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Veröffentlicht am 10.02.2020

Tolles Debüt!

Der Kinderflüsterer
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Mit „Der Kinderflüsterer“ ist dem englischen Autor Alex North ein tolles Debüt gelungen.

Tom und sein kleiner Sohn Jake ziehen in die Stadt Featherbank, nachdem Rebecca, die Ehefrau und Mutter von Jake ...

Mit „Der Kinderflüsterer“ ist dem englischen Autor Alex North ein tolles Debüt gelungen.

Tom und sein kleiner Sohn Jake ziehen in die Stadt Featherbank, nachdem Rebecca, die Ehefrau und Mutter von Jake tot von Jake im Haus aufgefunden wurde. Doch statt dort einen Neuanfang zu starten, geraten sie in eine Mordserie. Vor 20 Jahren hat dort der sog. „Kinderflüsterer“ 5 Jungen ermordet, nur wurde die Leiche des letzten Jungen nicht gefunden. Der damalige ermittelnde Beamte Pete Willis sucht seit zwanzig Jahren die Leiche als erneut ein Junge spurlos auf dem Nachhauseweg verschwindet. Sofort werden Erinnerungen wach. Und Tom und Jake werden in diese Ereignisse hineingezogen.

Die Story wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt. Es gibt eine Ich-Perspektive, in der Tom die gesamte Geschichte erzählt wie sie sich zugetragen hat. Daneben werden in diesem Thriller die Ermittlungenswege gezeigt und die einzelnen Gedanken der weiteren Personen mitgeteilt. So erfahren wir beispielsweise sehr viel über Pete Willis, der daran nagt, den Fall seinerzeit nicht ganz aufgelöst zu haben. Das ist sehr gut gemacht. Zentrales Thema dieses Thriller ist neben der Kindesentführung und -ermordung das Verhältnis zwischen Tom und Jake. Jake leidet seit dem Mutter seiner Mutter. Er kann das traumatische Ereignis nicht ohne weiteres verarbeiten. Hierzu bedient er sich einer imaginären Freundin, mit der in wichtigen Szenen spricht. Jake war sehr stark auf seine Mutter fixiert, Tom hingegen spielte eher eine untergeordnete Rolle. Durch den Tod von Rebecca verstärkt sich das Spannungsverhältnis, weil ein jeder glaubt, der andere würde ihn nicht (genug) lieben, Das ist sehr eindrucksvoll geschrieben und hat mich immer wieder gepackt.

Der Schreibstil von Alex North ist sehr angenehm. Man merkt gar nicht wie schnell die Seiten an einem vorbeiziehen. Es hat mir sehr gut gefallen, wie er bestimmte Szenen einfängt und beschreibt. Dabei kommen die Spannungselemente keineswegs zu kurz. Im Gegenteil, es gab sehr viele Momente, in denen ich den Atem angehalten habe und eine Gänsehaut verspürte. Das passiert mir eher selten und zeigt mir, wie gut Alex North ohne viel Blutvergießen schreiben kann.

Die Protagonisten sind sehr gut beschrieben. Tom und Jake wurden auf Anhieb meine Lieblingsfiguren. Doch auch Pete Willis ist mir ans Herz gewachsen. Etwas blass blieb jedoch Amanda Beck, die leitende Ermittlerin neben Pete Willis. Aber dennoch waren die Akzente gut gesetzt.

Die Spannung hielt sich von Anfang bis zum Ende des Buches, in der Mitte gab es einen ganz kleinen, aber eher unerheblichen Spannungsabfall, da dort weitere Ermittlungsergebnisse vermittelt und die Personen weitere vertiefend dargestellt wurden.

Alles in Allem ein Top-Thriller, den ich uneingeschränkt empfehle und dem ich volle fünf Sterne vergebe.

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Veröffentlicht am 10.02.2020

Sehr gelungerner Auftakt der Trilogie!

Die Stille des Todes
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Mit "Die Stille des Todes" von Eva Garcia Saenz startet eine Trilogie um den spanischen Inspector Ayala, genannt Kraken, und der Inspectora Gauna in der baskischen Stadt Vitoria. Dort findet man in einer ...

Mit "Die Stille des Todes" von Eva Garcia Saenz startet eine Trilogie um den spanischen Inspector Ayala, genannt Kraken, und der Inspectora Gauna in der baskischen Stadt Vitoria. Dort findet man in einer Kathedrale zwei nackte Leichen, eine Frau und ein Mann, innig gegenüberliegend, jeweils eine Hand an der Wange des anderen. Dieser Mord erinnert fatalerweise an eine Mordserie vor 20 Jahren. Doch der Täter Tasio Ortiz de Zarate sitzt im Hochsicherheitsgefängnis. Sein Zwillingsbruder Ignacio, einst Polizeiinspector, hatte ihn damals verhaftet. Wer steckt hinter diesem mysteriösen Mord an den beiden 20jährigen? Damals wurden zwei Neugeborene, zwei 5jährige, zwei 10-jährige und zwei 15jährige ermordet. Steckt erneut Tasio dahinter oder eine andere Person? Kraken und Gauna ermitteln in alle Richtungen, zunächst vergebens, alle Spuren führen ins Nichts.

Bemerkenswert ist zunächst, dass Kraken mit einer Kugel im Kopf im Koma liegt und die Geschichte erzählt. Und das ist sehr spannend und gekonnt geschrieben, denn man ist hautnah bei den Ermittlungen dabei und erfährt die weiteren Vorgehensweisen und Pläne der Ermittler. Daneben gibt es zahlreichen Rückblicke in die Vergangenheit der Mutter der Zwillinge, die nach und nach weiter erzählt werden und für die Lösung es Falles immer wichtiger werden. Dennoch führt uns die Autorin immer wieder aufs Glatteis. Und das ist so gut geschrieben, dass ich ein ums andere Mal staunend das Buch in den Händen hielt und nicht weiter wusste. Erstklassig.

Inspector Ayala ist ein bodenstämmiger Ermittler mit einer schweren Vergangenheit, da er seine Frau durch einen (Selbstmord)-Unfall eines Freundes verloren hatte. Seine Ehefrau war zudem schwanger. Kraken war mir auf Anhieb sofort sympathisch. Er hat daneben noch einen Bruder und einen 94jährigen Großvater, der einem ebenfalls sofort an Herz wächst. Eva Garcia Saenz schreibt in Abschnitten, in denen es um seine private Person oder seine Familie geht, sehr einfühlsam. Das hat mir wunderbar gefallen, auch wenn es in der Mitte des Buches zu einigen kleinen Längen gekommen ist, aber das ist zu verschmerzen.

Der Plot in der spanischen Stadt ist sehr ausgeklüngelt und komplex. Kein Nullachtfühnzehnthriller. Die Spannung wächst gerade zu im letzten Drittel unglaublich an und ich konnte von da an das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Alles in allem ein absolut gelungener Auftakt und ich wünsche mir mehr von dieser Reihe. Dem Thriller gebe ich volle fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 10.02.2020

Gelungener Abschluß!

Die Frauen von Troja
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Mit "Die Tochter des Himmels" endet die wunderbare Trilogie über die Frauen von Troja von Emily Hauser. Im Mittelpunkt dieses dritten historischen Romans stehen die beiden sehr sympahtischen Frauen Admete ...

Mit "Die Tochter des Himmels" endet die wunderbare Trilogie über die Frauen von Troja von Emily Hauser. Im Mittelpunkt dieses dritten historischen Romans stehen die beiden sehr sympahtischen Frauen Admete und Hippolyta. Admete ist die Tochter des Königs von Tiryns und der Amazonin Antimache. Hippolyta ist die Amazonenkönigin und lebt fast am Ende der damals bekannten Welt. Beide leben in unterschiedlichen Kulturen und kommen im Laufe der Geschichte aufeinander zu. Admete macht sich mit Herkules auf den Weg zu den Anazonen, um ein Heilmittel für ihren schwer kranken Bruder zu finden. Herkules begleitet sie, um den Kampfgurt der Hippolyta zu erobern. Admete ist dabei aber auch auf der Spur nach ihrer Mutter, die sie damals verlassen hatte, da sie mit der Kultur der Griechen nicht zurecht kam. Letztlich muss sie sich entscheiden, ob sie bei den Amazonen bleiben oder nach Griechenland zurück kehren möchte.
Hippolyta hingegen muss einige Schicksalsschläge hinnehmen, doch wie ein Stehauffrauchen, kommt sie immer wieder auf die Beine. Beide Protagonistinnen sind auch hier wieder sehr detailliert und überzeugend gezeichnet, man fiebert mit ihnen mit und hofft das Beste für sie trotz des auf die beiden zukommenden Trojanischen Krieges. Die männlichen Helden dieses Krieges und der Heldensagen stehen auch hier wieder nur in der zweiten Reihe und haben Nebenrollen.
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Der Schreibstil von Emily Hauser ist erneut sehr flüssig und angenehm zu lesen. Die Seiten fliegen sehr schnell vorbei und ehe man es merkt, ist das Buch auch schon zu Ende. Das Einzige, was mich etwas störte, war, dass immer abwechselnd ein Kapitel zu Admete und dann eins zu Hippolyta folgte. Da fehlte es mir an einer gewissen Kontinuität, da man sich immer wieder umorientieren musste.
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Wie auch die beiden Bücher zuvor, gibt es auch hier wieder Landkarten, Personen- und Ortsregister wie auch Hinweise der Autorin zur Entstehungsgeschichte des Buches und weitere Literaturhinweise.
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Auch dieser dritte Band hat mich voll abgeholt und fasziniert und ich kann dieses Buch wie auch die Trilogie insgesamt nicht nur historisch interessierten Lesern nur wärmstens empfehlen.
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Daher bekommt es von mir 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.02.2020

Sehr gelungener Auftakt!

SCHWEIGEPFLICHT
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Mit 'Schweigepflicht stellt Jens Lapidus einen hervorragenden Thriller vor.

Ein Mann wird ermordet aufgefunden, in der Nähe findet man Benjamin Emanuelson bewußtlos in einem Auto, er wird des Mordes ...

Mit 'Schweigepflicht stellt Jens Lapidus einen hervorragenden Thriller vor.

Ein Mann wird ermordet aufgefunden, in der Nähe findet man Benjamin Emanuelson bewußtlos in einem Auto, er wird des Mordes verdächtigt und beauftragt die frisch gewordene Anwältin Emilie Jansson. Ihr zur Seite steht Teddy, ein Ex-Knackie. Dieser hatte vor Jahren Benjamins Vater Mats entführt und 8 Jahre im Gefängnis gesessen. Emilie und Teddy versuchen, die Unschuld von Mats zu beweisen und geraten bei ihren Ermittlungen selbst in Gefahr.

Jens Lapidus hat einen sehr umfangreichen und sehr komplexen Plot abgeliefert. Es gibt viele parallel verlaufende Handlungsstränge, die scheinbar nicht zusammengehören. Aber wenn man ja bereits zu Beginn alles erahnte, wäre das ja nicht lesenswert. Alles wird später logisch zusammengeführt. Unterbrochen wird die Story durch in der Vergangenheit liegende Vernehmungsprotokolle, in denen Benjamin's Vater Mats seine kriminellen Verstrickungen in der Stockholmer Unterwelt widergibt. Diese erhellen und bereiten die einzelnen Kapitel auf. Das finde ich sehr gelungen. Auf über 600 Seiten wird so eine athmosphärisch dichte und tief gehende Geschichte aus den Bereichen Korruption, Betrug, Spielsucht, Bandenkriege, Kinderpornographie u.a. erzählt. Und dass dem so ist, ist dem Autor zu verdanken, der in Schweden ein anerkannter und bekannter Strafverteidiger ist und seine Kenntnisse und Erfahrungen in diesem Thriller eindrucksvoll widergibt.

Mit Emilie und Teddy hat Lapidus zwei gegensätzlich und doch sich ergänzende Charaktere geschaffen, die vielschichtig und interessant sind. Ihre jeweiligen Lebensgeschichten könnten nicht gegensätzlicher gewesen sein. Daneben taucht aber auch noch der Neffe von Teddy auf, Nikola. Ein junger Bursche, der nicht so recht in die kriminelle Szene passt. Seine Sprache und sein Lebenswandel werden gut dargestellt.

Der Schreibstil ist absolut klasse. Ich habe selten so schnell und begierig die Seiten gelesen. Dabei hat es mich überhaupt nicht gestört, wie er die Sprache zwischen den einzelen Personen wechselt. Während er Emilie sachlich strukturiert sprechen lässt, verwendet er bei Nikolas eine andere, derbere, den Sprachgewohnheiten jüngerer Menschen angepasste Sprache. Das finde ich besonders gut. Daher kann ich nur wiederholen, was auf der Rückseite des Buches steht, dass die von Lapidus verwendete Sprache genial ist.

Lapidus kritisiert hier das schwedische Rechtssystem und lässt Emilie später eindrucksvoll ein Statement abgeben.

Insgesamt ein sehr kurzweiliger höchst unterhaltsamer Thriller.

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Veröffentlicht am 10.02.2020

Wichtiges Buch gegen Rassenhass und Diskriminierung!

Nation Alpha
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Ich habe hier ein überzeugendes, emotionales, einfühlsames, nachdenkliches und spannendes Buch gelesen. Christin Thomas setzt sich hier sehr gekonnt mit dem Thema Rassismus, Menschenverachtung, Sklaverei, ...

Ich habe hier ein überzeugendes, emotionales, einfühlsames, nachdenkliches und spannendes Buch gelesen. Christin Thomas setzt sich hier sehr gekonnt mit dem Thema Rassismus, Menschenverachtung, Sklaverei, aber auch mit Menschlichkeit, Warmherzigkeit, Hoffnung, Mut und Liebe auseinander. In ihrer so unnachahmlichen für mich emotionalen Sprache habe ich von Anfang bis Ende mit der Protagonistin Omega 4/Grace sowie den weiteren Personen mitgefiebert und auf ein gutes Ende gehofft. Das Buch mit seinen knapp 240 Seiten hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen; man weiß um die Folgen der Verfehlungen der Omegas und man lernt hier eine willensstarke Frau kennen, die nach und nach gewillt ist, das Herrschaftssystem zu Fall zu bringen. Omegas sind eine Züchtung der Alphas und sie haben nur einen Zweck: den Alphas zu dienen. Das ist sehr anschaulich und erschütternd zugleich beschrieben. Zeitweise fühlte ich mich auch wie ein Omega. Manchmal fürchtete ich mich, die nächste zu lesen. Das Buch ist einfach nur gut geschrieben, man mag es nicht mehr aus der Hand legen.

Abseits von Thriller und Krimis ein wichtiges Buch, das zum Nachdenken anregt und von vielen Leserinnen und Lesern gelesen werden sollte.

Ich gebe diesem Buch voller Überzeugung 5

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