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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.01.2020

Ein Cold Case für Philippe Lagarde

Der Kommissar und die Tote von Saint-Georges
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In seinem elften Fall bekommt es Philippe Lagarde mit einem „Cold Case“ zu tun. Die junge Claire Lamar ist vor vier Jahren ermordet worden und der Täter wurde nicht gefunden. Claires Eltern ersuchen Lagarde, ...

In seinem elften Fall bekommt es Philippe Lagarde mit einem „Cold Case“ zu tun. Die junge Claire Lamar ist vor vier Jahren ermordet worden und der Täter wurde nicht gefunden. Claires Eltern ersuchen Lagarde, die Ermittlungen wieder aufzunehmen. Da sie beste Beziehungen in die hohe Politik haben, wird der ehemalige Sonderermittler auch wirklich mit dem Fall betraut. Er holt dazu zwei seiner ehemalige Kollegen und Valerie, die kompetente Gendarmin in sein Team. Die vier sind entsetzt, welche Ermittlungspannen auf Grund diverser Streitigkeiten wegen der Zuständigkeiten passiert sind.
Typisch für Lagarde und sein Team ist, dass sie auch unkonventionelle Ermittlungsansätze zulassen. Recht bald ist klar, dass Claire nicht das einzige Opfer des Täter ist. Eine Frau hat später Selbstmord begangen und eine lebt in einer Anstalt.
Akribisch arbeiten sie die teilweise lückenhaften Akten durch und befragen Zeugen von damals.

Meine Meinung:

Auch diesmal wieder ein fesselnder Fall, den Philippe Lagarde und seine Truppe bravourös lösen. Wer Maria Dries und ihren Kommissar Lagarde bereits kennt, weiß, dass kein Täter unentdeckt bleibt.

Obwohl Lagarde bereits zum 11. Mal ermittelt, ist die Reihe nicht langweilig. Manchmal ist ein Plot ein wenig spannender als ein anderer. Diesmal kann der Krimi durch seine penibel arbeitenden Ermittler wieder volle punkten. Inzwischen gibt es ja überall „Cold Case“-Spezialisten, die sich in regelmäßigen Abständen diese ungeklärten Fälle ansehen. Oft genug wird dann doch noch der Täter gefasst.

Fazit:

Philippe Lagarde und sein Team lösen auch 4 Jahre alte Mordfälle mit ihren oft unkonventionellen Methoden bravourös. Daher diesmal 5 Sterne.

Veröffentlicht am 06.01.2020

EIn anderer Blick auf Afrika - von Angola bis Uganda

Der lachende Kontinent
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„Für viele ist Afrika der Kontinent der gefährlichen Tiere und noch gefährlicheren Menschen. Es ist ein Bild, das in vielen Menschen gerne transportiert wird, weil es den Erwartungen entspricht. Was wäre ...

„Für viele ist Afrika der Kontinent der gefährlichen Tiere und noch gefährlicheren Menschen. Es ist ein Bild, das in vielen Menschen gerne transportiert wird, weil es den Erwartungen entspricht. Was wäre aber, wenn Afrika sehr oft ganz anders ist?“

Afrika einmal anders: Statt ausschließlich das Negative hervorzuheben, zeigt Bernd Dörries, dass der Kontinent auch andere Seiten als Hunger, Krieg, gefährliche Tiere oder Menschen zu bieten hat.

So unterschiedlich die Größe der Staaten so unterschiedlich sind auch die Menschen und Kulturen dort.

Der Autor ist Journalist und hat in dieser Eigenschaft 34 afrikanische Länder bereist, die er und in Kurzporträts von Angola bis Uganda vorstellt.

Die Einleitung zu jedem Land ist eine Landkarte auf der der Staat als weißer Fleck in der in schwarz gehaltenen Landkarte von Afrika zu sehen ist. Dazu gibt es folgenden kurzen Steckbrief:

Einwohnerzahl
Wirtschaftswachstum
Datum der Unabhängigkeit
Das sollte man gesehen haben
Das sollte man wissen
Anzahl der chinesischen Restaurants
Darüber redet das Land

Die Angabe des Wirtschaftswachstum hat mich ob der Zahlen doch ein wenig überrascht. Zahlen, von denen man in Europa nur mehr träumen kann! Äthiopien weist ein Plus von 7,7% oder Benin 6,6% oder Ruanda von 8,6%. Warum dann die meisten Menschen dennoch an der Armutsgrenze leben? Die Antwort scheint klar (und das Vorurteil damit bestätigt) - korrupte Regierungen bereichern sich und lassen das Volk darben.

Ausgerechnet Ruanda, dessen Namen man ausschließlich mit dem Bürgerkrieg von 1994 in dem sich Tutsi und Hutu gegenseitig abgeschlachtet haben, ist eines jener Länder Afrikas, das es aus eigener Kraft schaffen will, den schlechten Ruf und die Armut hinter sich zu lassen. Es ist der Regierung zu wünschen, dass diese schwierige Übung gelingt!

Neben allen positiven Anmerkungen vergisst der Autor nicht, auch die Schattenseiten darzustellen. Er wirft einen Blick zurück in die Geschichte jedes Landes, das (bis auf Äthiopien) Kolonie einer europäischen Großmacht war. Die politische Instabilität, die immer wieder größenwahnsinnige Diktatoren an die Regierung bringt, ist den ehemaligen Kolonialherren anzulasten, die, nach Ausbeutung von Land und Leuten, ihre ehemaligen Untertanen sich selbst überlassen haben.

All diese Anmerkungen geschehen in einem leichten Plauderton, der manchmal auch durchaus ins Ironische abgleitet (siehe Äthiopien).

Interessant ist, dass Sport einen so großen Stellenwert einnimmt, und dass sich so manche Bevölkerung einen Fußballstar als Präsidenten vorstellen kann (Elfenbeinküste/Didier Drogba, Liberia/George Weah).

Der Autor hat dann noch ein paar skurril anmutende Informationen für die Leser: So hat Botswana eine kostenlose Krankenversicherung, Lesotho ein Skigebiet und Burkina Faso das bekannteste uns größte Filmfestival. Doch warum erscheint uns das skurril? Weil wir gewohnt sind, ein Bild von Afrika zu haben, das Dürre, Hunger und Apokalypse bedeutet? Machen wir es dem Autor nach und sehen wir die positiven Dinge, die Afrika hervorbringt.


Fazit:

Ein Buch, das uns einen ganz anderen Blick auf Afrika gibt. Gerne gebe ich dieser ungewöhnlichen Expedition 5 Sterne.

Veröffentlicht am 05.01.2020

Ein schwieriges Thema gut aufbereitet

Wirtschaftspolitik zwischen der Gier der Gewinner und der Wut der Verlierer
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Der österreichische Manager und Jurist Manfred Drennig beleuchtet in diesem Buch die Geschichte der Wirtschaftspolitik und die Auswirkungen bis heute (und in die Zukunft).

Dazu finden wir in acht Kapiteln ...

Der österreichische Manager und Jurist Manfred Drennig beleuchtet in diesem Buch die Geschichte der Wirtschaftspolitik und die Auswirkungen bis heute (und in die Zukunft).

Dazu finden wir in acht Kapiteln interessante Statements:

Die beste aller Welten und ihre Erschaffung durch den Markt
Verhaltensökonomie als Suche nach dem Heiligen Gral
Einkommen als Ergebnis sozialer Leistung oder Beuteverhalten
Wirtschaftswachstum: notwendig, schädlich oder beides?
Internationale Arbeitsteilung: Der Traum von der heilen Welt
Die Macht des Geldes und die Ohnmacht der Geldpolitik
Politik: Vom öffentlichen Diskurs zur Manipulation
Es gibt viel zu tun

Mir hat besonders gut das Kapitel „Die Macht des Geldes und die Ohnmacht der Geldpolitik“ gefallen. Hier wird u.a. erläutert wie es zum Börsencrash 1929 gekommen ist, dessen Folgen Millionen Menschen in den Abgrund gerissen hat. Oder, wie sich die gut gemeinte Idee der billigen Wohnraumkredite in einen Albtraum für Kreditnehmer, Banken und Staaten entwickelt hat. Aber, es ist ja bekannt, dass „gut gemeint“, das Gegenteil von gut ist.

Die enge Verzahnung der Weltwirtschaft untereinander wird uns auch in der Zukunft vor große Herausforderungen stellen. Hoffen wir, dass uns die aktuelle Überregulierung, die aller Orten das Hervorbringen neuer Ideen hemmt, nnicht noch mehr überhand nimmt.

„Wer Initiative zeigt, wer vor allem neue Wege gehen will, droht unter einem Wust von wohlmeinenden Vorschriften zu ersticken.“ sagte Roman Herzog, ehemaliger Bundespräsident Deutschlands, in seiner „Berliner Rede“ 1997. Dem ist wohl wenig hinzuzufügen.

Veröffentlicht am 05.01.2020

Hat mich gut unterhalten

Herbstleich
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Die Prügelei während der Halloween-Party endet mit einem Toten. Dorfpolizist Friedrich Fesch, der diesem neumodischen Fest so gar nichts abgewinnen kann, darf wieder mit Michaela Mörderisch, der toughen ...

Die Prügelei während der Halloween-Party endet mit einem Toten. Dorfpolizist Friedrich Fesch, der diesem neumodischen Fest so gar nichts abgewinnen kann, darf wieder mit Michaela Mörderisch, der toughen Kriminalbeamtin ermitteln.

Ist der Streit um eine Dorfgrazie wirklich der Auslöser für den Mord? Bei näherem Hinsehen, scheint nichts wie es ist, zu sein. Akribisch sortieren Mörderisch & Fesch die einzelnen Mosaiksteinchen und stellen fest, dass die dörfliche Idylle trügt.

Meine Meinung:

Lisa Gallauner ist eine gute Fortsetzung ihres ersten Krimis („Mörderisch & Fesch“) gelungen. Das höchst ungleiche Ermittlerpaar ergänzt sich prächtig.

Die Geschichte spielt in dem kleinen, fiktiven Ort St. Lindenbaum, der überall sein könnte. Die Dorfbewohner kennen sich von klein auf, man weiß um das eine oder andere Familiengeheimnis. Wenig bleibt verborgen, doch alles, was nicht eindeutig belegt wird, wird durch die eigene (oft bösartige) Fantasie ausgeschmückt. Mit dabei sind einige Charaktere, die wir schon kennen. So darf Jenny dem einen oder anderen Dorfcasanova wieder der Kopf verdrehen oder die Tupfinger-Martha, deren Tratsch-Sucht die „Bild-Zeitung“ gehörig in den Schatten stellt.

Lisa Gallauner hat einen leicht lesbaren und lockern Schreibstil, der die Seiten nur so dahin fliegen lässt.

Fazit:

Ein, bis auf die Leiche mit Bauchstich, unblutiger Krimi, der durch Wortwitz und eine flüssige Erzählweise besticht. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 05.01.2020

EIne gelungene Anleitung zur Selbsthilfe

Knie & Meniskus Schmerzen selbst behandeln
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Mit dem Ratgeber „Knieschmerzen selbst behandeln“ hat das Autoren-Duo Liebscher & Bracht eine Anleitung zur Selbsthilfe gegen Knieschmerzen geschaffen.

Das Buch ist bei Gräfe & Unzer erschienen und beinhaltet ...

Mit dem Ratgeber „Knieschmerzen selbst behandeln“ hat das Autoren-Duo Liebscher & Bracht eine Anleitung zur Selbsthilfe gegen Knieschmerzen geschaffen.

Das Buch ist bei Gräfe & Unzer erschienen und beinhaltet neben einer theoretischen Abhandlung, wie Schmerz entsteht, insbesondere im Knie, und warum herkömmliche Versuche diesem Herr zu werden, nichts fruchten, Anleitungen und zahlreiche Fotos, wo z.B. die Druckpunkte zu finden und wie sie zu benützen sind.

Das Duo Liebscher & Bracht schwört auf Faszientraining, was ich nach zwei Knieoperatioen an einem Knie, Knorpelglatzen in beiden und zahlreichen orthopädischen Konsulatationen mit mäßigen Erfolg, durchaus nachvollziehen kann, da selbst ausprobiert. Ich habe allerdings eine deutliche Verbesserung in meinen Knien durch eine Hyaluron-Spritzen-Kur erlebt, die die Autoren als „Placebo“ bzw. als nicht wirksam bezeichnen.

Dass mehr (sanfte) Bewegung Muskeln und Gelenken hilft, ihre Beweglichkeit bis ins hohe Alter zu behalten, ist jetzt nicht ganz neu.

Das (vielleicht) Neue an diesem Buch ist die kompakte Aufbereitung und das anschauliche Bildmaterial. Zusätzlich kann man sich per Newsletter weitere Informationen schicken lassen oder auf youtube Übungen ansehen. Ergänzt wird das Buch durch eine Liste von Therapeuten, die nach der L&B-Methode arbeiten. Die Arbeitsmittel, die verwendet werden kann man im Online-Shop erwerben. Allerdings können ebenso im Haushalt vorhanden Küchenutensilien verwendet werden.

Das einzige Manko: Üben muss jeder selbst, das kann einem nicht abgenommen werden.

Fazit:

Einen Versuch ist es jedenfalls wert. Die Übungen sind durch die Fotos anschaulich dargestellt und scheinen machbar. Gerne gebe ich für diese Anleitung 5 Sterne.