Band 2 von 4 - Rezension kann Spoiler für Band 1 enthalten!
Inhalt
Nachdem Amanda alles über die Zetas erfahren hat und dem Geheimnis um den Unfalltod ihres Bruders näher gekommen ist, ereignet sich plötzlich ...
Band 2 von 4 - Rezension kann Spoiler für Band 1 enthalten!
Inhalt
Nachdem Amanda alles über die Zetas erfahren hat und dem Geheimnis um den Unfalltod ihres Bruders näher gekommen ist, ereignet sich plötzlich Unfassbares: Es wurde wieder eine junge Frau entführt, dieses Mal ihre beste Freundin Jenny. Gemeinsam mit Dante und den Zetas schmiedet Amanda einen waghalsigen Plan, die Frauen zu retten. Dabei kommen ihr aber nicht nur ihre Gefühle für Dante in den Weg.
Meine Meinung
Auch wenn mir Band 1 ein wenig zu klischeebeladen war, die Story hat mich gepackt und ich musste einfach wissen, wie es weitergeht. In Band 2 legt die Autorin nochmal an Tempo zu, die Ereignisse überschlagen sich und es ist so wahnsinnig spannend, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Hold me tonight ist meiner Meinung nach eher ein NA-Psychothriller denn eine Romanze. Klar kommen Dante und Amy wieder zum Zug und es gibt ordentlich Drama, aber das Hauptaugenmerk liegt auf den Geheimissen um die verschwundenen Mädchen und dem Tod von Andrew, Amandas Bruder. Man weiss kaum, woran man ist, was man glauben darf und vor allem was nicht, wem man trauen kann. Ich fand das wahnsinnig spannend und wurde doch - obschon es einige Szenen gab, die vorhersehbar waren (aber Amy ist halt nicht die hellste Kerze auf dem Kuchen, ich meine, wenn du Angst hast, dass dir jemand was ins Getränk mischt, dann lässt du das doch nicht einfach rumstehen...) und ich mir schon gedacht habe, in welche Richtung das alles geht - phasenweise recht überrascht von den Plot-Twists.
Das Drama um Dante und Amy war mir aber teilweise echt too much und zu sehr künstlich hochgeschaukelt. Echt jetzt, die beiden können sich einfach nur verletzen, nachdenken bevor man etwas tut, will gelernt sein - und in dieser Schulstunde haben die beiden offenbar geschwänzt. Ich weiss auch immer noch nicht, was Dante an ihr findet. Wie er sagt, wenn sie nicht ihren Willen bekommt, zickt sie rum. Ich konnte sie zwar schon ein wenig besser verstehen als noch in Band 1 und auch ihre Beweggründe nachvollziehen, aber ich finde sie immer noch mega unsympathisch, voller ekliger Vorurteile (das find ich richtig schlimm!) und manchmal einfach unglaublich mühsam.
Natürlich endet die Geschichte mit einem mega Cliffhanger... und ich bin froh, Band 3 schon zur Hand zu haben. Soweit ich weiss, ist dieser aus Sicht von Dante geschrieben und ich bin gespannt ob ich ihn danach mehr oder weniger mag. Ich finde ihn einen interessanten Charakter, aber er verhält sich oft ziemlich arschig. Ich hoffe mehr über ihn zu erfahren.
Fazit
Mehr NA-Psychothriller denn Romanze, voller sich überschlagender Ereignisse aber auch mit ordentlich Beziehungsdrama. Hat mir super gefallen, konnte das Buch fast nicht aus der Hand legen!
Inhalt
Hayley steht kurz vor ihrer grossen Hochzeit mit Dean, als sie bei ihrem Junggesellinnenabschied ausgerechnet Noah in die Arme läuft. Noah, den sie im zarten Alter von 5 zum ersten Mal geküsst hat, ...
Inhalt
Hayley steht kurz vor ihrer grossen Hochzeit mit Dean, als sie bei ihrem Junggesellinnenabschied ausgerechnet Noah in die Arme läuft. Noah, den sie im zarten Alter von 5 zum ersten Mal geküsst hat, der sie immer beschützt hat, der ihre grosse Liebe war und bei dem sie sich sicher gefühlt hat, wie bei keinem anderen. Bis er mir nichts dir nichts aus ihrem Leben verschwunden ist, und ihr das Herz gebrochen hat. Aber auch Noah ist nicht über Hayley hinweggekommen, und so bietet er ihr eine letzte Chance: Ein letztes Date, bevor Hayley heiratet. Nur sie zwei.
Meine Meinung
Ich liebe die Bücher von Anja Tatlisu ja schon seit "Love without Limits". Auch wenn mich die Thematik hier nicht unbedingt angesprochen hat - ich weiss, was ich bei der Autorin erwarten kann, und so habe ich auch zu "Not Over You" gegriffen.
Hayleys Kindheit und Jugend hat sie mit Noah verbracht. Ihrem besten Freund, Beschützer und später ihrer grossen Liebe. Bis sie beide erwachsen werden mussten und Noah plötzlich aus ihrem Leben verschwunden ist. Nun steht Hayley kurz vor ihrer Hochzeit mit Dean, einem erfolgreichen Geschäftsmann, den sie aus tiefstem Herzen liebt. Doch ausgerechnet an ihrem Junggesellinnenabschied begegnet sie Noah wieder und er wirft sie mit seiner Bitte um ein letztes Date komplett aus der Bahn.
Ein bisschen Kritik...
Ehrlich gesagt war das das erste Buch der Autorin, bei dem ich zu Beginn etwas Mühe hatte. Dies lag vor allem daran, dass mich das Setting nicht so angesprochen hat: erfolgreiche Geschäftsmenschen, Parties, alles ein bisschen Richtung High Society, einfach nicht so meins. Und am Anfang haben mich auch Hayleys (Schauspieler-)Vergleiche irgendwie genervt - die sind dann aber recht schnell verschwunden zum Glück.
Was ich allem voran aber nicht verstehen konnte: Wieso Hayley mit Dean zusammen ist. Sie ist ein Freigeist, eine Chaotin, unberechenbar und wild aber total herzensgut und sympathisch. Dean hingegen ist, wie es Bridge, die beste Freundin von Hayley, so schön sagt: ein übersortierter und vorausschauender Korinthenkacker. Alles muss seine Ordnung haben, die gemeinsame Wohnung ist steril, stylisch und modern und perfekt aufgeräumt. Er ist das komplette Gegenteil von ihr, was per se nicht gegen ihn spricht, aber Hayley leidet offensichtlich darunter. Sie mag viele Dinge an ihm nicht, und so habe ich mich schnell gefragt, warum sie sich das überhaupt antut.
... und ganz viel Lob!
Die Geschichte wird aus der Sicht von Hayley geschrieben und es gibt immer wieder Rückblenden in die Kindheit und Jugend der Protagonistin. Ich liebe vor allem die Abschnitte von früher, sie sind einfach wunderbar, stimmig, perfekt, und sie ergänzen die Story auf tolle Art und Weise, geben Einblick in das Gefühlsleben von Hayley. Ja, tatsächlich finde ich solche Sprünge in die Vergangenheit in Büchern - und ich wiederhole mich - einfach wunderbar! Ich liebs!
Die Emotionen. Leute, die Emotionen! Kaum jemand schafft es, so intensive Emotionen bei mir auszulösen, wie Anja Tatlisu! Ich weiss schon, weshalb ich immer wieder zu ihren Büchern greife: sie berühren mich einfach. Auch wenn ich die Protagonisten nicht nachvollziehen kann oder mich die Thematik nicht so sehr anspricht: Die Autorin schafft es einfach, die Gefühle der Protas unglaublich authentisch und intensiv rüberzubringen! Die innere Zerrissenheit von Hayley, ihre Gefühle gegenüber Noah und Dean, die Schuldgefühle, die Sorgen, die Verzweiflung, all das habe ich mitgefühlt. Und ich war aufgewühlt. Und wie!
Neben Hayley, Noah und Dean spielen die ABCs eine grosse Rolle, die drei besten Freundinnen von Hayley: Anna, Bridget und Chloé. Jede auf ihre Art speziell und liebenswürdig, und im Team einfach unschlagbar. Obschon sie alle nur Nebenpersonen sind, habe ich sie ganz fest in mein Herz geschlossen. Vor allem Bridget. Sie ist mir sehr ähnlich, ich mag sie :P
Fazit
Trotz eines eher schwierigen Themas (Braut trifft vor Hochzeit auf verflossen Liebe und weiss plötzlich nicht mehr, wo ihr der Kopf resp. das Herz steht) und einem eher High Society-anmutenden Setting - was mir beides zugegebenermassen nicht sehr zusagt - konnte mich Anja Tatlisu auch mit "Not Over You" wieder überzeugen. Ich liebe ihren emotional-intensiven Schreibstil, ihre Protagonisten und vor allem liebe ich es, wie ich mich in ihren Geschichten schlussendlich einfach immer unglaublich wohl fühle.
Meine Meinung
Nach Saga hat auch Paper Girls von Brian K. Vaughan seinen Weg zu mir gefunden. Dieses Mal mit einem anderen Zeichner im Gepäck, bietet die Geschichte wieder einiges. Tatsächlich war ich aber nach etwa 10 Seiten versucht, den Comic abzubrechen. Weil es nur um Teenies ging, die ja so krass sind, Zeitungen austragen und kleinere "Kämpfe" untereinander. Einfach nicht mein Ding. Aber dann ... ZACK ... ist alles anders geworden. Und ich hab den Comic praktisch inhaliert! Die Zeichnungen in den Blau-, Violett- und Rosatönen haben mich sehr begeistert, aber auch die Story war nach den anfänglichen Schwierigkeiten genial.
Die junge Erin will an Halloween das erste Mal Zeitungen austragen, doch irgendwie geht von Anfang an alles schief. Sie gerät an randalierende, aufdringliche Jungs und muss von den anderen Zeitungsausträgerinnen, den Paper Girls gerettet werden. Zusammen wollen sie das ihnen geklaute Walkie-Talkie zurückholen und plötzlich finden sie sich mitten in einer Invasion schräger Gestalten wieder.
Klingt wild? Ist es auch! Und es begeistert wirklich. Obschon ich weder mit Erin noch mit ihren neu gewonnenen Freundinnen etwas anfangen kann (irgendwie waren sie mir einfach unsympathisch), bietet die Geschichte viel. Mehr möchte ich hier aber nicht verraten. Entdeckt es am besten einfach selbst!
Fazit
Vier junge Mädels, die Zeitungen austragen und plötzlich im Abenteuer ihres Lebens stecken? Klingt erst etwas lahm, entwickelt sich dann aber zu einer genialen Geschichte. Die stimmigen Zeichnungen passen perfekt, ich bin begeistert!
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Romy ist gerade mit ihren Freunden im Park am lernen, als plötzlich ein Meteoritenschauer über Hamburg niedergeht. Recht schnell stellt sich heraus, dass die Feuerbälle nicht Meteoriten waren, sondern ...
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Romy ist gerade mit ihren Freunden im Park am lernen, als plötzlich ein Meteoritenschauer über Hamburg niedergeht. Recht schnell stellt sich heraus, dass die Feuerbälle nicht Meteoriten waren, sondern Drachenwandler, die die Erde überfallen. Von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr, wie es war: Hamburg ist zerstört, gleicht einem postapokalyptischen Schauplatz, die Drachenwandler unterjochen die Menschen und die wenigen, die überleben, verstecken sich und kämpfen. Romy schafft es gerade so, sich einer Gruppe anzuschliessen und muss sich fortan vor den Wandlern verstecken. Als sie aber auf einem ihrer Streifzüge einem Drachenwandler begegnet, spürt sie eine unglaubliche Anziehungkraft...
Meine Meinung
Vom Titel her hätte ich eine nette Wandler-Lovestory erwartet, vielleicht sogar mit ein bisschen Erotik. Entsprechend überrascht war ich, als sich die Geschichte in einen postapokalyptischen, ziemlich brutalen und teils sehr blutigen Roman verwandelt hat. Aber gefallen hat mir das tatsächlich sehr gut - und kam mir irgendwie auch gerade zum richtigen Zeitpunkt. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm, stockt aber bei den Dialogen teilweise noch etwas; diese wirken etwas plump und unnatürlich. Ansonsten aber bin ich recht schnell durch die Geschichte geflogen, es hat mich gepackt und gefesselt und sobald ich das Buch weglegen musste, habe ich daran rumstudiert, es hat mich einfach nicht losgelassen.
Erst gerade hat sich Romy noch mit ihren Freunden getroffen und plötzlich schiessen Feuerbälle vom Himmel. Doch als wäre das nicht genug, handelt es sich um Drachenwandler von einem fremden Planeten. Romy traut ihren Augen kaum, aber Tatsache ist, dass sowohl die Bundeswehr an die Front rückt, als auch das Leben, wie es einmal war, plötzlich nicht mehr existiert. Auf der Flucht und der Suche nach einem geeigneten Versteck vor den Wandlern aber auch vor den brutalen raubtierartigen Bestien, die mit den Wandlern auf die Erde gekommen sind, landet Romy mit ihrer Mutter in einer kleiner Gruppe aus Soldaten und Zivilisten. Fortan besteht ihr Tagesablauf aus Überleben, aus der Suche nach Nahrung und Wasser und aus Kampftraining. Bis sie auf einem ihrer Streifzüge einen Wandler erblickt, zu dem sie sich seltsam hingezogen fühlt...
Die Geschichte von Romy spielt in Hamburg, was sich definitiv von den vielen Romanen abhebt, die in den USA Schauplatz haben. Das Geschehen nimmt ziemlich schnell ziemlich an Fahrt auf, und plötzlich ist man mitten drin. Mitten in den Feuerbällen, die vom Himmel fallen, mitten im Aufgebot der Armee, den Schiessereien, Bomben, schreienden Menschen. Es ist heftig und sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Schwache Gemüter werden hier nicht viel Freude haben. Eine Triggerwarnung wäre unter Umständen angebracht gewesen, so à la "Enthält Gewalt, Blut und Kriegsszenen". Persönlich finde ich, dass es wirklich gut zur Geschichte passt und für mich auch sehr authentisch rüberkommt (wobei sich meine Erfahrungen darin zum Glück in Grenzen halten). Ich habe mich vor Ort gefühlt in dem ganzen Chaos, den Trümmern, der Dunkelheit in den U-Bahn-Tunneln, den leergeräumten Lebensmittelläden. Ich habe mitgelitten mit den Verwundeten, mit den Trauernden und mit Romy, die erste Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung aufzeigt.
Phasenweise durchbricht ein Kapitel aus Sicht von Greyer den Erzählstrang. Greyer ist der Anführer der Drachenwandler, er hat sie auf die Erde gebracht und verfolgt stur sein Ziel. Was seine Beweggründe sind, werde ich hier nicht weiter erläutern - aus spoilertechnischen Gründen. Aber wie so oft ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick scheint.
Sehr positiv ist mir die Charakterentwicklung aufgefallen. Romy ist zu Beginn der Geschichte eine normale junge Frau, und plötzlich muss sie mehr sein: Kämpferin und Überlebende. Sie trauert, leidet, lernt sich zu behaupten und zu verteidigen. Tatsächlich mochte ich sie unglaublich gerne und ich kann ihre Sichtweise gut nachvollziehen. Sie versucht immer alle Seiten zu verstehen, aber nach so viel Leid fällt es ihr zunehmend schwerer.
Auch wenn das Buch bei Impress erschienen ist, einem Imprint das eher für romantisch-fantastische Geschichten bekannt ist, ist eben diese Romantik hier nicht Mittelpunkt des Geschehens. Es gibt entsprechende Aspekte, aber das Hauptaugenmerk liegt nicht darauf. Mir hat das hier durchaus zugesagt.
Über die Drachenwandler selber erfährt man einiges, aber noch vieles bleibt im Dunkeln. Ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte um Romy weitergeht, was die Drachenwandler noch so planen, und ich freue mich sehr auf Band 2.
Fazit
Ein postapokalyptischer Fantasyroman, der mit Drachenwandlern, viel Spannung und erstaunlich wenig Romantik aufwartet. Wegen des Chaos, der Zerstörung und der Thematik des Buches nicht unbedingt für Zartbesaitete geeignet, mich hat es aber sehr gepackt und ich freue mich auf den Abschlussband.
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Als kleines Mädchen musste Lark mit ansehen, wie ihre Mutter vom König ermordet wurde, weil sie der Magie mächtig war. Um ihre Tochter zu schützen, nahm sie ihr die Fähigkeit zu sprechen. Und so ...
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Als kleines Mädchen musste Lark mit ansehen, wie ihre Mutter vom König ermordet wurde, weil sie der Magie mächtig war. Um ihre Tochter zu schützen, nahm sie ihr die Fähigkeit zu sprechen. Und so wuchs Lark stumm auf, unter einem Vater, der sie fürchtet, und Menschen, die sie nicht beachten - bis eines Tages der junge König Tiras an ihrem Hof auftaucht und sie als Druckmittel mitnimmt. Denn die Volgar, brutale Vogelmenschen, sind in Jeru eingefallen und Lark's Vater verweigert bisher alle Kooperation. Am Hofe von Jeru City erlebt Lark eine neue Art von Gefangenschaft. Doch sie muss feststellen, dass auch der junge König Tiras nicht frei ist, und dass sie vielleicht mehr verbindet, als sie dachte...
Meine Meinung
"Ein Mädchen ohne Stimme. Ein König in Ketten. Ein Fluch, der sie vereint." - mit diesen Worten lockt der Klappentext. In Kombination mit dem wirklich hübschen Cover, und den bisher sehr positiven Bewertungen wollte nun auch ich wissen, was denn nun an Amy Harmons Büchern so besonders ist - und als Fantasy-Fan habe ich natürlich zu diesem Werk gegriffen. Tatsächlich ist der Schreibstil der Autorin etwas ganz besonderes. Sehr poetisch und wortgewandt, fesselnd und einfach wunderschön. Ich habe die Geschichte wirklich gerne gelesen - gerade auch wegen dem unglaublich schönen Schreibstil.
Die Geschichte ist aus der Sicht von Lark geschrieben. Ich-Perspektive sagt mir immer sehr zu, und so hatte ich hier keine Mühe, in die Story reinzukommen. Der Leser wird häppchenweise mit Infos gefüttert und ich hatte nur ganz selten das Gefühl, dass ich etwas mehr Input brauche, um die Geschichte zu verstehen. Tatsächlich hätte ich mir an ein, zwei Stellen etwas mehr davon gewünscht, während ich andere Szenen etwas zu ausführlich fand.
Natürlich finden die stumme Lark und der junge König Tiras früher oder später zusammen. Dies unter mal mehr, mal weniger Widerwille von Lark. Sie ist fasziniert von Tiras, gleichzeitig hat sie wohl Angst um ihre Freiheit und ihren Freigeist. Gerade zu Beginn habe ich das zarte Interesse zwischen Lark und Tiras als wahnsinnig gut umgesetzt empfunden. Die Entwicklung ihrer Beziehung nimmt dann aber phasenweise etwas suspekte Züge an - von fast schon Abhängigkeit von Lark bis zu beinahe Gleichgültigkeit seitens Tiras. Dieses Auf und Ab fand ich tatsächlich etwas seltsam.
Bird & Sword ist manchmal spannend und rasant, dann wieder eher ruhig und dem Leben am Hofe gewidmet. Geheimnisse machen einen Grossteil der Geschichte aus, und diese müssen sich manchmal erst entwickeln, bevor sie aufgedeckt werden. Zwischendurch war mir das Geplänkel etwas zu fade und gerade der Mittelteil hat sich für mich doch recht gezogen. Während ich den Anfang regelrecht verschlungen habe, habe ich in der Mitte das Buch für eine Weile weggelegt. Gegen Ende wird es dann aber wieder spannend und fesselnd, emotional und auch ein wenig brutal.
Obschon Bird & Sword der Auftakt einer Dilogie ist, finde ich, dass es ganz gut als alleinstehende Geschichte gelesen werden kann. Band 2 widmet sich dann Kjell - den ich zwar den tollsten Charakter der Story fand, dessen Geschichte ich aber vorderhand wohl nicht lesen werde. Zu viele Bücher warten noch auf mich. Aber das Ende hier ist in sich abgeschlossen und funktioniert für mich sehr gut. Tatsächlich war der Epilog mit das schönste an der Geschichte. Richtig traumhaft.
Setting
Das Königreich Jeru ist in verschiedene Provinzen unterteilt. Hauptspielort ist zu Beginn die Provinz Corvyn, wo Lark aufwächst, dann aber mehrheitlich Jeru City, Hauptstadt des Königreichs und Sitz der Königsfamilie. Das Setting hat mir sehr gut gefallen, es ist zwar schlicht gehalten, hat aber alles, was das Fantasy-Herz begehrt: fremde Länder, Könige, magisch Begabte und noch viel mehr zum entdecken. Und vorne im Buch gibt es dazu noch eine hübsch illustrierte Karte, damit man beim Lesen nicht den Überblick verliert.
Magie ist in Jeru verboten - die Lords wollen die Magischen aus Angst vor deren Macht unterdrücken. Es gibt vier Sorten von Magischen, Weissager, Heiler, Wandler und Spinner, die allesamt versteckt und unterdrückt ihr Dasein fristen. Das System der Magie fand ich ausserordentlich faszinierend. So können Weissager mit Worten Magie wirken, während Spinner mit den Händen arbeiten und Heiler eine Art Summen verwenden. Das ganze Worldbuilding fand ich sehr ausgeklügelt und durchdacht, kurz: rundum gelungen.
Charaktere
Lark von Corvyn, Tochter des Lords über den bergigen Landstrich Corvyn, hat mit dem Tod ihrer Mutter auch ihre Stimme verloren. Sie fristet ein Leben im Schatten, denn als Stumme wird sie von kaum jemandem wahrgenommen. Gleichzeitig schätzt sie dieses unsichtbare Leben. Sie ist eine doch recht starke und eigenwillige junge Frau, die sich schnell anpassen kann und eigentlich einfach nur frei und sich selbst sein möchte. Ich mochte sie ganz gerne, gerade auch weil sie ein gutes Herz hat, Tiere liebt, aber auch sehr aufmüpfig und aufbrausend sein kann.
König Tiras hat ein dunkles Geheimnis, das er vor seinem Volk verheimlichen muss. Aber sein Ziel ist der Schutz von Jeru und seinem Volk. Er will - anders als sein Vater - ein gütiger und gerechter Herrscher sein. Schon recht schnell habe ich mein Herz ein wenig an den König verloren. Wobei mir dann die Entwicklung, die er durchmacht, nicht mehr so sehr zugesagt hat. Erst ein gütiger König, dann plötzlich nimmt er sich viel mehr heraus, als ihm eigentlich zusteht.
Ganz besonders haben mir in der Geschichte aber zwei Nebencharaktere gefallen: Zum einen Kjell, Bastard-Bruder des Königs, der seinen Bruder über alles liebt und beschützt. Gleichzeitig ist er ein sehr kämpferischer und fast schon verbitterter junger Mann. Zum anderen Boojohni, seines Zeichens Troll und persönlicher Aufpasser von Lark. Ein unglaublich guter und gütiger Kerl.
Auch sonst haben mir die Charaktere wirklich gut gefallen. Sie kommen toll zur Geltung - egal ob die fast schon boshaften Lords, die den König stürzen wollen, die mürrischen Angestellten, die sich um Lark kümmern sollen, die Menschen aus der Bevölkerung, die man kennen lernt, oder aber der brutale Anführer der Volgar - alle sind sie gründlich ausgearbeitet, glaubhaft und haben (manchmal zwar schlechten, aber dennoch) Charakter.
Fazit
Eine faszinierende Fantasy-Geschichte um eine stumme junge Frau und einen König, der selber fast ein Leben in Ketten führt. Das tolle Worldbuilding, die spannende Geschichte und wunderbar ausgearbeiteten Charaktere und vor allem ein traumhafter, unglaublich poetischer Schreibstil machen dieses Buch zu etwas ganz Besonderem.