Profilbild von gletscherwoelfchen

gletscherwoelfchen

Lesejury Star
offline

gletscherwoelfchen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit gletscherwoelfchen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.01.2020

Von vorne bis hinten sehr stimmig

Wider deinen Nächsten
0

Eichsfeld in der DDR: Aus den Freunden Martin und Karl werden erbitterte Rivalen. Denn beide möchten Luise für sich gewinnen. Sie führen einen Kampf aus, aus dem Karl als Sieger hervorgeht. Fortan geht ...

Eichsfeld in der DDR: Aus den Freunden Martin und Karl werden erbitterte Rivalen. Denn beide möchten Luise für sich gewinnen. Sie führen einen Kampf aus, aus dem Karl als Sieger hervorgeht. Fortan geht Martin Luise auf dem Weg und so gelingt es Karl, Luise von sich zu überzeugen.
Doch auch nach ihrer Hochzeit mit Karl kann Luise seinen Rivalen nicht vergessen. Und so kommt es, dass Karl Stück für Stück in die Fänge der Stasi gelingt, um Martin endgültig aus Luises Gedanken zu vertreiben.

Das Cover sieht sehr ansprechend aus. Man erkennt Luise und die beiden Rivalen sowie den Familienwagen. Die Brauntöne aus den Bildern werden aufgegriffen und lassen es stimmig wirken.

Der Einstieg in das Buch ist mir recht leicht gefallen. Der Schreibstil ist sehr angenehm und gut verständlich. Perspektivwechsel zwischen Martin, Karl und Luise lockern alles ein wenig auf und man erhält als Leser unterschiedliche Eindrücke vom Geschehen. Zudem ist immer klar erkennbar, um wen es gerade geht.

Bei den Protagonisten bin ich geteilter Meinung.
Luise war mir von Anfang an stets sympathisch. In einer von Männern dominierten Zeit weiß sie sich durchzusetzen und nicht unterzugehen. Ihre fürsorgliche und zugleich starke Art hat mir gut gefallen.
Karl hingegen konnte ich nicht wirklich leiden. Er war ein extrem schwacher und naiver Charakter, hat alles getan, um Luise zu imponieren und dabei alle möglichen Konsequenzen seines Handelns völlig außer Acht gelassen.
Mit Martin konnte ich mich ebenfalls nicht so recht anfreunden. Er erschien mir - im Gegensatz zu den anderen beiden Protagonisten - eher blass und ich habe einfach keinen Zugang zu ihm gefunden. Schade eigentlich, denn ich kann mir vorstellen, dass er die Lektüre um einiges bereichert hätte.

Die Geschichte an sich war für mich eine klassische vier Sterne Geschichte. Sie war interessant, und ich wollte unbedingt wissen, wie diese Dreiecksbeziehung ausgeht, aber wirklich Spannung kam erst gegen Ende auf. Der Hauptteil war nicht unbedingt schlecht, mir hat aber etwas gefehlt. Vielleicht hätte das durch eine stärkere Präsenz Martins geändert werden können.

Voll und ganz begeistert war ich allerdings von der wunderbaren Recherche des Autors. Die historischen Aspekte waren durch und durch stimmig und ich war immer wieder erstaunt, wie gut dies gelungen war.

Gerade Leser, die gerne mehr über die Verbindungen zwischen Stasi, Religion und Familienleben erfahren möchten, sollten sich diesen Roman einmal genauer anschauen - besonders, wenn viel Wert auf den historischen Aspekt gelegt wird.
4/5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.01.2020

Ein gutes Buch für alle High-Fantasy Liebhaber

Die Steine der Götter
0

Diese Rezension bezieht sich nur auf den ersten Teil "Götterpfade" der Reihe.

Während einer Schlägerei in einer Taverne lernt Gero die Kriegerin Esme und den Magier Derio kennen. Sie verstehen sich auf ...

Diese Rezension bezieht sich nur auf den ersten Teil "Götterpfade" der Reihe.

Während einer Schlägerei in einer Taverne lernt Gero die Kriegerin Esme und den Magier Derio kennen. Sie verstehen sich auf Anhieb und begeben sich gemeinsam auf die Suche nach den zehn Steinen der Götter. Jedoch sind die Drei nicht die Einzigen, die hinter den Steinen her sind - und so kommt es, dass auf ihrer Suche danach jede Menge Gefahren auf sie warten...

Ich bin erst durch das Cover auf den ersten Teil der Tetralogie aufmerksam geworden, was auf jeden Fall ein gutes Zeichen ist.
Die intensive, aber dennoch nicht zu grelle, Farbgebung springt einem sofort ins Auge. Ich finde, dass sich die Farben optimal ergänzen. Alle haben einen leicht metallischen Hauch.
Auch die Platzierung der einzelnen Elemente gefällt mir sehr gut und ist vorteilhaft gewählt worden. Das Cover wirkt weder zu vollgepackt, noch zu leer.

Zu Beginn des Buches findet man eine ausführliche Landkarte vor. Sie hilft der Orientierung enorm und sieht dazu auch noch toll aus.
Was zusätzlich bei der Strukturierung und Orientierung hilft, sind Zeit- und Ortsangaben, die immer mal wieder auftauchen.
Ferner muss ich den Schreibstil des Autors loben: Durch den schnörkellosen und klaren Schreibstil ist es mir sehr leicht gefallen, der Geschichte zu folgen. Und das, obwohl häufige Perspektivwechsel vorliegen, die mich in anderen Büchern schon oft ein wenig aus der Bahn geworfen haben. Aber nicht so hier.

Zu den Protagonisten habe ich eine geteilte Meinung.
Am Anfang der Geschichte war ich überhaupt kein Fan von Gero. Er schien mir ein wenig zu naiv und neigte dazu, die Dinge schnell zu überstürzen. Aber dieses Bild von ihm änderte sich im Laufe des Buches. Im Laufe der Zeit wandelte er sich immer mehr ins Positive und wuchs mir so ans Herz.
Esme mochte ich von Anfang an. Ich habe ihre ruhige und besonnene, aber dennoch starke Art wirklich Lieb gewonnen.
Derio hingegen konnte ich - gerade zum Ende hin - nicht leiden. Anfangs war er noch einigermaßen sympathisch, aber irgendwann ging er mir nur noch auf die Nerven. Manchmal fühlte es sich so an, als sei ihm alles ein wenig zu Kopf gestiegen.

Die Geschichte an sich hat mir allerdings wieder sehr gut gefallen. Die Grundidee ist zwar nicht völlig neu, jedoch gelingt es dem Autor, dennoch einige neue Elemente einzufügen. Zudem schafft er es, dass die Geschichte um die Drei konstant spannend und interessant für den Leser bleibt.
Das Einzige, womit ich nicht richtig warm wurde, war die fehlende Tiefe an einigen Stellen. So wurden einige Ideen nicht vollständig ausgeführt oder aber nicht in den Zusammenhang eingeordnet. Zudem geschahen manche Ereignisse sehr plötzlich und waren für mich nicht immer zu hundert Prozent nachvollziehbar.

Nichtsdestotrotz ist "Götterpfade" der gelungene Auftakt einer Tetralogie und empfehlenswert für alle High-Fantasy Liebhaber, die Gefallen an einem mittelalterlichen Flair finden und auch mal auf Tiefergehendes verzichten können.
4/5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.01.2020

Eine außergewöhnliche Geschichte

Entflammtes Erbe
0

Als Joes Schwester Lexi bei einem Autounfall stirbt, liegt sein ganzes bisheriges Leben in Scherben. Auch zwei Jahre nach ihrem Tod fällt es Joe nur sehr schwer, dieses Erlebnis zu verkraften.
Doch plötzlich ...

Als Joes Schwester Lexi bei einem Autounfall stirbt, liegt sein ganzes bisheriges Leben in Scherben. Auch zwei Jahre nach ihrem Tod fällt es Joe nur sehr schwer, dieses Erlebnis zu verkraften.
Doch plötzlich tauchen in seiner Heimatstadt Menschen auf, die für eine kurze Zeit in Flammen aufgehen, nur um danach entspannt weiterzulaufen. Ist es möglich, dass Lexi zu jenen Menschen gehört und doch nicht gestorben ist?

Auf dem Cover zu sehen ist eine junge Frau, welche von magentafarbenen Flammen umhüllt ist. Sie steht vor einer dunklen Kulisse und wirkt dadurch sehr präsent. Das Cover wirkt auf mich einerseits geheimnisvoll, andererseits aber auch fesselnd. Ich finde es sehr schön und äußerst passend zur Geschichte gestaltet.

Der Einstieg in das Buch geschieht mit einem Bericht jenes Unfalls, bei dem Lexi gestorben ist. So ist die Stimmung zu Beginn auch eher bedrückend für mich gewesen.
Anschließend wird erst aus der Perspektive Joes weitererzählt, später erfolgen dann mehrere Perspektivwechsel. Diese werden immer mit den jeweiligen Namen angekündigt, welche von Phönixfedern umrahmt sind. Eine sehr schöne Aufmachung - wie ich finde - und zudem wird direkt deutlich, wer gerade Spricht.
Auch der Schreibstil der Autorin war sehr flüssig und klar, wodurch es sehr leicht fiel, der Geschichte zu folgen.

Die Charaktere hinterlassen ebenfalls einen ausschließlich positiven Eindruck. Jede Figur hat ganz besondere Eigenschaften und ist sehr individuell gestaltet worden. Da wären z.B. die selbstbewusste und bestimmte Lexi, der übervorsichtige Joe oder seine Freundin Cassie, die ihn bei allen Dingen unterstützt und ihm den nötigen Rückhalt gibt. Ich glaube, dass es sehr leicht fällt, sich mit einer der Figuren identifizieren zu können.

Weniger gut fand ich den Verlauf der Geschichte. Der erste Teil ging relativ zäh voran, die Geschichte plätscherte nur so vor sich hin. Es kam überhaupt keine Spannung zu Stande - zum Einen durch die Perspektivwechsel, durch die der Leser bereits nach wenigen Seiten wusste, was es mit Lexis Tod auf sich hat, zum Anderen durch mögliche Konflikte oder Hindernisse, die direkt (auf-)gelöst wurden.
Der Hauptteil hingegen hat mir deutlich besser gefallen. Es kommen magische Wesen ins Spiel und durch mysteriöse Anschläge auf diese wird eine neue Spannung in die Geschichte gebracht. Aber auch hier haben die Perspektivwechsel viel vorweg genommen.
Richtig in Schwung kam das Buch für mich erst gegen Ende. Dieser Teil hat mir tatsächlich auch am besten gefallen (auch wenn dennoch einige Fragen offen geblieben sind; ich hätte gerne gewusst, was das Erbe denn nun ist). Während ich mich gerade am Anfang nur so durch die Seiten gequält habe, konnte ich das Buch an dieser Stelle nicht mehr aus der Hand legen.

Letztendlich kann ich sagen, dass sich diese Quälerei definitiv gelohnt hat: "Entflammtes Erbe" ist eine wirklich außergewöhnliche und innovative Geschichte - auch wenn der Klappentext sich hauptsächlich auf das erste Drittel des Buches bezieht. Ich denke, dass besonders (jüngere) Fantasy-Einsteiger Gefallen an der Geschichte finden werden.
4/5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.01.2018

Mitreißend, humorvoll und romantisch

Hearts of Blue - Gefangen von dir
0

-Hearts of Blue - Gefangen von dir-

-Zusammenfassung-
Zwei Welten, die unterschiedlicher hätten nicht sein können. Lee Cross, 25, schon seit seiner Kindheit ein Dieb. Karla Sheehan, eine Polizistin ...

-Hearts of Blue - Gefangen von dir-

-Zusammenfassung-
Zwei Welten, die unterschiedlicher hätten nicht sein können. Lee Cross, 25, schon seit seiner Kindheit ein Dieb. Karla Sheehan, eine Polizistin von ganzem Herzen.
Als Lee Karla das erste Mal begegnet, ist er fasziniert von ihr. Auch Karla ergeht es nicht anders - wäre da nicht die Tatsache, dass sie Lee eigentlich verhaften sollte statt sich in ihn zu verlieben.

-Cover & Titel-
Das Cover entspricht nicht sonderlich meinem Geschmack, es hätte ein wenig liebevoller gestaltet werden können.
Den Titel hingegen finde ich sehr schön und passend zur Geschichte.

-Inhalt-
Das Buch hat mich von Anfang an mitgerissen, eine Geschichte mit viel Hintergrund und auch die Gefühle und Gedanken der Protagonisten wurden sehr klar.
Der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen.
Ich hätte mir mehr Erzähler- bzw. Perspektivwechsel gewünscht, alles aus der Sicht von Karla zu erfahren wurde mit der Zeit etwas langweilig.
Alles in einem aber ein wunderschönes Buch mit einer klaren Kaufempfehlung von mir.

Veröffentlicht am 02.08.2025

Gutes Konzept vor einem sommerlichen Setting, allerdings mit ausbaufähigen Charakteren

Girls' Trip - Vier Freundinnen. Eine Luxusjacht. Eine tödliche Reise.
1

"Das Wasser unten wirbelt herum wie ein lebendiges Wesen, und die Wellen pulsieren gleich einem Herzschlag."

Als Maggie gemeinsam mit ihren Freundinnen Giselle, Emi und Vivi an Board der Jacht "Escape" ...

"Das Wasser unten wirbelt herum wie ein lebendiges Wesen, und die Wellen pulsieren gleich einem Herzschlag."

Als Maggie gemeinsam mit ihren Freundinnen Giselle, Emi und Vivi an Board der Jacht "Escape" geht, freut sie sich auf einen unvergesslichen, luxuriösen Trip. Inmitten von leckeren Cocktails, unterhaltsamen Landgängen und zahlreichen Bediensteten genießen die Freundinnen die Tage auf hoher See. Bis eine von ihnen eines Nachts über Bord geht - und Maggie mittels Videoaufzeichnungen auf frischer Tat dabei ertappt wird, wie sie Giselles Sturz zu verantworten hat. Aber ist diesen wirklich zu trauen?

"Girls' Trip" ist ein Young Adult Thriller, welcher direkt von Beginn an mit einer spannenden, innovativen Erzählweise zu bestechen weiß. Denn hier wird die Geschichte der Mädchen rückwärts erzählt. Dieser Thriller beginnt mit der Tat und eröffnet dabei anschließend Seite für Seite Hintergründe dieser, Hinweise sowie Ermittlungsansätze und individuelle Lebenswege der Protagonistinnen. Eingerahmt von Tagebuchauszügen, Nachrichtensendungen, Chatnachrichten sowie Polizeiverhören wird dem Leser so das Gefühl vermittelt, selbst die Rolle der Ermittler einnehmen zu können. Sicherlich geht durch die Vorwegnahme der Tat ein Stück weit das typische Thrillergefühl verloren. Durch klug eingesetzte Details werden so aber hin und wieder einzelne Puzzleteile zwischen den Zeilen platziert, dessen Zusammensetzen für eine ganz eigene Art von Spannung sorgt.

Interessant ist dabei auch das Setting der Geschichte, welche unter anderem mitten auf hoher See oder auf kleinen Inseln auf dem Weg in die Karibik spielt. Gepaart mit dem luxuriösen Leben der reichen Protagonistinnen eröffnet sich so ein sommerliches Lesegefühl - "Girls' Trip" macht sich sicherlich hervorragend als Strandlektüre!

Etwas weniger hat mir leider die Art und Weise gefallen, wie die einzelnen Figuren gezeichnet wurden. Klar, jedes der Mädchen hatte ihre Ecken und Kanten und war ebenso glaubwürdig in ihren jeweiligen Hintergründen und Motivationen. Allerdings erschienen sie mir allesamt recht klischeehaft und im Allgemeinen etwas blass. Viele von ihnen hätten meiner Meinung nach auch durch ein beliebiges "Rich Kid" ausgetauscht werden können.

Zu meinen Kritikpunkten zähle ich weiter auch den Schluss der Geschichte. Wie bereits angerissen, besticht die Autorin durch einen gerissenen Einsatz von spannenden, kleinen Details, welche den Leser auf unterschiedliche Fährten locken. Hier hätte unheimlich viel Potential für eine fulminante Auflösung gesteckt. Letztendlich wurde diese mir aber zu schnell abgehandelt. Und obwohl der Schlussteil hier und da durchaus überraschend war, fand ich diesen durch die Kürze insgesamt zu überzogen und nicht optimal zum Rest des Buches passend.

Nichtsdestotrotz wurde ich beim Lesen gut unterhalten und denke, dass diese Lektüre vor allem bei etwas jüngeren Lesern gut ankommen sollte. Sie lässt sich flott lesen, bietet ein tolles Setting und ist durchaus innovativ und interessant gestaltet.
3,5/5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung