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Veröffentlicht am 23.04.2020

Sehr fesselnder Psychothriller mit Überraschung

Solange du schweigst
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Finn und Layla waren frisch verliebt als Layla bei einer Rast auf einem Autobahnrastplatz auf dem Rückweg vom Urlaub spurlos verschwindet. Finn schaltet die Polizei ein, aber die Geschichte, die er erzählt ...

Finn und Layla waren frisch verliebt als Layla bei einer Rast auf einem Autobahnrastplatz auf dem Rückweg vom Urlaub spurlos verschwindet. Finn schaltet die Polizei ein, aber die Geschichte, die er erzählt ist offenbar nicht die ganze Wahrheit. Trotzdem wird er natürlich zunächst auch selbst verdächtigt, etwas mit Laylas Verschwinden zu tun zu haben, aber es gibt gegen ihn weder Beweise noch Indizien.
12 Jahre später ist Finn gut situiert und lebt mit Ellen zusammen, der er kürzlich einen Heiratsantrag gemacht hat. Das brisante ist, dass Ellen Laylas Schwester ist.
Eines Tages behauptet jemand, Layla im Nachbarort gesehen zu haben und wenig später glaubt auch Ellen, dass sie Layla gesehen hat.
Es folgen weitere Hinweise darauf, dass Layla noch leben und in der Nähe sein könnte.
Aber wo war Layla in den letzten 12 Jahren und warum hat sie sich nicht früher bei Finn gemeldet?

Das Buch gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil erleben wir Finns aktuelles Leben mit Ellen und in kursiver Schrift Rückblicke auf das was damals geschah, beides aus der Sicht von Finn. Die Kapitel sind entsprechend überschrieben, so dass man nicht durcheinander kommen kann.
Der zweite Teil wird wechselnd aus der Sicht von Finn und Layla erzählt und der dritte Teil nur noch aus Finns Sicht.
Es ist ein einziges Verwirrspiel. Zwischendurch denkt man, es ist klar, dass Layla noch lebt. Aber da sie sich nicht zeigt, habe ich nach einer Weile vermutet, dass nur jemand so tut, als sei er Layla und mit Finn ein grausames Spiel spielt.
Es gibt einige Möglichkeiten, wer das sein könnte, aber warum?
Immer wieder gibt es Spuren und Indizien und ich habe mich irgendwann gefragt, wem man noch trauen kann.
Die Autorin spielt sehr geschickt mit der Phantasie der Leser, legt viele Spuren und verteilt Rätsel, die mich ständig haben überlegen lassen, was nun die Wahrheit ist. Erst kurz vor Schluss hatte ich eine Ahnung, was die Lösung sein könnte. Aber der Weg bis zum Ende wurde dann noch richtig dramatisch und die Auflösung ist völlig anders als ich erwartet hatte.

Das Buch hat einen ziemlichen Sog auf mich ausgeübt, so dass ich durch die Seiten geflogen bin. Es gibt auch immer wieder kleine Cliffhanger zwischen den Kapiteln, die den Sog noch verstärkt haben. Außerdem ist das Tempo ziemlich hoch, denn es geschieht eigentlich dauernd etwas.
Gut gelungen ist der Autorin auch die Charakterisierung der Figuren. Besonders Finn und Ellen sind hier hervorzuheben. Finn hat mich am Ende im Epilog noch mal richtig überrascht.

Insgesamt ist „Solange du schweigst“ ein Psychothriller oder auch psychologischer Spannungsroman, der mich sehr gefesselt hat und die Bedeutung des Titels wird dann auch erst ganz am Ende klar!
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!


Fazit: 5 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 17.04.2020

Wunderschöner, gefühlvoller Roman mit Tiefgang und Pariser Flair

Sommerzauber in Paris
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Grace und David sind seit 25 Jahren verheiratet und haben eine fast erwachsene Tochter, Sophie. Grace ist Lehrerin und David ist Redakteur bei der regionalen Zeitung. Zur Feier ihrer Silberhochzeit hat ...

Grace und David sind seit 25 Jahren verheiratet und haben eine fast erwachsene Tochter, Sophie. Grace ist Lehrerin und David ist Redakteur bei der regionalen Zeitung. Zur Feier ihrer Silberhochzeit hat Grace einen romantischen Sommerurlaub in Paris geplant, der Stadt in der ihre Großmutter Mimi viele glückliche Jahre verbrachte.
Doch dann steht sie plötzlich vor den Scherben ihrer Ehe, denn David eröffnet ihr, dass er eine Affäre mit einer jüngeren Frau hat und mit dieser zusammenleben möchte. Grace beschließt, die Reise alleine anzutreten.

Die junge Audrey hat es nicht leicht in ihrem Leben. Ihre Mutter ist Alkoholikerin und sie selbst Legasthenikerin. Sie kämpft um ihren Schulabschluss, jobbt in einem Friseursalon und spart das Geld, um sich ihren Traum von einem Sommer in Paris zu erfüllen.
Da ihre Mutter ihre Ersparnisse findet und entwendet sucht sie über Internet nach einem Job in Paris und da kommt ihr das Angebot einer Buchhandlung gerade recht, denn der Job beinhaltet ein Appartement. Da sie kein Französisch spricht, lässt sie von einer Bekannten die Bewerbung schreiben und bekommt den Job.

Durch einen Zufall treffen Audrey und Grace in Paris aufeinander und eine ungewöhnliche Freundschaft beginnt.
Grace gibt ihr gebuchtes Hotelzimmer auf und zieht in eine kleine Wohnung, die ebenfalls über der Buchhandlung liegt.
Und so können beide voneinander lernen und profitieren. Grace unterrichtet Audrey in Französisch und Audrey zeigt Grace, dass man nicht immer alles genau vorherplanen muss sondern auch mal spontan handeln sollte und vor allem Spaß haben und dem Herzen folgen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Grace und Audrey erzählt und gegen Ende kommt in ein paar Kapiteln auch noch Oma Mimi zu Wort.
Ich war Grace und Audrey sehr nahe und konnte mit beiden mitfühlen. Besonders Audreys Geschichte bzw. ihr Schicksal mit einer alkoholabhängigen Mutter hat mich bewegt.
Aber auch Grace tat mir leid, dass sie von ihrem Mann so verletzt wurde.
Daher war die Entwicklung der beiden ungleichen Freundinnen während ihrer gemeinsamen Zeit in Paris so schön zu verfolgen. Die beiden haben wirklich mein Herz berührt.
Besonders schön fand ich, dass bis zum Schluss nicht erkennbar war, wohin der Weg für die beiden führen würde.

Gut gelungen ist der Autorin auch, die besondere Magie der Stadt Paris darzustellen. Sie beschreibt nicht nur besonders schöne Orte ganz wundervoll sondern schafft es auch, das Lebensgefühl der Einheimischen und das besondere Flair dieser schönen Stadt zu vermitteln.
Das trägt auch dazu bei, dass der Roman eine ganz besondere Atmosphäre hat.

Der lebendige Schreibstil der Autorin macht die Geschichte kurzweilig aber gleichzeitig auch fesselnd. Es gibt gefühlvolle, traurige, humorvolle und viele sehr charmante Momente, die die Geschichte abwechslungsreich machen. Ich habe die Geschichte der beiden Freundinnen gebannt verfolgt und mochte das Buch kaum weglegen. Und als sich gegen Ende auch noch Oma Mimis Geschichte offenbart, hatte das Buch mein Herz endgültig erobert.

Dieser wunderschöne, gefühlvolle Roman hat sogar etwas Tiefgang und hat mir einen zauberhaften Sommer in Paris beschert!


Fazit: 5 von 5 Sternen


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Veröffentlicht am 14.04.2020

Warmherzige, unterhaltsame Geschichte mit authentischen Charakteren

Hin und nicht weg
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Nach „Bleib doch, wo ich bin“ ist dies der zweite Roman der Autorin, der in dem kleinen fiktiven Ort Neuberg spielt. Er kann aber ohne Vorkenntnis des ersten Teils gelesen werden.
Rob Schürmann ist Tierarzt ...

Nach „Bleib doch, wo ich bin“ ist dies der zweite Roman der Autorin, der in dem kleinen fiktiven Ort Neuberg spielt. Er kann aber ohne Vorkenntnis des ersten Teils gelesen werden.
Rob Schürmann ist Tierarzt in Neuberg und der beste Freund von Kaya, der Protagonistin aus dem ersten Teil. Heimlich ist er in sie verliebt aber nun heiratet sie ihren Lasse und er wünscht sich, dass sie glücklich wird.

Anabel ist Lasses Cousine und lebt in einer WG in Berlin. Sie führt ihr Leben, wie sie es möchte, unangepasst und immer ein bisschen gegen ihren Vater und alles, was ihrer Meinung nach spießig ist, revoltierend. Sie ist tätowiert, trägt Pearcings, lila gefärbte Haare und jobbt in einem Szene-Café. Als plötzlich in ihrem Umfeld alle meinen, sie müsse ihr Leben mal in den Griff kriegen, beschließt sie, wegzugehen. Eine Hochzeitseinladung ihres Cousin Lasse kommt ihr gerade recht und sie bricht auf nach Neuberg, um an der Hochzeit teilzunehmen, auch wenn sie dabei riskiert, ihrem Vater zu begegnen.
Auf der Hochzeit hält ihr Vater ihr mal wieder vor, dass sie Schulden bei ihm hat und daher kein weiteres Geld von ihm erwarten darf. Daher kommt ihr der Aushilfsjob in Robs Tierarztpraxis gerade recht.
Und so zieht Anabel in Robs Gästezimmer ein und die beiden sind sich auf einmal näher, als Anabel das lieb ist.

Rob und Anabel sind zwei sehr unterschiedliche Menschen. Anabel fällt schon mal rein äußerlich auf, ist sehr selbstbewusst und weiß genau, was sie will bzw. nicht will.
Rob ist Tierarzt mit Leib und Seele und hat die Praxis seines verstorbenen Vaters übernommen. Er hat eigentlich kaum Freizeit, denn er ist immer hilfsbereit und rund um die Uhr einsatzbereit für die Tiere, denn er behandelt nicht nur Kleintiere in der Praxis sondern auch große Tiere wie Kühe, Schafe und Pferde auf den umliegenden Höfen.
Sein Privatleben leidet darunter natürlich.
Und so war es schön zu erleben, wie die beiden voneinander profitieren und lernen können.
Die quirlige und lebensfrohe Anabel zeigt Rob, dass man auch mal an sich und die eigenen Bedürfnisse denken muss und dazu gehört auch Freizeit und Spaß haben.
Anabel kann daneben von Rob einiges lernen, denn er nimmt sie auch mit auf die Höfe, wo sie bei Tiergeburten und Behandlungen dabei sein kann und langsam lernt, die Tiere zu schätzen und zu lieben. Sie wird verantwortungsbewusster und überdenkt so einiges.
Beide Charaktere sind sehr gelungen und agieren authentisch und glaubhaft, so dass die ganze Geschichte realistisch wirkt und sich so zugetragen haben könnte.

Die Kapitel werden wechseln jeweils aus Anabels und Robs Sicht in der Ich-Form erzählt, was viel Nähe zu beiden bringt.
Auch wenn ich von Anfang an erwartet habe, dass sich zwischen den beiden eine Romanze entwickelt und mir natürlich ein Happy End erhofft habe, ist hier der Weg das Ziel.
Es gibt so viele Ereignisse, Wendungen, sogar ein bisschen Drama und auch berührende Momente, die die Geschichte bereichern. Humor, Romantik und einige Überraschungen bilden einen tollen Mix, der sehr unterhaltsam ist.
Da die Autorin selbst Tierärztin ist, sind die Beschreibungen von Robs Einsätzen detailreich und authentisch beschrieben.
Auch das Wiedersehen mit den bekannten Figuren aus dem ersten Band war schön eingearbeitet, so dass man hier nicht den Anschluss verliert.

Lisa Keils Schreibstil ist lebendig und mitreißend, so dass mich diese warmherzige Geschichte mitgenommen hat nach Neuberg und in das Leben von Rob und Anabel. Ich hatte wunderschöne Lesestunden und konnte eine schöne Auszeit von meinem Alltag nehmen. Ich freue mich auf den dritten Teil, der im nächsten Jahr erscheinen wird.


Fazit: 5 von 5 Sternen




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Veröffentlicht am 11.04.2020

Wunderbarer Wohlfühlroman mit Herz und tollen Protagonistinnen

Kirschkuchen am Meer
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Maries Eltern sind geschieden und der Vater hat eine neue Partnerin, die sich gegenüber Marie und deren Schwester Lena immer als „Biest“ gezeigt hat. Daher hatten die Schwestern kaum noch Kontakt zu ihrem ...

Maries Eltern sind geschieden und der Vater hat eine neue Partnerin, die sich gegenüber Marie und deren Schwester Lena immer als „Biest“ gezeigt hat. Daher hatten die Schwestern kaum noch Kontakt zu ihrem Vater. Nun ist Enno gestorben und soll auf See bestattet werden.
Da Maries Schwester Lena hochschwanger ist, reist Marie mit ihrer Mutter und ihrer Oma nach Hooksiel zur Seebestattung. Am Rande der Beisetzung fällt Marie eine rothaarige Frau auf, die sehr traurig über Ennos Tod zu sein scheint. Wer ist sie und warum trauert sie so sehr?
Ein Hinweis führt auf die Insel Norderney und Marie macht sich mit Mutter und Oma auf den Weg nach Norderney. Dort macht sich Marie auf die Suche nach der fremden Frau und findet mehr als sie gedacht hat.

Gemeinsam mit den drei Frauen habe ich mich auf die Reise gemacht und Marie bei ihrer Suche begleitet. Marie erlebt in gewisser Weise auch eine Reise in die Vergangenheit, denn sie findet Spuren, die zu ihrem Vater führen, die schöne Erinnerungen an die eigene Kindheit wecken.
Wie meistens in Anne Barns Romanen ist die Geschichte gespickt mit vielen Leckereien wie frischer Hefezopf, Kirschröster, Käsekuchen und dazu gehört ein guter Kaffee. Zu einigen dieser leckeren Sachen gibt es am Ende des Buchs auch wieder Rezepte.

Marie, ihre Mutter und ihre Oma sind drei richtige Powerfrauen und ich mochte sie alle drei sehr gerne. Auch Schwester Lena, die von zu Hause die drei Frauen bei ihrer Suche unterstützt, ist eine tolle Frau.
Marie erfährt aber bei ihrer Suche nicht nur viel über ihren Vater sondern überdenkt auch ihr eigenes Leben. Sie träumt von einem Café am Meer aber ihr Freund Marc hat ganz andere Pläne.
Marie erhält immer wieder neue Denkanstöße und Ideen und gerät immer weiter in die Vergangenheit ihrer Familie. Dabei lernt sie auch neue Menschen kennen, schließt Freundschaften und erhält Inspirationen.
So wird die Geschichte abwechslungsreich und die Suche bringt auch eine gewisse Spannung mit sich.
Einige der Nebenfiguren sind alte Bekannte aus früheren Romanen und ich fand es nett, diesen wieder zu begegnen.

Das Setting des Romans auf den Inseln Norderney und Juist bringt viel Insel- und Nordseefeeling, passt gut zur Geschichte und zeigt nicht nur die Lebensweise und das Lebensgefühl der Menschen dort sondern auch die Schönheit der Landschaft und der Natur. Anne Barns beschreibt das alles gekonnt und verbreitet viel Inselzauber.

In dieser Geschichte spielt auch die Liebe eine große Rolle und zwar in mehrerer Hinsicht. Aber im Vordergrund steht tatsächlich die Familiengeschichte, die auch eine alte Liebe beinhaltet. Das hat mir sehr gut gefallen, denn dadurch werden einige Themen berührt, die die Geschichte bereichern und ihr auch etwas Tiefgang verleihen.
Es gibt humorvolle, traurige und glückliche Momente, wie im wirklichen Leben und es ist Anne Barns gelungen, die gesamte Geschichte authentisch zu erzählen.

Diese warmherzige und gefühlvolle Geschichte hat mich abtauchen lassen in die Inselwelt der Nordsee und ich habe die tollen Protagonistinnen gerne begleitet und die vielen Leckereien virtuell genossen.
Dieses wunderbare Buch hat für eine schöne Auszeit vom Alltag gesorgt und mich wundervoll unterhalten!


Fazit: 5 von 5 Sternen


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Veröffentlicht am 08.04.2020

Berührender und herzerwärmender Roman über eine innige Frauenfreundschaft

Hibiskustage
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Die vier Freundinnen Mel, Kerstin, Sarah und Izzy waren früher zu Schulzeiten unzertrennlich und beste Freundinnen. Nach dem Abitur hat das Leben sie mit Studium, Beruf und persönlicher Entwicklung aber ...

Die vier Freundinnen Mel, Kerstin, Sarah und Izzy waren früher zu Schulzeiten unzertrennlich und beste Freundinnen. Nach dem Abitur hat das Leben sie mit Studium, Beruf und persönlicher Entwicklung aber auseinander getrieben, wie das im Leben so ist. Den Kontakt haben sie aber nie verloren, denn sie haben all die Jahre über den Chat „44ever“ Kontakt gehalten. Nun steht Izzys 40. Geburtstag bevor und sie lädt die Freundinnen ein, nach Hawaii zu kommen, um dort den Geburtstag gemeinsam zu feiern. Da Izzy bereits alles organisiert hat, machen die drei Frauen sich nach kurzem Zögern auf die lange Reise auf die Trauminsel und freuen sich sehr darauf, dass sie sich nun endlich alle wiedersehen werden. Doch vor Ort stellen sie fest, dass Izzy nicht anwesend ist und sie vertröstet die drei auch immer wieder und überlässt sie erst mal sich selbst. Was ist da los und wo steckt Izzy?

Spontan angesprochen hat mich bei diesem Buch neben dem schönen Cover der Klappentext und die Tatsache, dass es auf Hawaii spielt, wo ich vor 20 Jahren auch mal war.
Und so habe ich mich mit Mel, Sarah und Kerstin auf die Reise gemacht.
Anfangs lernen wir die vier Frauen näher kennen. Izzy lebt in den USA und ist dort eine erfolgreiche Journalistin. Mel lebt mit ihrer Familie auf einem Hof an der Ostsee und vermietet Ferienhäuser, ist allerdings nicht so ganz zufrieden. Sarah lebt in London und gibt vor Jura studiert zu haben und als Anwältin zu arbeiten, was allerdings nicht stimmt, denn sie arbeitet lediglich als Bürokraft in einer Kanzlei, da sie ihr Studium nicht beendet hat. Sie lebt in einem winzigen Appartement und ist unglücklich. Kerstin ist Sterneköchin, hat aber ihre Karriere für einen verheirateten Geliebten aufgegeben, arbeitet in seiner Küche und vertraut immer noch seinen leeren Versprechungen, seine Ehe für sie zu beenden.
Die drei Frauen reisen also mit gewissem Ballast nach Hawaii, den sie aber vor den anderen verbergen.

Die Geschichte wird wechselnd jeweils aus der Sicht von Mel, Sarah und Kerstin erzählt. Wir erleben ihre Ankunft in Izzys Haus und wie sie Freunde und Nachbarn von Izzy kennenlernen.
Die Verwunderung, warum Izzy nicht vor Ort ist und sich nur ab und zu mal über den Chat meldet, ist groß und auch die Freunde machen nur vage Andeutungen. Dennoch genießen die Freundinnen ihren Aufenthalt, lernen die Insel ein bisschen kennen und kommen sich allmählich wieder näher. Genau wie die drei Frauen habe ich gegrübelt, welches Geheimnis Izzy wohl verbergen mag. Was sich dann raus stellt, habe ich so nicht erwartet.

Sabine Lay beschreibt wunderschön die traumhafte Landschaft mit all ihren Besonderheiten, die Einwohner und deren Lebensgewohnheiten und Bräuche. Für mich war es wie eine erneute Reise auf die Trauminsel und ich konnte mein Kopfkino schnell aktivieren und viele schöne Erinnerungen an meine eigene Reise wurden wach.

Die Geschichte berührt sehr viele Themen, ernste, humorvolle und auch romantische. Besonders gut gefallen hat mir die Darstellung dieser besonderen und innigen Frauen-Freundschaft, die nach vielen Jahren mit nur virtuellem Kontakt wieder aufleben kann. Die Frauen nähern sich einander wieder an und ihre Verbundenheit ist bald wieder da. Sie vertrauen sich dann auch gegenseitig ihre Geheimnisse an, führen viele tolle Gespräche und geben sich gegenseitig Denkanstöße, die letztendlich dazu führen, dass sie alle ihr Leben überdenken und Entwicklungen durchmachen. So eine Freundschaft ist wirklich etwas Besonderes!

„Hibiskustage“ ist eine wunderbare Geschichte zum Abtauchen in eine völlig andere Welt, nämlich die Inselwelt der Südsee auf Hawaii, die eine besondere Magie entfaltet und mich im Kopf die Reise miterleben ließ. Aber es ist auch eine Geschichte mit Tiefgang, die von einer besonderen Freundschaft und Schicksalen erzählt und mich sehr berührt hat.
Der sehr lebendige Schreibstil hat mich durch die Seiten fliegen lassen und die schöne Reise war viel zu schnell zu Ende.
Insgesamt hat mich das Gesamtpaket aus Plot, Schauplatz und Charakteren wirklich begeistert und ich kann jedem diese herzerwärmende Geschichte empfehlen.
Aber Achtung: Taschentuchalarm!


Fazit: 5 von 5 Sternen


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