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Veröffentlicht am 14.10.2022

mit unvorhersehbaren Überraschungen

Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum
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Die deutsche Übersetzung von "Happy New Year" von Malin Stehl erscheint im November 2022 im Fischer Scherz Verlag. Die gebundene Ausgabe umfasst 464 Seiten.

In "Happy New Year" wird die Geschichte zweier ...

Die deutsche Übersetzung von "Happy New Year" von Malin Stehl erscheint im November 2022 im Fischer Scherz Verlag. Die gebundene Ausgabe umfasst 464 Seiten.

In "Happy New Year" wird die Geschichte zweier Familien erzählt. Nina besucht mit ihren beiden Söhnen und ihrem Ehemann die Silvesterparty ihrer Freundin Lollo, während Lollos Tochter Jennifer mit Ninas Tochter eine Hausparty schmeisst. Die Mädchen streiten sich und Jennifer übernachtet nicht wie abgesprochen bei ihrer Freundin, sondern macht sich auf den Nachhauseweg. Nur dass sie dort nie ankommt. Eine verzweifelte Suche nach dem jungen Mädchen beginnt und einige dunkle Geheimnisse kommen ans Licht.

Das Buch ist in Kapitel angenehmer Länge unterteilt, welche immer wieder aus der Sicht einer der Hauptpersonen erzählt werden. Mal ist es Lollo, mal Nina, mal Ninas Mann usw.
Der Einstieg gestaltet sich etwas holprig und der Lesefluss stellt sich nicht sofort ein. Hat man sich einmal an den Schreibstil gewöhnt, ist die Geschichte packend erzählt und der Leser wird bis zum Schluss mit Überraschungen konfrontiert, welche nicht vorauszuahnen waren.

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Veröffentlicht am 17.04.2020

witziger Krimi

Mord im Cottage (Aoife ermittelt 1)
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Die Schriftstellerin Aoife lebt in der Grossstadt. Nach der Trennung von ihrem Freund leidet sie jedoch an einer Schreibblockade. Alsbald verschlägt es sie in das kleine Nest Ard Carraig mit der Idee, ...

Die Schriftstellerin Aoife lebt in der Grossstadt. Nach der Trennung von ihrem Freund leidet sie jedoch an einer Schreibblockade. Alsbald verschlägt es sie in das kleine Nest Ard Carraig mit der Idee, dort auf andere Gedanken zu kommen und ihre Schreibblockade zu überwinden.
Da sie ihre Bücher unter einem Pseudonym verfasst, weiss auch keiner der Dorfbewohner um wen es sich bei der Besucherin handelt.
Mit Ruhe und Entspannung ist es jedoch vorbei als Aoife im Garten des Cottages eines ihrer Bücher findet - mutwillig zerstört. Weitere Exemplare folgen, da weiss sie, dass sie von einem Unbekannten bedroht wird.

Die Geschichte liest sich flüssig. Die Figuren werden liebevoll portätiert, wobei auch einige Klischees nicht zu kurz kommen. Die Idee von Büchern als Opfer ist witzig und wird ebenso umgesetzt.
"Mord im Cottage" ist kein Krimi, der Gänsehaut verursacht, jedoch bietet er gute Unterhaltung. Auch auf den Täter konnte ich schon bald einmal tippen. Die Beweggründe blieben aber lange im Verborgenen.

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Veröffentlicht am 24.02.2020

Kontemplation

Wenn der Winter vorbei ist
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(Klappentext:)

Verweilen, nachdenken, festhalten und loslassen. Wie viel Einfluss haben wir auf unser Leben? Was machen Erinnerungen mit uns? Und - reichen Erinnerungen allein aus? Wenn der Winter vorbei ...

(Klappentext:)

Verweilen, nachdenken, festhalten und loslassen. Wie viel Einfluss haben wir auf unser Leben? Was machen Erinnerungen mit uns? Und - reichen Erinnerungen allein aus? Wenn der Winter vorbei ist erzählt eine Geschichte, die um die Frage kreist, worauf es im Leben letztendlich ankommt: Realität oder Wahrheit?

Thomas, ein in die Jahre gekommenen Schriftsteller, zieht mit seiner neuen Lebensgefährtin Aimee zusammen. Der richtige Zeitpunkt, um sein Hab und Gut auszumisten, Sachen wegzuwerfen, anderes zu behalten und über sein bisheriges Leben nachzudenken.

In sehr kurzen Kapiteln erzählt Thomas Anekdoten seines Lebens. Einmal als kleiner Junge, dann als Halbwüchsiger, als erwachsener Mann. Diese kurzen Einblicke in sein Leben sind so unterschiedlicher Natur, dass man die Rahmenhandlung oft vergisst und erst wieder dazufindet, wenn Thomas etwas über seine Beziehung zu Aimee preisgibt.
Der Autor schreibt in einem sehr ruhigen, poetischen Stil. Einerseits finden sich wunderschöne Sätze, andererseits gibt es auch sehr verschachtelte, schwierige Sätze, deren Sinn sich erst nach mehrmaligen Lesen ergeben.
Es ist definitiv kein Buch, welches sich in einem Rutsch lesen lässt. Durch die vielen kleinen Kapitel fällt es jedoch auch nicht schwer, das Buch wegzulegen und über das Gelesene nachzudenken. Dies sollte man mit Musse tun, um die Tiefe der getroffenen Aussagen zu erfassen.
Obwohl das Buch als Roman deklariert wird, ist es kein Roman im herkömmlichen Sinn. Die Rahmenhandlung gerät in den Hintergrund und ist an sich kaum präsent. Zudem erscheinen die Konversationen unrealistisch. Sie transportieren zwar die bezweckte Aussage, doch es ist kaum vorstellbar, dass sich zwei Leute auf diese Weise miteinander unterhalten.


Mir persönlich gefiel "Wenn der Winter vorbei ist" nicht wirklich. Dies mag aber daran liegen, dass ich mit zwei Kleinkindern kaum Musse zum Lesen habe. Geschweige denn um über das Gelesene wie auch das eigene Leben nachzudenken. In zwanzig Jahren sieht es möglicherweise ganz anders aus und ich kann mich stärker mit dem Text und und dem Protagonisten identifizieren.

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Veröffentlicht am 20.02.2019

modernen Holmes

Tödlicher Stoff
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Mit "Tödlicher Stoff" erschien bereits der zweite moderne Sherlock Holmes Krimi der deutschen Journalistin und Schriftstellerin Beate Baum.
Dabei greift sie die Figuren von Sherlock Holmes und seines Assistenten ...

Mit "Tödlicher Stoff" erschien bereits der zweite moderne Sherlock Holmes Krimi der deutschen Journalistin und Schriftstellerin Beate Baum.
Dabei greift sie die Figuren von Sherlock Holmes und seines Assistenten Dr. John Watson auf und transportiert diese in die moderne, gegenwärtige Zeit. Holmes Genie und die unglaubliche Kombinationsgabe bleiben dabei erhalten, die Art der Ermittlung ändert sich jedoch. In der Gegenwart spürt Holmes nicht mit Lupe, Kontrastpulver und Pinsel auf, sondern mithilfe von Facebook und Co.
In "Tödlicher Stoff" nimmt sich Holmes der unerklärlichen Todesfälle mehrerer Obdachlosen an. Dabei stösst er nicht nur auf einen Skandal im Bereich der Medikamententests, sondern unterstützt auch seinen Bruder Mycroft, welcher sich mit den Folgen des Brexit-Entscheids herumplagt.
Die relative kurze Geschichte (191 Seiten) liest sich flüssig und ist gut verständlich. Die Figuren entsprechen in vielen Punkten der Originalvorlage, wobei sie meines Erachtens hier schlechter wegkommen. Watson ist meist etwas übel gelaunt und ärgert sich fast ständig über Holmes. Dieses hingegen erscheint mehr als unhöflich und unsympathisch.
Der Plot wird zügig und linear vorangetrieben, unerwartete Wendungen sucht man vergebens.
Das Buch verspricht etwas Unterhaltung für 2-3 Stunden, der moderne Holmes kommt aber bei Weitem nicht an das Original heran.

Veröffentlicht am 04.07.2018

Ein Orden auf Abwegen

Die Hetzjagd
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Unter dem Pseudonym Mattias Gerwald hat der Autor Berndt Schulz bereits diverse historische Romane veröffentlicht. Unter anderem konzipierte er eine 25-bändige Tempelritter-Saga, an welcher mehrere Autoren ...

Unter dem Pseudonym Mattias Gerwald hat der Autor Berndt Schulz bereits diverse historische Romane veröffentlicht. Unter anderem konzipierte er eine 25-bändige Tempelritter-Saga, an welcher mehrere Autoren beteiligt waren und er selbst einige der Bücher verfasst hat.Die Hetzjagd: Historischer Kriminalroman aus Augsburg“ verbindet Fiktion mit historischen Begebenheiten und Persönlichkeiten.
Der 18-jährige Narziss Renner erhält den Auftrag ein Andachtsbuch für die Markgräfin Susanne zu malen. Darüber hinaus soll er die Offizin des Vikar Felix übernehmen. Dieser war bei einem Unfall auf einer Hetzjagd ums Leben gekommen. Schon bald steht Renner jedoch unter Verdacht, seinen Konkurrenten ermordet und diesen Mord sogar in einem Bild festgehalten zu haben. Renner‘s Geliebte, die 27-jährige Herbergswirtin Agnes, hält zu ihm. Gemeinsam mit dem Stadtbeamten Gaspart Dollfuss wollen sie das Rätsel um den Mord von Vikar Felix lösen und Narziss so vom Mordverdacht freisprechen. Doch bald schon geraten sie in einen Netz aus Intrigen, Machtgier und stossen auf einen Orden, der die rechten Pfade verlassen zu haben scheint.

Der Einstieg gestaltete sich etwas schwierig. Eine Fülle von Informationen, Gedankenfetzen, Rückblenden, Erinnerungen prasseln auf den Leser ein. Die Sprache ist zwar leicht verständlich, die Sätze zum Teil etwas sehr verschachtelt und mit vielen Sinnbildern gespickt, sodass sie auch mal holprig wirken und den Lesefluss etwas hemmen.
Die Geschichte an sich ist gut konzipiert. Die Spannung steigt als es relativ früh zu einer Attacke auf Narziss Renner kommt. Der Spannungsbogen flaut danach jedoch wieder ab. Es gibt mehrere längere Stellen, in welchen die Spannung quasi ganz raus ist und die Geschichte nur langsam vorwärts getrieben wird. Wieder wird der Leser mit vielen Informationen gefüttert, wobei nicht klar ist, inwiefern diese für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtig sind. Ebenso unklar ist, ob es sich dabei um reale historische Geschehnisse handelt und der Leser somit nebenbei etwas über die Geschichte jener Zeit erfahren kann oder ob die beschriebenen Szenen fiktiver Natur sind.
Die Figuren sind alles in allem anschaulich gezeichnet, jedoch sticht keine besonders hervor und bleibt länger im Gedächtnis haften. So verhält es sich auch mit dem Roman an sich. Er ist unterhaltsam, an einigen Stellen spannend an anderen nicht, einen bleibenden Eindruck vermag er jedoch nicht zu hinterlassen. Es gibt keinen Aha-Moment, keine unerwartete Wende oder ein bestimmtes Ereignis, das dazu führen würde, die Geschichte von anderen ihrer Art abzuheben.