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Veröffentlicht am 27.04.2020

Ein liebevoll geschriebenes Buch mit etwas Magie

Die kleinen Geheimnisse des Herzens
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Inhalt
May ist 110 Jahre alt und langsam wird sie immer schwacher. Außer die kleine Tamsin - dem 6-jährigen Nachbarsmädchen - und ihrem Vater Andy, hat May keine weiteren Kontakte zu den Bewohnern aus ...

Inhalt
May ist 110 Jahre alt und langsam wird sie immer schwacher. Außer die kleine Tamsin - dem 6-jährigen Nachbarsmädchen - und ihrem Vater Andy, hat May keine weiteren Kontakte zu den Bewohnern aus dem Dorf. Doch das Leih-Oma Projekt soll dies nun ändern. Die 20 Jahre jüngere Julia soll sich von nun an um May kümmern. Dies kommt May sehr gelegen, denn May zerrt von Erinnerungen anderer Menschen, um selber mehr Energie zu erhalten und wieder zu Kräften zu kommen. Da trifft es sich gut, dass Julia alte Briefe ihres verstorbenen Mannes gefunden hat, über die sie ein Buch schreiben möchte. Doch je mehr May von diesen Erinnerungen aufnimmt, desto vergesslicher wird Julia. Wofür wird May sich entscheiden - für mehr Lebensjahre oder für die Freundschaft?

Beschreibung
Ich habe bislang noch kein Buch Celia Anderson gelesen und auch noch nichts über ein Buch von ihr gehört. Der Name allerdings hat mich sehr an Cecelia Ahern erinnert, genauso wie der wunderschöne Klappentext und das so schön gestaltete Cover. Aufgrund der Pressestimmen habe ich ein leichtes und romantisches Buch erwartet, was auch an Intrigen und Geheimnissen nichts zu wünschen übrig lässt und welches im Stil von Katie Ford und Rosamunde Pilcher geschrieben ist. Die Landschaft wurde dabei auch hervorragend getroffen. Insbesondere auf den ersten Seiten hat man sich Pengelly gut vorstellen können. Eine wunderschöne Landschaft am Meer, ein kleines Dorf mit älteren Menschen die auch gerne mal etwas Tratschen, aber dennoch zusammenhalten. Meine Erwartungen wurden auch bis zu dem Zeitpunkt getroffen, bis es magisch wurde. Für mich hat das einfach nicht mit dem Thema des Buches zusammen gepasst, bzw. mit meinen Erwartungen. Ich habe einen Roman erwartet, eine Liebesgeschichte, ein Rosamunde Pilcher Buch - wie es auf dem Buchrücken stand. Leider ist auch von Seite zu Seite die Szenerie in den Hintergrund gerückt und es traten Charaktere auf, die zwei Kapitel eingenommen haben und dann wieder verschwunden sind, ohne dass ihnen eine zentrale Rolle zugekommen ist. Die Protagonisten allerdings waren verlässlich da und auch einige Nebencharaktere waren konstant.
May macht wohl die größte Entwicklung der Protagonisten mit. Man lernt sie kennen als eine mürrische, egoistische und sozial distanzierte Frau. Sie ist abweisend, stur und auch etwas zickig. May lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen und kann auch sehr nachtragend werden. Sie ist selbstbewusst und mischt sich auch gerne mal in Angelegenheiten ein, die sie im Prinzip nichts angehen. Als Julia in ihr Leben tritt ändert sich ihr Verhalten allerdings immer etwas mehr. Sie öffnet sich stetig und ihre harte Fassade beginnt zu bröckeln. Mit der Zeit erkennt sie in Julia eine wahre Freundin und stellt die Freundschaft später auch über ihre eigenen Bedürfnisse. Ihr hohes Alter von 110 Jahren lässt sich mit Sicherheit auf die geklauten Erinnerungen zurückführen, allerdings merkt man May dieses Alter überhaupt nicht an. Ich fand es etwas überzogen und denke, dass die 100 Jahre zu erreichen auch schon ein großes Ziel sind und eine ebenso hohe Zahl. In diesem Zusammenhang fand ich es von der Autorin weniger gut durchdacht, aus May und Julia ein „Leih-Oma-Projekt“ zu machen, denn Julia ist nur 20 Jahre jünger als May und damit etwa 90 Jahre alt. Auch ihr merkt man das Alter überhaupt nicht an und ich konnte nicht nachvollziehen, aus welchem Grund man zwei ältere Damen für ein Projekt dieser Art zusammen bringt. Vermutlich hätte die Autorin hier einen anderen Zweck des Zusammentreffens der Beiden Damen initiieren können, denn das „Leih-Oma-Projekt“ ist ein weiteres Thema, welches in dem Buch kein Thema mehr wird, was ich sehr schade finde.
Ins Herz geschlossen habe ich vor allem Andy und Emily. Insbesondere Andy scheint so ein liebevoller Vater zu sein, der immer nur das Beste für seine Tochter möchte und leider auch etwas zurückhaltend und schüchtert ist. Denn es fällt ihm äußert schwer sich gegen Candice durchzusetzen und Emily seine Liebe zu gestehen. Man merkt ihm den Verlust seiner Frau an. Celia Anderson hat hier einen tollen Charakter geschaffen, der authentisch und bodenständig ist und das Herz am rechten Fleck hat. Andy ist ehrlich und vorsichtig. Emily ist Andy ähnlich, weshalb die Beiden wahrscheinlich auch gut zueinander passen. Emily ist genauso verantwortungsbewusst wie Andy, allerdings eher was ihren Beruf betrifft. Es fällt ihr genauso schwer sich durchzusetzen und Entscheidungen zu treffen, die ihr gut tun. Was mich jedoch sehr verwundert hat ist, dass sie kaum große Emotionen durchlebt, als sie ihre Fehlgeburt bekommt. Die Thematik der Schwangerschaft kam genauso schnell auf, wie sie wieder abgehakt wurde. Ein weiterer Handlungsstrang, der innerhalb des Buches nicht weiter verfolgt wurde.
Ich denke, dass die Autorin viele wundervolle Ideen hatte, doch an der Umsetzung hat es etwas gefehlt. Es gibt einfach zu viele Handlungsstränge, die nicht alle vertieft werden konnten. Dies betrifft sowohl die Liebesgeschichte zwischen Emily und Andy als auch die Liebesgeschichte zwischen Julia und Tristram, die Erinnerungen von May, die Vergesslichkeit von Julia, die Geheimnisse um Charles und die Briefe. Ich denke dabei aber bspw. auch an die Fehlgeburt von Emily, an den Besuch ihres Chefs, an die Tochter von May, an den Opalring - der ja im Prinzip eine wichtige und zentrale Rolle spielt, an Max und Colin u.v.m. Wirklich sehr schade, denn die Grundgedanken hätten so viel Stoff und Input liefern können. Dabei hätte sich die Autorin doch ausleben können und wenn das Buch am Ende ein Wälzer geworden wäre oder sie es in eine Dilogie oder Trilogie unterteilt hätte.

Fazit
Ich gebe diesem Buch leider nur 3,5 Sterne. Es war für mich zwar ein wirklich schönes Buch, aber es hat mich nicht von sich überzeugen können. Mir fehlte der Tiefgang, die Romantik und der rote Faden. Zu viele Themen wurden nur angeschnitten, ohne sie zu vertiefen oder erneut aufzugreifen. Das Buch basiert auf einem Leih-Oma-Projekt, was nie wieder thematisiert wird und quasi keinen Sinn ergibt, wenn man bedenkt, dass man zwei alte Dame dazu veranlasst Zeit miteinander zu verbringen. Insgesamt etwas zu weit her geholt und nicht gänzlich durchdacht, genauso wie der Diebstahl der Gegenstände und der kleinen magischen Momente.
Ein Buch mit viel Potential!

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  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 23.04.2020

Fehlende Emotionen

Only you – Alles beginnt in Rom
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Inhalt
Letty und Alf führen zwei unterschiedliche Leben. Doch was sie gemeinsam haben ist die Leidenschaft zum Tanzen und ihre kleinen Probleme und Schicksalsschläge des Alltags, die ihre Welt verändern. ...

Inhalt
Letty und Alf führen zwei unterschiedliche Leben. Doch was sie gemeinsam haben ist die Leidenschaft zum Tanzen und ihre kleinen Probleme und Schicksalsschläge des Alltags, die ihre Welt verändern. Beide nehmen Reißaus und fliehen nach Rom. Hier schreiben sich Letty und Alf für einen italienisch Kurs ein. Während Alf locker ist und auf alle Menschen zugeht, lebt Letty eher zurück gezogen. Sie meidet andere Menschen und öffnet sich nur schwer. Jedes Wort, das sie spricht, wählt sie mit bedacht. Alf fühlt sich sofort zu Letty hingezogen. Je mehr er sich bemüht, desto mehr öffnet sich Letty. Schließlich verlieben sich die Beiden ineinander. Doch Alf hat noch eine Freundin und Letty eine Vergangenheit, die es ihr unmöglich macht geliebt zu werden - oder? Und ausgerechnet diese beiden Aspekte, sind eine Schnittstelle im Leben der beiden Protagonisten…


Beschreibung
Dies ist mein zweites Buch von Kate Eberlen. Zuvor habe ich bereits „Miss You“ gelesen, allerdings muss ich gestehen, dass ich mich an dieses Buch kaum noch erinnern kann. Allerdings weiß ich noch, dass ich es gelesen habe, kurz nachdem ich in London war und dort hing überall Werbung von dem Buch. Aus diesem Grund war ich sehr gespannt, auf das Buch von Kate Eberlen. Aus diesem Grund hatte ich mit „Only You“ gleich tolle Assoziationen, die eine große Lust in mir geweckt haben dieses Buch zu lesen.
Das Cover hat diese Lust noch zusätzlich verstärkt. Denn auch wenn die Farben eher stechend sind - und somit in der Buchhandlung direkt ins Auge fallen - empfinde ich die Kombination aus dem hellen orange und dem leichten lila relativ beißend und dennoch ansprechend. Das Cover wirkt schön frisch und schreit nach Sommer und Frühling. Es wirkt als verberge sich dahinter einer wunderschöne Liebesgeschichte, die einen zutiefst berührt und von Leidenschaftlichkeit geprägt ist. Auf jeden Fall assoziiere ich dieses Cover nun mit Rom, denn in Rom lernen sich unsere beiden Protagonisten - Alf und Letty kennen.
Die ersten 60 Seiten habe ich regelrecht verschlungen. Ich war sofort im Geschehen, habe Rom vor meinen Augen gesehen, das Klima auf der Haut gespürt und mich sofort wohlgefühlt. Hinzu kam die wunderschöne Sprache und die Leidenschaft zum Tanzen, die Letty und Alf miteinander teilen. 
Sowohl italienisch als auch das Tanzen ziehen sich durch den gesamten ersten Teil des Buches und machen die Geschichte zu etwas Besonderem - wer nun keine Lust bekommt selber zu tanzen und eine neue Sprache zu lernen? All dies sorgt dafür, dass die Handlung einen ganz besonderen Flair erhält und man sich selber vor Ort befindet.
Vor allem Alf ist derjenige, der immer wieder zum Tanzen anregt und sich nicht davor scheut italienisch zu sprechen. Er ist der selbstbewusstere der beiden Protagonisten, auf Instagram sehr aktiv und scheut nich davor zurück, neue Kontakte zu knüpfen. Sein Weg führte ihn nach Rom, da er sein Abitur nicht bestanden hat, seiner Familie wichtige Informationen vorenthalten hat und sich ihnen gegenüber nicht geöffnet hat. Außerdem hat er eine Freundin, Gina, die an seiner Schule unterrichtet hat. Auch sie ist mit ihm nach Rom gereist, um einen Neustart zu initiieren.
Letty hingegen ist schüchtern, zurückhaltend und im Vergleich zu ihren Problematiken sind Alfs Probleme nichtig. Doch auch diese sind Grund dafür, weshalb sie nach Rom flüchtet und hier versucht abzuschalten und ihrem Alltag zu entfliehen. Letty distanziert sich von anderen Menschen und öffnet sich nur mit ganz viel Zeit und Zuspruch. In Alf findet sie eine Person, der sie sich öffnen kann. Beide Protagonisten verlieben sich ineinander. Doch genauso schnell wie das Glück kommt ist es ihnen auch schon wieder zerronnen.
Der kleine Ausflug in die Vergangenheit - die der Liebe von Letty und Alf nun folgt - hat dem Buch sehr gut getan, denn zwischenzeitlich fehlte mir immer wieder die Lust, das Buch zur Hand zu nehmen und weiterzulesen. Ich hatte zwar ein grobes Bild der Protagonisten, allerdings fehlten mir mehr Informationen, die Vergangenheit. Ich hatte viele Fragezeichen und hinzu kam noch der erzählende Schreibstil der Autorin, der leider nicht wirklich flüssig war und kaum auf der emotionalen Ebene angesiedelt war. Die Handlung war recht oberflächlich geschildert und die Charaktere drehten sich im Kreis.
Zwar wird das Buch nicht emotionaler durch die Vergangenheit, aber man bekommt als Leser einen besseren Draht zu den Charakteren, kann ihre aktuellen Handlungen und Charaktereigenschaften besser nachvollziehen. Teilweise möchte man die Protagonisten einfach nur schütteln und sie dazu bringen, ihre Vergangenheit zu überwinden und neue Hoffnung und Kraft zu schöpfen. Dies sind allerdings die Momente, die mich motiviert haben, das Buch weiterhin zu lesen und es nicht abzubrechen, weil es so langweilig war. Denn einige Stellen in diesem Buch, hätten definitiv einer Kürzung bedurft.

Fazit
Ich bin sehr hin und her gerissen, was die Bewertung dieses Buch betrifft. Wenn ich an den Anfang des Buches denke, so würde ich vermutlich eher 3 Sterne vergeben, die Vergangenheit und auch der Teil 3 des Buches haben sie hingegen gut gefallen, daher würde ich eher 4 oder sogar 4,5 Sterne geben. Mein Gefühl sagt mir 3,5 Sterne sind für dieses Buch angemessen. Es hat mich nicht vollends gepackt, aber es war auch nicht so, dass ich das Buch überhaupt nicht mochte. Vermutlich muss man sich einfach auf den ungewöhnlichen und distanzierten Schreibstil der Autorin einlassen, um dieses Buch lieben zu können.

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  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.04.2020

Übertrieben und doch irgendwie grandios!

All Saints High - Die Prinzessin
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Inhalt
Daria hat alles was man sich wünschen kann. Sie hat die tollsten Klamotten, lebt im Reichtum, geht auf eine ausgezeichnete Schule und hat eine wunderbare Familie. Doch Daria sieht das ganz und gar ...

Inhalt
Daria hat alles was man sich wünschen kann. Sie hat die tollsten Klamotten, lebt im Reichtum, geht auf eine ausgezeichnete Schule und hat eine wunderbare Familie. Doch Daria sieht das ganz und gar nicht so. Sie fühlt sich ungeliebt von ihrer Mutter Melody. Nichts scheint sie ihr recht zu machen und immer bevorzugt sie Via - ein Mädchen aus der Ballettgruppe. Das Schlimmste daran ist, dass Daria und Via sich nicht ausstehen können. Sie sind quasi Feindinnen. Daria kann nicht auf sich sitzen lassen, wie gut Melody sich mit Via versteht und wird regelrecht eifersüchtig, was sie dazu verleitet grausame Dinge zu tun. Dann verschwindet Via auf einmal und Daria fühlt sich schuldig. Doch die Beziehung zu ihrer Mutter wird auch dadurch nicht besser - im Gegenteil. Als Melody schließlich beschließt einen Straßenjungen aufzunehmen spitzt sich die Situation zu, denn es handelt sich um Penn. Den Jungen, den Daria so sehr ins Herz geschlossen hat, den Jungen den sie geküsst hat, bevor Via verschwunden ist und sie etwas schreckliches getan hat. Der Junge, der Via Zwillingsbruder ist. Penn und Daria wissen nicht wie sie miteinander umgehen sollen. Einerseits fühlen sie sich zueinander hingezogen, andererseits steht ein Geschehen zwischen ihnen, was unverzeihlich ist und alles verändert hat. Und auf einmal taucht Via wieder auf und beschließt Daria das Leben zur Hölle zu machen…

Beschreibung
Ich bin gerade etwas sprachlos, was dieses Buch betrifft und wahnsinnig hin und her gerissen. Ein Teil von mir denkt sich - was für ein Schwachsinn. Dieses Buch steckt voller Klischees und übertriebenen Handlungen, die furchtbar unauthentisch sind und so niemals passiert wären. Der andere Teil in mir schreit auf, dass dieses Buch grandios ist. Es enthält unheimlich viel Spannung und durchweg Pageturner-Potential. Nebenbei eine Menge Liebe, Gossip und Protagonisten die sich von üblichen Charakteren abheben.

„All Saint High - Die Prinzessin“ von L.J. Shen war mein erstes Buch der Autorin. Somit waren für mich alle Charaktere neu, da ich auch ihre „Sinners of Saint“ Reihe nicht kenne, die ja als Grundlage für dieses Sinn-of dient. Dennoch bin ich gut in das Buch hinein gekommen und würde behaupten, dass es nichts ausmacht, wenn man die „Sinners of Saint“ Reihe nicht gelesen hat.
Da ich sowohl die „Sinners of Saint“ Reihe schon oftmals gesehen habe und auch von „All Saints High“ schon viel Gutes gehört habe und auf sämtlichen Plattformen damit konfrontiert wurde, habe ich mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass ich diese Buch für netgalley lesen durfte. Meine Erwartungen waren sehr hoch und im Allgemeinen wurden diese auch nicht enttäuscht. Zu Beginn war ich allerdings sehr hin und her gerissen und habe kurzzeitig überlegt, ob ich dieses Buch abbreche. Denn bereits auf den ersten Seiten war die Sprache so vulgär und anstößig, dass ich mich regelrecht fremdgeschämt habe. Über die Seiten hinweg wurde die Sprache nicht unbedingt viel besser und gerade was die Erotik Szenen anbelangt wurden hier teilweise abwertende Begriffe verwendet und „Dirty Talk“ betrieben - kurzum: es ging dreckig und heiß her. Was mir daran noch negativ aufgestoßen ist, ist dass Daria bereits mit 14 Jahren als „Oberschlampe“ bezeichnet wird, bzw. sich selber so bezeichnet, was ich schon recht heftig finde. Das Ganze wird etwas verständlicher, wenn man an die Beziehung zu ihrer Mutter herangeführt wird. Dennoch konnte ich nicht so recht mit Daria warm werden. Erst am Ende des Buches wird mir Daria sympathischer, nachdem sie eine große Entwicklung durchgemacht hat. Vorher ist sie die zickige, oberflächliche und hinterhältige Jungendliche, die keinen Blatt vor den Mund nimmt und nicht damit umgehen kann, dass andere Menschen besser sind als sie. Daria trieft nur so vor Eifersucht und Neid auf die Menschen um sie herum und lässt das ihre Mitmenschen auch deutlich spüren. Ihr einziger Gedanke ist ihr Ruf, den sie nicht riskieren möchte. Man spürt förmlich, dass Daria voller Kummer ist, der sie immer wieder dazu verleitet ein „Hulk“ zu werden und mit viel Hass Menschen böse Dinge anzutun. Immer wieder habe ich mich dabei gefragt, ob sie gerade eigentlich weißt, was sie da tut und welche Kreise das ziehen kann. Dafür nimmt sie auch in Kauf, dass sie selber Gerüchte über sie verbreitet, nur um einen bestimmen Ruf zu wahren, was ich für einen Young Adult Roman als äußert fragwürdig empfinde.
Penn ist Daria zwar nicht ähnlich was den Ruf betrifft und die Prestige, allerdings ist auch Penn wirklich gut darin, unfair zu sein - zumindest zu Beginn des Buches. Er benutzt durchweg vulgäre Ausdrücke. Durch seine Vergangenheit und die Sprache hatte ich ein Bild von ihm im Kopf, was man als „asozial“ bezeichnen kann. Ich weiß nicht, ob die Autorin das so gewollt hat. Denn eigentlich soll sicherlich Daria die Rolle des „Bad-(Boys)“ einnehmen. Penn hat allerdings das Herz am rechten Fleck und ist stets ehrlich. 

Neben Penn und Daria gibt es noch die Nebencharaktere von denen ich nie so wirklich wusste, wer zu wem gehört, wer mit wem zusammen ist und auf welche Schule geht. Via nimmt von den Nebencharakteren eine größere Rolle ein und was soll ich sagen - ich hatte wirklich zu keiner Zeit Mitgefühl mit ihr. Im Gegenteil. Eigentlich konnte ich Daria verstehen, dass sie Via so sehr hasst und sie als Feindin ansieht. Auch zum Ende hin war mir Via alles andere als sympathisch und ich konnte mich leider gar nicht in sie hinein versetzen. Ähnlich ging es mir auch bei den anderen Charakteren. Wen ich allerdings wirklich mochte war Jaime, den Vater von Daria. Er ist der Einzige, der einigermaßen bodenständig ist und seine Kinder wirklich liebt. Er sucht das Gespräch, ist humorvoll und hilfsbereit - so wie man sich einen Vater vorstellt. Melody hingegen hat mir ganz oft einfach nur leid getan, nachdem ich sie erst oberflächlich und gefühlskalt fand. Sie scheint alles verkehrt zu machen, was sie eigentlich richtig machen möchte. Sie nimmt Menschen in ihre Familie auf und wird dafür bestraft. Dazu trägt allerdings auch bei, dass Melody sich als Mutter einfach kindisch verhält, da sie nie das Gespräch mit Daria gesucht hat und ihre Tochter einfach mal über Via’s Lebensverhältnisse aufgeklärt hat. Es stecken einfach unheimlich viele Geheimnisse in dieser Familie, besonders zwischen Melody und ihrer Tochter Daria, dass man sich oft fragt, warum das überhaupt so ist. Das Problem für mich war daran, dass die Autorin diese Geheimnisse auch von der Autorin über das gesamte Buch hinweg ungelöst geblieben sind und ich als Leser oft gedacht habe „in welch ekliger Welt befinde ich mich hier eigentlich?“ bis sich am Ende dann heraus gestellt hat, dass das alles gar nicht wahr ist und sämtliche Geheimnisse nicht der Wahrheit entsprechen - das war irgendwann nur noch nervig und unglaubwürdig. 

Mit diesen vielen Geheimniskrämereien hat die Autorin allerdings für viele Spannungsmomente gesorgt, so dass man sich gar nicht auf die Liebesbeziehung fokussieren konnte, sondern viel mehr beim Streit zwischen Via, Penn und Daria mitgefiebert hat. Der Zickenkrieg war vom Feinsten und gut ausgetüftelt. Dabei wurde immer wieder erkennbar, dass „Prinzessin“ wirklich gut zutrifft und Geld bei der Familie keine große Rolle spielt, denn davon haben sie genug. Das hinter dieser Fassade etwas ganz anderes steckt, wird dann nach gut einem Drittel des Buches deutlich.

Fazit
Ich konnte einfach nicht aufhören dieses Buch zu lesen, da es viel Spannung beinhaltet hat und so viel Gossip und Zickenkrieg, der gut ausgearbeitet wurde. Anderseits hat mich die Sprache leider überhaupt nicht angesprochen und insgesamt fand ich die Thematik zu aufgesetzt und klischeehaft. Ich gebe diesem Buch 3,5 Sterne und bin trotzdem gespannt auch weitere Bücher der Autorin.

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Veröffentlicht am 22.03.2020

Ein verstörender und tendenziell schwacher Thriller

Blutgott
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Beschreibung
Die geschilderten Fälle gehen recht schnell von statten und auch die Minderjährigen lernt man in diesem Buch nicht wirklich kennen. Stattdessen legt Veit Etzold einen großen Fokus auf die ...

Beschreibung
Die geschilderten Fälle gehen recht schnell von statten und auch die Minderjährigen lernt man in diesem Buch nicht wirklich kennen. Stattdessen legt Veit Etzold einen großen Fokus auf die Ermittlungsarbeiten. Im Vordergrund stehen hierbei weniger die Taten an sich. Es werden einige andere Täter in diesem Buch erwähnt und ihre Taten genauer geschildert. Natürlich immer mit dem Gedanken, dass die Ermittler sich dem Blutgott nähern. Für meinen Geschmack war das allerdings etwas zu viel Gerede, so dass die Handlung nie richtig auf den Punkt gekommen ist.
Generell fand ich auch das Buch etwas zu schnelllebig. Wie bereits erwähnt hat man die Minderjährigen Täter nie wirklich kennengelernt und auch nur ein einziges Mal das Vorgehen des Blutgottes, wie er sich einem der Täter nähert. Ich fand das ehrlich gesagt schade, denn das sind bei mir die Momente, in denen viel Nervenkitzel entsteht. Neben der Kontaktaufnahme mit Noah gab es noch den Moment, in dem Ralle in das Haus eindringt und Marie sich als Killern ausgibt. Auch das Ende hat mir wirklich gepackt und hat mich erschreckt und neugierig gemacht. Leider gab es für mich ansonsten eher weniger Spannungsmomente.
Des Weiteren ist für mich die Frage offen geblieben, was ein Neutrum ist. Dies konnte ich mir erst einigermaßen erschließen, nachdem ich den Begriff bei Google eingegeben habe. Mag sein, dass ich das evtl. überlesen habe.
Nun zu den Charakteren, was soll ich sagen. Irgendwie konnte ich zu keinem der Protagonisten eine Bindung aufbauen oder Sympathie herstellen. Vermutlich lag das daran, dass man über keinen der Ermittler, Täter oder Opfer etwas genauer in Erfahrung bringen konnte, was die privaten Angelegenheiten, Gedanken und Gefühle anbelangt. Immer mal wieder sind kleine Details eingeflossen (z.B. dass sich jemand wegdreht, dass man immer wieder an die Tat denken muss usw.), aber keine größeren Informationen zu den Gedanken oder Handlungen, welche die Charaktere näher dargestellt hätten. Zudem stellt sich mir bei diesem Buch auch die Frage, weshalb es noch als „Clara-Vidalis-Thriller“ deklariert wird, wenn Clara hierin gar keine so große Rolle spielt. MacDeath, als Claras Ehepartner, nimmt eine etwas größere Rolle ein. Er ist der Profiler. Damit kommt ihm eine entscheidende und vor allem auch interessante Rolle zu. Auch diese wird für meinen Geschmack nicht so richtig ausgefüllt. Vor allem wenn ich die Rolle des Profilers mit anderen Büchern vergleiche, in denen die Profiler eine Rolle spielen.
Die geschilderten Taten fand ich allerdings super! Hier wurde sehr detailgetreu geschildert, wie die Opfer zugerichtet wurden. Sehr schockierend, aber dennoch passend für einen Thriller! Super!
Ein Kompliment möchte ich allerdings noch für das Cover aussprechen. Der Verlag hat hier wirklich großartige Arbeit geleistet. Ich mag dieses erhabene Gefühle des Covers und finde auch das Symbol vorne auf dem Cover passend, denn darum geht es in diesem Buch ja.

Fazit
Insgesamt ein verstörender Thriller, in welchem teilweise auf blutrünstige Art und Weise geschildert wird, wie die Opfer aufgefunden wurden und wie die Täter vorgegangen sind. Stellenweise wird auch die Realität nicht außer Acht gelassen und immer wieder wahre Fälle geschildert, was das Buch sehr interessant macht. Von mir gibt es 3,5 Sterne, da mir die Idee des Buches gut gefallen hat, es allerdings an der Umsetzung gehapert hat.

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Veröffentlicht am 23.01.2020

Leider nicht überzeugend

Liebe verrät
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Inhalt
Emma musste einfach weg, ganz weit weg. Zu groß hätte die Gefahr sein können, alle Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung zu verletzen, denn schließlich kann sie nichts anderes als die Menschen ...

Inhalt
Emma musste einfach weg, ganz weit weg. Zu groß hätte die Gefahr sein können, alle Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung zu verletzen, denn schließlich kann sie nichts anderes als die Menschen zu verletzen, dafür ist sie in gewisser Weise bestimmt. Es scheint, als könnte Emma Niemandem vertrauen und keinen Menschen so nah an sich heran lassen. Sie muss sich irgendwie spüren, wahrnehmen können, dass sie noch am Leben ist. Auch Evan hält sie weiterhin auf Distanz. Auf keinen Fall möchte sie ihn erneut verletzen. Doch Evan gibt nicht auf. Er sieht in Emma seine große Liebe und glaubt fest daran, dass die Beiden füreinander bestimmt sind. Damit Evan und Emma ihrer Liebe noch eine Chance geben können ist es wichtig, dass Emma Evan alles anvertraut. Kann sie das wirklich?

Beschreibung
Die Covergestaltung gefällt mir hier wieder sehr gut. Sie schließt optisch an den Vorgängerbänden an. Die Gegenstände, diesmal in Form von Blüten, passen hervorragend zu dem Thema dieses Buches. In der Buchhandlung ist es dennoch kein Buch, welches mich aufgrund der Covergestaltung ansprechen würde. Was auf dem Cover außerdem ganz klein zu lesen ist, ist Thriller. Ich habe in diesem Buch leider keinen Thriller mehr gesehen. In Band 1 konnte ich diese Deklarierung noch nachvollziehen, in Band 2 fiel es mir schon etwas schwerer - nur noch an einigen Stellen war ein Thriller zu erkennen. In diesem Buch allerdings waren keine Elemente eines Thrillers zu finden. So waren meine Erwartungen doch etwas anders.
Emma hat einen kompletten Wandel durchgemacht. Auf einmal trinkt sie Alkohol, flirtet und schläft mit Männern und hat quasi nichts anderes mehr im Kopf als Party und Jungs. Dadurch wurde mir Emma etwas unsympathisch. Des Weiteren konnte ich auch einige ihrer Handlungen nicht nachvollziehen können und ihren Umgang mit Evan. Für mich sind Probleme entstanden, wo vorher vielleicht gar keine gewesen wären. Sicherlich kann ich mich da nicht in Emma hineinversetzen, da ich solch traurige Erfahrungen nie machen musste, dennoch ist Emma mit ihrem Leid sehr sonderbar umgegangen.
Evan hingegen kann nur eine Beziehung mit ihr fortführen, wenn sie sich ihm öffnet und alles verrät. Für meinen Geschmack setzt er sie damit gewaltig unter Druck und lässt ihr kaum Zeit. Außerdem führt es diesen Satz ständig auf. Immerhin ist er einer der Charaktere, der mir fast noch am sympathischsten ist.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr theatralisch und recht dramatisch. Die Handlung hätte auch auf die Hälfte des Buches gekürzt werden können.

Fazit
Rundum ein nettes Buch, für alle Leser und Leserinnen die nicht genug von Herzschmerz, Melancholie und Dramatik bekommen können. Für mich allerdings eine schwache Reihe, von der ich mehr erwartet hätte. Dieses Buch bekommt von mir 3,5 Sterne.

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