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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.03.2020

Interessant für historisch Interessierte - klasse gelesen von Frank Arnold.

Der Empfänger
1

Ulla Lenze hat mit "Der Empfänger" ein interessantes Thema aufgegriffen, die das Leben der Deutschen in Amerika Ende der 30er Jahre beleuchtet.
Ihr Hauptprotagonist Josef Klein wandert noch vor dem zweiten ...

Ulla Lenze hat mit "Der Empfänger" ein interessantes Thema aufgegriffen, die das Leben der Deutschen in Amerika Ende der 30er Jahre beleuchtet.
Ihr Hauptprotagonist Josef Klein wandert noch vor dem zweiten Weltkrieg in die USA aus und lebt in New York. Joe, wie er dort genannt wird, lebt ein bescheidenes Leben in der Stadt – zusammen mit seiner Hündin Princess, die er ausgesetzt gefunden und adoptiert hat. Im Schmelztiegel New York gibt es viele verschiedene Nationen, unter anderem findet man auch ein Viertel mit deutschen Auswanderern.
Die Autorin erzählt nüchtern und recht unspektakulär von Josefs Leben. Die Geschichte springt perspektivisch immer wieder von Deutschland nach New York und umgekehrt und beleuchtet verschiedene Lebensabschnitte ihres Protagonisten Josef Klein.
Als Leser oder Hörer bekommt man die Stimmung in New York Ende der 30er Jahre, aber auch im Nachkriegsdeutschland ganz gut mit.
Josef arbeitet in einer Druckerei und ist nebenher ein Amateurfunker, der vor Ausbruch des zweiten Weltkriegs in New York in die Fänge der Nazis gerät und – anfangs noch unwissend – für diese arbeitet. Dabei ist Josef so unglaublich naiv oder desinteressiert, weshalb er eine Zeit braucht, um festzustellen, wer ihn da rekrutiert hat. Seine Versuche, davon loszukommen, sind eher passiv, was aber zu seiner Persönlichkeit gut passt.
Ich war überrascht, wie viele Sympathisanten die deutschen Nationalsozialisten in Amerika hatten.
Joe lernt die Amerikanerin Lauren kennen und auch diese Beziehung ist passend zu Josefs Art, ein Auf und Ab.
Die umschlagende Stimmung der Amerikaner gegen die Deutschen, aber auch der zunehmende Faschismus in New York bringt die Autorin in ihrem Buch gut rüber.
Nach seiner Internierung wird Josef Ende der 40er aus Amerika abgeschoben und zieht in Deutschland bei seinem Bruder Karl und dessen Familie ein. Doch auch dort fühlt er sich nicht heimisch, zu groß ist die Kluft zwischen ihm und seinem Bruder geworden. Josef ist ein Heimatloser, der sich in New York wohlfühlte und nun auf der Suche nach seiner Identität ist.
Das Thema an sich ist recht unverbraucht und man hätte mehr daraus machen können. Leider plätscherte der Handlungsverlauf so vor sich hin, es entstanden Längen und der Protagonist blieb mir zu blass und zu wenig tiefgründig. Mir fehlte schlichtweg an einigen Stellen die notwendige Spannung.
Ich habe das Hörbuch gehört, welches Frank Arnold hervorragend und teilweise mitreißend mit angenehmer Stimme gelesen hat. Leider schaffte er es nicht, den Hörer über die Längen hinwegzutragen, was man ihm ganz sicher nicht ankreiden kann. Das lag schlichtweg an der Story. Frank Arnold hat hier eine grandiose Arbeit geleistet und ich muss sagen, wenn ich die Wahl zwischen Buch und Hörbuch hätte, ich mich bei „Der Empfänger“ auf jeden Fall für das Hörbuch entschieden hätte, da es für mich sicher kurzweiliger ist als das gedruckte Buch.

Fazit:
Interessant für historisch Interessierte zu einem unverbrauchtem Thema. Klasse gelesen von Frank Arnold.

Veröffentlicht am 27.02.2020

Broken Wildcat - Spannend , interessant und unterhaltsam

Broken Wildcat: Entfesselt
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„Broken Wildcat“ ist der zweite Band dieser Serie, den man auch gut ohne Kenntnisse des ersten Bandes lesen kann. Kennt man jedoch „Broken Bird: Gefunden“, so freut man sich, altbekannte Charaktere aus ...

„Broken Wildcat“ ist der zweite Band dieser Serie, den man auch gut ohne Kenntnisse des ersten Bandes lesen kann. Kennt man jedoch „Broken Bird: Gefunden“, so freut man sich, altbekannte Charaktere aus diesem Band wiederzutreffen.
Der Schreibstil der Autorin ist angenehm, flüssig und mitreißend, sodass man schnell in die Geschichte eintauchen kann.
Die junge Assistenzärztin Robyn zieht mit ihrer Tochter Charline nach Summerset. Die beiden habe ich gleich zu Beginn in mein Herz geschlossen und insbesondere die vierjährige Charline hatte es mir angetan. Robyn ist eine sympathische Frau, die versucht, die Schatten ihrer Vergangenheit hinter sich zu lassen.
Philipp Bentleys trifft das erste Mal im Krankenhaus, als er einen Freund besucht, auf Robyn. Philipp ist ein dominanter, sexy und äußerst attraktiver Mann, der weiß, was er will. Man spürt die Anziehungskraft der beiden förmlich, doch Robyn lässt Philipp zunächst abblitzen. Dieser begegnet Robyn jedoch erneut, da er im Krankenhaus versucht, die Medikamentendiebstähle aufzuklären.
Die Story wird abwechselnd aus der Sicht von Robyn und Philipp erzählt, sodass man sich in beide Charaktere sehr gut hineinversetzen kann.
Als Robyn unverhofft von ihrer Vergangenheit eingeholt wird und sie in einen Strudel unschöner Ereignisse gezogen wird, ist Philipp an ihrer Seite.
Man spürt es zwischen den beiden förmlich knistern, doch Robyn versucht ihre Mauern hochzuhalten, während Philipp versucht, diese einzureißen, was ihm Stück für Stück gelingt. Die Sexszenen sind unbestritten heiß und Robyn kann sich langsam auf Philipps Welt einlassen. Nur um denn im nächsten Moment festzustellen, dass nichts ist, wie es scheint.
Der Plot ist interessant, die Hauptprotagonisten tiefgründig. Aber manchmal konnte ich sowohl Robyns als auch Philipps Verhalten nicht wirklich verstehen bzw. nachvollziehen. An einigen Stellen kam eine Wendung quasi aus dem Nichts. Die Gründe werden zwar erklärt und sind nachvollziehbar, aber die Umsetzung passte für mich nicht ganz. Ebenso wie plötzlich ein offen stehendes Tor an einem Grundstück, das eigentlich extra gesichert wurde, für Fragezeichen in meinen Augen sorgte.
Philipps Mitbewohner standen zwar nicht im Fokus, aber ich hätte mich trotzdem gefreut, diese ein bisschen näher kennen zu lernen.
Insgesamt gesehen, macht „Broken Wildcat“ Spaß. Die Story ist spannend, actionreich und emotional und gegen Ende steigert sich die Spannung nochmals. Die Schuldigen und ihre Motive werden schlüssig präsentiert, auch wenn ich nicht nachvollziehen kann, wie kaltschnäuzig man sein muss, um sich an einer absolut Unschuldigen zu rächen.
Fazit:
ich hatte interessante und spannende Lesestunden und deshalb gibt es von mir eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 25.02.2020

Forever young

Die Fowl-Zwillinge und der geheimnisvolle Jäger (Die Fowl-Zwillinge 1)
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Einigen Lesern wird Artemis Fowl ein Begriff sein – für mich war er neu. Das macht aber nichts, denn so bin ich unbedarft in die Welt der Fowl-Zwillinge eingetaucht. Die beiden Elfjährigen sind wie Feuer ...

Einigen Lesern wird Artemis Fowl ein Begriff sein – für mich war er neu. Das macht aber nichts, denn so bin ich unbedarft in die Welt der Fowl-Zwillinge eingetaucht. Die beiden Elfjährigen sind wie Feuer und Wasser. Der dunkelhaarige Streber Myles hat auf jede Frage eine Antwort parat und ist ein intellektueller Typ. Sein blonder Bruder Beckett ist dagegen ein Abenteurer, der sich viel mit Tieren und der Natur beschäftigt und nicht ganz so intelligent wirkt, aber durchschlagende Argumente hat.
Der Schreibstil des Autors Eoin Colfer ist angenehm flüssig sowie leicht verständlich und es geht rasant zur Sache. Man taucht gleich nach den ersten Seiten in eine magische Welt ein, in der es Trolle, Welfen, eine geheimnisvolle Nonne und noch einige Unterirdische gibt. Auch kann man die Geschehnisse, die im Laufe der Story passieren überhaupt nicht voraussehen.
Die Zwillingsbrüder sind allein in ihrem Zuhause auf Dalkey Island, einer irischen Insel. Bewacht werden sie von Nanny, einer künstlichen Intelligenz, die die Kinder eigentlich schützen sollte. Doch gelingt es dem Bösewicht Lord Teddy Bleedham-Drye, die Brüder zu entführen, just in dem Moment, als Myles und Beckett einem Troll zu Hilfe eilen wollten. Und so beginnt eine nervenaufreibende Jagd quer durch Europa. Und nicht nur eine Partei ist hinter den Fowl-Jungen her.
Der Autor beschreibt die Geschehnisse und Ort sehr detailliert, es gibt viel technischen Schnickschnack – der war mir stellenweise schon fast zu viel. Die Story bietet viel Action, Fantasy und die Dialoge sind humorvoll gestaltet. Das Hörbuch wurde von Robert Frank sehr lebendig gelesen. Er hat eine angenehme Stimme und seine Interpretation fand ich sehr gelungen. Ja, die Geschichte ist teilweise schräg, aber sie ist auch actiongeladen und humorvoll, sodass es Spaß macht, dieses Hörbuch anzuhören.
Fazit:
Eine Hörempfehlung nicht nur für Jugendliche

Veröffentlicht am 11.02.2020

Kurzweilig, unterhaltsam, spannend

Codename: Sentinel (Jameson Force Security Group Teil 2)
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Codename Sentinel ist der zweite Teil der Jameson Force Security-Reihe von Sawyer Bennett. Ihr Schreibstil ist recht angenehm, flüssig und sie kann die Dinge gut beschreiben und darstellen, sodass der ...

Codename Sentinel ist der zweite Teil der Jameson Force Security-Reihe von Sawyer Bennett. Ihr Schreibstil ist recht angenehm, flüssig und sie kann die Dinge gut beschreiben und darstellen, sodass der Leser sofort alles vor Augen hat. Ich kenne den ersten Band nicht, aber man kann Band 2 auch wunderbar ohne Vorkenntnisse genießen.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Cruce Britton, einem ehemaligen Mitglied des Secret Service und nun in Diensten der JFS und Barrett Alexander, der Nichte des Präsidenten. Sie ist eine brillante Wissenschaftlerin, die kurz vor dem Durchbruch einer großen Entdeckung steht.
Als Gefahr droht, wird die Jameson Force Security, die Firma, für welche Cruce arbeitet vom Präsidenten persönlich damit beauftragt, Barrett zu beschützen. Das ist auch bitter notwendig, denn ihre Forschungen machen sie zum Ziel einer Terrorzelle.
Barrett lebt für ihre Arbeit – das Wort Freizeit ist ihr ein Fremdwort. Darin ist sie Cruce recht ähnlich, der den Auftrag sofort annimmt.
Ich hatte kein Problem, die beiden von Anfang an zu mögen. Cruce ist ein geradliniger und loyaler Typ, der seinen Job professionell ausübt. Doch genau diese Professionalität wird auf eine harte Probe gestellt, als er Barrett rund um die Uhr bewacht. Barrett sieht gut aus, ist in ihrem Job genial, aber sie hat vergessen, zu leben.
Als ihr bisheriges Leben nach einem Anschlag aus den Angeln gehoben wird, realisiert sie langsam, dass es mehr als nur die Arbeit gibt. Kein Wunder also, dass es zwischen Cruce und Barrett zu knistern beginnt.

Zugegeben, die Story an sich ist nicht neu. Die Geschehnisse in der ersten Hälfte des Buches sind durchaus vorhersehbar. Doch dann nimmt sowohl die Spannung als auch die Action zu und die Seiten fliegen nur so dahin.
Trotz allem blieben mir die Protagonisten einen Tick zu blass. Es war Leidenschaft im Spiel, keine Frage, und prickelnde Erotik – nur hätte es meiner Meinung nach gerne etwas leidenschaftlicher sein dürfen.

Fazit:
Von mir gibt’s eine Leseempfehlung – ich hatte eine kurzweilige und spannende Lesezeit.

Veröffentlicht am 02.02.2020

Interessante Welt

Shadowscent - Die Blume der Finsternis
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Es ist gar nicht so einfach, für Shadowscent eine Rezension zu schreiben, was wohl mehrere Gründe hat. Grundsätzlich hat mir die Grundidee, dass Düfte im Vordergrund stehen, gut gefallen. Das ist einfach ...

Es ist gar nicht so einfach, für Shadowscent eine Rezension zu schreiben, was wohl mehrere Gründe hat. Grundsätzlich hat mir die Grundidee, dass Düfte im Vordergrund stehen, gut gefallen. Das ist einfach mal was anderes.
Der Schreibstil der Autorin ist locker-leicht und eingängig, sodass sich das Buch gut lesen lässt. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Rakel und Ash erzählt.
Im ersten Drittel wird die Welt von Aramtesch mit all seinen Bewohnern und den Ritualen wortgewandt beschrieben. Das hat die Autorin an und für sich ganz gut gemacht. Sie nimmt sich viel Zeit dafür, insbesondere für die Beschreibung der Düfte und der örtlichen Gegebenheiten – wobei es mir ein bisschen besser gefallen hätte, wenn die Autorin näher auf die Landschaft als auf die Politik des Landes eingegangen wäre, aber das gehört halt auch dazu. Trotz der langsamen Einführung in die Welt war diese zu Beginn nicht wirklich gut greifbar, was sich im Laufe der Story geändert hat.
An dieser Stelle kommt dann auch mein erster Kritikpunkt. Dies betrifft den Klappentext, der in meinen Augen viel zu viel von der Geschichte vorwegnimmt.
Abgesehen von der Beschreibung der Welt, kommt dadurch nicht viel Spannung auf und so plätschert die Geschichte im ersten Drittel so dahin. Interessanter wird es dann, als Rakel und Ash sich auf die Reise begeben, um wichtige Zutaten für ein Gegenmittel zu finden.
Es war ungewöhnlich, dass hier die Reise und nicht irgendwelche Kämpfe im Vordergrund standen, aber gerade das hat mir ziemlich gut gefallen. Ebenso wie die beiden Protagonisten, die die Autorin gewählt hat. Denn das sind nicht der Prinz des Landes und eine weitere hochgestellte Persönlichkeit, sondern der Harnisch des Prinzen, also sein Leibwächter und das einfache Mädchen Rakel, das ehrgeizig ist und hohe Ziele verfolgt. Ich fand beide sehr sympathisch und sie sind mir mit jeder Seite mehr ans Herz gewachsen.
Der Leser lernt die beiden Protagonisten immer besser kennen - soweit sie es zulassen, denn beide hüten Geheimnisse, die sie nicht preisgeben wollen. Es geht um Freundschaft und darum, dem anderen zu vertrauen, denn sie verfolgen ein gemeinsames Ziel. Haben die beiden eine Chance, es zu schaffen? Die Zeit drängt und die kaiserliche Garde ist ihnen dicht auf den Fersen. Zudem sind viele Fragen noch nicht geklärt. Das letzte Drittel war dann richtig spannend, die Ereignisse überschlugen sich und die Autorin wartet mit überraschenden Wendungen, die so nicht vorhersehbar waren. Gut, es gab ein paar Dinge, die ich nicht wirklich nachvollziehen konnte, aber die treten angesichts der stetig wachsenden Spannung und der Protagonisten, die mir ausgesprochen gut gefallen haben, in den Hintergrund.
Leider wartet am Ende ein fieser Cliffhanger und nun sitze ich da und warte sehnsüchtig auf Band 2. Shadowscent hat Schwächen, aber auch Stärken und eine faszinierende Grundidee, die sich durch das ganze Buch zieht.
Fazit:
Von mir gibt’s eine Leseempfehlung. Einfach in die Welt von Aramtesch und den Provinzen abtauchen und die Geschichte von Rakel und Ash genießen.

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