheinen.

Autorin:
Anne Barns ist ein Pseudonym der Autorin Andrea Russo. Sie hat vor einigen Jahren ihren Beruf als Lehrerin aufgegeben um sich ganz auf ihre Bücher konzentrieren zu können. Sie liebt Lesen, Kuchen (was man beim Lesen eindeutig merkt) und das Meer.

Mein Fazit:
Ein schönes Buch in dem die Freundschaft im Mittelpunkt steht.
Der Aufhänger der Geschichte, die Kette, wird leider sehr in den Hintergrund gedrängt.
Von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 04.09.2019

Du bleibst mein Sieger, Tiger - das Alter ist auch nicht immer einfach ♥

Du bleibst mein Sieger, Tiger
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Du bleibst mein Sieger, Tiger,
von Maxim Leo & Jochen Gutsch

Cover:
Witzig und schräg, lässt schon auf den Inhalt schließen.

Inhalt:
Jeder kennt das Schlagwort: Pubertät!
Jeder weiß gleich – ah, eine ...

Du bleibst mein Sieger, Tiger,
von Maxim Leo & Jochen Gutsch

Cover:
Witzig und schräg, lässt schon auf den Inhalt schließen.

Inhalt:
Jeder kennt das Schlagwort: Pubertät!
Jeder weiß gleich – ah, eine schlimme Zeit!
Das neue Schreckgespenst ist nun: Alterspubertät!
Und dass diese Zeit noch viel irrer und schräger ist, wird in vielen kurzen Anekdoten und Geschichten, in diesem Buch deutlich gemacht.

Meine Meinung:
Herzerfrischend pointiert, witzig überzeichnet, urkomisch und oft verschämt ehrlich erfahren wir hier mehr über die Auswirkungen der Alterspubertät.

Der Einstig ist super und spontane Lachattacken haben sich sofort nach den ersten Seiten eingestellt.
Vieles wird zum Thema gemacht:
-Ein Treffen mit „Gott“ – ach wie habe ich mich amüsiert.
-Wohl dem der ein männliches „Pupertier“ hat der die Körperpflege für sich entdeckt (könnt ja auch anders laufen).
-Allzu viel ist ungesund und/oder: Extreme sind auch nicht so das Gelbe vom Ei.
-Tja und so ein Gespräch mit „des Mannes bestem Freund“ kann ganz schön aufschlussreich sein.

Die „Euphorie“ beim Lesen, hat sich etwas abgenützt. Musste ich am Anfang noch herzhaft lachen, habe ich am Schluss nur noch geschmunzelt.
War es der „Gewöhnungseffekt!?
Zu Beginn finde ich es erfrischend aus dem Leben gegriffen, je mehr ich lese desto überspitzter (oder übertrieben) finde ich es.

Autoren:
Maxim Leo ist Kolumnist der Berliner Zeitung. Für seine Familiengeschichte Haltet euer Herz bereit wurde er mit dem Europäischen Buchpreis ausgezeichnet. Er schreibt Tatort-Drehbücher und eine Krimireihe.

Jochen Gutsch ist Reporter beim Spiegel und Kolumnist der Berliner Zeitung. Zusammen mit Maxim Leo verfasste er die Bestseller Sprechende Männer (2011) und Es ist nur eine Phase, Hase (2018).

Mein Fazit:
Ein witziges Buch über das „Alterspubertier“ das auch nicht immer weiß was es gerade mit sich anfangen soll.

PS: Alles am besten mit Humor nehmen (und zu seinen Macken stehen).

PPS: Und den Eierlikör nicht vergessen.☺

Veröffentlicht am 28.08.2019

Das Mädchen Jannie

Das Mädchen Jannie
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Das Mädchen Jannie, von Petra Hammersfahr

Cover:
Das Mädchen auf der Flucht, wird zur Schlüsselperson.

Inhalt:
Jannie zieht mit einer Gruppe Bettler durchs Land, bis sie eines Tage flüchtet.
Sie wird ...

Das Mädchen Jannie, von Petra Hammersfahr

Cover:
Das Mädchen auf der Flucht, wird zur Schlüsselperson.

Inhalt:
Jannie zieht mit einer Gruppe Bettler durchs Land, bis sie eines Tage flüchtet.
Sie wird von Dieter Leuken aufgenommen und kümmert sich dann auf dessen abgelegenem Hof liebevoll um dessen kranke Mutter.
Jannie erkennt nicht in welcher Gefahr sie schwebt.

Meine Meinung:
Dies ist für mich kein Roman sondern eher ein Thriller.

Also das Buch ist wirklich nichts für schwache Nerven, denn es geht absolut brutal und teilweise unmenschlich zur Sache.
Es geht um einen Psychopathen, der als Schriftsteller Thriller schreiben möchte, und für diese will er, das was er schreibt, vorher selber durchführen. Dabei geht er äußerst perfide vor.

Ich lese gerne Thriller, allerdings eher auf der psychologischen Schiene. Dieses Buch hier geht nun wirklich in die blutige Schiene, in der Gewalt in Ihren schlimmsten Exzessen und bis ins Detail beschrieben wird, wo nicht einmal vor Kindern, ja sogar Säuglingen halt gemacht wird.
Gewalt in seiner abartigsten, perversen und unwahrscheinlich menschenverachtenden Weise wird geschildert.

Abscheu und Fassungslosigkeit wechseln sich beim Lesen regelmäßig ab.

Ich muss mich fragen wie kann ich so ein Buch lesen?
Aber hier sind die Neugierde und die Spannung (durch den Schreibstil) so unglaublich hoch. Wird das Mädchen Jannie das Ganze zu überleben? Kann sie es überhaupt schaffen?

Deshalb muss man dem Buch für die Schreibweise und die Spannung Respekt zollen. Wie alles durchdacht und aufgebaut ist, der Kreis der sich erst immer weiter zieht, das Netz immer größer und verflochtener wird, und zum Schluss sich alles logisch fügt.
Aber für die hässliche, grenzenlose, abartige Gewalt, mag und kann ich keine 5 Sterne geben. Für die expliziten Grausamkeiten werde ich einen Stern abziehen.
Für mich war es oft ekelerregend und pervers, aber leider so realistisch. Das wirklich abschreckende dabei, und was mir so an die Nerven geht, dass alles so realistisch geschildert ist, in einem Milieu in dem ein Menschenleben aber auch schon gar nichts wert ist. Ich denke leider, das kann jederzeit passieren.

Mein Fazit:
Für mich kein Roman sondern ein Thriller mit unglaublich grausamen Gewaltexzessen und Passagen (auch über Kindern), die ich kaum aushalten konnte.
Aber brillant durchdacht und geschrieben, in seiner perfiden Art.
Für die spannende Schreibweise 5 Sterne, aber für diese abartigen, für mich ekelerregenden Grausamkeiten, ziehe ich einen Stern ab.

Veröffentlicht am 25.07.2019

Aller Toten Dinge sind drei

Aller toten Dinge sind drei
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Aller Toten Dinge sind drei, von Bent Ohle
Ein Landfrauenkrimi

Cover:
Es passt super zur Geschichte.

Inhalt:
Elsa van Graaf ist Assistentin der Präsidentin des Landfrauenverbands und reist mit ihrer ...

Aller Toten Dinge sind drei, von Bent Ohle
Ein Landfrauenkrimi

Cover:
Es passt super zur Geschichte.

Inhalt:
Elsa van Graaf ist Assistentin der Präsidentin des Landfrauenverbands und reist mit ihrer Chefin von Berlin in idyllische Örtchen Uplengen in Ostfriesland.
Dort erwartet sie nicht nur der Trubel des bevorstehenden Herbstmarktes, sondern sie wird in die Morddrohungen gegen drei Männer der führenden Landfrauen verwickelt.
Voller Eifer stürzt sie sich in „private Ermittlungen‘“ und lässt sich auch von schweren nächtlichen Tätigkeiten gegen sich selbst, nicht ausbremsen.

Meine Meinung:
Die Geschichte hat super begonnen und schon nach den ersten paar Seiten hatte ich ein dickes Grinsen im Gesicht. Was unter anderem auch dem tollen Wortwitz und dem klasse eingebauten Dialekt zu verdanken ist.
Leider fiel beides so nach dem ersten Drittel weg (ist mein Gefühl).
Die Geschichte wir schwächer, es zieht sich und wird langatmig, und wirkt mit der Zeit auch recht konstruiert.
Z.B. wie sollen 5 Alpakas in einen Camper passen??

Elsa van Graaf ist eine interessante und vielseitige Person, die sich hier zur Miss Marple entwickelt. Sie ist inzwischen eine alleinerziehende Mutter einer Teenagerin, mit einem Camper unterwegs, ehemalige olympische Kanufahrerin, liebt Krimis und ihr Mann ist vor Jahren unter mysteriösen Umständen „verschollen“, was Stoff für viele weitere Bände gibt.

Allgemein kommen mir die „Landfrauen“ ein bisschen zu kurz (für einen Landfrauenkrimi, und die Nebenpersonen blieben etwas blass.
Wobei mir der Dorfpolizist Voß-Hoss richtig ans Herz gewachsen ist.
Zitat: Trüge er keine Uniform, sondern eine rote Mütze und eine Schaufel, hätte er auch als Gartenzwerg durchgehen können.

Was ich noch positiv anmerken möchte ist die handgezeichnete Karte zu Beginn des Buches.

Autor:
Bent Ohle, geb. 1973 in Wolfenbüttel und aufgewachsen in Braunschweig, studierte Film- und Fernsehdramaturgie.

Mein Fazit:
Ein lebendiger und witziger Auftakt der Landfrauenkrimi Reihe um Elsa van Graaf, der leider seinen starken Beginn nicht ganz bis zum Ende durchziehen konnte.
Von mir 4 Sterne

Veröffentlicht am 19.07.2019

Find mich da, wo Liebe ist

Find mich da, wo Liebe ist
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Find mich da, wo Liebe ist, von Ansty Harris

Cover+ Titel:
Das Cover ist sehr romantisch, aber den Titel versteh ich nicht so recht, auch nicht, nachdem ich das Buch gelesen habe.

Inhalt:
Grace, eine ...

Find mich da, wo Liebe ist, von Ansty Harris

Cover+ Titel:
Das Cover ist sehr romantisch, aber den Titel versteh ich nicht so recht, auch nicht, nachdem ich das Buch gelesen habe.

Inhalt:
Grace, eine Instrumentenbauerin, lebt sehr zurückgezogen in einem englischen Dorf. Eigentlich hatte sie eine große musikalische Karriere vor sich.
In ihrem Leben dreht sich seit 8 Jahren, alles um David, ihre große Liebe. Doch der ist verheiratet und hat auch nicht vor seine Familie zu verlassen.
Durch einen Zufall kommt diese Affäre nun an die Öffentlichkeit und es passieren Dinge die alles infrage stellen.

Wird Grace einen Neuanfang wagen?

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich in sehr unterschiedliche Gefühlslagen gebracht.

Grace war mir von Anfang an eigentlich recht sympathisch.
Gleichwohl konnte ich sie eigentlich nie verstehen.
Erstens ihre Liebe und Hingabe zur Musik, die Phantasie und die Empfindungen die sie in die Musik legt und für die Musik empfindet, kann man wohl nur (nach)empfinden, wenn man selber ein Instrument spielt oder für Musik brennt.
Dann ihre Affäre.
Wie kann ich 8 Jahre lang immer nur auf dem Sprung sein und mich für einen Mann bereithalten, der sich so offenbar nicht von seiner Familie trennen will oder kann. Wie kann man sich nur so lange hinhalten lassen, damit verbaut man sich doch sein eigenes Leben.
Diesen Teil der Geschichte konnte ich nicht verstehen und nicht nachvollziehen, auch wenn die Autorin die Gefühlswelt von Grace sehr gut beschrieben hat.

Besser gefiel mir der zweite Teil der Geschichte, in dem es um selbstlose Freundschaft ging. Um das „Füreinander“ da sein, ohne auf Vorurteile oder auf die Gesellschaft zu schauen.

Autorin:
Die Autorin unterrichtet Kreatives Schreiben an der Canterbury Christ University. Einige ihrer Kurzgeschichten wurden veröffentlicht, sie wurde mit dem HG Wells Shorts Story Award ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrem Mann, von dem sie alles über den Bau von Geigen gelernt hat, und zwei Hunden direkt am Meer in Kent, England.

Mein Fazit:
Auch wenn mir die Protagonistin unverständlich und fremd blieb, war doch der zweite Teil des Buches voller Wärme und die selbstlose Freundschaft und Hilfe, die jedem wiederum Wärme und Sicherheit brachte, hat mir sehr gut gefallen.
Deshalb von mir 4 Sterne.