Stilistisch ein Jugenbuch, inhaltlich eher für Erwachsene - ich tue mich mit der Einordnung schwer...
CraveNach dem Unfalltod ihrer Eltern wird Grace von ihrem Onkel an der Katmere Academy aufgenommen. Das Internat befindet sich mitten im tiefen, verschneiten Alaska und wird von diesem geleitet. Doch die Schüler ...
Nach dem Unfalltod ihrer Eltern wird Grace von ihrem Onkel an der Katmere Academy aufgenommen. Das Internat befindet sich mitten im tiefen, verschneiten Alaska und wird von diesem geleitet. Doch die Schüler an der Academy sind so ganz anders als die Menschen, die Grace normalerweise umgeben. Dabei hat es scheinbar ganz besonders der Bad Boy Jaxon Vega auf Grace abgesehen. Und doch ist Vega das kleinste Problem der jungen Frau. Denn in den Schatten von Katmere lauern viel düstere Geheimnisse und Gefahren...
Aufmerksam geworden auf "Crave" bin ich zunächst durch den Hype auf diversen Social Media Kanälen, wo unter Anderem mit "grossen Gefühlen" und "knisternder Spannung" geworben wurde. Dementsprechend hoch waren anschließend meine Erwartungen an Tracy Wolffs Roman. Ich habe mich unheimlich auf eine knisternde Vampirromance im "Twilight"-Stil gefreut. Leider wurden meine Erwartungen im Verlauf des Buches immer weiter enttäuscht.
Zwar hat "Crave" mit dem ländlichen Setting, mysteriösen Männern und einer schüchternen, naiven und gänzlich normalen Protagonistin definitiv etwas von "Twilight" und die Grundidee recht interessante Ansätze. Ich wurde allerdings so gar nicht mit der Umsetzung warm.
Gleich zu Beginn des Buches ist mir der Schreibstil der Autorin negativ aufgefallen. Immer wieder gab es Aussagen und Passagen, die einfach nur erzwungen humorvoll auf mich wirkten. Hinzu kamen die langen Kapitelüberschriften, die zum Einen ebenfalls seltsam gezwungen wirkten und zum Anderen meiner Meinung nach auch oftmals kaum zum Kapitelinhalt passten. Insgesamt würde ich den Schreibstil der Autorin als jugendlich locker beschreiben - was sich aber nicht ganz mit dem Inhalt des Buches deckt.
Denn die teils expliziten (Gewalt-)szenen würde ich eher dem Erwachsenengenre zuordnen.
Auch inhaltlich konnte mich die Umsetzung nicht überzeugen.
Im Verlauf der Handlung werden einige Klischees vertreten, was mich persönlich nicht weiter gestört hat. Ich fand sie teils vielmehr unterhaltsam.
Deutlich mehr gestört hat mich da deren Verarbeitung im Roman. Als Beispiel der "Bad Boy trifft auf schüchternes Mädchen und verliebt sich"-Trope: In "Crave" war der Beginn dieses Tropes noch recht interessant geschildert. Im weiteren Verlauf konnte ich persönlich aber kaum eine Chemie zwischen den Protagonisten ausmachen. Die Entwicklung ihrer Beziehung wurde durch Wiederholungen immer weiter in die Länge gezogen (allerdings nicht im Stile einer süßen "Slow-Burn"-Romance), bis sie gegen Ende praktisch über dem Leser zusammenbricht. Hätte man den Mittelteil teilweise übersprungen, wäre einem in der Hinsicht höchstwahrscheinlich nicht viel entgangen...
Ich hatte mich eigentlich auf eine packende neue Vampir-Reihe gefreut, werde nach diesem ersten Band jedoch nicht mehr zu den Folgebänden greifen. Obwohl die Grundidee spannend war, haben hier für mich persönlich einfach zu viele Sachen nicht gepasst. Vielleicht findet ja jemand Gefallen daran, der auf der Suche nach einer leichten Vampirromance ist, die man gut zwischendurch und nebenbei lesen kann.
2,5/5 Sterne