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Veröffentlicht am 04.06.2020

Alltag in einer amerikanischen Kleinstadt

Kostbare Tage
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Der beliebte Eisenwarenhändler der Kleinstadt Holt hat nicht mehr lange zu leben. Dad Lewis ist 77 Jahre alt und hat Krebs. Seine langjährige Ehefrau versorgt ihn in seinen letzten Wochen liebevoll, sodass ...

Der beliebte Eisenwarenhändler der Kleinstadt Holt hat nicht mehr lange zu leben. Dad Lewis ist 77 Jahre alt und hat Krebs. Seine langjährige Ehefrau versorgt ihn in seinen letzten Wochen liebevoll, sodass er Zuhause sterben kann. Auch seine Tochter Lorraine verbringt diese Wochen bei ihrem Vater, nur Sohn Frank fehlt.

Dieses ruhige Buch gibt einen Einblick in das alltägliche Leben von Dad Lewis und anderen in seinem Ort. Da ist das 8jährige Mädchen, das nach dem Tod ihrer Mutter bei der Oma lebt. Da ist der Pfarrer, der zu seinen Grundsätzen steht, selbst wenn ihn das seine Arbeitsstelle und Familie kostet. Und dann gibt es noch zwei ältere Damen, Mutter und Tochter, die der Vergangenheit nachtrauern, die Angestellten in der Eisenwarenhandlung, die Familie des Pfarrers und einige andere.

So wie der Pfarrer nachts durch die Straßen geht und die Menschen durch ihre erleuchteten Fenster beobachtet, so betrachtet der Leser das Kommen und Gehen dieser Kleinstadtbewohner. Selbst wenn Dramatisches geschieht, sind die Töne in diesem Buch leise. Die Dialoge, ohne Anführungszeichen, zerfließen mit den knappen Beschreibungen. Und dazwischen wandert der Blick immer mal wieder in die Vergangenheit. Dad Lewis, und auch andere, bedenken getroffene Entscheidungen und ihre Folgen.

Das Buch an sich hat eher melancholische Anklänge, denn der Tod ist stets gegenwärtig. Dazu bietet die aufopfernde Liebe von Dad Lewis‘ Ehefrau einen wohltuenden Kontrast. Der mutige Pfarrer ist auch eine beeindruckende Nebenfigur, ebenso wie das kleine Mädchen und die vielen Frauen in ihrem Leben.

Dieses ruhige Buch ist trotzdem fesselnd, vielleicht weil die Bewohner der Kleinstadt so echt gezeichnet werden, dass sie zu Freunden werden. Viele Ereignisse haben wenig mit dem zentralen Thema der Geschichte zu tun, aber sie passen hervorragend zu der gemächlichen Stimmung eines heißen Sommertages, die sich durch das Buch zieht.

Fazit: Mit diesem Buch reist der Leser in eine ruhige amerikanische Kleinstadt mit sympathischen Bewohnern, die sich rührend umeinander kümmern. Sehr zu empfehlen!

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.05.2020

Spaßige naturwissenschaftliche Entdeckungen

Coole Science-Experimente. Optische Illusionen, Geheimschriften, Codes, Riesenseifenblasen, Vulkane, leuchtende Gläser, Lautsprecher für Smartphones u.v.m. Mit anschaulichen Darstellungen der wissenschaftlichen Zusammenhänge
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In diesem bunten Buch werden vierzig ganz unterschiedliche naturwissenschaftliche Experimente beschrieben und erklärt. Für die meisten Experimente brauchen die Kinder noch nicht einmal die Hilfe von Erwachsenen.

Nach ...

In diesem bunten Buch werden vierzig ganz unterschiedliche naturwissenschaftliche Experimente beschrieben und erklärt. Für die meisten Experimente brauchen die Kinder noch nicht einmal die Hilfe von Erwachsenen.

Nach einer kurzen Einführung wird jeweils auf mehreren Seiten das Experiment erklärt. Die einzelnen Seiten sind bunt und unterhaltsam gestaltet. Nach einer Überschrift und kurzen Erklärung, findet sich in einem Kasten die Materialliste, jeweils mit einer passenden Zeichnung. Danach werden die einzelnen Schritte erklärt und mit Skizzen gezeigt. Zum Schluss wird das naturwissenschaftliche Gesetz oder Prinzip, das hinter dem Experiment steht, auf einfache Weise erklärt. Dabei sind einige Begriffe fettgedruckt. Diese wichtigen Wörter werden am Ende des Buchs erklärt.

Der Zeitaufwand ist ganz unterschiedlich. Bei manchen Projekten wird etwas gemalt oder gezeichnet, bei anderen wird geklebt, gebastelt oder gekocht. So können Kinder beispielsweise einen schönen speienden Vulkan, Riesen-Seifenblasen oder ein Auto mit Gummiantrieb herstellen.

Die Projekte sind in fünf Kategorien eingeteilt. Im ersten Teil geht es um Codes, Geheimschriften, Sinnestäuschungen und mehr. In der zweiten Kategorie stehen Laute im Mittelpunkt. Neben Musikinstrumenten ist hier vor allem der Handy-Verstärker interessant. Im dritten Teil wird gerührt und gemischt, und es entsteht unter anderem leuchtende Götterspeise und selbstgemachte Butter. Im vierten Teil geht es um die Natur, vor allem um Pflanzen. Und im fünften, ausführlichsten Kapitel, kommt Bewegung ins Spiel. Hier werden vor allem Fahrzeuge gebastelt.

Fazit: Dieses Buch begeistert Kinder und Eltern, und sicher auch Lehrer. Die Anleitungen zeigen wie mit einfachen Mitteln naturwissenschaftliche Vorgänge erlebt werden können. Anschließend werden die Vorgänge, die hinter den Projekten stehen, kindgerecht erklärt.

  • Einzelne Kategorien
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Veröffentlicht am 30.04.2020

Woher kommen die Nachrichten?

Tagesschau & Co. – Wie Sender und Redaktionen Nachrichten machen
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Nachrichten sind eine wichtige und geliebte Informationsquelle für viele Menschen. Auch wenn Kinder sie weniger interessant finden dürften als Erwachsene, wollen sie vielleicht wissen, wie Nachrichtensendungen ...

Nachrichten sind eine wichtige und geliebte Informationsquelle für viele Menschen. Auch wenn Kinder sie weniger interessant finden dürften als Erwachsene, wollen sie vielleicht wissen, wie Nachrichtensendungen entstehen und wer entscheidet, welche Nachrichten gesendet werden.

Die Autorin dieses Buchs versteht es so zu schreiben, dass Kinder sich angesprochen fühlen. Sie kann gut Geschichten erzählen, wie sie mit ihren beliebten Kinderbüchern beweist. Auch in diesem Buch beginnen die Kapitel oft mit einer Geschichte, die als Beispiel dient. So wird beispielsweise die Nachrichtenauswahl mit einem Rezept verglichen, bei dem jeder die Zutaten ein wenig anders wählen würde. Das passende Rezept für eine Bolognese-Soße ergänzt dabei die Geschichte.

Die kurzen Kapitel beginnen jeweils mit einer Frage. So können Kinder erfahren, warum über manche Länder mehr berichtet wird als über andere, warum so selten Kinder in den Nachrichten vorkommen, ob Politiker über den Nachrichteninhalt bestimmen können, und warum es fast nur schlimme Nachrichten gibt. Die Autorin erklärt Kindern auch, was sie tun können, wenn Nachrichten ihnen Angst machen.

Jedes Kapitel wird mit bunten Bildern und Zeichnungen, Rätseln und Tests und kleinen interessanten Notizen ergänzt. Besonders unterhaltsam sind die Geschichten über Pannen bei den Sendungen.

Zusätzlich zu den verschiedenen Fragen, werden bekannte Personen der Nachrichtenwelt befragt. So erfährt der Leser Interessantes aus der Praxis, zum Beispiel wie ein Studio in Wirklichkeit aussieht und wie warm es dort ist, oder wer entscheidet, was der Nachrichtensprecher anzieht. Auch hier kann man von Pannen lesen, z.B. als eine Sprecherin aus Versehen „Erdbeeren-Opfer“ statt „Erdbeben-Opfer“ sagte.

Zum Abschluss wird auf mehreren Seiten über „Fake News“ berichtet; was dieser Begriff bedeutet, warum sie entstehen, vor allem aber, wie man erkennen kann, ob etwas der Wahrheit entspricht oder nicht. Das ist heutzutage ein wichtiges Thema, und es ist gut, dass es in diesem Buch aufgenommen wurde.

Fazit: Ein ansprechend gestaltetes und informatives Sachbuch über Nachrichtensendungen. Empfohlen ab 10 Jahren, werden sicher auch Eltern Interessantes in diesem lohnenden Buch finden.

Veröffentlicht am 25.04.2020

Wie gut wäre es zu wissen, was uns in der Zukunft erwartet

Was kommt auf uns zu?
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Wie schwer es ist die Zukunft einzuschätzen ist wohl spätestens mit der Corona-Krise deutlich geworden. Können wir überhaupt irgendetwas sicher wissen über das, was uns erwartet? Sowohl über die Zukunft ...

Wie schwer es ist die Zukunft einzuschätzen ist wohl spätestens mit der Corona-Krise deutlich geworden. Können wir überhaupt irgendetwas sicher wissen über das, was uns erwartet? Sowohl über die Zukunft der Welt als auch über unsere persönliche Zukunft nach dem Tod haben wir viele Fragen.

In diesem Buch geht der 1937 geborene evangelische Theologe Gerhard Maier auf die Frage ein, was uns die Bibel über die Zukunft sagt. In drei Teilen geht es zuerst um die Zukunft der Gemeinde Jesu, dann um die Zukunft der Welt und schließlich um die Zukunft der Menschen.

Auf Menschen, die treu zu Jesus stehen, kommen schwere Zeiten zu, denn zur Nachfolge gehört das Leiden. Das erleben heute schon viele Menschen, die wegen ihrem Glauben verfolgt werden. Der Autor belegt mit Bibelstellen, dass die Gemeinde trotz Verfolgung und Verführung durch Irrlehren nicht ausgelöscht werden kann, aber auch nicht die ganze Welt umfassen wird.

Im zweiten Teil zeigt der Autor auf, wie es mit unserer Welt weitergehen wird. Vor allem anhand der Offenbarung erklärt er beispielsweise was der Wiederkunft Jesu vorausgeht, was es mit dem 1000jährigen Reich auf sich hat, und welche Rolle Israel spielen wird.

Interessant sind vor allem die Aussagen über unsere persönliche Zukunft. Gerhard Maier erklärt unter anderem was es mit dem Gericht auf sich hat, welche Zukunft Menschen erwartet, die nicht an Jesus glauben, und was wir in der Bibel über den Himmel erfahren.

Mit nur 140 Seiten sind die Informationen zu den vielfältigen Themen knapp gehalten. Der Autor nennt viele Bibelstellen, sodass Leser seine Aussagen selbst überprüfen können. Beispiele fehlen in diesem Sachbuch fast völlig. Zwar auch für Laien gut verständlich, ist es in erster Linie eine theologische Abhandlung über das, was auf uns und die Welt zukommt.

Gerhard Maier hat sich intensiv mit diesem Themen beschäftigt, und vor vielen Jahren schon ein Kommentar zur Offenbarung herausgegeben. Er gibt eindeutige und klare Antworten auf Fragen, die uns alle bewegen. Dabei glaubt er an die Wahrhaftigkeit der Bibel. Seine Argumente sind gut und logisch aufgebaut. Bei einigen Fragen gibt es andere Lehrmeinungen, von Menschen, die sich ebenso intensiv mit der Bibel beschäftigt haben, doch andere Auslegungen werden in diesem Buch selten angesprochen. Das ist aber nicht unbedingt ein Nachteil. Der Autor gibt dem Leser einfach das weiter, was er selbst als richtig erkannt hat.

Doch dieses Buch enthält nicht nur Information und Schriftauslegung. Der Autor spricht seine Leser an, und er warnt und ermutigt sie. „Verführung ist gefährlicher als Verfolgung. Denn die Verführer hüllen sich in einen Schein der Wahrheit, was die Verfolger nicht nötig haben. Verführung nimmt der Kirche die Kraft, Verfolgung stärkt sie. Zum Tröstlichen der Botschaft Jesu gehört aber, dass die Gläubigen, die in einer persönlichen Verbindung mit ihm leben, nicht verführt werden können (Mt 24,24; Joh 10,28).“

Fazit: Gerade in unserer Zeit, in der viele Menschen verunsichert sind, bietet dieses Buch eine gute Grundlage, um sich mit wichtigen Zukunftsfragen zu beschäftigen. Fundiert, bibeltreu und logisch, ist dieses Buch vor allem für Christen, die die Aussagen der Bibel in ihren Zusammenhängen verstehen wollen, sehr empfehlenswert.

Veröffentlicht am 13.04.2020

Kostbare Erlebnisse in einem besonderen kleinen Haus

Kleines Haus mit offenen Türen
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Die holländische Familie ten Boom rettet im Dritten Reich vielen Juden das Leben. In diesem Buch erzählt Corrie ten Boom von ihren ersten fünfzig Lebensjahren. Dabei beeindruckt vor allem das wunderbare ...

Die holländische Familie ten Boom rettet im Dritten Reich vielen Juden das Leben. In diesem Buch erzählt Corrie ten Boom von ihren ersten fünfzig Lebensjahren. Dabei beeindruckt vor allem das wunderbare Glaubensbeispiel ihrer Eltern.

Als schwächliches Kind in eine große Uhrmacherfamilie hineingeboren, ist Corrie als Kind schüchtern und zurückhaltend. Schon früh weiß sie, dass sie mit Jesus leben will. In ihrem Zuhause leben nicht nur ihre Eltern und Geschwister, sondern auch mehrere Tanten. Und obwohl die Einnahmen kaum für die große Familie reichen, freut sich ihre Mutter immer über weitere Gäste am Tisch. Corries Vater ist nicht nur ein bekannter Uhrmacher, er gibt außerdem verschiedene Schriften für das Uhrenhandwerk heraus und ist stadtbekannt als liebevoller, gütiger Mensch.

Corrie bleibt auch nach ihren Jugendjahren Zuhause. Zuerst kümmert sie sich um den Haushalt und unterrichtet in einer Schule, später wird sie Uhrmacherin. Neben der Arbeit organisiert sie Treffen und Ausflüge für junge Mädchen. Sie möchte ihnen in den wichtigen Jugendjahren gute Werte weitergeben und den Glauben vermitteln. Außerdem nimmt die Familie einige Jugendliche auf, deren Eltern in fernen Ländern als Missionare tätig sind.

Corrie erzählt hier aus ihrem Alltag in diesem kleinen, besonderem Haus in Holland. Sie beschreibt die Bewohner, sie erzählt von Erfolgen und Niederlagen, und sie gibt immer wieder Weisheiten weiter, die sie von ihren Eltern gelernt hat. Für die Familie ist der Einsatz für andere selbstverständlich. Sie lassen sich von Gott führen und wissen sich geborgen in seiner Hand. Corries Erlebnisse und die Weisheit ihrer Eltern sind ihr eine große Stütze in der schweren Zeit im Konzentrationslager.

Es tut einfach gut dieses Buch zu lesen, in dem nicht nur Corries Eltern wertschätzend beschrieben werden, sondern vor allem Gott, dem die Familie dient, gerühmt wird. Der Gehorsam der Eltern und ihr Einsatz für andere ist vorbildlich. Der Leser sieht, dass es glücklich macht und lohnenswert ist anderen zu helfen, auch wenn dafür die eigene Bequemlichkeit oder gar Sicherheit geopfert werden muss. Es ist beeindruckend die Grundlage von Corries Glaubensmut kennenzulernen. Sehr schön sind auch die Bilder von Corrie und ihrer Familie.

Fazit: Wie bei einer Perlenkette, reiht sich in diesem Buch ein kostbares Erlebnis an das andere. Von den Vorbildern in Corries Familie kann der Leser lernen wie ein gottgefälliges Leben praktisch aussieht. Ein wunderbares Buch, das sehr empfehlenswert ist!