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Veröffentlicht am 26.11.2020

Auf der Flucht

Love & Bullets
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Bill hat der Rockaway Gang eine Menge Geld geklaut und ist jetzt auf der Flucht Natürlich sind Killer auf seiner Spur, um ihm das Geld wieder abzunehmen und ihn zu bestrafen. Doch Bill wird auf seiner ...

Bill hat der Rockaway Gang eine Menge Geld geklaut und ist jetzt auf der Flucht Natürlich sind Killer auf seiner Spur, um ihm das Geld wieder abzunehmen und ihn zu bestrafen. Doch Bill wird auf seiner Flucht in einem entlegenen Kaff in einer Kneipe gefangen genommen. Auf einer entlegenen Ranch merkt er, dass der örtliche Scheriff und die Polizei mit hinter der Entführung stecken und die verstehen überhaupt keinen Spaß und wollen natürlich auch an sein Geld. Doch einer der Killer, die von Dean und seiner Gang geschickt wurden, ist Fiona, seine Geliebte. Sie befreit Bill aus seiner Notlage und während eines brutalen Fights erledigen sie fast die komplette Gang auf der Ranch. Auf der weiteren Flucht setzen sie sich eine Zeit lang nach Mittelamerika ab, doch ihnen sind weiterhin Killer der Rockaway Gang auf den Spuren und ihre Flucht ist noch lange nicht zu Ende!
Dieser Thriller ist so auf den ersten Blick, dass was viele an diesem Genre lieben. Eine Menge Action, viele Gewalt und Blut und Wendungen, die man vorher nicht unbedingt auf dem Schirm hat. Die beiden Protagonisten Fiona und Bill sind auf der Flucht vor der brutalen und allgegenwärtigen Rockaway Gang. Bill hat sich mit den ganz Großen angelegt und seine Freundin Fiona muss ihn aus einer misslichen Situation befreien. Dabei fließt das erste Mal richtig viel Blut. Die Brutalität einiger Szenen in diesem ersten Teil ist wegweisend für den Rest des Buches. Und es ist vor allem Fiona, die vor keiner Gewalttat zurückschreckt, um sich und ihren Liebhaber zu befreien. Diese Gewalt zieht eine breite Blutspur durch den Roman bis zum Ende und das ist sehr überraschend. Das Buch ist in drei Teile und einen eingeschobenen Rückblick in Fionas Kindheit aufgebaut Das entspannt das Lesen und der Erzählstrang bleibt sehr übersichtlich, da ich finde, dass die Kapitel in sich geschlossen sind, aber trotzdem in die gesamte Geschichte sich gut einfügen. Obwohl in diesem Thriller viel Gewalt herrscht und auch einiges na Blut fließt, ist der Erzählstil leicht und lässig und immer mit einem zwinkernden Auge auf die Hauptdarsteller gerichtet. Die Beziehung dieser Beiden ist sehr amüsant und macht sie eigentlich recht liebenswert, wie sie miteinander umgehen. Also auch ein normales Leben auch in der Bedrohung der Gewaltorgien.
„Romeo und Julia reloaded“ ist ein sehr unterhaltsamer Thriller, der zwar sehr viel Gewalt beinhaltet und trotzdem durch seine Hauptdarsteller immer menschlich bleibt Auch wenn es brutal wird bleiben die Charaktere immer bei sich. Ein ungewöhnliches Buch, aber trotzdem sehr gut lesbar. Manchmal fühle ich mich gemüßigt zu denken, typisch amerikanisch. Na ja, vielleicht ist auch etwas dran, an dieser Sichtweise.

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Veröffentlicht am 06.01.2020

Kunst kann tödlich sein

Gewittersee
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Der Gewittersee ist ein schöner Titel für einen Krimi der hauptsächlich in Lindau am Bodensee spielt. Eine sommerlich drückende Stimmung liegt über dem See und der Stadt Lindau. Hier untersucht die Kommissarin ...

Der Gewittersee ist ein schöner Titel für einen Krimi der hauptsächlich in Lindau am Bodensee spielt. Eine sommerlich drückende Stimmung liegt über dem See und der Stadt Lindau. Hier untersucht die Kommissarin Cora Merlin einen Mord an einer Prostituierten mit ihrem Kollegen Christian. Nicht nur der Fall bereiten der Kommissarin Kopfschmerzen auch das Wetter. Doch sie trifft während ihrer Ermittlungen auf interessante Menschen, wie die schöne, aber undurchsichtige Ela Fouré, eine Kunstsachverständige und auf Sara eine Kunsthistorik Studentin. Auch der Mörder treibt sein Unwesen und so bleibt die Story lange heiss. Eine Tour nach Venedig hilft der Kommissarin einen Schritt weiter und langsam wird klar, das es hier nicht nur um einen Mord geht, sondern um Kunstraub. Außedem hat der Mörder von Lindau noch weitere Frauen auf seinem Gewissen. Es bleibt auf jeden Fall spannend bis dann ein klärendes Gewitter nicht nur beim Wetter für Klarheit sorgt.

Dieser Bodensee ist spannend geschrieben, mit vielen Abstechern in die Kunstwelt und schönen Beschreibungen der Staft Lindau. Ein Krimi mit sehr viel Lokalkolorit. Der Spannungsbogen ist sehr konsequent aufgebaut. Ein lesenswertes Buch von Tina Schlegel.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Kriegsverbrechen

Unter dem Strand
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Cay ist eine Autorin, deren Werke abgelehnt werden und die sich in einer Schreibkrise befindet. Niemand glaubt and sie, nicht mal sie selbst. Um sich über Wasser zu halten, schreibt sie Artikel für eine ...

Cay ist eine Autorin, deren Werke abgelehnt werden und die sich in einer Schreibkrise befindet. Niemand glaubt and sie, nicht mal sie selbst. Um sich über Wasser zu halten, schreibt sie Artikel für eine lokale Zeitung. Deshalb fährt sie auch nach Neustadt, wo am 3. Mai der Zerstörung der Cap Arcona gedacht wird. Dort wird den Opfern der Katastrophe gedacht, die hauptsächlich aus Juden und Kriegsgefangenen bestand. Auf ihrem Weg zum Strand findet sie ein tote Frau im Wasser und wider besseren Wissens und in Gedenken an ihr leeres Konto macht sie ein Foto der Toten. Da ihre Zeitung nicht interessiert ist, lädt sie es bei einer Internetzeitung hoch. Während sie noch darüber nachdenkt, wie es nun weitergehen soll. Wird ihr der Fotoapparat gestohlen und ihr Zimmer durchsucht. Irgendjemand scheint von ihren Untersuchungen nicht begeistert zu sein, aber wer und warum?
Der Kriminalroman „Unter dem Strand“ von Turid Müller bewegt sich zwischen Gegenwart und Vergangenheit, um einen oder mehrere Morde aufzudecken. Der Hauptcharakter Cay tappt mit ihrem Artikel und dem dazugehörigen Bild in eine schwierige Situation. Es hat alles mit dem Gedenktag des Untergangs der Cap Arcona zu tun, dem nicht alle in Neustadt mit Freude entgegensehen. Neugierig geworden ermittelt sie auf eigene Faust, wen denn für den Tod einer jungen Frau verantwortlich ist, die an das Geschehen auf der Cap Arcona erinnern möchte. Dieser Zusammenhang wird langsam und in kleinen Schritten aufgedeckt. Der Leser erfährt schon mal viel über die Geschichte und was sich zugetragen hat an dem Tag des Untergangs. Er wird informiert über das Vorgehen der Nazis im Konzentrationslager Neuengamme und wie fürchterlich es den Gefangenen dort ergeht. Es wird erzählt an zwei Figuren, die auch mit dem Untergang und den anschließenden Morden in Verbindung stehen. So ist der Leser über die aktuellen Ermittlungen und den geschichtliche Vorgängen informiert und kann so ein Puzzle am Ende zusammensetzen. Die Sprache des Autorin macht es manchmal nicht leicht alle Geschehnisse zusammenzubringen, da es bei den historischen Erzählungen nicht leicht ist den Zusammenhang gleich herzustellen. Der aktuell Fall ist spannend und auch die Aufklärung am Ende gut nachvollziehbar. Die Personen sind nicht alle gut zuzuordnen.
Historisch finde ich den Roman gelungen und die Schilderungen aus dem KZ sind meist gut nachzuvollziehen. Auch der aktuelle Fall den die Journalistin verfolgt ist alleinstehend spannend. In der abwechselnden Erzählung ist es manchmal ein bisschen kompliziert alle Personen sauber zuzuordnen.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Schreibblockade eines Autors

Doppelspiel
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Tom Borg ist Bestsellerautor, doch nach seinem letzten großen Verkaufsschlager ist schon eine ganze Weile vergangen und er hat noch nichts zu Papier gebracht. Seine Verlegerin ist irritiert, aber Tom kann ...

Tom Borg ist Bestsellerautor, doch nach seinem letzten großen Verkaufsschlager ist schon eine ganze Weile vergangen und er hat noch nichts zu Papier gebracht. Seine Verlegerin ist irritiert, aber Tom kann irgendwie keinen klaren Gedanken fassen. Er besucht seinen alten Freund Lennart und hofft von ihm Tipps zu bekommen, um wieder schreiben zu können. Dieser gibt ihm den Rat sich in die Unterwelt zu begeben, zu gefährlichen Plätzen, um neue Inspirationen zu sammeln. Der Gedanke kommt Tom etwas abwegig vor, doch als er bei einer Lesung eine jungen hübsche rothaarige Frau kennenlernt, die fast so aussieht wie die Freundin seines Romanhelden Nic, verliebt er sich in sie. Sie lädt ihn ein sie in einen Nachtclub zu begleiten, in dem sie arbeitet. Doch als sie zusammen in einem Whirlpool sitzen, wird sie von einem Maskierten Mann erschossen. Da alles auf ihn als Täter hindeutet, entschließt sich Tom zu fliehen.
Der Krimi „Doppelspiel“ von Arne Dahl und Jonas Moström beschäftigt sich mit einem Autor und seiner Schreibblockade. Das möchte man glauben, wenn man diesen Titel liest. Das Cover zeigt gut den Mann auf der Flucht und das ist der Autor Tom Borg, der vor irgendetwas wegläuft. Die Spannung, die die Autoren auf den ersten Seiten ist spürbar. Als erstes hat man das Gefühl, der Krimi ist zu Ende, da der Hauptcharakter stirbt, doch es ist nur die letzte Szene aus dem letzten Krimis des Autors Tom Borg und schon beginnt etwas, das nach einem Schachspiel aussieht. Ein unbekannter setzt seine Figuren ein, um den Autor aus seinem Tief zu befreien und dabei scheinen ihm die Mittel egal zu sein, auch Mord. Der andere Hauptcharakter ist Olivie eine Polizistin mit Hang zur Gewalt und einem rätselhaften zweifarbigen Augenpaar. Eine Chimäre, die noch für große Spannung sorgen wird. Jedenfalls bis zur Hälfte, doch dann lässt irgendwie die Spannung nach und die Auflösung diese Krimis wird im Hauruckverfahren durchgeführt. Es passiert alles sehr schnell und nicht mehr richtig nachzuvollziehen. Hier wäre mir eine größere Sorgfalt in der Erzählung lieber. Der Ansatz für einen spannenden Showdown ist auf jeden Fall da. Es wird schon eine gewisse Spannung aufrechterhalten, doch die Plausibilität lässt nach und das finde ich ist eher untypisch für Arne Dahl. Die Schreibweise in diesem Krimi ist schon sehr bildhaft und lässt den Leser sich gut in der Story zurechtfinden, nur am Ende kann man sich schnell verirren.
Ich finde unterm Strich den Krimi schon sehr spannend und rasant erzählt. Die Schwäche am Ende trübt das Gesamtbild ein wenig ein. Nichtsdestotrotz sollten sich Leser, die gerne Skandinavien Krimis lesen, dieses Buch gönnen.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Die verschwundene Sängerin

Die schöne Diva von Saint-Jacques
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Die Sängerin Sophia wohnt in ihrem Haus, neben ihren Nachbarn Marc, Mathias und Lucien und Marcs Onkel Vandoosler. Eines morgens entdeckt sie einen Baum in ihrem Garten und sie fragt ihre Nachbarn, ob ...

Die Sängerin Sophia wohnt in ihrem Haus, neben ihren Nachbarn Marc, Mathias und Lucien und Marcs Onkel Vandoosler. Eines morgens entdeckt sie einen Baum in ihrem Garten und sie fragt ihre Nachbarn, ob sie mal nachsehen können, was es mit dem Baum auf sich hat. Doch en paar Tage später ist sie spurlos verschwunden und die drei ermitteln auf eigene Faust.
Der Krimi „Die schöne Diva von Saint-Jacques“ von Fred Vargas ist ein sehr tiefgründiger Krimi, der oberflächlich um das Verschwinden einer Sängerin geht. Allerdings geht alles ein wenig tiefer. Bezeichnend ist die Tatsache, dass die Autorin die Nachbarn in die Suche und die Ermittlungen einbezieht. Natürlich ist mit dem Polizisten Vandoosler auch ein Fachmann mit an Bord, aber eher, um die Ermittlungen anzuschieben. Die Polizei tappt sehr lange im Dunkeln. Aber die drei Studenten sind sehr engagiert bei der Sache, da sie auch persönliche Interessen verfolgen. Es ist einer tiefsinnige Story, die Fred Vargas erzählt und der Spannungsbogen entwickelt sich bis zum Ende und legt die sehr kompakte Story dar. Die Sprache ist sehr literarisch und es führt den Leser mit in die Ermittlungen ein.
Dieser Krimi ist keine leichte Kost und nichts für zwischendurch. Die Autorin erwartet volle Aufmerksamkeit für ihren Roman und das ist die Herausforderung bei diesem Buch. Man kommt auf seine Kosten, da es ein spannender und interessanter Roman ist. Ich würde sagen typisch für Fred Vargas.

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