Ein Buch das zum nachdenken anregt und einiges bewegen kann
Die GlaubenskriegerinDie Glaubenskriegerin - Esther Ahmad, Craig Borlase
Ich kämpfte um Allahs Aufmerksamkeit und fand Gottes liebevollen Blick
Inhalt:
Zakhiras Entschluss ist gefallen. Sie meldet sich für den Djihad. Für ...
Die Glaubenskriegerin - Esther Ahmad, Craig Borlase
Ich kämpfte um Allahs Aufmerksamkeit und fand Gottes liebevollen Blick
Inhalt:
Zakhiras Entschluss ist gefallen. Sie meldet sich für den Djihad. Für Allah und den heiligen Koran – die Wahrheit – ist sie bereit, alles einzusetzen, auch ihr Leben. Doch dann erscheint ihr ein fremder Mann in einem Traum, lichtumstrahlt: "Esther, ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!" Hätte ein Bote Allahs nicht ihren richtigen Namen gewusst? Was hat es mit dieser seltsamen Botschaft auf sich? Und wie kann sie eine Bibel in ihr Haus schmuggeln, um dem auf den Grund zu gehen? Plötzlich findet sich Zakhira auf einem ganz anderen Weg wieder – und als Verfolgte ihrer eigenen Familie.
Meine Meinung:
Ich habe das Buch soeben beendet, und wollte nun direkt die Rezension schreiben, da mir so viel im Kopf herum schwirrt zu diesem Buch.
Zuerst einmal habe ich sehr großen Respekt vor Esther, den Weg den sie gegangen ist, muss unheimlich schwer und steinig gewesen sein. Ich empfand sie von Anfang an als sehr starke und in sich ruhende Person, dann wiederum empfand ich sie in einigen Passagen aber auch sehr naiv. Beispiel: Sie flieht mit ihrem Mann und ruft ihren Vater bzw. ihre Mutter an, und erzählt mehr oder weniger was in der Zeit seit dem sie von Zuhause weg ist passiert ist, natürlich in der Hoffnung, das sich ihr Vater geändert hat. Er lädt sie sogar nach Hause ein und sie schöpft Hoffnung. Schon beim lesen dieser Zeilen stellten sich meine Nackenhaare auf und ich dachte mir, trau ihm nicht, vor einiger Zeit wollte er dich töten. Und so in der Art fielen mir 3-4 Passagen auf.
Ein Aspekt in diesem autobiografischen Buch, der mir aber zu schaffen macht, ist der Glaubenseifer. Und genauso erlebe ich die Welt und wünsche mir oft, sie würde sich ändern. Kann nicht einfach jeder so sein wie er möchte und an den „Gott“ glauben an den er will, ohne dafür von jemand anderem verurteilt zu werden? (Ich weiß, Wunschdenken)
Schade finde ich, dass Esther nachdem sie Christin wurde jeden davon überzeugen wollte, selbst auch Christ zu werden, das „Gott“ der bessere Allmächtige sei. Aber ist es nicht genau das, was sie vorher auch vehement vertreten hatte? Das Allah und Mohamed die einzig wahren Allmächtigen sind? Auch das sie zum Schluss schreibt:
Zitat, Seite 327 Epilog
„Ich bin so froh, dass Amiyah in einem Land wie diesem aufwachsen darf, wo sie die Freiheit hat, zu lernen und so zu leben, wie Gott es will. Doch die Versuchungen der Welt sind groß. John und ich wissen, dass wir wie alle christlichen Familien im Westen es nicht als selbstverständlich erachten können, dass unsere Tochter Jesus auch als ihren Herrn anerkennen wird. Kinder müssen unterwiesen werden. Wir müssen ihnen zeigen, wie groß unser Gott ist und welchen Stellenwert er in unserem Leben hat. Wir müssen zusammen beten und als Familie in der Bibel lesen. So wie jedes Kind muss unsere Tochter ausgerüstet werden.“
Da sträubt sich alles in mir, und ich muss sagen, so bewegend ich auch ihren Weg fand und so schrecklich ich ihren Kampf gegen ihre Eltern, gegen ihr Land und gegen ihre Werte fand, umso schlimmer empfinde ich diesen Abschnitt. Er spiegelt für mich teils die Idealvorstellungen ihres Vaters wieder. Er wollte auch, dass seine Tochter den einzigen „Gott“ anbetet, der für ihn richtig ist, auch er sprach von Versuchungen, auch sie sollte unterwiesen werden. Amiyah soll ausgerüstet werden? Nichts anderes hat man mit Esther auch versucht, nur eben mit einer anderen Religion.
Das Cover finde ich hervorragend ausgewählt für diese Geschichte, es spiegelt eine junge Frau wieder, die sicherlich viel auf ihren Schultern tragen muss, trotzdem schaut sie auf und lässt sich nicht unterkriegen. Auch der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Gradlinig, keine großen Zeitsprünge, wobei ich manchmal eine Zeitangabe oder eine Altersangabe vermisst habe.
Fazit:
Eine Geschichte die mich sprachlos zurücklässt, angesichts so viel Intoleranz verschiedener Kulturen und Religionen gegenüber ( Ganz schlimm fand ich die Stelle, an der Amiyah geschupst wurde) und mit ganz viel Mitgefühl einer Frau gegenüber, die ihren Weg gegangen ist, und für sich einstand, aber auch mit dem ein oder anderen Kopfschüttler eben genau für dieselbe Frau.