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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2020

Wo fanatischer Glaube hinführen kann

Das Dorf der toten Seelen
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Sie ist also die Tochter einer Bestsellerautorin und möchte nun ihre eigenen Werke veröffentlichen. Ob sie es dabei durch ihre berühmte Mutter tatsächlich leichter hat? Ihr Debüt mit dem Titel
„Das Dorf ...

Sie ist also die Tochter einer Bestsellerautorin und möchte nun ihre eigenen Werke veröffentlichen. Ob sie es dabei durch ihre berühmte Mutter tatsächlich leichter hat? Ihr Debüt mit dem Titel
„Das Dorf der toten Seelen“ wird als Thriller angeboten und der Klappentext ist rasch wiedergegeben.

Eine junge Frau möchte ihren ersten Film drehen. Es soll eine Dokumentation werden und den Ort des Geschehens wählt sie nicht ohne Grund. Ihre Großmutter lebte als Kind in Silvertjärn, dessen Bewohner spurlos verschwanden. Niemand weiß, was damals geschah und es ranken sich einige Gerüchte um das Dorf. Alice, so heißt die junge Frau, kann vier weiter Leute für ihr Projekt engagieren und gemeinsam reisen sie in den verlassenen Ort. Was zunächst mehr ein Abenteuer, verbunden mit Fotos und Filmaufnahmen sein soll, entpuppt sich schnell als lebensgefährliches Wagnis für alle Beteiligten.

Es ist das Debüt von Camilla Sten und so bewerte ich es auch. Die Story war für mich eine Mischung aus Fantasy und Krimi und nein, ein Thriller war es nicht. Wer eine nachvollziehbare Handlung erwartet, der wird enttäuscht. Etliche Ereignisse sind nicht nachvollziehbar und teilweise auch recht schwammig erzählt. Die Auflösung kommt dann doch unerwartet und nicht alle Fragen werden schlussendlich beantwortet. Mein Fazit ist, dass ich zwar vier Sterne vergebe. Aber nur aus dem Grund, dass es ein Debüt ist und ich der Autorin bessere Storys zutraue. Die Sprache ist gehoben und die Dialoge lebendig geschrieben. Das Buch ließ sich gut lesen und ich fühlte mich gut unterhalten, wobei ich Spannung vermisste.

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Veröffentlicht am 27.04.2020

Ein Streifzug durch die Natur

Kräuterkunde
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Als ich das Buch Kräuterkunde von Wolf-Dieter Storl las, ging ich ohne Unvoreingenommenheit daran. Aus dem Grund hält sich diese Rezension auch nicht mit Kritiken an dem Verfasser auf. Das Buch ist eine ...

Als ich das Buch Kräuterkunde von Wolf-Dieter Storl las, ging ich ohne Unvoreingenommenheit daran. Aus dem Grund hält sich diese Rezension auch nicht mit Kritiken an dem Verfasser auf. Das Buch ist eine Lektüre für Menschen, die bereits ein fundiertes Wissen über die Botanik haben. Es geht nämlich keineswegs nur um Kräuter. Der Titel ist in meinen Augen daher irreführend.

Der Autor erklärt die Zusammenhänge zwischen dem Miteinander zwischen Menschen und Pflanzen. Wie nutzten unsere Vorfahren ihr Wissen und was hat die Kirche mit dem Verurteilen von ihren Wirkstoffen (denen der Pflanzen) zu tun? Welche Naturvölker nutzen bis heute Kräuter zur Stärkung des Leibes und zur Unterstützung bei Krankheiten?

Das Buch ist schwer zu lesen, wenn man keine Ahnung von der Materie hat. Ich selbst bin ausgebildete Botanikerin und aus dem Grund war die Lektüre für mich spannend und unterhaltend. Nein, als Dogma verstehe ich die Ausführungen nicht und ich denke, dass der Autor selbst auch nicht so verstanden sein möchte. Und ja, es gibt auch viele Fotos, welche die hier erwähnten Kräuter zeigen. Zudem schreibt Herr Storl zu einigen, welche Wirkung sie haben. Es muss nicht alles als Wahrheit übernommen werden, was hier steht. Aber es kann durchaus ein Führer durch die Einzigartigkeit der Natur sein.

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Veröffentlicht am 22.04.2020

Ein gelungenes Debüt

Die kleine Brauerei der Liebe
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Bier brauen, ist das nicht eine Tätigkeit, die nur Männer durchführen können? Keineswegs, so denkt Piper Williams und begibt sich in eine Domäne, die eigentlich dem männlichen Geschlecht vorbehalten ist. ...

Bier brauen, ist das nicht eine Tätigkeit, die nur Männer durchführen können? Keineswegs, so denkt Piper Williams und begibt sich in eine Domäne, die eigentlich dem männlichen Geschlecht vorbehalten ist. Sie braut Bier. Das Brauen liegt ihr im Blut und was dabei entsteht, schmeckt sehr gut. So denkt der junge Mann, der Piper bei einer Bierprobe in seinem Club kennenlernt. Und nicht nur das Getränk gefällt ihm. Auch die junge Frau, die es anbietet. Dabei haben seine Eltern so ganz andere Pläne mit ihm und sie mögen überhaupt nicht, dass er einen eigenen Club hat. Und dass er auch noch mit einer Bierbrauerin ankommt, nein, das geht absolut nicht. Wie gut, dass Blake Reed nichts mehr von denen sagen lässt und Piper hilft, sich als Brauerin zu etablieren. Jedoch ist die so selbstständig, dass ihr nicht alles gefällt, was der Junge so als Unterstützung bietet.

Es ist Suzanne Baltsars erster Roman und er gefiel mir ausgesprochen gut. Dabei ist es viel mehr als „nur“ ein Liebesroman. Die Autorin zeigt, wie unwichtig Äußerlichkeiten, wie etwa Geld oder Ruhm sind. Was wichtig ist im Leben, dass sind Freunde, auf die man sich jederzeit verlassen kann. Bedingungsloses Vertrauen gehört ebenfalls dazu. Egal, was dann an übler Nachrede oder Verleumdung in die Welt gesetzt wird. Es kann den Betroffenen kaum etwas anhaben. Der Roman lässt sich gut in einem Rutsch durchlesen und das am besten in der Hängematte im Garten mit einem leckeren Bier.

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Veröffentlicht am 16.04.2020

Der zweite Fall für Arno Bussi

Die Toten vom Lärchensee
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Gruppeninspektor Arno Bussi sitzt mit einer attraktiven Dame, der Eva Schupfgruber, bei einem Eisbecher im Café. In Wien scheint die Sonne und er genießt seine Mittagspause. Plötzlich klingelt sein Handy. ...

Gruppeninspektor Arno Bussi sitzt mit einer attraktiven Dame, der Eva Schupfgruber, bei einem Eisbecher im Café. In Wien scheint die Sonne und er genießt seine Mittagspause. Plötzlich klingelt sein Handy. Es ist das Vorzimmer des Innenministers Qualtinger, welcher nicht gerade zu seinen besten Freunden gehört. Allerdings will der ihn umgehend treffen und Arno hört auf ihn.

Qualtinger dekorierte sein Büro seit dem letzten Fall komplett um. Bussi staunt nur noch und kann kaum den Ausführungen seines Gegenübers lauschen. Der schickt ihn mal wieder in seine Heimat, dem schönen Tirol. Dort soll er einen Cold Case aufklären. Der Mord geschah bereits vor fünf Jahren. Arno Bussi fliegt also nach Innsbruck und wird dort am Flughafen abgeholt. Von einem äußerst schweigsamen Polizisten und seinem Hund. Das Abenteuer beginnt.

Das Buch schildert das zweite Abenteuer von Inspektor Bussi, kann aber sehr gut ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Neben dem Kick erwartet den Leser eine große Portion Humor, der zuweilen recht derb daherkommt. Trotz einiger Längen bleibt die Spannung durchgehend erhalten, zumal es immer wieder neue Ansatzpunkte gibt. Das Ende war für mich nicht vorhersehbar.

Wer keine blutrünstigen Verbrecher und die bis ins Detail reichende Beschreibung ihrer Taten mag, dem wird Die Toten vom Lärchensee gut gefallen. Er darf halt nicht alles so ernst nehmen und muss sich auf den lockeren Sprachstil einlassen. Vier Sterne gebe ich, da ich mich angenehm unterhalten fühlte.

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Veröffentlicht am 03.04.2020

Ein wirklich beeindruckendes Debüt

Belladonna
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Selten habe ich erlebt, dass Cover, Titel und Story so gut zusammenpassen. Bei Belladonna ist es so und dass es ein Debüt ist, das erstaunt mich sehr. Karin Slaughter ist ein Naturtalent. Der Thriller ...

Selten habe ich erlebt, dass Cover, Titel und Story so gut zusammenpassen. Bei Belladonna ist es so und dass es ein Debüt ist, das erstaunt mich sehr. Karin Slaughter ist ein Naturtalent. Der Thriller ist zu keiner Minute langweilig und die vielen Wendungen keineswegs übertrieben.

Sarah Linton ist Kinderärztin und praktiziert in einem Krankenhaus. Zudem spielt sie auch als Gerichtsmedizinerin eine wichtige Rolle, wenn es um die Aufklärung von Gewaltverbrechen geht. Beide Aktivitäten fordern ihr alles ab und das nicht nur, weil sie mit ihrem Exmann zusammenarbeiten muss. Doch, wie hängen die Todesfälle zusammen und welcher der vielen Verdächtigen ist der Täter? Der ist so brutal, dass es der Gerichtsmedizinerin viel Überwindung kostet, die Leichen zu obduzieren. Was dabei herauskommt, ist so grausam, wie Sarah Linton es noch nie erlebte.

Als Debüt ist Belladonna wirklich ausgezeichnet, wenn ich auch bald wusste, wer der Mörder ist. Die Art und Weise der Aufklärung und der Grund der Morde, ist aber bis zum Schluss spannend und ich gebe sehr gerne vier Sterne und eine Leseempfehlung. Ich bin überzeugt davon, dass wir von dieser Autorin noch sehr viel lesen dürfen.

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