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Veröffentlicht am 05.12.2016

Die Liebe siegt am Ende in den Herzen!

Im Herzen die Gier
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Nach dem Verlust einiger von Emily Winters Mitschülern, stirbt nun auch ihre beste Freundin und einzige Verbündete Drea im Kampf gegen die Furien.Von Schuldgefühlen, Sorgen um Crow und Angst um ihre eigene ...

Nach dem Verlust einiger von Emily Winters Mitschülern, stirbt nun auch ihre beste Freundin und einzige Verbündete Drea im Kampf gegen die Furien.Von Schuldgefühlen, Sorgen um Crow und Angst um ihre eigene Existenz geplagt, versucht Emily verzweifelt sich gegen die Rachegöttinnen aufzulehnen, auch wenn sie nicht weiß wie. Crows Visionen könnten der Schlüssel zu allem sein, aber leider vermag sie keiner der Beiden zu entschlüsseln. Erst nach und nach erkennen sie, dass die Visionen die Zukunft um Emily und den Furien anzeigen und was sie zu sagen haben. Während das Böse und Dunkle in Em langsam die Oberhand gewinnt, Em andere verletzt und ein unbändiger Zorn auflodert,sie sich immer weiter von JD entfernt, obwohl er ihr verziehen hat und sie sich lieben,erfährt Em durch Skylars Tante von der Vergangenheit und dem ähnlichen Schicksal Dreas Mom, die ihr Leben gab, um Drea zu retten und sich von den Furien zu lösen. Der Schlüssel, so denkt Em am Ende, ist eine weiße Orchidee, dessen Samen sie retten könnten, aber es kommt doch ganz anders. JD stellt eigene Nachforschungen an und nach und nach setzt sich sein lückenhaftes Wissen zu einem Puzzle zusammen und er erkennt die wahre Gestalt von Ty, Meg und Ali und tüftelt einen Plan aus, um Em zu retten. Auch der liebeskranke Crow findet eine Möglichkeit. Am Ende erfolgt das Showdown und es scheint, als ob alle drei Versuche Em zu retten sich gegenseitig behindern könnten. Doch die Wahrheit liegt wie ein offenes Buch vor ihren Augen und mit diesem Wissen ändert sich alles...

Der Abschluss der sagenhaften Furien-Trilogie und bis zum Ende hin baut sich Spannung auf, die sich dann blitzartig entlädt. Der Tod Dreas war traurig, weil ich das Gefühl hatte sie ist die Einzige, die das Wissen hat um Em zu retten. Überraschenderweise gibt es aber noch Skylars Tante und die Bibliothekarin, die die Furien nur zu gut kennen. Das Herbeirufen der Furien und die Hintergründe haben mir sehr gut gefallen, das erklärt so einiges. Toll fand ich auch, dass JD seinen Kummer endlich hinter sich lässt und erkennt was schon die ganze Zeit vor seinen Augen liegt. Da sowohl Em, als auch Crow und JD am Ende jeder eine Methode gefunden hat, die Furien loszuwerden - oder es zumindest glaubt - denkt man das endet in einer Katastrophe, weil sie sich behindern könnten und Em sich für immer verliert. Aber es geht dann doch ganz gut aus :)

Als Kritikpunkt möchte ich anbringen, dass die Geschichte sich um Em und Crow nur sehr schleichend entwickelt und sie erst nicht wissen was sie zu sollen, drei Tage später aber immer noch nicht schlauer sind und das schleppt sich so durch die ganze Geschichte. Erst in den letzten 100 Seiten kommt da mal was in die Gänge und es passiert was. Allerdings finde ich das Ermitteln von JD, sowie die überraschend auftauchenden Personen - Skylars Tante, Skylar, Lucys, Tys erscheinen - sehr gut eingebracht und die wiegen das wieder auf und machen es dennoch sehr lesenswert.

Veröffentlicht am 04.12.2016

Zwischen zauberhafter Wettermagie und heißen Leidenschaften!

Der Winter erwacht
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Chamsin, auch Sturm genannt, ist eine der Prinzessinnen von Sommergrund, wird allerdings von ihrem Vater für den Tod ihrer Mutter verantwortlich gemacht und deswegen von ihm gehasst. Geleugnet und weggesperrt, ...

Chamsin, auch Sturm genannt, ist eine der Prinzessinnen von Sommergrund, wird allerdings von ihrem Vater für den Tod ihrer Mutter verantwortlich gemacht und deswegen von ihm gehasst. Geleugnet und weggesperrt, verbringt sie fast 20 Jahre ihres Lebens in verwahrlosten und unbewohnten Teilen des Schlosses. Bis auf Tildy, ihrer Amme und ihren Schwestern Frühling,Sommer und Herbst weißt keiner von ihrer Existenz. Das nutzt ihr schamloser Vater aus, als Wynter, der feindliche Winterkönig den Sommerländern einen Vorschlag macht, um den Krieg zu beenden und Sommergrund endgültig unter seine Herrschaft zu stellen. Einer seiner Bedingungen ist, eine Prinzessin als seine neue Königin zu nehmen. Wird Chamsin den feindlichen König heiraten? Und was für eine hitziges, elektrisierendes Verlangen überfällt Chamsin jedes Mal wenn sie mit dem Winterkönig zusammentrifft?

Den Schreibstil fand ich am Anfang etwas schwierig zu lesen und in die Geschichte rein zukommen, aber nach kurzer Zeit hatte mich die Geschichte dennoch gefangen. Über verletzliche und grausame Ereignisse in Chamsins Leben wird sie zu Dingen gezwungen, die sie nicht tun möchte. Wenn es nötig ist mit brutaler Gewalt. Das war schrecklich zu lesen und sie tat mir sofort Leid. Da war die Chance mit dem Winterkönig zu gehen ja beinahe ein Glücksfall für sie, sonst hätte ihr Vater sich eines Tages ihrer entledigt. Gefallen hat mir, dass Wynter und Chamsin, sowie ihre Königreiche so verfeindet sind und das eine gewisse Spannung mitbringt. Später kommen Wynter und Chamsin sich aber näher und eine feurige Leidenschaft entbrennt in ihnen, da fand ich die Beschreibungen einiger sexueller Szenen wirklich entzückend und sie brachten mich zum Lächeln. Die Wettermagie und die kleinen Kämpfe sind meiner Meinung ziemlich innovativ und haben dem ganzen noch einen gefährlichen Spritzer gegeben. Nur zu empfehlen!

Veröffentlicht am 04.12.2016

Würdige und spannende Fortsetzung! Besser als der erste Band!

Wynne Shane Trilogie
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Nach dem spannenden und ungewissen Showdown aus dem ersten Band, geht es nahtlos weiter. Aus Angst um Gabriel dreht Emily beinahe durch, doch muss sie seine Pläne weiterführen und macht sich so unwissend ...

Nach dem spannenden und ungewissen Showdown aus dem ersten Band, geht es nahtlos weiter. Aus Angst um Gabriel dreht Emily beinahe durch, doch muss sie seine Pläne weiterführen und macht sich so unwissend auf nach Mexiko, um zu den Lacandonen zu gelangen. Die Reise zu den indigenen Völkern erweist sich allerdings als komplizierter als gedacht und prompt findet Emily sich ohne Gepäck, bewusstlos mitten in der sengenden Hitze im mexikanischen Dschungel wieder, vor ihr ein fremder Mann, der ihr jedoch vertraut erscheint. Doch es kommt noch schlimmer, sie hat keinerlei Erinnerungen an die letzten vier Wochen ihres Lebens, und schon gar nicht von ihrer Bestimmung als Wynne Shane. Wahllos folgt sie dem ihr scheinbar fremden Mann zu den Lacandonen zu der Stammesältesten die in Rätseln spricht und zu ihrem Enkel Tito, der mehr zu verbergen scheint, als es auf den ersten Blick vermuten lässt. Doch trotz Emilys fehlender Erinnerungen rückt der 21. Dezember immer näher, was auch die ein oder anderen unliebsamen Feinde auf den Plan ruft...



Der lückenlose Übergang vom ersten Band gefällt mir sehr gut. Es gibt einige überraschenden und unerwartete Wendungen der Hauptstory mit denen ich nicht gerechnet hätte, die aber frischen Wind und eine Menge Spannung reingebracht haben. Vor allem die beißend zynischen und sarkastischen Dialoge zwischen Emily und Gabriel sind sehr sehr amüsant und haben mir vom Lächeln bis zum Lachen alles auf die Lippen zaubern können. Das ist meiner Meinung nach auch eine der größten Stärken der Geschichte. Gabriel wird als Beschützer, der immer zu rechten Stelle vor Ort ist ,dargestellt, allerdings wirkt er recht authentisch und nicht als übertriebener Held, was ihn nur noch sympathischer macht. Emily ist da die große Chaotin, die alles nach ihrer eigenen Nase zu machen scheint und auch so gut wie nie auf die vernünftige Stimme von Gabriel hört, was sie des öfteren in Schwierigkeiten bringt. Die beiden Hauptcharaktere ergänzen sich sehr gut und könnten nicht unterschiedlicher sein, aber harmonisieren dennoch in der Geschichte. Im Gegensatz zum ersten Band erfährt man auch mehr über die Hintergründe der Wynne Shane und wie sie die Apokalypse aufhalten kann, auch wenn ich finde, das die Erklärungen zu haltlos und einfach gewählt sind. Man hätte mit der tollen Idee der vier Elemente noch mehr machen können und dem eine größere Bedeutung zumessen können, indem sie den Kampf gegen die Elemente noch ausschweifender darstellen. Aber nun gut, so ist das Ende auch ziemlich spannend gewesen und dieser kleine Makel wurde durch das Auftreten des Feindes wett gemacht.Die kleine Erinnerung ganz am Ende fand ich gut eingebracht und gibt schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf das was im nächsten Band folgen könnte. Insgesamt eine sehr gelungene Geschichte. Meiner Meinung nach etwas besser als der erste Band.

Veröffentlicht am 04.12.2016

Eine zauberhafte Reise in das geheimnisvolle Herz!

Dunkelherz
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Kaum jemand weiß es, doch es ist wahr: Unser Herz ist nicht einfach nur ein Herz, sondern besteht aus einer ganz eigenen Welt, in der es nur von allerlei Gefühlen wimmelt, die auf Sonnenblumenfeldern im ...

Kaum jemand weiß es, doch es ist wahr: Unser Herz ist nicht einfach nur ein Herz, sondern besteht aus einer ganz eigenen Welt, in der es nur von allerlei Gefühlen wimmelt, die auf Sonnenblumenfeldern im Glücksland, in Tälern im Trauerland oder auch im Neidwald unterwegs sind, gerade Mandarinensaft trinken oder zwischendurch etwas vom Mirabellenkompott naschen um sich besonders zu Freuen, wenn man des Trauers überdrüssig ist oder zwei Schlucke von der Kastanienlimonade zu kosten, um sich mutig zu fühlen. Wenn man jedoch wütend sein möchte, dann schmiert man sich Kakteenmarmelade aufs Brot. Und wenn auch das nicht hilft, lässt man sich einfach sein Herz bzw. Gefühl austauschen und bekommt das gewünschte. Unter ihnen lebt Ava, ein 15-jähriges Mädchen, dass die Neugier in sich trägt, ihr Herz wird jedoch überschattet von grauem Staub, der unaufhaltsam rieselt und verhindert, das sich ihr wahres Potenzial entwickelt. Doch das soll sich ändern und so macht sie sich auf den Weg in den geheimnisumwobenen Neidwald, doch der hält nicht nur Abenteuer für sie bereit...



Cover/Einleitung: Das Cover sieht umwerfend aus und hätte mich auch so im Laden gelockt :) zudem passt es farblich ganz gut zum Titel und zum Thema. Die Karte über das Herz hats mir angetan ;) wunderschön und ich liebe es da die Wege der Figuren zu verfolgen und es hilft ungemein bei der Vorstellung und Orientierung. Der Prolog wirft einen gleich in die Geschichte, ohne das man genau weiß was geschehen ist, allerdings wird dies später aufgeklärt und so bleibt es gleich doppelt so spannend :)

Schreibstil: Der Schreibstil ist einfach nur genial, so bildhaft, facettenreich und aussagekräftig geschrieben, so detailreich das man sich alles gut vorstellen kann. Sehr malerisch und metaphorisch mit vielen tollen und fantasiereichen Ideen gefüllte Beschreibungen und Erklärungen. Da habe ich sogar Lust bekommen dem Herzen mal einen Besuch abzustatten ;)

Inhalt: Der Anfang zog sich etwas schleppend und die Vorbereitungen in den Wald zu gehen haben etwas gedauert, was inhaltlich nicht sehr spannend war, unterhaltsam waren aber die Kabbeleien zwischen Ava und Karim und auch die Beschreibung der verschiedenen Speisen, die unterschiedliche Gefühle hervorrufen, sind wirklich brillant. Das ist sehr interessant zu lesen. Nachdem sie sich aufgemacht haben in den Wald, nimmt die Spannungskurve weiterhin zu, auch weil Raven und die Anderen sich auf den Weg machen und man sich fragt wann sie wohl aufeinander treffen, nicht zuletzt, weil einige Figuren ein falsches Spiel spielen.Das Ende ist nicht endgültig und lässt daher viel Spielraum für den nächsten Teil übrig. Es gibt zumindest hier ein vorläufiges Happy End.

Figuren: In dieser Geschichte zeichnen sich viele komplett unterschiedliche Charaktere ab. Zu erst einmal ist da Ava, die sich oft unreif, kindisch, vorlaut und ziemlich frech benimmt, vor allem wenn etwas nicht nach ihrer Nase läuft. Manchmal nervte mich das, aber meistens ist sie ganz okay. Sie hat auch eine verantwortungsbewusste und sehr feinfühlige Seite. Karim ist erst stur und eigensinnig, scheint aber mehr Vernunft zu haben als Ava und ist sich der Gefahr stets bewusst. Immerhin riskiert er sein Leben, um Ava zu begleiten. Bei den beiden Menschenjungen finde ich das Leon mit seiner nervigen, jammernden und stets unzufriedenen, schwarzmalerischen Art auffällt, allerdings oft auch durch überraschend tiefsinnige Äußerungen und seine doch belustigende Art positiv heraussticht. Noel ist mir von den Jungs vermutlich am sympathischsten, weil er zurückhaltend, aber höflich, nett, hilfsbereit scheint und auch etwas in Ava verliebt ist ;) Raven und Rumina sind ja eher die Bösewichte, wobei ich mir bei Rumina mehr Sorgen mache. Sie scheint ja begierig darauf andere zu töten oder zu verzaubern, wenn es sein muss und ist somit am Unberechenbarsten. Raven kann einem einfach nur Leid tun, so versessen wie er auf den Kristall ist, da fällt er auch noch auf Ruminas Zauber rein.

Insgesamt eine schöne, runde Geschichte, auch wenn die Entwicklung der Liebesbeziehung zwischen Ava und Karim etwas plötzlich kam und unglücklich - vor allem für Karim - verlaufen ist, kann ich dieses Buch nur empfehlen, für alle die auf romantische, farben,- und bildreiche Fantasiegeschichten mit ganz viel berührendem Tiefsinn und fantastischen Abenteuern, in der wohl einzigartigsten Welt überhaupt ,stehen.

Veröffentlicht am 04.12.2016

Alles was man sich in einer Dystopie nur wünschen kann!

Saymon's Silence - New Horizon
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Achtung: Spoiler!

Eine Welt voller Armut, Tod, Gewalt und allen voran der Schattentod. Der Virus, welcher alle in Angst und Schrecken versetzt! Doch es gibt Hoffnung, sie liegt fernab, am neuen Horizont ...

Achtung: Spoiler!

Eine Welt voller Armut, Tod, Gewalt und allen voran der Schattentod. Der Virus, welcher alle in Angst und Schrecken versetzt! Doch es gibt Hoffnung, sie liegt fernab, am neuen Horizont und verspricht Sicherheit!

Saymon, ein tapferer Junge, der sich schon seit Jahren in der kalten Welt dort draußen rumschlägt, sich vor den "Hicks" versteckt halten muss, die ihn am liebsten auf dem Scheiterhaufen verbrennen sehen wollen,weil sie ihm und den anderen Vexs die Schuld an ihren Umständen geben - gar nicht zu Unrecht wie man später erfährt. Doch er trägt mit sich ein großes Handicap herum. Er kann nicht sprechen und schreiben und ihm fehlen jegliche Erinnerungen an seine Kindheit. Somit bleiben ihm nur die nonverbalen Ausdrücke mit denen er versucht zu kommunizieren. Bis er die kleine Anny trifft, dessen Eltern vom Schattentod befallen sind und sie bei einem vorzeitigen Ableben anstecken könnten. So sucht Saymon eine besser Welt für Anny, in einer besseren Gesellschaft. Und die finden sie, hinter dem strahlend weißen Horizont. Doch ist es wirklich das was Saymon wollte? Hat er die richtige Entscheidung getroffen, indem er zurückgekommen ist an den Ort, an dem alles begann?

Saymon, ein tapferer Junge, der sich schon seit Jahren in der kalten Welt dort draußen rumschlägt, sich vor den "Hicks" versteckt halten muss, die ihn am liebsten auf dem Scheiterhaufen verbrennen sehen wollen,weil sie ihm und den anderen Vexs die Schuld an ihren Umständen geben - gar nicht zu Unrecht wie man später erfährt. Doch er trägt mit sich ein großes Handicap herum. Er kann nicht sprechen und schreiben und ihm fehlen jegliche Erinnerungen an seine Kindheit. Somit bleiben ihm nur die nonverbalen Ausdrücke mit denen er versucht zu kommunizieren. Bis er die kleine Anny trifft, dessen Eltern vom Schattentod befallen sind und sie bei einem vorzeitigen Ableben anstecken könnten. So sucht Saymon eine besser Welt für Anny, in einer besseren Gesellschaft. Und die finden sie, hinter dem strahlend weißen Horizont. Doch ist es wirklich das was Saymon wollte? Hat er die richtige Entscheidung getroffen, indem er zurückgekommen ist an den Ort, an dem alles begann?


Das Cover passt ganz gut zu der Geschichte und der Titel auch, selbst wenn ich mich erst gefragt habe, warum das Buch so genannt wurde, es klärt sich alles später auf, wenn man die Hintergründe kennt. Saymon stellt einen wirkliche sehr außergewöhnlichen Charakter dar, vor allem weil er unglaublich empathisch ist und nicht sprechen kann. Meine erste Vermutung war, dass er sich vielleicht verletzt hat und an irgendeiner Form von Amnesie leidet, aber die Wahrheit ist wesentlich erschreckender und überraschender, als alles was ich je gedacht habe! Mit dieser unglaublichen Geschichte lockt der Autor die Leser und fängt sie, sodass man das Buch gar nicht mehr weglegen mag. Ich habe ja schon einige Dystopien gelesen, aber das hier enthält einerseits die typischen Elemente, die man bereits kennt, aber überzeugt ebenfalls mit neuen innovativen Ideen. Dadurch das vieles erst nicht offen gelegt wird, baut sich die Spannung allmählich auf und man fängt selber an sich Gedanken zu machen, was wohl hinter alldem stecken mag. Erst später deckt sich vieles auf - was in anderen Dystopien gleich offen gelegt wird. Saymon scheint ziemlich selbstlos zu sein und denkt viel an seine Mitmenschen, ob nun Freund oder Feind. Andererseits habe ich manchmal den Eindruck gehabt, dass er auch egoistische Hauptgedanken hat und das Wohl der Menschheit dann als Grund ganz gelegen kommt....allein schon wegen der Titelüberschrift Rache für die Mitraskinder da wirkte es auf mich so, das es um das Heimzahlen geht, um Rache. Donovan, der Gegenspieler, der die ganze Gesellschaft am Laufen hält und klassischerweise in dieser Dystopie den Ruf des Bösen erhält, macht zwar schon den Eindruck des korrupten,nur an sich selbst denkenden Minister, der seine Macht missbraucht um sein Gesicht vor der Öffentlichkeit sauber zu halten, aber er ist schließlich bereit Saymon wieder einzugliedern und hat primär nicht den Wunsch ihn loszuwerden. Erst am Ende, von seine Maske abfällt, erkennt man sein wahres Gesicht und auch seine Anhänger sehen dies und stellen sich gegen ihn. Ein weiterer besonderer Charakter ist für mich Zeke. Er hat zwar einst gemeinsame Sache mit Donovan gemacht, aber dieser Gesellschaft schließlich den Rücken gekehrt und das harte Leben dort draußen bei den Hicks (einfachen Menschen, die vom Schattentod befallen werden können) haben ihn gezeichnet. Er wirkt egoistisch, rücksichtslos und brutal, wenn es denn sein muss. Ihm sind die meisten Menschen (ob Vexs oder Hick) ziemlich egal. Er hilft nur , wenn er helfen muss und selbst dann nicht immer. Dennoch überrascht er den Leser gegen Ende ziemlich. Ich möchte nicht jeden Charakter benennen, nur diejenigen die mir besonders ins Auge gefallen sind. Hier hatte ich erstmals das Gefühl, dass es sehr vielschichtige und komplexe Charaktere sind, die sich anhand eine Reihe von Verhalten,- und Handlungsmustern differenzieren.

Manchmal dachte ich mir schon, ob es das alles was Saymon tut wirklich wert ist. Er zerstört die bekannte Gesellschaftsform und nimmt vielen Menschen die Illusion ihres schönen Lebens - das sie auf Kosten anderer geführt haben, wohlgemerkt - aber er könnte damit noch Leid über die Menschen von New Horizon bringen, was sie bisher nicht hatten. Es könnte zusammengefasst alles noch schlimmer werden und wer weiß wie es weitergeht wenn Donovan erst gestürzt ist? Es verspricht ja keiner, das es besser wird danach. Da hat er einen Stein ins Rollen gebracht, dessen Folgen schwerwiegender sein könnten als ihm und seinen Freunden bewusst ist...

Etwas gestört hat mich, dass die Suche nach dem neuen Horizont mit Anny sich so hingezogen hat. Das empfand ich als etwas langweilig und langatmig, tat dem Rest allerdings keinen Abbruch. Zwischendurch kam es dann auch mal wieder Phasen in denen die Gruppe auf einer Stelle stand und nicht wirklich weiterkam, das war dann so ein hin und her, das etwas nervig war.

Das Ende war überraschen und man hofft nur das Gute für alle.