Ein wahnsinnig gutes Buch. Jeder Fantasyfan sollte es sich auf die Leseliste setzen!
Askeria: Die letzte GenerationDieses Buch ist einfach nur der Wahnsinn.
Inhalt: In einer Welt, in der sich einst zwei Völker einen Lebensraum teilten, haben die Menschen die Vorherrschaft übernommen und haben all jene vertrieben, ...
Dieses Buch ist einfach nur der Wahnsinn.
Inhalt: In einer Welt, in der sich einst zwei Völker einen Lebensraum teilten, haben die Menschen die Vorherrschaft übernommen und haben all jene vertrieben, die anders sind als sie. Die junge Piara ist gezeichnet mit einem Mal des anderen Volkes, weshalb sie in ständiger Gefahr lebt. In dieser Welt muss sie sich zurecht finden, zwischen all den Widersprüchen, den Geheimnissen und den Gefahren. Getrennt von ihren Brüdern Souta und Ineas versucht sie nun, Licht ins Dunkel zu bringen. Auch Rigoras würde den Geheimnissen und sich rum am liebsten entfliehen, doch auch er muss sich der Gegenwart ud seinem Schicksal stellen. Denn auch von dem Orden, der Politik und Gesellschaft fest in seinem unbarmherzigen Griff hat, geht eine ständige Gefahr aus. Der Orden kontrolliert streng die Wissenszufuhr der Bevölkerung und verbietet die Lehren rund um Alchemie, Geschichte und Astronomie. Um der Wahrheit näher zu kommen, müssen die Piara und Rigoras mutig sein, durchhalten und für die Freiheit all jener kämpfen, die sie lieben.
Meinung: Askeria ist einfach rund herum ein großartiges Buch! Das Worldbuilding ist erster Klasse und kann meiner Meinung nach mit Welten und Werken wie Harry Potter, Narnia und vielleicht sogar Herr der Ringe (meine Lieblingswelt) mithalten :) Juliet May überzeugt nicht nur mit ihren perfekten Sätzen, sondern auch mit der Detailliertheit ihrer Charaktere, der überzeugenden Geschichte und der komplexen und gut durchdachten neuen Welt.
Bei den Charakteren weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Alle Personen sind wirklich gut ausgearbeitet und handeln "charaktertreu", was meiner Meinung nach nicht jede/r Autor/in so souverän beherrscht wie Juliet May. Die Figuren überzeugen vor allem durch ihre Nahbarkeit, denn auch Held*innen können nicht "perfekt" sein. Und so behandelt das Buch auch wichtige Themen wie Ängste, Unsicherheiten, Ver- und Misstrauen, zarte Freundschaften, erste Liebschaften und den Verlust und das Vermissen geliebter Personen. Auch die Nebencharaktere haben mir mit all ihren Facetten super gefallen - ob hinterhältig, liebevoll oder missgünstig. Auch die Dialoge sind sehr realistisch und flüssig, und klingen nicht "erzwungen". Die Geschichte ist so sehr greifbar.
Die geschaffene Welt ist einfach nur grandios. Der Kontext dazu wird in kleinen Happen geliefert, nie zu viel, nie zu wenig. Politik, Gesellschaft, Geschichte, Kulinarik, Gepflogenheiten, Technik und völlig neue Wesen. Juliet May hat nicht nur eine Geschichte geschrieben, sie hat eine Welt erschaffen.
Und doch hat das Buch, welches ich ins Genre Fantasy einordne, einen dystopischen Touch - was mir sehr gut gefällt. Denn so wird Kritik an Zuständen geübt, die nicht nur fiktiv sind, sondern auch auf die Gesellschaften unserer Welt zutreffen. Das alles geschieht aber nicht aufdringlich und sorgt nur noch mehr für den realistischen Eindruck, den man beim Lesen hat.
Auch die Botschaften, die das Buch vermittelt, sind toll: während das Aussehen den ersten Eindruck macht, zählt wahrlich nur der Charakter; Freundschaft ist die wichtigste Verbindung zu anderen Menschen (denn auch mit Partnern oder Familie verbindet uns Freundschaft); Vielfalt mach unsere Städte lebenswert; und auch in schweren Zeiten lohnt es sich zu kämpfen!
Besonders gut gefallen hat mir auch die Präsenz starker Frauen. Denn diese ist in den meisten Fantasywelten leider in den wenigsten Fällen anzutreffen. Oft gibt es maximal eine Frau, die eher Anhängsel oder Mittel zum Zweck als eindimensionale Rolle ist (z.B. die Mutter, die Kämperin, die schöne Frau, die gerettet werden muss, die alte Weise oder einsame, aber tapfere Schwester). Juliet May gibt ihren Frauenfiguren jedoch einen eigenen Charakter, eine Stimme, Facetten und verschiedene Stärken und Schwächen. Sie zeichnet Portraits von verschiedenen Leben und Ansichten. Es ist einfach schön zu sehen, dass die Geschlechter zu gleichen Teilen verteilt sind - wie im "wahren Leben" auch.
Und: das Buch liefert meine absolute Lieblings-Kussszene! Ich bin eigentlich keine große Romantikerin, aber bei dieser Szene musste ich einfach di ganze Zeit blöd vor mich hin grinsen.
Fazit: wieder einmal ein absolut empfehlenswertes Buch einer Selfpublisherin. Zum Glück gibt es schon Teil Zwei (ab dem 10.07.2020)! Das Hörbuch ist auch wunderbar, super gesprochen von Shanti Lunau!