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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2019

Freundschaft und Chaos

Luna Wunderwald, Band 3: Ein Waschbär in Wohnungsnot (magisches Waldabenteuer mit sprechenden Tieren für Kinder ab 8 Jahren)
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Noch drei Wochen Ferien und Lunas beste Freundin Melody darf zu ihr ins Forsthaus ziehen. Worüber sich Luna am Anfang so sehr freut, entwickelt sich bald zu einer harten Bewährungsprobe für ihre Freundschaft. ...

Noch drei Wochen Ferien und Lunas beste Freundin Melody darf zu ihr ins Forsthaus ziehen. Worüber sich Luna am Anfang so sehr freut, entwickelt sich bald zu einer harten Bewährungsprobe für ihre Freundschaft. Melody weiß um die magische Zauberflöte und ist total neugierig, wie sie funktioniert. Als eine Waschbärenfamilie auf ihre typische Art und Weise für Unruhe im Wald sorgt und Luna wieder für Ruhe und Frieden sorgen will, mischt Melody sich überall ein. Zudem mag Lunas Freund Jonas Melody nicht und die beiden Dackel Drago und Daisy misstrauen dieser auch. Und schließlich verschwindet Lunas Zauberflöte.

Ich fand das Buch angenehm jung und schwungvoll, zum Teil auch sehr witzig geschrieben. Kindern im Schulalter wird es sicherlich gefallen, auch wenn Bücher in denen es um Freundschaften zu sprechenden Tieren geht mittlerweile sehr zahlreich erschienen sind. Doch ich finde, das die Beziehung zwischen Luna und den Waldtieren nur den großen Rahmen bildet. Denn in dieser Geschichte geht es eher um die Freundschaft von Luna und Melody und wie die Freundschaft der beiden Mädchen durch deren gänzlich unterschiedliche Persönlichkeiten auf die Probe gestellt wird.

Ich fand diesen Band, denn es ist anscheinend schon der Dritte sehr lesenswert und auch ohne Vorbände total verständlich und denke, dass er vor allem Mädchen im Grundschulalter sehr begeistern wird.

Veröffentlicht am 14.09.2019

Ferien – Elfen- Abenteuer

Leonie Looping, Band 1: Das Geheimnis auf dem Balkon
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So können langweilige Ferien zu aufregenden Abenteuern werden. Leonie wird mit Unterstützung von Mückes Schrumpferbsen zeitweilig selber zu einer Schmetterlingselfe. Dabei lernt sie schnell, dass es auch ...

So können langweilige Ferien zu aufregenden Abenteuern werden. Leonie wird mit Unterstützung von Mückes Schrumpferbsen zeitweilig selber zu einer Schmetterlingselfe. Dabei lernt sie schnell, dass es auch ganz schön kompliziert ist, die Welt aus der Sicht kleiner Lebewesen zu betrachten – da kann selbst der süßeste Hauskater zu einer reißenden Bestie werden. Doch Leonie mag ihre beiden neuen Freundinnen und begibt sich mit der Elfe Mücke auf die Suche nach Luna, als diese einfach verschwindet.

Das Buch hat mir sehr gefallen. Auf jeder Seite gibt es farbige Bilder, die die Geschichte toll unterstützen. Die Schrift hat eine hinreichende Größe und der Schreibstil ist für Erstleser klar und einfach gehalten. Zudem sind bisweilen einige Wörter orange abgesetzt, so dass Kinder gegen Ende der ersten Klassenstufe keine größeren Probleme beim Lesen des Buches haben sollten. Ein wirklich schönes Buch und es gibt noch mehr Bände aus der Reihe.

Leonie Looping bekommt eine klare Leseempfehlung von mir.

Veröffentlicht am 13.09.2019

Jeder sollte seine Familie kennen

Der magische Blumenladen, Band 10 - Ein Brief voller Geheimnisse
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Violet macht sich mit ihren beiden Freunden Zack und Jack auf die Suche nach dem unbekannten Vater und muss leider am Ende ihrer Reise lernen auch mit Enttäuschungen und schmerzlichen Erfahrungen umzugehen.

Gina ...

Violet macht sich mit ihren beiden Freunden Zack und Jack auf die Suche nach dem unbekannten Vater und muss leider am Ende ihrer Reise lernen auch mit Enttäuschungen und schmerzlichen Erfahrungen umzugehen.

Gina Meyer hat sich in diesem Band einem sehr ernsten Thema gewidmet. Jeder möchte früher oder später seine Wurzeln ergründen. Doch wie geht man damit um, wenn sich herausstellt, dass sich eine lang gehegte Hoffnung nicht erfüllen lässt?
Violett wird am Ende ihrer Reise feststellen müssen, dass sie ihren Vater niemals persönlich kennen lernen wird. Aber sie findet in ihren neuen Großeltern zum einen selber Trost und kann zum anderen den beiden auch Trost spenden. Denn nun hat sich ihr familiärer Kreis erweitert.

Für mich hat die Autorin dieses ernste Thema mit der von ihr gewohnten leichten Schreibart altersgerecht aufgearbeitet. Und deshalb erhält auch dieser Band gerne meine Leseempfehlung. Auf Grund der kurzen Leseprobe am Buchende freue ich mich bereits auf den nächsten Band.

Veröffentlicht am 05.08.2019

Der Originaltitel ist aussagekräftiger

Die Frauen von Troja
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Die Geschichte von Atalante hatte mich recht schnell in ihren Bann gezogen.

Emily Hauser hat aus den unterschiedlichsten griechischen und römischen Quellen, in denen die Sage von Atalante erzählt wird ...

Die Geschichte von Atalante hatte mich recht schnell in ihren Bann gezogen.

Emily Hauser hat aus den unterschiedlichsten griechischen und römischen Quellen, in denen die Sage von Atalante erzählt wird eine wunderschöne Geschichte entwickelt, in der Atalante selbst ihre Lebensgeschichte von ihrer Geburt bis zur Thronbesteigung von Pagasä beschreibt.

Dabei begegnet dem Leser eine junge, selbstbewusste Frau, die in der archaisch männlich dominierten Gesellschaft ihren rechtmäßigen Platz als ebenbürtiger Mensch einfordert.
Als Säugling aufgrund einer Weissagung zum Sterben in den Bergen ausgesetzt, beginnt ihr Leben in ein – wie in den meisten griechischen Mythen- Spiel der Götter verwoben zu werden. Hier rettet die Göttin Iris ihr das Leben, indem sie einen Holzfäller die kleine Atalante finden und bei diesem frei aufwachsen lässt. Und so kann die junge Frau am Beginn des Romans sich auch in ansonsten männlichen Domänen behaupten, körperlich geschult, als geschickte Jägerin.
Nachdem sie von ihrer Herkunft erfahren hat, beschließt Atalante ihren Anspruch in der Thronfolge Pagasäs zu erringen und muss sie sich als Mann verkleidet mit auf die Suche nach dem Goldenen Vlies machen, denn als Frau ist das schließlich nicht möglich. Und so nimmt sie an der Fahrt der Argonauten teil.

Die Geschichte, die die Autorin so modern und gleichzeitig über weite Strecken inhaltlich gekonnt traditionell den Fragmenten des Altertums folgend erzählt ist fesselnd und temporeich erzählt.
Mir gefiel vor allem die überraschende Wahl der Autorin, Jason auf der Basis der Beschreibung in Apollonios‘ Argonautika darzustellen; recht kalt und brutal im Vergleich zu den klassischen Darstellungen bei Homer. Aber gerade dadurch eignete er sich zum menschlichen Antagonisten Atalantes. Hervorragende Idee, hat mir sehr gut gefallen.
Zum Buch kann ich also zusammenfassend nur sagen, wirklich tolle Geschichte. Es ist auf jeden Fall ein Buch, dass alle mitnimmt, die sich für die griechische Mythologie begeistern und auch gerne einmal bekannte Dichtungen etwas anders erzählt erleben möchten.

Was mich jedoch wirklich irritierte ist die Namensgebung des Titels. Der Originaltitel lautet im Übrigen For the Winner. Wie man erkennen kann, nichts in Richtung Frauen von Troja und in Bezug auf die Geschichte Atalantes aussagekräftiger, denn auch der Untertitel der deutschen Ausgabe Tochter des Meeres, löst in mir keinen Bezug zur Geschichte Atalantes aus. Die beiden anderen Bände lauten im Original auch anders und lediglich der erste Band gibt im Untertitel einen Bezug zu den Frauen von Troja. Und so frage ich mich, ab es nicht eine aussagekräftigere Titelwahl in Bezug auf die Geschichte hätte geben können?

Veröffentlicht am 01.08.2019

Den Buchladen hätte ich auch gerne

Der zauberhafte Wunschbuchladen 1
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Wenn die beste Freundin wegzieht, man sich allein den Schulzicken im Alltag stellen muss und dann noch neuen Menschen in seinem Leben eine Chance geben soll, ja dann steht für die meisten Kinder die Welt ...

Wenn die beste Freundin wegzieht, man sich allein den Schulzicken im Alltag stellen muss und dann noch neuen Menschen in seinem Leben eine Chance geben soll, ja dann steht für die meisten Kinder die Welt ein wenig auf dem Kopf. Aber wie gut, wenn es einen Rückzugsort gibt, an dem man sich gut aufgehoben fühlt.
Clara ergeht es genau so. Aber zum Glück hat sie eine Familie, die ihre Probleme versteht und natürlich auch den Wunschbuchladen, den Ort an den sie sich zurückziehen kann und an dem sie von Frau Eule, Kater Gustaf und dem sprechenden Spiegel Herrn König Hilfe und schwungvolle Ideen erhält. Und diese geben Clara wieder die Anstöße, die sie benötigt, um die sich verändernde Situation bewältigen zu können.
So kann Clara langsam lernen auch ohne ihre Freundin Lene den Schulalltag zu meistern, dem neuen Banknachbarn Leo in ihrer Klasse offen gegenüber zu sein und auch der neuen Klassenlehrerin Frau Rose, die aus Claras Sicht Schuld an ihrem und Lenes Unglück ist eine Chance zu geben.

Katja Frixe hat das Thema sehr liebe- und schwungvoll aufgegriffen und in eine mit Humor gewürzte Geschichte verpackt, die die kleinen Leser dazu bringen wird nicht nur für Clara, sondern auch für alle anderen an einem so eingreifenden Lebensabschnitt Beteiligten Sympatie und Verständnis zu entwickeln.

Die Beschreibung der „drei etwas anderen Charaktere“, die den Wunschbuchladen managen haben mir besonders gut gefallen. Sie brachten Witz und richtig Schwung in die gesamte Geschichte. Zudem unterstützen die Illustrationen von Florentine Prechtel das Buch.

Der erste Band des zauberhaften Wunschbuchladens nimmt Kinder mit in eine sehr reale und doch ein wenig fantastische Welt und macht Spaß am weiterlesen.