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Veröffentlicht am 17.02.2020

Spannende Flüchtlingsgeschichte aus dem 2. Weltkrieg

Tage des Lichts
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Inhalt:

Ruth hat es geschafft, Nazideutschland zu verlassen. Sie arbeitet jetzt auf einem abgelegenen Hof in Essex. Die Arbeit ist hart und Olivia, die Bäuerin des Hofes, verlangt mehr, als Ruth eigentlich ...

Inhalt:

Ruth hat es geschafft, Nazideutschland zu verlassen. Sie arbeitet jetzt auf einem abgelegenen Hof in Essex. Die Arbeit ist hart und Olivia, die Bäuerin des Hofes, verlangt mehr, als Ruth eigentlich leisten muss.
Ruth hat aber keine Wahl, sie muss die Stelle behalten, damit sie in England bleiben darf und ihre Familie Deutschland verlassen kann und zu ihr kommen kann. Drohend schwebt der 2. Weltkrieg über Europa und es klar, dass eine Flucht der Familie dann nicht mehr möglich ist.

Meine Meinung:

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Ich kenne auch schon die beiden ersten Teile und mich hat Ruths Geschichte absolut gefangen genommen. Ruth ist eine sehr starke Person, die sich trotz ihrer Jugend alleine auf den Weg nach England macht und dort alles in Bewegung setzt, um ihre Familie zu retten. Ich habe sie einfach nur bewundert, wie die mit dem Gedanken an ihre Familie die Ungerechtigkeiten Olivias erträgt.
Sehr bedrückend wird auch die Stimmung in England zu Kriegsbeginn beschrieben. Die Angst vor einer Invasion und den Bomben, die schon bald zur täglichen Bedrohung werden. Aber auch die Blenden nach Deutschland, wo noch ein Teil von Ruths Familie lebt, sind sehr bedrückend. Die Repressionen der Nazis werden immer schlimmer, die Versorgungslage immer schlechter und dazu kommt noch unser Wissen über das weitere Schicksal der Juden in Deutschland.
Die Geschichte ist sehr ruhig, aber trotzdem sehr fesselnd zu lesen. Die Autorin schafft es, die Stimmung sehr gut zu transportieren. Ruth ist ein sehr starker Charakter, die es schafft für ihre Familie ihren Stolz zu unterdrücken und die Gemeinheiten Olivias zu ertragen. Sie hat dabei immer die Interessen ihrer Familie im Auge und arbeitet zielstrebig an ihrer Rettung.
Trotz der schweren Zeit trifft sie immer wieder auf Menschen, die ihre Halt geben und ihre helfen.
Für mich ist dieses Buch eine klare Leseempfehlung, die das Schicksal der jüdischen Flüchtlinge auf sehr eindrückliche Weise zum Thema hat.
Diese Geschichte verströmt viel Optimismus in einer dunklen Zeit.

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Veröffentlicht am 13.02.2020

Vom Tod ins Leben

Marianengraben
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Inhalt:

Paula hat ihren kleine Bruder Tim bei einem Badeunfall verloren. Es fällt ihr sehr schwer, mit dem Verlust umzugehen oder ihn auch nur auf dem Friedhof zu besuchen. Als sie bei einer Psychologin ...

Inhalt:

Paula hat ihren kleine Bruder Tim bei einem Badeunfall verloren. Es fällt ihr sehr schwer, mit dem Verlust umzugehen oder ihn auch nur auf dem Friedhof zu besuchen. Als sie bei einer Psychologin Hilfe sucht, rät diese ihr, den Friedhof bei Nacht zu besuchen, wenn sie voraussichtlich alle dort ist. Nach einigem Zögern setzt Paula diesen Plan um, doch sie muss feststellen, das es noch andere, nächtliche Besucher auf dem Friedhof gibt. Helmut nutzt der Schutz der Nacht, um die Urne seiner verstorbenen Lebenspartnerin Helga auszugraben. In dieser etwas bizarren Situation lernen sich Paula und Helmut kennen. Als Paula erfährt, dass Helmut plant mit der Urne nach Südtirol zu fahren, schließt sie sich ihm an und so bildet sich eine recht ungewöhnliche Reisegesellschaft.

Meine Meinung:

Diese Geschichte ist ungewöhnlich und ich hatte mich mehrmals gefragt, ob sie realistisch ist. Auch wenn sie wahrscheinlich etwas überzogen ist, so hat sie mich doch sehr gerührt. In diesem Buch spielt die Trauer um verstorbenen geliebte Menschen eine zentrale Rolle. Kein leichtes Thema und so sind auf Paula und Helmut von ihrem Verlust tief gezeichnet. Aber dadurch, dass sie beiden sich in einer ähnlichen Situation befinden, tut ihnen das Zusammensein sehr gut, auch wenn sie viele Lebensjahre trennt. Im Laufe den Buches merkt man, wie Paula anfängt, den Tod ihres Bruders zu verarbeiten und neuen Lebensmut zu schöpfen.

Der Marianengrabe, der tiefste Meeresgraben der Erde, versinnbildlicht die tiefe Trauer von Helmut und Paula. Tim war sehr interessiert am Leben im Meer und so passt dieser Vergleich mit dem Marianengraben.
Auch wenn die Geschichte zum Teil sehr ungewöhnlich ist, so ist sie doch gezeichnet von einem gefühlvollen Umgang mit dem Tod von lieben Menschen. Ein Buch, das auf seine Art Mut macht. Viele Szenen sind sogar zum Lachen, so dass die Stimmung nicht zu traurig wird.

Ein Buch das zum Nachdenken anregt, sicherlich nicht immer leichte Kost, aber auf seine Art einfach nur schön.

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Veröffentlicht am 13.02.2020

Der Vergangenheit kann man nicht entgehen

Waldesgrab
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Inhalt:

Leon Bosch arbeitet als Koch in einem abgelegenen Gasthaus mitten im Wald. Er liebt den Wald, umso schlimmer ist es, als er nach einem Spaziergang eine Frauenleiche vor seinem Parkplatz findet. ...

Inhalt:

Leon Bosch arbeitet als Koch in einem abgelegenen Gasthaus mitten im Wald. Er liebt den Wald, umso schlimmer ist es, als er nach einem Spaziergang eine Frauenleiche vor seinem Parkplatz findet. Sie ist grauenvoll hergerichtet, das Herz wurde entfernt und durch einen Stein ersetzt und sie ist von einem ausgeweideten Hirschfell bedeckt. Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf und als eine weitere Leiche gefunden wird, gerät auch Leon in den Verdacht, etwas mit den Toden zu tun zu haben, denn leider handelt es sich bei den Toten um Frauen aus seinem Freundel- oder Kollegenkreis.


Meine Meinung:


Diese Hörbuch ist absolut spannend. Immer wieder nimmt die Handlung eine neue Wendung, kaum dass man als Leser einen Verdacht hat. Sehr gut hat mir gefallen, wie tief die Ermittlungen auch in Leons Privatleben eintauchen. Mir ist es bei einem guten Krimi immer sehr wichtig, dass die Protagonisten auch als Menschen dargestellt werden, das ist in diesem Fall sehr gelungen.

Die Geschichte schwenkt immer wieder in Leons Vergangenheit, seine berufliche Entwicklung, sein Privatleben, dass von einigen Schicksalsschlägen geprägt ist. Alles leitet eigentlich logisch auf das Ende hin, aber ich bin erst ganz am Ende der Geschichte auf die Lösung gekommen.

Der Sprecher in diesem Hörbuch hat es geschafft, den Protagonisten durch seine Stimme eine eigene Persönlichkeit zu geben.

Dieser Krimi ist wirklich sehr gelungen, spannend, interessante Charaktere und eine komplexe Handlung. Eine Empfehlung für alles Krimifans.

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Veröffentlicht am 09.02.2020

Ein spannender Krimi aus Doggerland

Doggerland. Tiefer Fall (Ein Doggerland-Krimi 2)
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Inhalt:

Auf Noorö, der nördlichen Insel von Doggerland wird am Ufer eines Sees eine Leiche gefunden. Karen Eiken Hornby, Ermittlerin bei der Polizei in Doggerland, wir von ihrem Chef gebeten die Ermittlungen ...


Inhalt:

Auf Noorö, der nördlichen Insel von Doggerland wird am Ufer eines Sees eine Leiche gefunden. Karen Eiken Hornby, Ermittlerin bei der Polizei in Doggerland, wir von ihrem Chef gebeten die Ermittlungen zu übernehmen. Eigentlich ist Karen noch krankgeschrieben, aber aufgrund er knappen Polizeidecke aufgrund von Krankheit und Urlaub über Weihnachten, wird sie von ihrem Chef gebeten die Ermittlungen zu übernehmen. Schon nach kurzer Zeit taucht ein zweiter Toter auf.

Meine Meinung:

Ich habe den 1. Teil aus dieser Reihe nicht gelesen, hatte aber einige recht positive Kritiken zu diesem Buch gelesen. Mich hatte zunächst etwas irritiert, dass es sich bei diesem Doggerland um ein Phantasieland handelt, dass auf unseren Landkarten nicht zu finden ist. Aber außer diesem Umstand, handelt es sich um ein „normales“ Land in unserer Zeit und die Ereignisse, aus diesem Krimi könnten sich auch an jedem anderen Ort der Welt ereignen.
Die Handlung ist spannend und von solider Ermittlungsarbeit geprägt. Schritt für Schritt kommt Karen zusammen mit den Polizisten vor Ort, der Lösung des Falls näher. Aber nicht nur die Ermittlungen nehmen einen breiten Raum in der Handlung ein, auch Karens Privatleben spielt eine wichtige Rolle. Das ist sicherlich Geschmackssache, aber ich mag es in Krimis, wenn man den Ermittler auch als Menschen kennenlernt. Karen wird ganz schon zwischen den Ermittlung und den Problemen ihrer Freunde hin und her gerissen.
Die Auflösung hat sich etwas überrascht, wurde aber gut hergeleitet und für sich logisch in die Handlung ein.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen und besonders die Mischung aus Ermittlungsarbeit und Karens Privatleben ist sehr gelungen.
Dieses Buch lohnt sich.

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Veröffentlicht am 09.02.2020

Eine Reise ins Berlin der 30er Jahre

Die Galerie am Potsdamer Platz
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Inhalt:

1930: Nach dem Tod ihrer Mutter verlässt Alice Waldmann Wien und zieht nach Berlin, wo die übrigen Mitglieder ihrer Familie leben. Schon vor Jahren wurde von ihrer Großmutter Helena der Kontakt ...


Inhalt:

1930: Nach dem Tod ihrer Mutter verlässt Alice Waldmann Wien und zieht nach Berlin, wo die übrigen Mitglieder ihrer Familie leben. Schon vor Jahren wurde von ihrer Großmutter Helena der Kontakt zu Alice und ihrer Mutter abgebrochen. Alice möchte jetzt den Kontakt wieder herstellen und erfahren, warum was damals zu dem familiären Bruch geführt hat. Bei ihrem ersten Besuch bei Helena erfährt Alice eine Abfuhr, es schein unmöglich den Kontakt zu der Großmutter wieder herzustellen.
Die Übrigen Familienmitglieder, besonders ihre Onkel Johann und Ludwig scheinen deutlich zugänglicher zu sein. Sie nehmen Alice wieder in die Familie auf und schon bald entsteht die Idee, die Galerie, die sich lange Zeit im Familienbesitz befunden hat, wieder aufleben zu lassen.
Leider werfen auf die politischen Ereignisse in Deutschland ihre Schatten voraus. Die Macht der Nazis wächst zusehends und es scheint schwer, die erste Ausstellung zu eröffnen, ohne die Sammlung des Nazianhängers Erik Wolffert zu berücksichtigen.

Meine Meinung:

Dieses Buch nimmt den Leser mit ins Berlin der frühen 30er Jahre. Eine Zeit politischer Umbrüche und Kämpfe. Ich hatte erwartet, dass dieses Thema hier eine größere Rollen spielen wird. Stattdessen erleben wir eine interessante Familiengeschichte, in die etwas zwanghaft die damaligen Ereignisse eingebaut werden.
Alice als Person bleibt während der ganzen Handlung etwas hölzern und ich bin nicht richtig warm mit ihr geworden. Aber trotzdem ist es interessant, ihren Weg im Berlin der Jahre 1930 – 33 zu verfolgen. Ihre Liebe zu John, ihr Ausbildung bei einer angesehenen Fotografin und schließlich die Entscheidung, zusammen mit ihren Onkeln, die Familiengalerie wieder zu eröffnen. Die ganze Handlung wird von der Großmutter Helena überschattet, die immer als eine Bedrohung für Alice wirkt. Leider wird an den Gründen für die Ablehnung der Enkelin kaum gearbeitet.
Ich hätte mir bei diesem Buch gewünscht, dass die Hintergründe der Zeit eine größere Rolle gespielt hätten und Charaktere etwas besser herausgearbeitet worden wären.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen und so hat mir das Buch schon einige angenehmen Lesestunden bereitet. Aber ich hatte immer das Gefühl, da muss noch etwas kommen. So lässt mich das Buch etwas unzufrieden zurück.

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