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Veröffentlicht am 09.02.2021

Ich bin enttäuscht

DAVE - Österreichischer Buchpreis 2021
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Syz, der Protagonist der Geschichte, ist ein Programmierer, der im sogenannten Labor lebt und arbeitet. Das Labor ist ein riesiges, von der Außenwelt abgeschottetes, fünfstöckiges Gebäude. Gleichzeitig ...

Syz, der Protagonist der Geschichte, ist ein Programmierer, der im sogenannten Labor lebt und arbeitet. Das Labor ist ein riesiges, von der Außenwelt abgeschottetes, fünfstöckiges Gebäude. Gleichzeitig verkörpert es eine kastenähnliche Gesellschaftsordnung, in der sich Reinigungspersonal und Ärzte in derselben, wenig Ansehen genießenden Ebene wiederfinden. Entwickler, wie Syz, sind gehobene Mittelschicht. Erstrebenswert ist eine Karriere als Wissenschaftler der Dave-Forschung. Nur so ist ein Aufstieg nach ganz oben möglich. Abgerundet wird die Gesellschaftsform durch totale Überwachung.

Syz ist in seinem Tagesgeschäft damit beschäftigt, die KI Dave mit Scripts zu versorgen, die für deren alltägliche Entscheidungen „Nagel in die Wand schlagen“ benötigt werden. Gemeinsam mit hunderten Kollegen haut er wie ein Hacker den ganzen Tag in die Tasten. Dabei sitzen sie dermaßen dicht beisammen, dass der Vergleich mit einer Legebatterie bemüht werden kann. Gegessen wird nur, um das Bewusstsein nicht aufgrund eines Schwächeanfalls zu verlieren. Nach der Arbeit studiert er, schlafen tut er kaum. Sein Ziel ist der Aufstieg.

Neben der laufenden Story ist der Roman wohl eine Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Gefahren von KI an sich. Leider kam dies nur schwerlich und unkomfortabel bei mir an. Gehemmt wurde mein Vergnügen durch einen Schreibstil, der an das Aussieben von würdigen Student*innen beim Studium erinnert, durch Widersprüchliches sowie schiere Überladung. Raphaela Edelbauer kombiniert Begriffe aus Kunst und Musik mit eigenen Wortschöpfungen und IT-Vokabular in einem bunten, absolut unüblichen Reigen. Die Autorin arbeitet mit extremen Bildern, allen voran dem der durch Überbevölkerung unbewohnbaren Erdoberfläche. Andere Beispiele sind die schlimme Kindheit des Protagonisten und die Beinahe-Katastrophe zu Beginn des Romans. Ein gravierendes Bild nach dem anderen wird einem vor die Füße geworfen und dann nicht mehr weiter verfolgt. So findet in meiner Wahrnehmung kaum eine Entwicklung der Charaktere und der Geschichte selbst statt. Widersprüchlich empfand ich Aussagen zu gefühlt winzigen Speicherbedarfen zur vollständigen Abbildung von komplexen Vorgängen im menschlichen Körper. In anderen Szenen können dann die leistungsfähigsten Computer einfach so herumgetragen werden. Warum lässt man sie nicht stehen und koppelt sie im Netzwerk? Während manches für mich Zukunftsmusik ist, erscheint mir andres bezogen auf heute rückständig. Eine zeitliche Einordnung ist somit unmöglich. Insgesamt leidet das große Ganze. Kaum hat man den Eindruck, sich in diesem Geschehen orientiert zu haben, kommt etwas anderes ins Spiel und die Spur verliert sich wieder.

Das Lesen war für mich ein stetes Auf und Ab, eine Achterbahn aus Mutmaßungen und immer wieder neuen Theorien, die mir durch den Kopf schwirrten. Den erwähnten Gedankenexperimenten und Memotechniken habe ich mich gern hingegeben, aber einen echten roten Faden konnte ich leider nicht ausmachen.
Ich mag Sciencefictionliteratur bzw. Utopien immer dann sehr gern, wenn der Plot so entwickelt ist, dass ich mir grundsätzlich vorstellen kann, genau so anders als unsere könnte eine Gesellschaft auch sein oder werden. Dabei darf es auch gern extrem sein. Dazu ist allerdings ein gewisses Maß an nachvollziehbarer Herleitung notwendig, was ich hier schmerzlich vermisst habe. Vielleicht hätte man diesen Roman mit „Willkommen in meinem Memory Palace“ überschreiben sollen, dann hätte ich weniger KI erwartet.

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Veröffentlicht am 06.02.2020

Interessanter Historischer Roman mit Schwächen

Quintus und der Feuerreiter
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Ich habe diesen 3. und letzten Teil der Serie „Quintus - Das Leben eines Hochbegabten“ gelesen, ohne die beiden Vorgängerbände zu kennen. Rückblickend kann ich das nicht empfehlen, da mir der Einstieg ...

Ich habe diesen 3. und letzten Teil der Serie „Quintus - Das Leben eines Hochbegabten“ gelesen, ohne die beiden Vorgängerbände zu kennen. Rückblickend kann ich das nicht empfehlen, da mir der Einstieg in den Roman sehr schwer gefallen ist. Es dauerte über 150 Seiten, bis ich mich einigermaßen zurechtfinden konnte. Ich war kurz davor aufzugeben, was mir eigentlich widerstrebt. Glücklicherweise habe ich dennoch durchgehalten und so die zwar mit Schwächen durchsetzte, aber doch sehr interessante Lektüre irgendwie genossen.

Gefallen hat mir die offensichtlich gute historische Recherche und in der zweiten Buchhälfte auch die Verbindung des Historischen mit der privaten Geschichte von Quintus Schneefahl. Besonders gemocht habe ich die Kapitel, die sich mit den angenommenen Mädchen und ihrer Förderung durch Quintus beschäftigen. Tragisch, weil irgendwie erschreckend und Angst einflößend, ist für mich persönlich die zufällige Gleichzeitigkeit meiner Lektüre mit der Ministerpräsidentenwahl von Thüringen im Februar 2020.

Nicht ganz so gut gefallen hat mir, der für den Einsteiger bzw. der zumindest für mich fehlende Rote Faden im 1. Drittel. Der Wechsel zwischen historischem Bericht und Schneefahls Privatleben erfolgte in diesem Abschnitt ungünstig für mein Leseverständnis. Immer, wenn ich dachte, „so langsam verstehe ich“, kam der Wechsel und ich war wieder raus. Im Verlauf nahm dieses Hemmnis ab, wodurch es mir besser gelang, der Geschichte zu folgen.
Interessant, aber doch auch merkwürdig oder besser gesagt ungewöhnlich fand ich die Realisierung der Liebesgeschichte aus der Sicht von Quintus, aus der Perspektive eines Mannes und den damit verbundenen Prioritäten und Schwerpunkten. Dabei habe ich das Rollenverständnis zu Zeiten der Weimarer Republik als glaubwürdig empfunden. Von der Persönlichkeit eines Hochbegabten hatte ich mir mehr Konfliktpotenzial erhofft. Aufgrund der Beschreibung des Romans hatte ich deutlich mehr Schwächen bezüglich seiner Sozialkompetenz erwartet.

Sprachlich kam ich gut zurecht mit dem Stil von Thomas Persdorf. Stutzig machten mich nur von Zeit zu Zeit auftretende Formulierungen wie, „... wie es eben damals üblich war ...“ oder „... des schon damals berühmten Berliner Zoos ...“. Damit kehrt Thomas Persdorf ins kurzzeitig ins heute zurück, obwohl der Leser gerade mitten in der Historie unterwegs ist. Gern verzeihe ich das etwas höhere Auftreten von Rechtschreibfehlern. Das passiert manchmal auch den großen Verlagen.

Trotz der aufgeführten Schwächen respektiere ich die Arbeit, die der Autor in diesen historischen Roman gesteckt hat. Es ist regelrecht zu spüren, mit welchem Ehrgeiz, mit welcher Leidenschaft und Engagement Thomas Persdorf ans Werk gegangen ist.

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Veröffentlicht am 21.05.2019

Lügen am Telefon

Kaschmirgefühl
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Da ich außergewöhnliche Sprachstile mag, musste ich mich natürlich auch mit dem Kaschmirgefühl auseinandersetzen. Die Idee, eine ganze Geschichte mit Hilfe von Telefonatsaufzeichnungen zu erschaffen, hatte ...

Da ich außergewöhnliche Sprachstile mag, musste ich mich natürlich auch mit dem Kaschmirgefühl auseinandersetzen. Die Idee, eine ganze Geschichte mit Hilfe von Telefonatsaufzeichnungen zu erschaffen, hatte mir sehr gut gefallen. Interessant war für mich, ob sich die Geschichte nur durch die Sprechaktivitäten der Protagonisten in den Kopf des Lesers transportieren lässt. Da Bernhard Aichner in seinem Thriller Bösland, den ich megagut fand, in einigen Kapiteln schon einen ähnlichen Stil gepflegt hat, hatte ich mir von diesem Liebesroman viel versprochen.

Leider konnte der Roman meine Erwartungen nicht erfüllen. Dabei ist das Buch so schön gestaltet in Farbtönen aus türkis, weiß und pink. Auch wenn es schon fast an Papierverschwendung grenzt, mag ich die Extra-Seiten, die ein neues Kapitel ankündigen, die man auch im Buchschnitt erkennen kann. Auch die nur zu zwei Dritteln vollgeschriebenen Seiten hatten ihren Charme. Kein einziger Buchstabe wurde von meinem Daumen verdeckt.

Die Telefongespräche ließen sich super lesen, entsprechende Bilder wurden ohne Schwierigkeiten erzeugt. Dennoch frage ich mich, was Bernhard Aichner dem Leser mit diesem Roman sagen will. Will er Gesellschaftskritik üben, weil wir unsere Selbstdarstellung heutzutage überall, wo wir unbeobachtet sind, tunen? War das Ganze ein Rollenspiel? War es eine Schreibübung für ihn, die er als vermarktungsfähig empfand? Mich lässt das Buch etwas ratlos zurück, denn inhaltlich im Sinne einer Liebesgeschichte wurde ich überhaupt nicht abgeholt.

Die beiden Charaktere Gottlieb und Marie frotzeln sich die ganze Zeit an. Es beginnt mit Gottliebs ersten Anruf bei einer Sexhotline. Marie müsste es ihm besorgen, aber stattdessen reden die beiden miteinander bzw. lügen sich gegenseitig an. Man versucht sich gegenseitig aus der Reserve zu locken und den jeweils anderen zu übertrumpfen. Das Telefongespräch dauert mit kleinen Unterbrechungen, weil immer mal wieder einer von beiden gekränkt auflegt, die ganze Nacht. Sympathie habe ich weder zu Marie, und erst recht nicht zu Gottlieb aufbauen können. Eine Liebesgeschichte konnte ich nicht erkennen. Klar, Gottlieb erfindet eine Story, in der er der Held für Marie ist. Denken Männer wirklich so? Zwischendurch hatte ich den Eindruck, als ob das Genre in Richtung Thriller wechselt. Aber auch diese Hoffnung wurde enttäuscht.

Glücklicherweise war dieser Nicht-Liebesroman witzig und ließ sich in einem Zug lesen. Es reicht, um sich nach einem „besch… Arbeitstag“ abzulenken. Wirklich empfehlen kann ich diesen Roman allerdings nicht.

Veröffentlicht am 11.03.2019

Zu viel der Worte

Wir, die wir jung sind
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Devraj Bapuji ist ein ehemaliger Maharadscha, der in seiner Wahrnehmung quasi aus dem Nichts - in meinen Augen durch kluge Heirat zu Beginn seiner Karriere - einen allumfassenden Mischkonzern aufgebaut ...

Devraj Bapuji ist ein ehemaliger Maharadscha, der in seiner Wahrnehmung quasi aus dem Nichts - in meinen Augen durch kluge Heirat zu Beginn seiner Karriere - einen allumfassenden Mischkonzern aufgebaut hat. Um den Erfolg seiner Projekte zu gewährleisten, ist Devraj jedes Mittel recht. Korruption und Abzweigung von staatlichen Investitionsmitteln sind noch die bescheideneren Beispiele. Im hohen Alter angekommen, möchte er nun seinen Konzern „The Company“ an seine drei Töchter übergeben. Gargi, Radha und Sita sollen den Konzern in seinem Sinne weiterführen, hat Devraj sie doch streng und vorbereitend darauf erzogen. Regelmäßig mussten die Mädchen beim Vater Rapport halten. Dennoch entwickelt jede Tochter eigene Ziele, ein schmutziger Machtkampf ist die Folge.

Im Rahmen der König Lear ähnlichen Geschichte erfährt der Leser eine Menge über Indien und seine Kultur. Für mich war es ein regelrechter Kulturschock. Dass in Indien die Schere zwischen arm und reich im Sinne von bettelarm und unverschämt reich noch weiter auseinander geht als wir es aus Europa kennen, konnte ich mir auch vor der Lektüre so ungefähr vorstellen. Erschreckt hat mich die Heiratspolitik von Devraj. Liebe ist dafür nicht erforderlich. Entscheidender sind Beziehungsgeflechte in Richtung Politik, die dadurch generiert werden. Angewidert bin ich von den Machtdemonstrationen der Familie, insbesondere der männlichen Charaktere, als würden sämtliche Regeln und Gesetze für alle, nur für sie nicht gelten. Beispielsweise schlägt Devraj einen Diener fast tot einfach aus einem wütenden Zustand heraus. Damit dies sich nicht negativ in der Presse niederschlägt, zahlt Gargi für ihn ein Schweigegeld. Widerlich ebenso der sexuelle Missbrauch, dem Radha ausgesetzt ist. Der engste Berater und Freund von Devraj darf sie ungestraft nehmen. Perfide dabei ist, dass er ihr gegenüber beteuert, sie sei ihm die Liebste von Devrajs Töchtern. Auch die Ehemänner scheinen ihre Frauen mehr zu vergewaltigen als liebevollen Sex mit ihnen zu haben. Ein Unrechtsempfinden besitzt niemand von ihnen. Dazu muss ich unbedingt noch anmerken, dass wir hier nicht von irgendwelchen „menschlichen Abschaum“ lesen, sondern von hoch angesehenen indischen Persönlichkeiten. So verwundert es auch nicht, das in diesen Kreisen Alkoholsucht und Drogenmissbrauch an der Tagesordnung sind. Irritiert von all den Machenschaften, hatte ich keinen Bedarf, irgendeinem Charakter nahe zu kommen.

Der Schreibstil von Preti Taneja war mir persönlich zu aufwendig und umfangreich. Wenn man bedenkt, wie viel Geschichte wirklich erzählt wird, hätten dem Roman 150 bis 200 Seiten weniger gut getan. Die Bilder, die sie mit Worten zeichnet, waren zwar teilweise schön, z. B. als Jeet als Rudra unter dem Neembaum sitzt, aber aus meiner Sicht zu sehr in die Länge gezogen. So erhält er Roman eine Langatmigkeit, die für mich ermüdend war.

Eine Empfehlung kann ich leider nicht aussprechen.

Veröffentlicht am 30.01.2019

Tolle Idee, suboptimale Umsetzung

Ein wirklich erstaunliches Ding
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Aus einer SciFi-Grundidee, einer kritischen Betrachtung der aktuellen Gesellschaftsentwicklung und ein paar Thriller-Elementen als Topping konstruiert Hank Green ein umfangreiches SocialMedia Abenteuer. ...

Aus einer SciFi-Grundidee, einer kritischen Betrachtung der aktuellen Gesellschaftsentwicklung und ein paar Thriller-Elementen als Topping konstruiert Hank Green ein umfangreiches SocialMedia Abenteuer. Der Wunsch nach weltweiter Zusammenarbeit und die Kritik an Angstmacherei gegenüber Dingen oder Personen, die uns fremd sind, treten deutlich hervor. Einzelne Ideen, wie zum Beispiel die Gestaltung der Carls und das zu lösende Rätsel, fand ich sensationell.

Leider konnten diese Ideen ihre positive Wirkung für mich nicht vollends entfalten. Die überdurchschnittliche Ausprägung der wichtigsten Charaktere als weibliche Rollen fand ich nicht glaubwürdig. Abgesehen von April Mays Kontrahent sind alle männlichen Rollen, insbesondere die von Andy und Robin, im Sinne eines Schoßhündchens angelegt. Das hat mich schon irgendwie gestört. Ebenfalls unrealistisch empfinde ich die späten, nur punktuellen Reaktionen der Medien auf Aprils homosexuelle Beziehung zu Maya, einer Afroamerikanerin. So tolerant sind wir meines Erachtens im Allgemeinen nicht.

Mein schwerwiegendster Kritikpunkt ist jedoch April selbst, die im Buch ihre eigene Geschichte so erzählt, als hätte der Leser die Geschehnisse ähnlich wie den 11. September live mitverfolgt. Dabei ist die Erzählweise reißerisch, kündigt jeden Moment ganz gravierende Ereignisse an und dann kommt die Werbung. So fühlen sich jedenfalls die Exkurse an, die immer dann eingestreut werden, wenn gerade Spannung aufkommt. Mein Lesevergnügen wurde dadurch stark ausgebremst.

„Hättest du mal lieber rechtzeitig dein Gehirn eingeschaltet, du rotzfreches, altkluges Scheißgör.“(S. 200) Auch wenn dieser böse Vorwurf, den ihr schärfster Kontrahent April May an den Kopf wirft, an Gemeinheit kaum zu übertreffen ist, hatte ich beim Verfolgen ihrer Aktivitäten ganz oft ähnliche Gedanken. April stolpert regelrecht durch das Geschehen. Ihr enthusiastisches Handeln ist geprägt von puren Aktionismus. Obwohl April May zu Beginn ihrer Story hohe Ziele für sich als Vermittlerin zwischen den Carls und der Menschheit sowie zwischen den Menschen untereinander hatte, verrennt sie sich, wird vom „großen Geld“ in eine andere Richtung gezogen bis sich Aprils Welt ausschließlich nur noch um die eigene Marke dreht. In ihrer Art wirkt sie naiv, überdreht und unüberlegt. Deshalb konnte ich mit ihr leider überhaupt nicht identifizieren.

Trotzdem gibt es immer wieder auch positive Momente im Buch. Hervorzuheben ist die gut herausgearbeitete Gesellschaftskritik, wie auf Seite 281: „Es ist viel anstrengender, die eigene Einstellung immer wieder zu hinterfragen, sie neuen Gegebenheiten anzupassen, umzuformen und Ideen für eine bestmögliche Zukunft zu entwickeln, als die Ideen anderer kaputtzumachen.“ Darüberhinaus mag ich das Mysterium der Carls.

Insgesamt tue ich mich jedoch schwer mit einer Empfehlung, da mich April Mays Selbstverliebtheit über weite Strecken gelangweilt hat. Möglicherweise mögen um die 20-Jährige dieses Buch dennoch oder gerade deswegen. Vielleicht situationskomisch gemeint, aber für mich total unpassend, weil maximal einfallslos, ist der Name April May, wenn die Ereignisse im Juni und Juli spielen.