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Veröffentlicht am 01.03.2020

Was für ein tolles Cover!

Tara und Tahnee
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Sierra Nevada, 1856: Die elfjährige Tahnee lebt gemeinsam mit ihrem Vater in der Wildnis und führt ein eher beschauliches Leben. Bis eines Tages ein Mann vor ihrer Haustür auftaucht, der behauptet, dass ...

Sierra Nevada, 1856: Die elfjährige Tahnee lebt gemeinsam mit ihrem Vater in der Wildnis und führt ein eher beschauliches Leben. Bis eines Tages ein Mann vor ihrer Haustür auftaucht, der behauptet, dass ihr Vater von Kopfgeldjägern gesucht werde. Es gelingt Tahnee, dem Mann zu entkommen und setzt fort an alles daran, nach San Francisco zu kommen - so, wie ihr Vater es ihr aufgetragen hat.
Dort lebt die gleichaltrige Tara in einem herrschaftlichem Anwesen. Und sie ahnt noch nicht, dass sie und Tahnee ein trauriges Schicksal verbindet.

Das Cover des Buches hat mir vom ersten Moment an zugesagt. Die gewählten Farben sind überaus stimmig und schaffen eine wunderbare Atmosphäre. Und auch der besondere violette Buchschnitt sieht bezaubernd aus und ist ein echter Hingucker im Buchregal.

Der Schreibstil Hertwecks hat mir mindestens ebenso gut gefallen. Er ist überaus flüssig, sehr klar strukturiert und verständlich.
Viel zum Verständnis beigetragen haben auch die genauen Datumsangaben zu Beginn jedes Kapitels.
Das finde ich gerade bei historischen Romanen für diese Altersgruppe enorm wichtig, da es durch die Eigenarten der jeweiligen Zeitepoche schnell verwirrend wirken kann. Aber nicht so bei "Tara und Tahnee".

Die Idee, welche hinter dem Buch steckte, konnte mich ebenfalls vollauf begeistern. Es hat bereits bei der gewählten Zeitepoche angefangen. Denn ein Jugendbuch, welches diese thematisiert, ist mir noch nicht allzu häufig untergekommen und so gab es viel Neues zu entdecken und zu lernen.
Dabei bleibt es von vorne bis hinten spannend und der Leser rätselt die gesamte Lesezeit über mit, was es denn nun mit Tara und Tahnees gemeinsamen Schicksal auf sich hat.

Die beiden Protagonistinnen finde ich toll gewählt. Mit ihrer mutigen und sympathischen Art haben sie sich sofort in mein Herz geschlichen und es im Sturm erobert. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und habe stets mit ihnen mitgefiebert.

Hertwecks "Tara und Tahnee" konnte mich vollkommen überzeugen. Das Buch war von vorne bis hinten sehr stimmig, emotional und überaus spannend. Kleine Details wie der lilane Buchschnitt, Tagebucheinträge von Tara oder die Illustration eines Steckbriefes haben es zusätzlich aufgewertet und waren ein nettes Extra. Daher vergebe ich verdiente
5/5 Sterne

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.02.2020

Ein fantastisches Meisterwerk

Endling - Die Suche beginnt
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Byx ist ein Dalkin: Ein hundeähnliches Wesen, welches auf zwei Beinen laufen, sich mit Menschen verständigen und gezielt Lüge von Wahrheit unterscheiden kann. Nachdem Byx von einem unerlaubten Streifzug ...

Byx ist ein Dalkin: Ein hundeähnliches Wesen, welches auf zwei Beinen laufen, sich mit Menschen verständigen und gezielt Lüge von Wahrheit unterscheiden kann. Nachdem Byx von einem unerlaubten Streifzug zurückkehrt, ist allerdings nichts mehr, wie es einmal war. Sie findet ihr gesamtes Rudel tot vor und ist plötzlich ganz alleine. Aber noch gibt es Hoffnung. Denn laut einigen Mythen soll es weitere Dalkins hoch im Norden des Landes geben.
Gemeinsam mit dem Menschenmädchen Khara und dem kleinen Wobbik Tobble begibt sich Byx auf die Suche nach den anderen Dalkins und muss auf dem Weg dorthin einer Menge Gefahren trotzen...

Das Cover des Buches hat uns total gut gefallen. Das Motiv im Einklang mit der goldenen Schrift strahlt eine tolle Atmosphäre aus und sieht wunderschön aus.

Den Schreibstil der Autorin mochten wir ebenfalls sehr gerne. Er war angenehm flüssig und unglaublich bildhaft. Dementsprechend leicht fiel uns auch der Einstieg in das Buch.

Auch die Geschichte an sich konnte uns überzeugen.
Die Idee, welche dahinter steckte, war wirklich originell: spannend, emotional und voller Intrigen.
An einigen Stellen ging es jedoch teils ein wenig brutal zu, sodass mir die Altersempfehlung manchmal ein wenig unpassend schien.

Das haben allerdings die Charaktere wieder gut gemacht. Durch den oben genannten detaillierten Schreibstil fiel es nicht schwer, sich in die einzelnen Figuren hineinzuversetzen und mit ihnen mitzufühlen.
Byx hat uns dabei besonders mitgerissen. Ihr Schicksal war einfach nur herzzerreißend und wirklich tragisch - unser Mitgefühl für sie war groß.
Und auch Khara mochten wir sehr gerne. Das mutige Menschenmädchen war uns sofort sympathisch und wir fanden es toll, wie sie für ihre Freunde einstand.

Ein nettes Extra war zudem die Karte zu beginn des Buches. So haben wir stets die Orientierung beibehalten und haben nie die Übersicht verloren.

"Endling" hat uns positiv überrascht und unsere Erwartungen um einiges übertroffen. Nie hätten wir so eine vielschichtige und äußerst bildhafte Geschichte erwartet. Deshalb vergeben wir auch verdiente
5/5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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Veröffentlicht am 24.02.2020

Ein toller Roman, um Jugendliche in das Thema "Holocaust" einzuführen

Um 180 Grad
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Als Lennard und seine Freunde beim Graffitisprühen erwischt werden, muss Lennard als Strafe im Altenheim vorlesen. Er wird als Lesepate für Frau Silberstein eingeteilt und kann zunächst gar nichts mit ...

Als Lennard und seine Freunde beim Graffitisprühen erwischt werden, muss Lennard als Strafe im Altenheim vorlesen. Er wird als Lesepate für Frau Silberstein eingeteilt und kann zunächst gar nichts mit der alten Dame anfangen. Doch dann erfährt er Stück für Stück mehr von ihrer Vergangenheit und merkt, dass auch sie jemanden braucht, der ihr zuhört. Denn Frau Silberstein ist eine Holocaust-Überlebende.
Hinzu kommt die hübsche Lea, welche sich im Altenheim ebenfalls um eine Dame kümmert. Und plötzlich ist der wöchentliche Besuch dort lange nicht mehr so schlimm...

Das Cover des Buches hat mir zunächst nicht ganz zugesagt. Es erschien mir ein wenig nichtssagend und ich konnte nicht viel damit anfangen. Im Nachhinein gefällt es mir etwas mehr, ich kann es nach dem Lesen besser mit dem Buch in Einklang bringen.

Der Schreibstil hingegen konnte mich von Anfang an überzeugen. Er ist locker, recht einfach und optimal zur Zielgruppe - Jugendliche ab 13 Jahren - passend.

Mindestens ebenso toll fand ich die Protagonisten.
Lennard schien mir anfangs wie ein typischer Teenager. Im Laufe des Buches machte er allerdings eine enorme Entwicklung durch, wurde immer reifer und lernte, für andere einzustehen. Alles in einem erschien er mir sehr authentisch.
Frau Silberstein war mir von Anfang an sympathisch. Trotz ihres beachtlichen Alters und ihren schlimmen Erfahrungen war sie unglaublich locker und offen und ich habe sie sofort ins Herz geschlossen.

Die Geschichte an sich hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.
Heutzutage gibt es leider nicht mehr viele Zeitzeugen und sie geraten allmählich in Vergessenheit. "Um 180 Grad" beschäftigt sich ausgiebig mit diesem Thema und klärt auf, wie mit den Verbliebenen umgegangen werden sollte. Sensibel und emotional werden Lennards Erfahrungen damit dargestellt. Für meinen Geschmack hätten gerne noch mehr historische Erzählungen seitens Frau Silberstein in das Buch einfließen können. Sie wurden doch eher sparsam dosiert, was aber keinesfalls schlecht sein muss. Für Jugendliche, welche sich noch nie mit dem Thema beschäftigt haben, ist dies meiner Meinung nach optimal. Gerade auch deswegen, weil das Stück Geschichte mit vielen aktuellen und modernen Thematiken verbunden wird.

Zusammenfassend kann ich das Buch jedem empfehlen, der sich mit dem Holocaust noch nicht besonders gut auskennt und gerne in dieses Thema eingeführt werden möchte. Ich finde die Altersempfehlung so durchaus dazu passend. Vorstellen kann ich mir aber auch gut, dass das Buch als Lektüre für den Deutschunterricht genutzt wird. Ich denke, dass es viel Potenzial für kreative Arbeiten bietet.
5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 24.02.2020

Ein Buch, welches aus einem Couch-Potatoe einen echten Entdecker macht

The Big Book of Adventure (dt.)
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"Das Universum gehört den Abenteurern."

Gemeinsam mit seinen Freunden stößt der Autor Teddy Keen eines Tages auf eine verlassene Hütte am Amazonas. In dieser finden sie eine verrottete Kiste gefüllt mit ...

"Das Universum gehört den Abenteurern."

Gemeinsam mit seinen Freunden stößt der Autor Teddy Keen eines Tages auf eine verlassene Hütte am Amazonas. In dieser finden sie eine verrottete Kiste gefüllt mit verschiedensten Notizen, Skizzen und Geschichten: Andenken eines Abenteurers an seine Reisen. Laut Keen entstand daraus ebendieses Buch - "The Big Book of Adventure".

Auf 192 Seiten stößt der Leser auf viele verschiedenste Tipps, welche sich rund um das Überleben in der Natur drehen. Diese sind meist dargestellt in Notizen, aber auch einige kurze Geschichten lassen sich in dem Buch finden. Vom "Campen in der Wildnis", bis hin zum "Kleinen Floß-ABC" ist alles dabei.
Mein persönliches Highlight waren jedoch die zahlreichen Illustrationen, welche auf jeder einzelnen Seite zu finden sind. Mal sind es mehrere kleinere Skizzen auf einer Seite, mal große Zeichnungen, welche sich über eine ganze Doppelseite erstrecken. Sie sind ein wahrer Augenschmaus und unterstützen den Text hervorragend.
Gehalten sind sie ganz im Stil des Covers, welches mich ebenfalls voll und ganz in seinen Bann ziehen konnte. Die vielen kleinen Zeichnungen, welche mit Goldfolie veredelt wurden, machen auf jeden Fall Lust auf mehr.

"The Big Book of Adventure" konnte mich vollkommen begeistern. Ganz egal, wie oft man durch das Buch blättert, jedes Mal entdeckt der Leser etwas Neues. Zudem macht es auf jeden Fall Lust, die Couch einmal zu verlassen, nach Draußen zu gehen und die Natur zu entdecken - und das sowohl bei kleinen, als auch bei großen Entdeckern.
5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 23.02.2020

Spannende Darstellung einer interessanten und leider sehr unbekannten Persönlichkeit

Die Spionin
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Marseille, 1940: Nach dem Einmarsch der Deutschen in Frankreich ändert sich das Leben der Nancy Wake schlagartig. Denn fortan riskiert sie ihr Leben für die Résistance - als sogenannte "Weiße Maus", auf ...

Marseille, 1940: Nach dem Einmarsch der Deutschen in Frankreich ändert sich das Leben der Nancy Wake schlagartig. Denn fortan riskiert sie ihr Leben für die Résistance - als sogenannte "Weiße Maus", auf die die Deutschen ein Kopfgeld in Millionenhöhe ausgesetzt haben. Doch ihre Tarnung ist gut: Niemand rechnet damit, dass sich hinter der Weißen Maus eine Frau verbirgt.
Als indes ihr Mann Henri verhaftet wird, muss Nancy nach England fliehen. Sie wird im Rahmen der SOE als Geheimagentin ausgebildet und kehrt nach Frankreich zurück. Mit dem Auftrag, eine Gruppe von tausenden Partisanen auszubilden und dem Ziel, Henri wieder in den Armen halten zu können...

Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut. Es zeigt Nancy während ihrer Arbeit als Geheimagentin, setzt sie hervorragend in den Fokus und zeigt bereits einige Facetten ihres starken Charakters.
Der Untertitel "Sie kämpft für die Freiheit - und um ihre Liebe" hätte meiner Meinung nach allerdings nicht sein müssen. Er ist ein wenig irreführend und sieht eher nach einem Filmposter aus.

Der Schreibstil der beiden Autoren konnte mich hingegen wirklich überzeugen. Er ist sehr klar und strukturiert, aber dennoch angenehm bildhaft. Teils wirken einige Szenen wie direkt aus einem Film, was genau meinen Geschmack getroffen hat. Im Moment soll "Die Spionin" verfilmt werden und ich kann mir gut vorstellen, dass der Film ein absoluter Kassenschlager wird.

Der Roman greift verschiedenste historische Thematiken auf, welche allesamt sehr gut recherchiert wurden. Von der Arbeit der Gestapo bis hin zum D-Day ist alles dabei. Der Fokus liegt dabei jedoch auf der Spionagearbeit Nancys. Ich finde, dass genau dies den Roman so besonders macht. Denn Nancy Wake existierte tatsächlich und das Buch greift das mit vielen autobiografischen Zügen auf. Zwar wurden Szenen (vermutlich der Unterhaltung wegen) ein wenig abgeändert, im Schlussteil des Buches wurden diese aber klar definiert und erklärt, was genau verändert wurde. Ein großes Lob meinerseits dafür!

Zu der Darstellung Nancys habe ich ebenfalls ausschließlich positive Worte übrig. Sie ist alles andere als ein stereotypischer Charakter, vollbringt Taten, die der Leser nie erwartet hätte und wird als eine Figur mit Ecken und Kanten dargestellt. Genau das macht sie in meinen Augen so authentisch und real. Sie verleiht dem Roman einen ganz eigenen Charme.

Ich finde, dass "Die Spionin" ein historischer Roman wie aus dem Bilderbuch ist. Er ist gut recherchiert, authentisch und vor allem spannend bis hin zur letzten Seite. Ich habe das Lesen dieses wunderbaren Buches genossen und würde es jedem weiterempfehlen.
5/5 Sterne

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