Profilbild von ech68

ech68

Lesejury Star
online

ech68 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit ech68 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2020

Susi, Strolch und ein perfides Geschäftsmodell - Düsterer Krimi vor idyllischer Kulisse

Dänische Dämmerung
0

Hinter dem Pseudonym Lynn Andersen verbirgt sich die deutsche Autorin Katrin Jäger, die auch schon einige Münsterland-Krimis geschrieben hat. Hier entführt sie uns nun nach Dänemark und erzählt eine düstere ...

Hinter dem Pseudonym Lynn Andersen verbirgt sich die deutsche Autorin Katrin Jäger, die auch schon einige Münsterland-Krimis geschrieben hat. Hier entführt sie uns nun nach Dänemark und erzählt eine düstere Geschichte vor idyllischer Kulisse, die mich auf ganzer Linie überzeugen konnte.

In einem Ferienhaus an der dänischen Nordseeküste wird ein deutsches Ehepaar brutal ermordet, nur der Sohn überlebt die schreckliche Tat. Als Sibylle, die Ehefrau von Kommissar Daniel Konermann aus Osnabrück, von dieser Tat in der Zeitung liest, reagiert sie ziemlich befremdlich und verschwindet kurz darauf. Mit Sohn Oscar im Schlepptau macht sich Daniel auf die Suche nach seiner Frau, die Spuren führen direkt in die dänische Ferienhaussiedlung, wo ein skrupelloses Pärchen namens Susi und Strolch sein Unwesen treibt.

Von dem Begriff Kriminalroman auf dem Cover sollte man sich hier nicht täuschen lassen, die gut aufgebaute Geschichte beweist echte Thrillerqualität und lässt einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen. Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin das Geschehen voran und zieht uns mit jeder Seite tiefer in die düstere Welt von Susi und Strolch hinein, deren Entwicklung bzw. Werdegang in Form von Rückblenden nach und nach enthüllt wird. Getragen wird das Geschehen von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren, die vielfach doch lange Zeit etwas undurchschaubar bleiben und so immer wieder für Überraschungen gut sind.

Trotz des düsteren Grundtones der Geschichte machen die Beschreibungen von Land und Leuten viel Lust auf einen Urlaub in Dänemark. Man sollte bei der Wahl seiner Unterkunft nur sehr, sehr vorschichtig sein.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.04.2020

Ungemein packender und hochdramatischer Abschluss des Helix-Zyklus

Heliosphere 2265 - Der Helix-Zyklus 4 - Der genetische Schlüssel (Bände 22-24)
0

In diesem Hardcover sind die Bände 22 bis 24 der monatlich als E-Book erscheinenden Sciene-Fiction-Serie Heliosphere 2265 versammelt. Dabei handelt es sich um den vierten und letzten Sammelband des Helix-Zyklus, ...

In diesem Hardcover sind die Bände 22 bis 24 der monatlich als E-Book erscheinenden Sciene-Fiction-Serie Heliosphere 2265 versammelt. Dabei handelt es sich um den vierten und letzten Sammelband des Helix-Zyklus, der diesen Zyklus zugleich zu einem ungemein spannenden und hochdramatischen Abschluss führt.

Daher ist hier schon einiges an Vorwissen aus dem ersten 21 Bänden erforderlich, um der Handlung komplett folgen zu können. Neueinsteiger dürften sich dagegen ziemlich schwertun, da es aufgrund der doch ziemlich komplexen Handlung mit jedem Band schwieriger wird, noch in den Serienkosmos hineinzufinden.
Ich kann hier daher nur jedem empfehlen, die Reihe von Beginn an zu lesen, zumal auch der erste Zyklus schon ein hohes Niveau aufweist.

Nach ihrer Rückkehr aus der alternativen Zukunft des Jahres 2317, bleibt für Jayden Cross und die Besatzung der HYPERION nur ein kurzer Moment zum Durchschnaufen. Denn nun beginnt die Jagd auf die Träger der genetischen Schlüssel, die benötigt werden, um den Jahrhundertplan von Richard Meridian doch noch im letzten Momnent aufhalten zu können. Doch während der verzweifelten Suche warten noch einige unangenehme Wahrheiten und auch die eine oder andere böse Überraschung.

Die Handlung ist gut aufgebaut und weiß regelmäßig durch interessante und unerwartete Wendungen zu überraschen. So bekommen scheinbare Nebensächlichkeiten im weiteren Verlauf der Handlung immer wieder doch noch eine eine neue und größere Bedeutung. Es bleibt beim Grundsatz: "Hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint." Und so muss man sich im Rahmen der dramatischen Ereignisse auch immer mal wieder von dem einen oder anderen liebgewonnenen Charakter verabschieden.

Wer an spannender Science-Fiction, großen Geheimnissen und politischen Intrigen Gefallen findet, wird hier bestens unterhalten. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt, wie es im nächsten Hardcover mit dem nahtlosen Übergang in den Ash’Gul’Kon-Zyklus mit der HYPERION und ihrer Besatzung sowie der Solaren Republik weitergeht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2020

Born is back - Düsterer und kompromissloser Thriller um einen Ex-Polizisten im Kampf gegen gnadenlose Gegner

Finsterthal
0

Nachdem der erste Auftritt des Ex-Polizisten Alexander Born im Thriller "Tannenstein" bereits zu meinen absoluten Lesehighlights des Jahres 2019 gehört hat, war ich schon sehr gespannt, ob der Autor Linus ...

Nachdem der erste Auftritt des Ex-Polizisten Alexander Born im Thriller "Tannenstein" bereits zu meinen absoluten Lesehighlights des Jahres 2019 gehört hat, war ich schon sehr gespannt, ob der Autor Linus Geschke mit dem zweiten Teil der als Trilogie angelegten Reihe dieses hohe Niveau würde halten können. Dies ist ihm nicht nur auf überzeugende Art und Weise gelungen, ihm gelingt hier sogar sogar noch einmal eine deutliche Steigerung, die ich in dieser Form ehrlich gesagt nicht für möglich gehalten hätte.

Man kann diesen Thriller grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Band lesen und verstehen. Alle dazu erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne den Lesefluss zu stören. Um das komplizierte Beziehungsgeflecht zwischen den Protagonisten aber in Gänze nachvollziehen und genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Diesmal bekommt es der unkonventionelle Ermittler mit besonders hartgesottenen Gegnern zu tun. Ein Trio, das zunächst nur unter dem Namen "Der Blonde, der Große und der Dunkle" geführt werden, entführt junge Mädchen, erpresst für sie ein hohes Lösegeld und tötet die Opfer anschließend auf brutale Art und Weise. Als sich Born auf Bitten seines alten Freundes Dimitri in den Fall einschaltet, erkennt er schon bald, das sich hinter diesem Trio ein geheimnisvoller Strippenzieher mit einem perfiden Plan verbirgt.

Mit einem packenden Schreibstil und einem hohem Erzähltempo, das beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen lässt, treibt der Autor die gut aufgebaute Geschichte voran und liefert dabei zahlreiche gelungene Spannungmomente und viele überraschende Wendungen, die das Geschehen immer wieder in eine andere Richtung treiben, bis es sich schließlich in einem fulminanaten und hochdramatischen Showdown entlädt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren, die teilweise schon aus Band 1 bekannt sind. Aber auch die neuen Figuren fügen sich gut in das fein aufeinander abgestimmte Ensemble ein.

Für diesen Thriller der Extraklasse kann ich guten Gewissens eine klare Leseempfehlung aussprechen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2020

Auch der dritte Auftritt von Nicholas Meller bietet wieder packende Thrillerspannung vom Feinsten

Opferfluss
0

Mit diesem Thriller schickt der Autor Lorenz Stassen den Kölner Anwalt Nicholas Meller in seinen bereits dritten Fall und bietet dabei wieder einmal packende Thrillerspannung vom Feinsten. Dabei kann man ...

Mit diesem Thriller schickt der Autor Lorenz Stassen den Kölner Anwalt Nicholas Meller in seinen bereits dritten Fall und bietet dabei wieder einmal packende Thrillerspannung vom Feinsten. Dabei kann man das Buch auch ohne Vorwissen aus den ersten beiden Bänden lesen und nachvollziehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren komplett genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Diesmal bekommt Nicholas einen ganz besonderen Mandanten: seinen alten Erzfeind Kommissar Rongen. Der hat einen mutmaßlichen Polizistenmörder erschossen und steht nun vor einem großes Problem. Da die Waffe des Mannes spurlos verschwunden ist, wird aus einer vermeintlichen Notwehrsituation urplötzlich eine Mordermittlung. Bei seinen Bemühungen, Rongens Unschuld zu beweisen, sticht Nicholas mitten in ein Wespennest.

Mit einem packenden Schreibstil, einem hohen Erzähltempo und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und lässt sie schließlich in einem fulmiananten Showdown münden, der nicht nur reichlich Spannung und eine überzeugende Auflösung, sondern darüber hinaus auch noch eine ordentliche Portion Tragik liefert. Die bereits aus den ersten beiden Bänden bekannten Protagonisten sind natürlich allesamt auch diesmal wieder am Start, die neuen und ebenfalls gut gezeichneten Figuren reihen sich zudem nahtlos in dieses rundherum gelungene Ensemble ein. Das der Autor seit vielen Jahren als Drehbuchautor für diverse Krimiserien tätig ist, merkt man dem Buch und vor allem den bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen, jederzeit an.

Wer auf spannende und rasante Thriller steht, wird hier ein weiteres Mal bestens bedient und unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.03.2020

Bewegendes Buch mit Erfahrungsberichten ehemaliger Wehrmachtssoldaten, die niemanden kalt lassen und noch lange nachhallen

Die verdammte Generation
0

Der Historiker Christian Hardinghaus greift in seinem neuestem Buch erneut ein Thema auf, das bei den sonst so üblichen Werken und Betrachtungen über den 2. Weltkrieg deutlich zu kurz kommt: Die Situation ...

Der Historiker Christian Hardinghaus greift in seinem neuestem Buch erneut ein Thema auf, das bei den sonst so üblichen Werken und Betrachtungen über den 2. Weltkrieg deutlich zu kurz kommt: Die Situation und die Erinnerungen der einfachen Soldaten der Wehrmacht.

Bereits im Buch "Großväterland" hat er einige ihrer Erlebnisse in Form von Graphic Novels aufbereitet. Auch im Roman "Ein Held dunkler Zeit" und dem zugehörigen Sachbuch "Wofür es lohnte, das Leben zu wagen" schildert er den Krieg aus der Sicht des Truppenarztes Helmut Machemer (bzw. im Roman Wilhelm Möckel), der mit der Wehrmacht an der Front in Russland war.

Hier nun kommen insgesamt 13 Zeitzeugen, die allesamt zwischen 1916 und 1930 geboren und in Zwischenzeit auch teilweise bereits verstorben sind, zu Wort und schildern ihre Erlebnisse an den unterschiedlichsten Kriegsstandorten. Über Jahre hinweg hat der Autor mit diesen ehemaligen Soldaten Gespräche geführt und durfte so an ihren Erinnerungen teilhaben.

In den einzelnen Beiträgen, die aus diesen Gesprächen entstanden sind, werden die Erinnerungen der Männer nun nicht etwa ungefiltert wiedergegeben, sondern es erfolgt auch immer eine historische Einordnung, die mit entsprechenden Fakten untermauert wird. Anhänger platter Heldenverehrung werden hier also nicht auf ihre Kosten kommen, sind aber auch nicht Zielgruppe des Buches.

Diesen Männern nicht viel früher zugehört zu haben, sondern sie pauschal als Mörder bzw. Nazis abzuqualifizieren oder andererseits als Helden zu glorifizieren, gehört sicherlich zu den größten Versäumnissen diverser Nachkriegsgenerationen. Aufgrund des hohen Alters der Beteiligten ist dieses Buch nun wohl die letzte Gelegenheit, diesen Fehler doch noch zu korrigieren.

Mit viel Empathie und Sachverstand ist dieser Versuch hier auf ganz wunderbare Art und Weise gelungen. Herausgekommen ist dabei das schonungslose und jederzeit packende Portrait einer verdammten Generation, die wir ein zweits Mal verdammen, wenn wir ihren bewegenen Berichten nicht endlich zuhören und aus ihnen lernen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere