Schöne Idee, aber unzureichend umgesetzt
Never Let Me DownDie 17-jährige Rachel lernt nach dem Tod ihrer Mutter ihren Vater kennen. Zwar weiß sie schon lange, dass dieser der berühmte Rockstar Freddy Ricks ist, kennengelernt hat sie ihn jedoch noch nicht. Die ...
Die 17-jährige Rachel lernt nach dem Tod ihrer Mutter ihren Vater kennen. Zwar weiß sie schon lange, dass dieser der berühmte Rockstar Freddy Ricks ist, kennengelernt hat sie ihn jedoch noch nicht. Die Wochen bis zum Schulanfang an der Claiborne Preparatory Academy verbringt Rachel deshalb bei ihm, jedoch verläuft das Kennenlernen nicht so harmonisch, wie sie es sich vorgestellt hat. Ein Lichtblick in dieser Situation sind allerdings die Emails von Jake, der ihr Pate an der neuen Schule sein wird. Er klingt zwar etwas nerdig, aber das kann ja auch sehr süß sein!
Meine Meinung:
Das Cover ist wunderschön und spielt auf den Herbst in New Hampshire an, den Rachel an der Claiborne Prep erlebt. Die Farben harmonieren gut miteinander und so ergibt sich insgesamt ein einmaliges Cover.
Der Schreibstil von Sarina Bowen ist wie gewohnt locker und flüssig, nach nur wenigen Seiten habe ich gut in die Handlung hineingefunden. Das Thema Musik ist in der gesamten Handlung präsent und zieht sih wie ein roter Faden durch das Buch. Allerdings gab es schon nach wenigen Kapiteln immer wieder Zeitsprünge, die mir das Lesen erschwert haben. Es fühlte sich ständig an, als ob ein Teil der Geschichte fehlt. Das war auch einer der Gründe weshalb ich nicht so richtig mit Rachel und den anderen Charakteren warm geworden bin.
Rachel ist zu Beginn des Buchs sehr schüchtern und verunsichert, was als Leser total verständlich ist, schließlich hat sie gerade ihre Mutter verloren. Trotzdem gibt sie die Hoffnung nicht auf und freut sich darauf, in einigen Wochen die Jugendführsorge zu verlassen und auf die Claiborne Prep zu gehen.
In dieser Zeit lernt Rachel ihren Vater Freddy kennen, der sie mit nach Kalifornien nimmt. Das erste Treffen der beiden habe ich als sehr intensiv und schwierig empfunden, jedoch war die Hoffnung und das Glück von Rachel deutlich spürbar.
Danach ging es zwischen Rachel und Freddy eher bergab als bergauf. Sie leben im selben Haus, aber jeder geht seinen Interessen nach und leben aneinander vorbei. Die Emails von Rachels Paten Jake von der Claiborne Prep sind ihr Highlight in dieser Zeit. Was ich wirklich verstehen kann, denn die Nachrichten sind humorvoll, intelligent und etwas Besonderes, ich habe Jake sofort in mein Herz geschlossen.
Es sind als noch viele Themen offen, als Rachel nach Claiborne geht. Freddy begleitet sie dorthin und such sich ein Haus, trotzdem sehen sie sich etwa einmal die Woche und ihre Beziehung wirkt noch immer gehemmt. Rachel schafft es trotz ihrer flippigen Mitbewohnerin Aurora nicht aus sich herauszukommen und mal auf den Tisch zu hauen.
Zwar ist sie am Ende über ihre Trauer hinweggekommen und versteht sich besser mit ihrem Vater Freddy, aber eine Entwicklung ihres Charakters gab es nicht.
Sie bleibt das schüchterne, verängstigte Mädchen und lässt ihn mit seinen Aktionen einfach davonkommen.
Er lässt sie ohne Erklärung einfach bei ihren Großeltern sitzen? Ist schon okay.
Er hatte keine Lust sie kennen zu lernen? Kann ja mal passieren.
Da hätte ich mir mehr Reaktionen von Rachel gewünscht. Die Beziehung zwischen Rachel und Freddy war am Ende immer noch nicht ausreichend, sondern wie beide Charaktere blass und oberflächlich.
Das liegt auch daran, dass viele offene Handlungststränge nicht zu Ende gebracht (Warum gibt es ständig Streit zwischen Freddy und seiner Mutter) oder unvollständig aufgelöst werden (Die Beziehung zwischen Rachels Mutter und Freddy).
Durch die Zeitsprünge hatte ich immer das Gefühl, einige Kapitel übersprungen zu haben. Zum Beispiel die gesamte Beziehung von Rachel und Jake. Die Beschreibungen blieben so ungenau, dass es keinen großen Unterschied zu einer normalen Freundschaft gab. Jake blieb der Goodboy und süße Nerd, aber das war es leider auch schon.
Das Thema Sex spielte im Buch auch eine wichtige Rolle. Zum einen ist da Rachels ehemaliger bester Freund Haze, der das Nein von Rachel ignoriert und sie fast vergewaltigt und die Angst davor schwanger zu werden, die Rachels Mutter ihr eingejagt hat. Beides wird nur auf wenigen Seiten Thematisiert und spielt im weiteren Verlauf keine Rolle mehr. Hier hätte ich mir eine bessere Auflösung gewünscht.
Das Ende hat mir gefallen, es war in sich rund und es war schön zu Lesen, dass die Musik alle zusammenbringen kann. Trotzdem hat es sich nicht wie ein Ende angefühlt, da für mich noch zu viele Punkte offen waren.
Mein Fazit:
Im Buch geht es hauptsächlich um die Vater-Tochter-Beziehung zwischen Rachel und Freddy. Ungünstige Zeitsprünge und Charaktere, die sich nicht weiterentwickeln haben mir das Lesen schwer gemacht. Es wurden zu viele Handlungsstränge aufgegriffen und nicht oder unvollständig zu Ende gebracht, sodass die Handlung insgesamt oberflächlich bleibt.
Das finde ich sehr schade, denn das Buch hat wirklich gut angefangen. Das kannte ich von der Autorin Sarina Bowen bisher nicht, allerdings könnte es auch darauf zurück zu führen sein, dass es ihr erstes Young Adult Buch ist.