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Veröffentlicht am 21.02.2020

Ein außergewöhnlicher, bewegender Roman!

180 Seconds - Und meine Welt ist deine
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„Ich wünschte, ich könnte das Leben mit offenen Armen empfangen. Ich wünsche mir so vieles, von de mich nicht weiß, ob ich es bekommen kann. Vielleicht könnte ich es versuchen, aber ich habe keine Ahnung, ...

„Ich wünschte, ich könnte das Leben mit offenen Armen empfangen. Ich wünsche mir so vieles, von de mich nicht weiß, ob ich es bekommen kann. Vielleicht könnte ich es versuchen, aber ich habe keine Ahnung, wie ich es anstellen soll.“

Allison hatte definitiv keinen leichten Start ins Leben. Sie wurde von einer Pflegefamilie zur nächsten weitergegeben und die einzige Konstante war sie selber. Schon früh hat sie gelernt, dass sie sich auf keinen verlassen hat. Dementsprechend hat sie zum Selbstschutz eine große Mauer um sich selbst errichtet. Fremde Menschen meidet sie, was ihr jedoch nicht gelingt, als sie an einem sozialen Experiment teilnehmen soll. 180 Sekundenblickkontakt soll sie mit einem völlig Fremden halten und irgendwie schafft er es sie zu berühren.

Die Kindheit von Allison ist in jedem Fall ganz anders als meine verlaufen. Ich hatte das Glück, dass ich mir immer sicher sein konnte, dass ich erwünscht bin und geliebt werde. Auch wenn mein Leben hier anders war, hat es das Buch geschafft mir die emotionalen Folgen einer Kindheit ohne Sicherheit und Liebe zu vermitteln. Mich hat damit die Geschichte von dem ersten Moment an berührt.

Besonders schön fand ich auch die kleinen sozialen Experimente begeistert, die immer wieder mal auftauchen. Es gibt viele Menschen, die einem beim Sprechen nicht in die Augen schauen, da kann es durchaus eine Herausforderung sein, jemanden für ganze drei Minuten in die Augen zu schauen. Es gibt hier natürlich noch mehr solcher kleinen Experimente.

Die Charakterentwicklung war hier sehr glaubhaft. Es ist nicht so, dass Allison an einem Tag aufwacht und ein geselliger Mensch ist. Es gibt keine Liebe auf den ersten Blick oder plötzlichen Wendungen, die quasi von dem Himmel gefallen. Das hat mir hier ausgesprochen gut gefallen. Alles wirkt authentisch und realistisch.

In meinen Augen war dies eine wunderschöne und bewegende Geschichte. Wer das Buch liest, sollte vielleicht auch ein Paket Taschentücher griffbereit halten, da hier durchaus mal die Augen feucht werden können. Von mir gibt es für diese gefühlvolle Romanze in jedem Fall eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.01.2020

Ein geniales Fantasy-Buch und für mich ein Lesehighlight 2019

Cassardim 1: Jenseits der Goldenen Brücke
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„Wenn die Wüste fließt, Felsen schweben, Wälder wandern und der Nebel deine Erinnerung stiehlt, dann bist du jenseits der Goldenen Brücke – in Cassardim. Aber Vorsicht: Was hier verloren geht, bleibt verloren. ...

„Wenn die Wüste fließt, Felsen schweben, Wälder wandern und der Nebel deine Erinnerung stiehlt, dann bist du jenseits der Goldenen Brücke – in Cassardim. Aber Vorsicht: Was hier verloren geht, bleibt verloren. Auch wenn es sich um dein Herz handelt.“

Das besondere an Cassardim ist, dass der Leser vor dem Buch gar nicht wirklich weiß, auf was für eine Geschichte er sich hier einlässt. Es fällt sehr schwer die Handlung zusammenzufassen, ohne zu viel zu verraten, da es immer wieder Überraschungen und neue Wendungen gibt. Es geht um die Hauptperson Amaia, die in der Menschenwelt aufgewachsen ist. Besonders ist an ihr jedoch, dass sie immer langsamer altert. Das erste Jahr hat sie einmal durchlebt, das zweite zwei Mal und so weiter. Mit ihren theoretisch 16 Jahren hat sie dadurch schon mehrere hundert Jahre gelebt. Durch ein paar Verstrickungen gelangt sie nach Cassardim, dem Reich der Toten.

Wer Amaia eigentlich ist, wird nach und nach geklärt, aber auch wenn zu Beginn viele Fragen offen sind, hatte ich extremst viel Lust weiterzulesen und gerade diese Fragen alle zu klären. Die Idee ist einfach komplett neuartig. Ich kann mich nicht erinnern jemals ein Buch gelesen zu haben, das mit diesem vergleichbar wäre. Die Art des Alterns ist individuell und auch die Parallelen zu der griechischen Mythologie sind sehr interessant. Das Buch ist sehr bildlich geschrieben. Es fehlt eine Landkarte von Cassardim, aber ich könnte es jetzt einfach so aufmalen, weil ich direkt ein Kopfkino hatte und mir jedes einzelne Land in dieser Welt vorstellen konnte.

Auch hat mir Amaia als Charakter sehr gut gefallen, weil sie so authentisch wirkt. Sie ist kein bisschen naiv, hinterfragt vieles und versucht sich in die Welt zurechtzufinden. Es ist nicht so, dass alles direkt klappt und dass sie teilweise auch nervös oder ängstlich ist. Ebenso, wie man wahrscheinlich selbst reagieren würde, wenn man sich plötzlich in einer neuen Welt befindet. Das fand ich sehr erfrischend, dass einmal die Hauptperson nicht super mutig oder sehr naiv ist.

Ein weiteres Highlight war für mich auch, dass die Geschichte zum Ende hin in sich schlüssig beendet wird. Auch wenn ich meine, dass hierzu noch eine Fortsetzung herauskommt, gibt es mal keinen fiesen Cliffhanger. Ich habe die letzte Seite mit einem Lächeln im Gesicht gelesen und war einfach nur glücklich, wie es geendet hat.

In meinen Augen war dies seit langer Zeit noch einmal ein Fantasy-Buch, dass mich vollkommen überzeugt hat. Ich bin rundum zufrieden mit der Handlung und den Charakterentwicklungen. Für mich gab es einige Überraschungen, sodass es durchweg spannend war zu lesen. Kurz vor Jahresende war dies in jedem Fall noch ein Jahreshighlight für das Lesejahr 2019.

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Veröffentlicht am 29.10.2019

Ein Buch, das unter die Haut geht

Sieh mich an
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„Das Leben ist kein Musical, Ava, aber es ist dein Leben. Niemand kann dich für eine Rolle darin besetzen, wenn du es nicht zulässt.“ Er hält meinen Blick fest. „Also, welche Rolle willst du spielen?“

Schaut ...

„Das Leben ist kein Musical, Ava, aber es ist dein Leben. Niemand kann dich für eine Rolle darin besetzen, wenn du es nicht zulässt.“ Er hält meinen Blick fest. „Also, welche Rolle willst du spielen?“

Schaut nicht jeder manches Mal in den Spiegel und ist unzufrieden mit sich? Dann gibt es da einen unschönen Pickel oder eine kleine Unregelmäßigkeit. Doch obwohl es dafür Make-Up gibt, haben wir direkt das Gefühl, dass jedem auffällt, dass irgendetwas im Gesicht nicht stimmt. Aber das Gute ist, dass wir dafür Make-Up haben. In der Regel können wir überdecken, was uns stört und zurück in unseren Normalzustand kommen.

Dieses „Normal“ gibt es für Ava nicht mehr. Mir fehlt die Vorstellung, wie es sein muss, wenn man eines Tages im Krankenhaus aufwacht und Verbrennungen an 60 Prozent des Körpers hat. Ich habe schon davon gehört, dass es Verbrennungen zweiten oder dritten Grades gibt, aber dass es auch tatsächlich Verbrennungen vierten Grades gibt, war mir neu. Hier gibt es kein Überschminken oder Abdecken, hier gibt es kein zurück in die alte Normalität. Hier kann man sich zu hundert Prozent sicher sein, dass andere Menschen die Narben sehen.

Als Jugendlicher ist die Schule nicht immer leicht, aber wenn man mit sich selbst auch nicht im Reinen ist und sich an ganz viele neue Sachen gewöhnen muss, dann ist diese Zeit um ein Vielfaches schlimmer. Avas Geschichte, die in diesem Jugendroman erzählt wird, ist ebenso wie ihr Leben nicht immer schön. Als Überlebende eines Brandes gibt es für sie schlechte und manchmal weniger schlechte Tage. Es wird hier sehr deutlich beschrieben, dass eine solche Katastrophe einen vollständig entgleist und man sich jeden Tag seiner neuen Realität stellen muss. Einer Realität, die so schlimm sein kann, dass man sich noch nicht mal traut, in den Spiegel zu schauen, weil man Sorge hat, das eigene Gesicht nicht wiederzuerkennen.

Die Geschichte ist mir unter die Haut gegangen, weil hier so viele Emotionen vermittelt werden, dass ich mit Ava gelitten habe und Stück für Stück gemerkt habe, wie einzelne Aspekte auch besser werden können. Die Narben können zwar nicht verschwinden, aber der Blick auf sie, kann sich verändern. Narben allein machen die Persönlichkeit nicht aus und jeder trägt schließlich Narben – nur sind manche besser zu sehen.

Neben den Narben und dem Überleben geht es in dem Buch jedoch auch um die Freundschaft, die Familie, die wahren Werte im Leben und die Musik. Es ist somit keineswegs ein deprimierendes Buch, wobei ich fairer Weise auch sagen muss, dass ich an einer Stelle echt mal Tränen in den Augen hatte. Einzelne Szenen sind jedoch auch wirklich witzig, sodass man auch manches Mal über die Geschichte Lachen kann. Ich kann insgesamt versprechen, dass man dieses Buch nicht lesen und dabei nichts empfinden kann. In meinen Augen ist dies ein grandioser, bewegender und sogar inspirierender Roman.

Veröffentlicht am 28.10.2019

Übung macht den Meister - auch in der Liebe

Kissing Lessons
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Erinnert ihr euch noch an die erste große Liebe, den ersten Kuss und die ersten Erfahrungen, die man mit dem anderen Geschlecht gesammelt hat? An all die Unsicherheiten, weil es unbekanntes Terrain war, ...

Erinnert ihr euch noch an die erste große Liebe, den ersten Kuss und die ersten Erfahrungen, die man mit dem anderen Geschlecht gesammelt hat? An all die Unsicherheiten, weil es unbekanntes Terrain war, man sich nicht doof anstellen und dem anderen gefallen wollte. Nach den ersten Küssen wusste man dann schon besser, was einem gefällt oder auch was man da eigentlich macht. Jetzt stellt euch vor, dass es da keine Lernkurve gibt und man mit Ende zwanzig noch genauso überfordert mit allem ist wie als Teenager. Genauso geht es Stella.

Als Asper-Autistin sind Stella andere Menschen und vor allem auch Männer ein großes Rätsel. Die wenigen Erfahrungen, die sie gemacht hat, waren nicht besonders schön und eigentlich hat sie wenig Lust ihre tägliche Routine zu verändern. Als ein Arbeitskollege ihr sagt, dass Übung den Meister macht, beschließt sie, sich Hilfe zu suchen und Unterricht in Sachen Liebe zu nehmen. Wer wäre dafür besser geeignet als ein professioneller Escort.

Die große Besonderheit bei diesem Buch ist Stella oder viel mehr, dass Stella Asperger-Syndrom hat. Obwohl ich schon viele Liebesromane gelesen habe, habe ich noch kein anderes Buch gesehen, dass diese Entwicklungsstörung thematisiert. Grob kenne ich die Symptone wie die Schwierigkeiten in der nonverbalen Kommunikation oder eine schwächere soziale Kompetenz, aber ich hatte mir bis dato noch keine Gedanken darüber gemacht, dass dies zu wirklich große Schwierigkeiten, den Partner fürs Leben zu finden, führen kann.

Da die Autorin selber im Rahmen der Recherche zu dem Roman die Diagnose Asperger-Syndrom bekam, beschreibt sie hier authentisch einzelne Situationen oder Missverständnisse, die sich im Alltag ergeben können. Es war faszinierend eine Liebesgeschichte einmal durch eine andere Brille zu sehen. Außerdem wird hier auch sehr schön deutlich, dass ein solches Label einen nicht zu einem schwachen Menschen macht. Stella ist extremst intelligent, eigenständig und wohlhabend. In vielen Bereichen eine Persönlichkeit, die man nur bewundern kann. Das Buch zeigt auch auf, dass manch einer vielleicht selber einmal den Blick auf Menschen mit einer Beeinträchtigung überdenken muss. Nur wegen einer solchen Diagnose ist ein Leben nicht bemitleidenswert oder weniger lebenswert.

Trotz der etwas komplexen Thematik sprudelt die Geschichte aber auch voller positiver Emotionen über. Es gibt hier Romantik, Liebe und Humor. Natürlich gibt es auch etwas Herzschmerz, Verwirrung und kleines bisschen Trauer. Es ist eine gute Mischung aus vielen Gefühlen. Der lockere Schreibstil sorgt zudem dafür, dass die Seiten nur so dahin fliegen und dass ein wahres Kopfkino entsteht. Ich konnte mir hier Stellas Blick auf die Welt gut vorstellen und verstehen, warum es manchmal in der alltäglichen Kommunikation Missverständnisse gibt. Für mich war dies eines der schönsten Bücher, das ich in letzter Zeit gelesen habe. Wenn ich nicht irgendwann hätte schlafen müssen, dann hätte ich es bestimmt an einem Abend ausgelesen - so hatte ich es dann erst am nächsten Mittag aus. Wer also eine außergewöhnliche Liebesgeschichte lesen möchte, der sollte unbedingt zu "Kissing Lessons" greifen. Ich hoffe, der Roman verzaubert euch genauso, wie er mich verzaubert hat.

Veröffentlicht am 28.10.2019

Mit 10 Blind Dates wurde mein Herz erobert

10 Blind Dates für die große Liebe
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Stellt euch für dieses Buch eine extremst liebevolle Familie vor, die es nicht ertragen kann, dass ein Familienmitglied ein gebrochenes Herz hat. Um Sophie über ihre Trauer hinweg zu helfen, organisieren ...

Stellt euch für dieses Buch eine extremst liebevolle Familie vor, die es nicht ertragen kann, dass ein Familienmitglied ein gebrochenes Herz hat. Um Sophie über ihre Trauer hinweg zu helfen, organisieren die Familie für sie Blind Dates und weil es so viel Spaß macht, machen sie dabei auch noch einen Wettbewerb, wer das beste Blind Date plant.

Vielleicht klingt die Familie ein bisschen verrückt, aber ich konnte sie mir ausgesprochen gut vorstellen. Gegebenenfalls hat sie mich auch ein bisschen an meine eigene Familie erinnert, wodurch die Geschichte in meinen Augen noch authentischer wirkt. Durch die Charaktere allein ist dieses Buch schon ein wahres Schätzchen. Viele Autoren könnten sich hier eine Scheibe abschneiden und ebenfalls so lebensnahe Figuren schaffen.

Ein weiteres Highlight in dem Buch ist der Humor. Es gibt hier so viele schlagfertige und witzige Dialoge. Außerdem gibt es an vielen Stellen eine Situationskomik. Ich wusste gar nicht, dass diese in einem Buch so stark sein kann, aber hier funktioniert es. Sophie erlebt zehn sehr unterschiedliche Dates, wobei manche wunderschön und andere zum Schreien komisch sind. Hier zeigt die Autorin zudem viel Kreativität. Auf das ein oder andere Date würde ich auch gerne im realen Leben gehen.

Als Kritik könnten Leser äußern, dass das Ende etwas vorhersehbar ist. Dies kritisiere ich bei anderen Büchern auch gerne einmal. Hier hat es mich tatsächlich jedoch nicht gestört. Im Gegenteil, ich fand es gut, dass es schon früh Anzeichen gab, wie die Geschichte enden könnte. Es ist in meinen Augen einfach nicht schlüssig, wenn die Hauptperson auf den letzten Seiten plötzlich starke Gefühle für die männlich Hauptperson hat und sie zusammenkommen. Gefühle müssen sich eben erst langsam entwickeln. Das hat mir hier sehr gut gefallen. Es gibt hier auch kein übertrieben kitschiges, romantisches Ende.

Ihr merkt, dass es hier nichts Negatives in meiner Rezension gibt. Das liegt daran, dass mich das Buch vollkommen überzeugt und sehr positiv überrascht hat. Ich bin super schnell in die Geschichte hineingekommen und habe jede Seite geliebt. Ich habe gelacht, mitgefiebert und mich ebenfalls verliebt. In meinen Augen ist dies ein wahres Lesehighlight des Jahres.

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