Tolles Debüt!
Der KinderflüstererMit „Der Kinderflüsterer“ ist dem englischen Autor Alex North ein tolles Debüt gelungen.
Tom und sein kleiner Sohn Jake ziehen in die Stadt Featherbank, nachdem Rebecca, die Ehefrau und Mutter von Jake ...
Mit „Der Kinderflüsterer“ ist dem englischen Autor Alex North ein tolles Debüt gelungen.
Tom und sein kleiner Sohn Jake ziehen in die Stadt Featherbank, nachdem Rebecca, die Ehefrau und Mutter von Jake tot von Jake im Haus aufgefunden wurde. Doch statt dort einen Neuanfang zu starten, geraten sie in eine Mordserie. Vor 20 Jahren hat dort der sog. „Kinderflüsterer“ 5 Jungen ermordet, nur wurde die Leiche des letzten Jungen nicht gefunden. Der damalige ermittelnde Beamte Pete Willis sucht seit zwanzig Jahren die Leiche als erneut ein Junge spurlos auf dem Nachhauseweg verschwindet. Sofort werden Erinnerungen wach. Und Tom und Jake werden in diese Ereignisse hineingezogen.
Die Story wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt. Es gibt eine Ich-Perspektive, in der Tom die gesamte Geschichte erzählt wie sie sich zugetragen hat. Daneben werden in diesem Thriller die Ermittlungenswege gezeigt und die einzelnen Gedanken der weiteren Personen mitgeteilt. So erfahren wir beispielsweise sehr viel über Pete Willis, der daran nagt, den Fall seinerzeit nicht ganz aufgelöst zu haben. Das ist sehr gut gemacht. Zentrales Thema dieses Thriller ist neben der Kindesentführung und -ermordung das Verhältnis zwischen Tom und Jake. Jake leidet seit dem Mutter seiner Mutter. Er kann das traumatische Ereignis nicht ohne weiteres verarbeiten. Hierzu bedient er sich einer imaginären Freundin, mit der in wichtigen Szenen spricht. Jake war sehr stark auf seine Mutter fixiert, Tom hingegen spielte eher eine untergeordnete Rolle. Durch den Tod von Rebecca verstärkt sich das Spannungsverhältnis, weil ein jeder glaubt, der andere würde ihn nicht (genug) lieben, Das ist sehr eindrucksvoll geschrieben und hat mich immer wieder gepackt.
Der Schreibstil von Alex North ist sehr angenehm. Man merkt gar nicht wie schnell die Seiten an einem vorbeiziehen. Es hat mir sehr gut gefallen, wie er bestimmte Szenen einfängt und beschreibt. Dabei kommen die Spannungselemente keineswegs zu kurz. Im Gegenteil, es gab sehr viele Momente, in denen ich den Atem angehalten habe und eine Gänsehaut verspürte. Das passiert mir eher selten und zeigt mir, wie gut Alex North ohne viel Blutvergießen schreiben kann.
Die Protagonisten sind sehr gut beschrieben. Tom und Jake wurden auf Anhieb meine Lieblingsfiguren. Doch auch Pete Willis ist mir ans Herz gewachsen. Etwas blass blieb jedoch Amanda Beck, die leitende Ermittlerin neben Pete Willis. Aber dennoch waren die Akzente gut gesetzt.
Die Spannung hielt sich von Anfang bis zum Ende des Buches, in der Mitte gab es einen ganz kleinen, aber eher unerheblichen Spannungsabfall, da dort weitere Ermittlungsergebnisse vermittelt und die Personen weitere vertiefend dargestellt wurden.
Alles in Allem ein Top-Thriller, den ich uneingeschränkt empfehle und dem ich volle fünf Sterne vergebe.