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Veröffentlicht am 10.11.2020

Traumatische Vergangenheit deutsch-deutscher Geschichte

Die vergessene Heimat
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Erst durch die sich verschlimmernde Demenz ihres Vaters kommen Details der Familiengeschichte, die Flucht der Eltern aus der DDR in die BRD ans Licht, die bisher verschwiegen wurden.
Das Buch liest sich ...

Erst durch die sich verschlimmernde Demenz ihres Vaters kommen Details der Familiengeschichte, die Flucht der Eltern aus der DDR in die BRD ans Licht, die bisher verschwiegen wurden.
Das Buch liest sich sehr angenehm flüssig und hat mich bereits ab der ersten Seite in seinen Bann gezogen. Ich war sofort "in der Geschichte" und habe mit den Personen gefiebert und gelitten.
Sehr eindringlich schildert die Autorin den Druck und die psychischen Auswirkungen bei den Überlegungen bzw. der Vorbereitung der Flucht. Die Dünnhäutigkeit die fast in paranoiden Zügen (wem kann ich noch trauen) endet, wird sehr anschaulich dargestellt. Im Vergleich dazu wirkt der Teil nach Ankunft in der BRD eher bescheiden.
Meiner Meinung nach liegt der Schwerpunkt des Buches allerdings auch eher auf der Thematik Demenz als auf der Flucht. Die schleichende Entwicklung, das Nicht-wahr-haben–wollen der Erkrankung, die Hilflosigkeit und Überforderung sind sehr authentisch wiedergegeben. Diese Erfahrungsberichte und Ratschläge (z.B. zur Selbsthilfegruppe) empfinde ich als sehr wertvolle Hinweise für Betroffene.
Ein gelungenes Buch! Leider 1 Stern Abzug für den mich irreführenden Klappentext zur Inhaltswichtung.

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Veröffentlicht am 02.11.2020

Das Gestern lebt im Heute

Ihr sollt wissen, dass wir noch da sind
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Esther Safran Foer nimmt den Leser mit dem Buch auf eine Reise in die Vergangenheit: der Nachforschung zur Familiengeschichte - der von Holocaustüberlebenden.
Dieses Buch fesselte mich nicht so von Beginn ...

Esther Safran Foer nimmt den Leser mit dem Buch auf eine Reise in die Vergangenheit: der Nachforschung zur Familiengeschichte - der von Holocaustüberlebenden.
Dieses Buch fesselte mich nicht so von Beginn an wie andere und ich brauchte eine Weile um mit dem Schreibstil sowie den vorerst doch etwas komplizierten Familienverhältnissen (trotz eingefügtem Stammbaum) zurecht zu kommen, aber es hat mich mit der Umsetzung und letztendlich seinem Inhalt angenehm überrascht. Obwohl es vordergründig die rückwärts gerichtete Recherche der Autorin zu ihrer Herkunft bzw. Familienhistorie beschreibt, hinterlässt es bei mir nach Beendigung ein unglaublich positiv der Zukunft zugewandtes Feedback, was noch lang nachhallt.
Solide vier Sterne für dieses Buch.

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Veröffentlicht am 24.03.2020

Das Grauen wiederholt sich...

Das Grauen in Murdsheim
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Vier Schriftsteller, die sich bisher nur übers Internet kennen, treffen sich auf Anregung von einem aus der Gruppe in einer abgelegenen Hütte, die als "Mörderhaus" verschrien ist. Das besondere "Flair" ...

Vier Schriftsteller, die sich bisher nur übers Internet kennen, treffen sich auf Anregung von einem aus der Gruppe in einer abgelegenen Hütte, die als "Mörderhaus" verschrien ist. Das besondere "Flair" und die Abgeschiedenheit soll ihnen helfen mit ihren Büchern voranzukommen. Dabei trägt jeder von ihnen ein Problem mit sich herum, das er versucht vor den anderen zu verbergen und zu lösen. Doch sie kommen weder zu dem einem noch dem anderen, da bald einige schreckliche Vorkommnisse für Unruhe sorgen.
Es ist schon ziemlich heavy sich mit vier unbekannten Internetbekanntschaften, die sich als Autoren ausgeben (und alles Mögliche sein könnten) in einem abgelegenen Haus zu treffen. Und dazu dann noch Horrorgeschichte zum Haus. Das birgt ja an sich schon jede Menge Potential - doch es kommt noch schlimmer...
Bereits in den ersten Seiten steckt sehr viel "Unbehaglichkeit". Aus Sicht jedes Einzelnen (was ein gutes Konzept ist) werden die ersten Eindrücke geschildert und schon diese werfen viele Fragen auf, welche allerdings bis zum Ende schlüssig geklärt werden. Das ist neben der Story ein weiterer Pluspunkt für das Buch. Leider ist die Auflösung in meinen Augen etwas überzogen. Um nicht das Ende zu spoilern belasse ich es mit diesem Hinweis - es kann sich ja jeder selbst davon ein Bild machen. Lesenswert ist das Buch auf jeden Fall!

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Veröffentlicht am 16.03.2020

Sie weiß, das Ihr lebt...

Die brennenden Kammern
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Vor dem Hintergrund der Hugenottenkriege, die gelungen in diese Geschichte eingeflochten sind, spielt die Geschichte der 19jährigen Minou, die nach dem frühen Tod der Mutter allein mit ihrem Vater und ...

Vor dem Hintergrund der Hugenottenkriege, die gelungen in diese Geschichte eingeflochten sind, spielt die Geschichte der 19jährigen Minou, die nach dem frühen Tod der Mutter allein mit ihrem Vater und ihren beiden jüngeren Geschwistern in Carcassonne lebt. Die Nachricht „Sie weiß, dass Ihr lebt“ bringt ihr Leben und das ihrer Familie gründlich durcheinander.
Für zusätzliche Schwierigkeiten sorgt die Begegnung mit dem jungen Hugenotten Piet Reydon, der eigene Pläne verfolgt.
Bereits der Einstieg mit der Vorbemerkung zu den Hugenottenkriegen sowie das übersichtliche Personenverzeichnis zeugen von einen fundiert recherchierten historischen Roman. Die Zwistigkeiten aufgrund der unterschiedlichen religiösen Interessen überlagern meines Erachtens jedoch etwas die Handlung um Minou. Diese selbst ist spannend, gern habe ich ihr Schicksal verfolgt, mit ihr gelitten und gefiebert.Sehr gut dargestellt sind die krankhaften wahnsinnigen Ansichten Minous Gegenspielerin Blanche, als auch die religiös fanatischen Absichten ihres Unterstützers Vidal.
Insgesamt eine stimmige Handlung, die sich aufgrund der Kampfschilderungen jedoch leider etwas zieht. Ich weiß nicht, ob ich die Folgebände lesen würde – jedoch sollte sich jeder Leser selbst eine eigene Meinung darüber bilden.

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Veröffentlicht am 15.11.2019

Entwicklung einer Familie vor geschichtlichem Hintergrund

Eine Familie am Abgrund
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Das Buch konnte ich bereits durch die Covergestaltung sehr gut zeitlich einordnen. Es handelt von der Familie Kleinemeier die vor dem Hintergrund der geschichtlichen Umbrüche der Weimarer Republik, Ersten ...

Das Buch konnte ich bereits durch die Covergestaltung sehr gut zeitlich einordnen. Es handelt von der Familie Kleinemeier die vor dem Hintergrund der geschichtlichen Umbrüche der Weimarer Republik, Ersten und Zweiten Weltkrieg versucht, auch familiäre Krisen durchzustehen. Meiner Meinung können die Figuren der Familie für die verschiedenen Facetten und Charaktere der Menschen jeder Zeit stehen. Politische ideologische Überzeugungen machen auch vor dem familiären Zusammenschluss nicht halt. Neben den fast klassischen „Problemen“, die diese Familie doch so menschlich machen (wie der Lieblingssohn, der von der Mutter vergöttert wird, das Kind, was zu den Großeltern abgeschoben wird, der adoptierte Sohn, der sich den Hass der eigenen Kinder zuzieht, eine unglückliche Ehe) sind es die gesellschaftlichen Einschränkungen, ja fast Vorurteile der jeweiligen Zeit, die das (Über)Leben zusätzlich erschweren.
Meines Erachtens ist es der Autorin gut gelungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Epoche die Charaktere mit ihren Problemen nachvollziehbar zu beleuchten. Sehr bereichernd finde ich auch, wenn reale Personen in eine fiktive Geschichte eingeflochten werden, wie hier geschehen. Ein Personenregister zu Anfang des Buches vervollständigt selbiges und hilft Verbindungen leichter ziehen zu können.
Einige Abstriche muss ich wegen der Rechtschreibfehler machen – aber dies ist ja nichts, was sich durch Korrekturlesen nicht bereinigen lässt.
Somit ist „Eine Familie am Abgrund“ ein Buch, das ich weiterempfehlen kann.