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Veröffentlicht am 06.10.2019

Spannend, aber nicht komplett überzeugend

Offline - Du wolltest nicht erreichbar sein. Jetzt sitzt du in der Falle.
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Broschiert: 368 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch (25. September 2019)
ISBN-13: 978-3596703944
Preis: 14,99 €
auch als E-Book erhältlich

Spannend, aber nicht komplett überzeugend

Inhalt:
Einmal ein ...

Broschiert: 368 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch (25. September 2019)
ISBN-13: 978-3596703944
Preis: 14,99 €
auch als E-Book erhältlich

Spannend, aber nicht komplett überzeugend

Inhalt:
Einmal ein paar Tage ohne Handy, ohne Internet. Digitale Entgiftung. Das ist das Ziel einer ziemlich gemischten Gruppe von Leuten. Sie reisen dazu in ein noch in Renovierung befindliches Bergsteigerhotel auf dem Watzmann, wo sie die einzigen Gäste sind. Am nächsten Morgen wird einer von ihnen schwer verletzt aufgefunden. Das Hotel ist eingeschneit. Es gibt kein Entkommen, und der Täter muss einer von ihnen sein …

Meine Meinung:
Digital Detox ist lediglich der Aufhänger für diese Story, ohne dass es eine größere Rolle für die Handlung spielt. Von der Außenwelt abgeschnitten wären die Teilnehmer dieses Trips auch so. Die Idee dieser Abkapselung einer Gruppe mit Mörder ist in diesem Genre nichts Neues und auch von Arno Strobel schon bearbeitet worden. Aber gut, man kann das Rad ja nicht immer wieder neu erfinden.

Dank Strobels einfachem und lockerem Schreibstil lässt sich das Buch sehr schnell lesen. Ich habe es als reine Unterhaltung ohne größeren Anspruch empfunden. Damit ist es gut für ein paar Stunden Lesevergnügen.

Mich hat bereits der Prolog gepackt, der sehr verstörend ist. Auch in der Haupthandlung geht es spannend und beklemmend weiter. Allzu empfindlich sollte man nicht sein, denn es werden übelste Verletzungen beschrieben, die manchem Leser auf den Magen schlagen könnten.

Die Reisegruppe besteht aus sehr unterschiedlichen Menschen, die ein bisschen stereotyp anmuten und ein wenig mehr Tiefe vertragen hätten. Man kann sich aber von allen ein gutes Bild machen, natürlich ohne in ihr Inneres blicken zu können. Und das macht die Sache spannend. Denn was in dem Einzelnen vorgeht, ist kaum zu erraten. Fast jeder trägt ein Geheimnis mit sich herum. So legt Arno Strobel viele falsche Fährten, die es mir fast unmöglich machten, den Täter zu ermitteln. Im Nachhinein erwiesen sich viele Details als raffiniert erzählt, anderes aber auch als ein wenig zu konstruiert.

Das Verhalten der Protagonisten fand ich teilweise ärgerlich. Immer wieder begehen sie den alten Fehler und trennen sich angesichts einer Gefahr, anstatt zusammen zu bleiben. Überhaupt verhalten sich die meisten nicht besonders überlegt, sondern einfach nur aggressiv und aufbrausend. Es werden wechselseitige Verdachtszuweisungen hin- und hergeworfen, die manchmal ziemlich aus der Luft gegriffen sind.

Insgesamt hat mir dieser Psychothriller aber recht gut gefallen. Ich konnte ihn kaum aus der Hand legen und musste einfach immer weiterlesen, bis ich endlich wusste, wer hier wem warum übel will.

★★★★☆

Veröffentlicht am 01.10.2019

Drama in drei Akten

Drei
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Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Diogenes (28. August 2019)
ISBN-13: 978-3257070842
Originaltitel: Shalosh
Übersetzung: Markus Lemke
Preis: 24,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Drama ...

Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Diogenes (28. August 2019)
ISBN-13: 978-3257070842
Originaltitel: Shalosh
Übersetzung: Markus Lemke
Preis: 24,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Drama in drei Akten

Inhalt:
Orna sehnt sich nach der Scheidung wieder nach etwas Wärme und lernt über ein Dating-Portal Gil kennen. Emilia ist als lettische Pflegekraft nach Israel gekommen. Als ihr Pflegling stirbt, hängt sie in der Luft. Sie sucht ein Zuhause und wendet sich auf dem Weg dorthin Gott zu. Auch Ella ist auf der Suche nach einem Mann …

Meine Meinung:
Der Roman lässt sich nur schwer in eine Genreschublade pressen. Das ist gerade das Besondere daran. Er ist aus drei Teilen aufgebaut, jeweils aus der Sicht einer der drei Frauen. Diesen kommt man dadurch recht nahe. Man erlebt ihre Gedanken und Gefühle hautnah und kann ihre Handlungsweisen gut verstehen. Sie wirken unspektakulär und authentisch. Der Mann blieb mir dagegen seltsam fremd, obwohl er eine große Rolle spielt und ich gerne mehr über ihn erfahren hätte.

Die Geschichte ist auf jeden Fall gut komponiert, wenngleich ich den Hype, den der Verlag darum macht, nicht ganz nachvollziehen kann. So absolut außergewöhnlich ist das Buch nun auch wieder nicht. Der Schreibstil ist gut und einfach lesbar, aber keineswegs trivial. Gerade im ersten Teil war ich noch nicht allzu sehr gefesselt, die Handlung fließt hier sachte vor sich hin. Doch immer mehr baut sich eine unterschwellige Spannung auf, die dafür sorgt, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen will.

★★★★☆

Veröffentlicht am 28.09.2019

Eigentlich super, aber ...

Tod einer Queen
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Taschenbuch: 244 Seiten
Verlag: Diogenes Verlag (26. Juni 1998)
ISBN-13: 978-3257227154
Originaltitel: The Marshal's Own Case
Übersetzung: Matthias Fienbork
Preis: 10,90 €
auch als E-Book und als Hörbuch ...

Taschenbuch: 244 Seiten
Verlag: Diogenes Verlag (26. Juni 1998)
ISBN-13: 978-3257227154
Originaltitel: The Marshal's Own Case
Übersetzung: Matthias Fienbork
Preis: 10,90 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Eigentlich super, aber …

Inhalt:
Eine Prostituierte wurde brutal ermordet und die Leiche zerstückelt. Die polizeilichen Untersuchungen führen Maresciallo Guarnaccia bald in die florentinische Transsexuellen-Szene, absolutes Neuland für den unbedarften Wachtmeister aus Sizilien …

Meine Meinung:
Mit „Tod einer Queen“ erzählt Magdalen Nabb mal wieder einen spannenden und verzwickten Fall, den Maresciallo Guarnaccia zu lösen hat. Mit seiner bedächtigen und unprätentiösen Art kniet er sich in die Ermittlungen und lässt nicht locker, auch als scheinbar der Schuldige gefunden ist. Guarnaccia ist empathisch und vermag hinter die Fassade der Menschen zu blicken. Er interessiert sich für „den kleinen Mann“ und seine Probleme. Dies erweist sich oft als hilfreich für seine Arbeit, denn so macht er sich Freunde.

Was mir hier gar nicht gefiel, war die Darstellung der Transsexuellen. Ich finde es entwürdigend, wenn sie partout mit dem falschen Geschlecht angesprochen werden und ihrem wahren Wesen nicht Rechnung getragen wird. Außerdem bekommt man hier den Eindruck, dass es nur Mann zu Frau-Transsexuelle gibt und diese ausnahmslos als Prostituierte arbeiten. Klar, man muss sich dessen bewusst sein, dass dieser Roman vor bereits mehr als zwanzig Jahren geschrieben wurde, aber auch damals konnte man das schon differenzierter sehen.

Die Guarnaccia-Reihe:
1. Tod eines Engländers
2. Tod eines Holländers
3. Tod im Frühling
4. Tod im Herbst
5. Tod in Florenz
6. Tod einer Verrückten
7. Tod einer Queen
8. Tod im Palazzo
9. Geburtstag in Florenz
10. Das Ungeheuer von Florenz
11. Alta moda
12. Nachtblüten
13. Eine Japanerin in Florenz
14. Vita nuova

★★★★☆

Veröffentlicht am 24.09.2019

Ein Hauch von Ostalgie

Wie Frau Krause die DDR erfand
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Ein Hauch von Ostalgie

Inhalt:
Isabella Krause verdient sich mit der Schauspielerei mehr schlecht als recht ihre Brötchen. Bei einem Casting wird man auf sie aufmerksam, aber ganz anders als beabsichtigt. ...

Ein Hauch von Ostalgie

Inhalt:
Isabella Krause verdient sich mit der Schauspielerei mehr schlecht als recht ihre Brötchen. Bei einem Casting wird man auf sie aufmerksam, aber ganz anders als beabsichtigt. Isabella erhält den Auftrag, für die Fernsehserie „Wild Ost“ Menschen zu finden, die vor der Kamera von ihrem Leben in der DDR erzählen. Isabella muss sich dabei mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. Ein Problem ergibt sich dadurch, dass ihr Auftraggeber genaue Vorstellungen vom Leben in der DDR hat, die leider mit dem der Protagonisten gar nicht übereinstimmen wollen. Hier ist Isabellas Kreativität gefragt …

Meine Meinung:
Mit leichter Hand, locker und humorvoll stellt Kathrin Aehnlich uns die DDR vor. Sie erzählt von Menschen, die feierten und lachten und stolz auf ihre Arbeit waren. Von Menschen, die sich über ein Paket aus dem Westen freuten, aber auch von Menschen, die mit ihrem Leben einfach zufrieden waren. Die Autorin greift sämtliche Vorurteile auf, die der Westen vom Osten hat und der Osten vom Westen.

Ob man nun im Osten oder im Westen aufgewachsen ist, ich denke, dieses Buch wird alle Leser ein wenig berühren und Verständnis für den jeweils anderen Landesteil fördern. Im Großen und Ganzen zeigt es, dass die Menschen hüben wie drüben gar nicht so verschieden sind.

Ich habe das Buch sehr gern gelesen und mich gut unterhalten gefühlt. Der letzte Pepp hat mir allerdings gefehlt. Nichtsdestotrotz gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 19.09.2019

Interessante Eindrücke, locker aufbereitet

Tagebuch eines Buchhändlers
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Taschenbuch: 446 Seiten
Verlag: btb Verlag (12. August 2019)
ISBN-13: 978-3442718658
Originaltitel: The Diary of a Bookseller
Übersetzung: Mechthild Barth
Preis: 11,00 €
auch als E-Book erhältlich

Interessante ...

Taschenbuch: 446 Seiten
Verlag: btb Verlag (12. August 2019)
ISBN-13: 978-3442718658
Originaltitel: The Diary of a Bookseller
Übersetzung: Mechthild Barth
Preis: 11,00 €
auch als E-Book erhältlich

Interessante Einblicke, locker aufbereitet

Shaun Bythell ist der Besitzer des größten Buchladens in Schottland, wo er an die 100.000 Gebrauchtbücher führt. In seinem (fiktiven?) Tagebuch erzählt er von seinen alltäglichen Sorgen, Ärger mit Angestellten und Kunden, aber auch von den schönen Seiten seines Berufs.

Tag für Tag (außer Sonntag) begleiten wir den antiquarischen Buchhändler Shaun Bythell ein ganzes Jahr lang und erleben dabei Höhen und Tiefen dieses Berufs. Die Eintragungen für jeden Tag beginnen mit der Anzahl der Online-Bestellungen und der dafür gefundenen Bücher. Oft bleiben die Bücher unauffindbar, da sie falsch einsortiert wurden - die Angestellte Nicky hat dafür immer eine ausgefallene Begründung parat - oder vielleicht gestohlen wurden.

Nach einigen herausragenden Ereignissen des jeweiligen Tages, ein besonderes Kundengespräch, Ankauf einer Büchersammlung, Schwierigkeiten mit dem Online-Bestell-System oder Ähnliches, endet der Tageseintrag mit den Tageseinnahmen und der Anzahl der Kunden, was in der Regel leider recht deprimierend ist.

Jedem Monat ist ein Zitat aus George Orwells „Erinnerungen an eine Buchhandlung“ aus dem Jahr 1936 vorangestellt, das von Bythell kurz kommentiert wird, indem er es mit seiner gegenwärtigen Situation vergleicht.

Bei allen Schwierigkeiten mit dem Konkurrenten Amazon und geizigen Kunden lässt Shaun Bythell aber auch immer wieder eine Begeisterung für den Beruf des Buchhändlers und für Bücher an sich durchblicken. Dies alles ist sehr interessant und gibt Einblicke in die Branche. Dabei lässt sich das Buch aber sehr locker lesen. Shaun Bythell schreibt oft sehr sarkastisch, manchmal geradezu böse, aber man muss auch immer wieder schmunzeln.

Ein bisschen öde fand ich die ständigen Wiederholungen. Andererseits macht gerade dies die Tagebucheinträge auch authentisch.