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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2020

Möge ich sicher sein...

Ich lieb mich, ich lieb mich nicht …
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Gönn dir mal ein wenig Blödsinn: „Achtsamkeit ist mehr als Siebensamkeit, aber weniger als Neunsamkeit!“

Seite 42



Wer von uns könnte nicht ein wenig mehr brauchen an Selbstwert, Selbstliebe, Selbstakzeptanz?

In ...

Gönn dir mal ein wenig Blödsinn: „Achtsamkeit ist mehr als Siebensamkeit, aber weniger als Neunsamkeit!“

Seite 42



Wer von uns könnte nicht ein wenig mehr brauchen an Selbstwert, Selbstliebe, Selbstakzeptanz?

In ihrem bunt illustrierten Buch gibt uns die super-sympathische Kabarettistin Nadja Maleh Tipps, wie wir unsere Beziehungen verbessern, die zu uns selbst, zu anderen und der Welt.

Und stellt dabei Fragen wie „What would Jesus do?“ oder ersatzweise „Was würde jemand tun, der sich selbst liebt?“ – eine sehr interessante Frage, denn die meisten verwenden im Umgang mit sich selbst Worte, die sie ihrem Feind nicht sagen würden.

Mit ihren Geschichten, selbst gezeichneten Bildern und ihrem ganz eigenen Humor gibt sie wertvolle Impulse selber Schritt für Schritt ein wenig mehr leiden kann und sich so letzten Endes endlich selbst zur besten Freundin wird. Dabei dürfen wir lernen, dass Fehler Gold wert sind und auch so geschmückt werden sollen, dass uns jede schlechte Beziehung doch auch etwas Gutes gezeigt hat und wir uns selbst auch gerne mal was Gutes gönnen dürfen!

Mit ihrer liebenswerten Sicht auf die Dinge hat sie mich von der ersten bis zur letzten Seite gut unterhalten und mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht!



Fazit: Ein unterhaltsames Buch, das einen bei dem Weg zu mehr Selbstliebe humorvoll unterstützt!

Veröffentlicht am 20.03.2020

Möge ich sicher sein...

Als ich dem Tod in die Eier trat
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„Mich beherrschten die Gedanken an die bevorstehende Zeit: Wird die Behandlung erfolgreich sein? Wie definiere ich Behandlungserfolg? Schaffe ich es, nebenbei meine Selbstständigkeit vorzubereiten?“
Seite ...

„Mich beherrschten die Gedanken an die bevorstehende Zeit: Wird die Behandlung erfolgreich sein? Wie definiere ich Behandlungserfolg? Schaffe ich es, nebenbei meine Selbstständigkeit vorzubereiten?“
Seite 137

Alexaner Greiener steht mit beiden Beinen fest im Leben. Sportlich, beruflich erfolgreich, als er mit der Diagnose Hodenkrebs konfrontiert wird.

Erst Mal bewundere ich die Offenheit, mit der der Autor über dieses schwierige und auch „intime“ Thema schreibt. Im ersten Teil des Buches berichtet er nüchtern und fast emotionslos von den Untersuchungen und seinen Gedanken. Erst im weiteren Verlauf wurde mir klar, dass das daran liegt, dass er erst genauso mit seiner Erkrankung umging. Ein kleines Hindernis, rasch überwunden, fertig.
Doch leider sah die Realität anders aus und konfrontiert mit einer ungewissen Zukunft beginnt der Autor, sein Leben völlig neu auszurichten, seine Familiengeschichte aufzuarbeiten und vieles neu zu definieren. Er sucht seinen Weg, bekommt ungefragt Tipps zur ultimativen Heilung und Wundertröpfchen aber auch wirklich wirksame Unterstützung ergänzend zur schulmedizinischen Behandlung.
Seine Geschichte und sein Weg haben mich sehr berührt, seine ehrliche, reflektierte Art ist einfach bewundernswert und sein Buch macht Mut. Auch Mut, Ärzte zu wechseln, hinzusehen, sich zu informieren und so einen individuellen Heilungsweg zu finden!
Ein unglaubliches Buch und ein bewundernswerter Autor – dem ich alles Glück und vor allem viel Gesundheit wünsche!

Veröffentlicht am 28.02.2020

Mein Schundbuch des Jahres!

Der Schundfilm meines Lebens
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Und ich? Ich mache mit bei dem Blödsinn, und meine einzige Entschuldigung lautet, dass ich nicht mehr jung bin, das Geld aber trotzdem brauche.
Seite 92

Eine kleine Erbschaft hat es Hanna möglich gemacht, ...

Und ich? Ich mache mit bei dem Blödsinn, und meine einzige Entschuldigung lautet, dass ich nicht mehr jung bin, das Geld aber trotzdem brauche.
Seite 92

Eine kleine Erbschaft hat es Hanna möglich gemacht, sich als Drehbuchautorin zu versuchen. Doch ihre ernsten Geschichten werden abgelehnt. Da rät ihr Creative Producer Hansen, es mit einer seichten, vorhersehbaren Liebesgeschichte zu versuchen. Ein Schundfilm?!
Um ihre Finanzen aufzupeppen, legt Hanna los und erfindet Sibille, die klassische Protagonistin einer Liebesschnulze. Doch während sie schreibt, muss Hanna immer mehr Parallelen zwischen Sibilles und ihrem Leben erkennen…
„Der Schundfilm meines Lebens“ – ein Buch ganz nach meinem „schlechten“ Geschmack ;)
Emmi Ruprecht bedient all die gängigen Klischees vorzüglich, über die sich Hanna so lustig macht. Sei es der ach so lang arbeitende Ehemann, die doch nicht so gute Freundin, sie serviert uns alle aus dem Genre bekannten Stereotypen – aber durch Hannas Geschichte über Sibille sind diese neu durchgemischt, etwas durch den Kakao gezogen und dennoch herrlich unterhaltsam und liebenswert!
So sie sich Hanna beim Schreiben ihrer Schmonzette an den Kopf greift, so schmunzelt man selbst darüber, dass man den Verlauf der Geschichte eigentlich von Anfang an weiß – und genießt dennoch jede Seite! Ihr Gegenspieler: Creative Producer Hansen, der sie immer weiter antreibt und ihr Impulse gibt, um die Geschichte noch schnulziger zu machen.
Und obendrein garniert Emmi Ruprecht ihre locker-leichte Geschichte doch mit einem überraschenden Sahnhäubchen, so dass ich jede Seite genossen habe!
Unbedingt lesen!


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.01.2020

Ein berührender Roadtrip durch Frankreich mit zwei lebensechten Protagonisten

Fünf Tage mit Dir
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„Eine zufällige Begegnung am Bahnhof. Eine oberflächliche Unterhaltung, die plötzlich dazu geführt hatte, dass zwei wildfremde Menschen gemeinsam durch ein ganzes Land reisen würden.“

Seite 103



Milla ...

„Eine zufällige Begegnung am Bahnhof. Eine oberflächliche Unterhaltung, die plötzlich dazu geführt hatte, dass zwei wildfremde Menschen gemeinsam durch ein ganzes Land reisen würden.“

Seite 103



Milla hat nur ein Ziel vor Augen – einen Job in einer französischen Werbeagentur. Der Weg dorthin ist genau geplant… Bis alle Züge Verspätung haben, Flieger ohne sie starten und es so aussieht, als wäre ihre einzige Chance Jaro. Ein Mann, den sie zufällig in einem Café getroffen hat und von dem sie nichts weiß. Außer, dass er dieselbe Strecke fährt…



Milla ist ein Kontrollfreak, will alles selbst erledigen und hat alles vorausschauend geplant – nur hat sie nicht damit gerechnet, dass das Schicksal andere Pläne hat. Es sieht so auss, als hätte sich wirklich alles gegen sie verschworen. Nur schwer springt sie über ihren Schatten und nimmt das Angebot des Fremden an, sie mitzunehemen. Man spürt richtig, wie schwer es ihr fällt.

Und wie manchmal, wenn alles schiefläuft, entsteht daraus etwas Wunderbares. Während die Seiten und die zurückzulegenden Kilometer nur so dahinfliegen, wird Milla immer lockerer, öffnet sich und lernt, ein Stück weit loszulassen.

Jaro bleibt über weite Teile der geheimnisvolle Fremde, antwortet oft nur vage. Doch er wirkt sehr reif für sein Alter, er scheint schon viel erlebt zu haben und den Gesprächen mit ihm bin ich gerne gefolgt! Die beiden scheinen sich gut zu ergänzen und immer besser zu verstehen…

Und so konträr die Protagonisten auch sind, ich konnte durchgehend Milla und Jaro gleich gut verstehen, ihre Beweggründe, ihre Handlungen. So war das Lesen ein Vergnügen! Und wie es sich für eine Frankreichreise gehört, werden wir auch mit landestypischem Essen verwöhnt!

Fazit: Ein berührender Roadtrip durch Frankreich mit zwei lebensechten Protagonisten!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.12.2019

Tausend Mal berührt...

Never Too Close
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...tausend Mal ist nichts passiert. Tausendundeine Nacht...

Seit einem Jahr sind sie die besten Freunde – Loan und Violette. Am Silvesterabend waren sie in einem steckengebliebenen Fahrstuhl eingeschlossen, ...

...tausend Mal ist nichts passiert. Tausendundeine Nacht...

Seit einem Jahr sind sie die besten Freunde – Loan und Violette. Am Silvesterabend waren sie in einem steckengebliebenen Fahrstuhl eingeschlossen, und diese Begegnung hat sie zusammen geschweißt. Nach kurzer Zeit ziehen sie in eine WG zusammen, teilen sich Bad, Küche, manchmal die Zahnbürste und rein platonisch auch das Bett.
Doch unterschwellig spürt man schon das Kribbeln zwischen den beiden, da besteht eine tiefe Verbundenheit und als Violette ihre Jungfräulichkeit „loswerden“ will, bittet sie Loan um diesen Gefallen…
„Never too close“ ist der Debütroman einer erst 22jährigen Jungautorin, und sie hat da eine beachtliche Leistung vorgelegt! Selbst ein großer Fan von Christian Grey und E. L. James hat sie sich an dieses Buch herangewagt, das mit einigen prickelnden Szenen aufwarten kann. Für mich lebt es aber vor allem dadurch, dass man die Anziehung zwischen den beiden Protagonisten in jeder Zeile spürt.
Violette ist eine flippige Studentin, deren großer Traum es ist, für eine große Kette Unterwäsche zu designen. Sie ist chaotisch, löffelt Nutellagläser leer und verbreitet rund um sich Chaos. Ganz im Gegensatz ist der Feuerwehrmann Loan ruhig, spricht immer mit ruhiger Stimme, sieht den Menschen um ihn herum kaum in die Augen und verrät selten etwas aus seiner Vergangenheit. Erst ahnen die beiden gar nicht, dass sie mit ihrer Familiengeschichte mehr verbindet, als sie für möglich gehalten hätten. Beide haben unter ihrer Mutter gelitten, jeder auf seine eigene Weise. Seither hat Violette Panikattacken und Loan sich in sich zurückgezogen.
Es war bewegend zu lesen, wie die beiden sich aneinander reiben und aneinander wachsen. Man spürte in ihren Worten, in ihrem Umgang miteinander eine so große Verbundenheit und Freundschaft, die durch den „Gefallen“ auf eine große Probe gestellt wird. Aber auch in anderen Bereichen fordern und fördern sie einander, unterstützen sich, wie man es sich von einem Freund nur wünschen kann. Gerade diese Passagen habe ich sehr genossen.
Die Geschichte selbst ist klassisch und vorhersehbar, teils mit den „üblichen“ Verwicklungen – aber es muss nicht immer das Rad neu erfunden werden, um gut zu unterhalten. Morgan Moncomble erzählt den doch recht klassischen Plot auf so gefühlvolle, realitätsnahe Weise mit frischen Elementen gekoppelt. Man spürt auch die französische Lebensart, generell eine Körperlichkeit, die wir eher distanzierten Deutschen/Österreicher nicht so leben. Auch Violettes typisch französischer Schmollmund und ihre Launenhaftigkeit spalten wohl die Meinungen. Denn manchmal wirkt sie dadurch auch unreif, für mich aber eine Eigenheit, die interessant war. Ich musste auch über manche Redewendung schmunzeln und tauchte ein wenig in die Unbekümmertheit des Studentenlebens und die Verzauberung der ersten großen Liebe ein!
Ich gebe zu, im letzten Drittel hatte ich mit dem Verlauf der Geschichte etwas zu kämpfen, konnte ich manche Handlungen einfach nicht verstehen bzw. hätte ich sie und das damit verbundene Drama gar nicht mehr gebraucht. Doch diese kleinen Momente konnten mein Lesevergnügen nicht trüben!
Ich bin nicht die klassische New Adult Leserin, aber Morgane Moncomble hat mich mit ihrer Geschichte und vor allem den Gefühlen, die sie beschreibt und auch bei mir ausgelöst hat, sehr mitgenommen und gut unterhalten!