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Veröffentlicht am 23.03.2020

Mistelzweig und Mord

Mord unterm Mistelzweig
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Cambridge! Weihnachten! Und die Juniorpinkertons!

Hazel und Daisy können es kaum erwarten - sind sie doch ausgerechnet über die Weihnachtsfeiertage bei Daisys Bruder Bertie in Cambridge eingeladen. Er ...

Cambridge! Weihnachten! Und die Juniorpinkertons!

Hazel und Daisy können es kaum erwarten - sind sie doch ausgerechnet über die Weihnachtsfeiertage bei Daisys Bruder Bertie in Cambridge eingeladen. Er ist dort Geschichtsstudent; außerdem der beste Freund von Harold, dem Bruder Georges, der wiederum der beste Freund von Alexander ist, Hazels Brieffreund und die beiden Jungs sind natürlich auch noch eine konkurrierende Detektei. Aufregende Tage stehen also bevor, doch sie werden noch aufregender, als plötzlich ein Mord geschieht! Die jungen Detektive müssen sich zusammenschließen, um diesen Fall zu lösen und auch dieses Mal geraten die Mädchen wieder Lebensgefahr.

Eines der Murder-most-ladyunlike-Abenteuer zu lesen, ist mittlerweile wie nach Hause kommen. Man ist inzwischen mit den Macken von Daisy - die sich immer mehr zu einem weiblichen Sherlock Holmes entwickelt mitsamt dem völligen Unverständnis für zärtlichere Gefühle - und auch Hazels Eigenheiten so vertraut, dass man nicht mehr mit der Wimper zuckt, wenn sie wieder etwas richtig Typisches anstellen. Die Mädchen sind fast fünfzehn und zumindest für Hazel gibt es die erste Liebe samt erste Enttäuschung. Mir gefielen aber auch die Jungs sehr gut, besonders George, der trotz seiner Herkunft weder auf den Mund gefallen noch in irgendeiner Form minderbemittelt ist. Der Fall selbst ist knifflig, spielt jedoch fast eine Nebenrolle - die stahl eindeutig das Ensemble der jungen Detektive und Cambridge, die altehrwürdige Stadt mit ihren vielen Traditionen.

Veröffentlicht am 18.03.2020

Morde in der Mandschurei

Mutter Omoshis Pfeife
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Leslie L. Lawrence ist ein Völkerkundler, und als solcher studiert er in verschiedenen Klostern Europas einen vergessenen Teil von Chinas Geschichte. Seltsamerweise sterben dabei immer wieder Mönche in ...

Leslie L. Lawrence ist ein Völkerkundler, und als solcher studiert er in verschiedenen Klostern Europas einen vergessenen Teil von Chinas Geschichte. Seltsamerweise sterben dabei immer wieder Mönche in seiner Umgebung - und wenn ihn nicht alles täuscht, werden sie von einem geheimnisvollen Mönch umgebracht. Als er sich wenig später bei einer Expedition in der Mandschurei befindet, geht das Sterben und Morden weiter und Leslie und die Mitglieder der Expedition bekommen langsam den Verdacht, dass hinter den Morden jemand steht, der seit über 300 Jahren tot sein sollte ...

Das ist mal ein Abenteuer, wie es auch Karl May oder Indiana Jones hätte passieren können. Auch Leslie zeichnet sich durch krasse Fähigkeiten aus - er ist schlagfertig (in jeder Hinsicht), beherrscht ein Dutzend Fremdsprachen, hat ein Händchen für Frauen und versucht meistens, sich menschlich zu verhalten. Zusammen mit ihm tappt man lange im Dunkeln, worum es eigentlich sämtlichen Parteien und dem Mörder gehen könnte. Da es für mich nach Jahren mal wieder ein Re-Read war, blieb die Überraschung natürlich aus, aber ich weiß genau, dass ich beim ersten Mal lesen nicht dahinterkam. Wenn mich was stört, dann vielleicht die exzessive Verwendung von Auslassungspunkten und dass nur Frauen Leslie widerstehen können, die sich Gott versprochen haben, ansonsten ist das eine kurzweilige Geschichte für alle, die noch Abenteuer erleben möchten.

Veröffentlicht am 03.03.2020

Die Macht der Natur

Bloom
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Es beginnt nach einem heftigen Regen überall auf der Welt. Schwarzes Gras beginnt zu sprießen, es wächst schneller als jeder Bambus und wird so hart, dass man es kaum mit der Kettensäge umlegen kann. Das ...

Es beginnt nach einem heftigen Regen überall auf der Welt. Schwarzes Gras beginnt zu sprießen, es wächst schneller als jeder Bambus und wird so hart, dass man es kaum mit der Kettensäge umlegen kann. Das Gras breitet sich selbst in Wüsten und im Eis aus und vernichtet einheimische Ernten. Als wäre es damit nicht genug, verursacht es Allergien, frisst kleine Tiere und verströmt ein Schlafgas. Bald kommt es zu ersten menschlichen Opfern. Genau zu diesem Zeitpunkt entdecken drei Jugendliche auf einer kleinen Insel vor Kanada, dass sie sowohl ihre nervigen Allergien verloren haben als auch anfangen, seltsame Fähigkeiten zu entwickeln. Und vielleicht sind sie die Einzigen, die etwas gegen diese von der Natur zur Schau gestellten Macht unternehmen können.

Das ist mal wieder ein Jugendbuch, das ich sehr gern gelesen habe. Es beginnt wie eine normales Teenager-haben-übliche-Probleme-Lektüre, entwickelt dann aber eine unterschwellige Bedrohung und einen schleichenden Horror, von dem sich Mister King mit seinem Zaunpfahl-Grusel eine Scheibe abschneiden könnte. Vielleicht bin ich nicht ganz glücklich mit der Herkunft der Pflanzen und vielleicht finde ich auch, dass über jede Menge Opfer ein bisschen zu leichthin weggegangen wird, aber im Großen und Ganzen hat mich die Geschichte so gefesselt, dass ich am liebsten gleich mit Band 2 weitergemacht hätte.

Veröffentlicht am 23.02.2020

Wells & Wong für immer!

Feuerwerk mit Todesfolge
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Seit den Ereignissen im letzten Jahr hat sich auf der Deepdean einiges geändert: Es gibt nicht nur viele neue Lehrerinnen, sondern auch eine neue Direktorin. Diese hat den Fehler begangen, ein Mädchen ...

Seit den Ereignissen im letzten Jahr hat sich auf der Deepdean einiges geändert: Es gibt nicht nur viele neue Lehrerinnen, sondern auch eine neue Direktorin. Diese hat den Fehler begangen, ein Mädchen zur Schulsprecherin zu ernennen, die ihre Macht ausnutzt und mit Hilfe ihrer fünf Aufsichtsschülerinnen die Jüngeren terrorisiert. Doch dann passiert das Unfassbare: Nach dem Bonfire-Feuerwerk wird die Schulsprecherin tot aufgefunden. Ein Unfall, entscheiden die Lehrerinnen. Ganz klar ein Mord, erkennen Hazel und Daisy! Zusammen mit den Mädchen aus ihrem Schlafsaal setzen sie alles daran, diesen Mord aufzuklären und geraten selbst in Gefahr.

Mittlerweile merkt man, dass die beiden Detektivinnen älter werden. Sie sind jetzt vierzehn und damit in der Fulltime-Pubertät. Es gibt erste Interessen in Richtung Liebe und genauso der erste große Streit aus Angst, den jeweils anderen zu verlieren. Wenn man dieses Buch liest, fühlt man sich einerseits in eine cosy Stimmung versetzt, weil man die Internatsatmosphäre mit den regelmäßigen Süßigkeiten und den Mädchendingen aufnimmt. Andererseits gab es auch 1934 schon Mobbing unter Schülern und jede Menge Geheimnisse, das machte die Sache spannend. Auch dass Nazideutschland erwähnt wird, wirft einen Schatten auf die Zeit. Ich mag diese Reihe sehr. Sie wird mich nie vollkommen aus den Socken reißen, aber ich genieße sie dennoch und verfolge die Abenteuer der beiden Mädchen und ihrer Freundinnen jedes Mal aufs Neue mit viel Wohlwollen.

Veröffentlicht am 06.02.2020

Mors irrumat omnia

Das neunte Haus
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Yale ist eine der berühmtesten Universitäten der Welt, die unzählige berühmte und berüchtigte Persönlichkeiten hervorgebracht hat. Das liegt nicht zuletzt an den ebenso berühmten und berüchtigten Studentenverbindungen, ...

Yale ist eine der berühmtesten Universitäten der Welt, die unzählige berühmte und berüchtigte Persönlichkeiten hervorgebracht hat. Das liegt nicht zuletzt an den ebenso berühmten und berüchtigten Studentenverbindungen, den "Häusern", deren bekanntestes Skulls & Bones ist. Acht gibt es davon, und was die meisten nicht wissen, ist, dass sie alle ihr Händchen in Magie versuchen und jeder seine eigene Spezialität dabei hat. Dann existiert noch das neunte Haus, Lethe. Sie sind dafür da, die anderen zu überwachen, damit keine streunende Magie Unheil anrichtet. Alex Stern ist ganz neu im Geschäft und sie ist fast ganz auf sich allein gestellt, als ein Mord auf dem Campus geschieht. Ob es dieses Mal hilfreich ist, dass sie Geister sehen kann?

Ich gestehe, dass ich ziemlich Probleme hatte mit dem Einstieg. Das ging mir zwar bei meinen heiß geliebten Krähen ebenso, aber hier war es schlimmer, weil es teilweise wirklich so Young Adult/New Adult war, womit ich so gar nichts anfangen konnte. Aber entweder hat sich Bardugo irgendwann ihrer Stärken besonnen oder ich gewöhnte mich dran oder beides - ab einem gewissen Punkt entwickelte die Geschichte einen Sog, dem ich gern folgte. Alex war eine taffe Protagonistin, die sich nicht gern die Butter vom Brot nehmen ließ und auch die Nebenfiguren bekamen gute Charaktere, mit denen sich was anfangen ließ. Ein paar ernste Themen wurden mit dem nötigen Respekt behandelt und am Ende konnte ich sagen - her mit dem zweiten Teil!