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Veröffentlicht am 22.06.2020

Sophias Neubeginn bei Elisabeth Arden

Die Farben der Schönheit - Sophias Träume (Sophia 2)
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Vorab muss ich gleich sagen, dass ich auch den ersten Band der Trilogie "Sophias Hoffnung" gelesen habe und ich denke, das sollte man möglichst vor der Lektüre von "Sophias Träume" tun, um alle Zusammenhänge ...

Vorab muss ich gleich sagen, dass ich auch den ersten Band der Trilogie "Sophias Hoffnung" gelesen habe und ich denke, das sollte man möglichst vor der Lektüre von "Sophias Träume" tun, um alle Zusammenhänge zu verstehen, da die Vorgeschichte im zweiten Band meist nur kurz angerissen wird.

"Sophias Träume" beginnt im Jahr 1932 in New York. Nachdem Helena Rubinstein ihre Kosmetikfirma an die Lehman Brothers verkauft hat, wird Sophia entlassen und reist anschließend zunächst einmal nach Paris, da sie eine anonyme Nachricht bekommen hat, dass ihr angeblich bei der Geburt verstorbener Sohn lebt. Nachdem sie dort nichts herausfinden kann, was sie auf seine Spur bringen würde, reist sie schweren Herzens zurück nach New York und überlässt die weitere Suche einem Detektiv. Dort braucht sie eine neue Arbeit und landet daher bei Elisabeth Arden, Helena Rubinsteins schärfster Konkurrentin und Erzfeindin. Diese setzt sie jedoch zunächst in einem Schönheitssalon als Kosmetikerin ein, anstatt sie selbst Kosmetik entwickeln zu lassen. Ähnlich wie zuvor Helena Rubinstein führt sie zudem ein sehr strenges Regiment und duldet keinen Widerspruch von Angestellten.

Ich habe mich sehr darauf gefreut, zu erfahren, wie Sophias Geschichte weitergeht und wurde auch nicht enttäuscht. Ihr Leben verläuft, besonders für die damalige Zeit sehr spannend. Am Rande spielen auch geschichtliche Ereignisse und Rahmenbedingungen, wie der Börsencrash, die Prohibition, die Frauenbewegung und das Aufkommen des Nationalsozialismus in Sophias deutscher Heimat eine Rolle. Das fand ich ebenfalls sehr interessant. Was ich diesmal jedoch etwas vermisst habe, war die Kosmetik-Thematik, also, dass es auch weiter um die Herstellung und neue "Erfindungen" von Helena Rubinstein und Elisabeth Arden in diesem Bereich geht. Aber, das ist nur ein kleiner Kritikpunkt. Der Schreibstil von Corina Bomann hat mir, wie gewohnt, gut gefallen. Der Roman ließ sich sehr angenehm lesen und ich bin schon sehr gespannt, wie die Geschichte von Sophia mit dem dritten Teil endet.

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Veröffentlicht am 07.06.2020

Unruhige Zeiten für die Seidenvilla

Im Glanz der Seidenvilla
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"Im Glanz der Seidenvilla" ist der zweite Teil der Seidenvilla-Trilogie von Tabea Bach. Eigentlich könnte alles gut sein, Angela ist glücklich mit Vittorio und die Seidenweberei hat genügend neue Aufträge. ...

"Im Glanz der Seidenvilla" ist der zweite Teil der Seidenvilla-Trilogie von Tabea Bach. Eigentlich könnte alles gut sein, Angela ist glücklich mit Vittorio und die Seidenweberei hat genügend neue Aufträge. Nur leider hält der Friede nicht lange, da ein Konkurrent und Vittorios Mutter versuchen, ihr das Leben schwer zu machen.

Mir hat auch der zweite Teil der Reihe sehr gut gefallen. Ich fand es schön, zu erfahren, wie es mit den verschiedenen Personen weitergeht und es war interessant, noch mehr über dieses alte Handwerk zu erfahren. Durch die anschaulichen Beschreibungen kann man sich beim Lesen zudem sehr gut die schönen alten Gebäude, die Vegetation und die Landschaft vorstellen und sich so nach Italien träumen. Der Schreibstil von Tabea Bach ist, wie gewohnt, lebendig und gut lesbar. Ich freue mich schon auf den dritten Teil!

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Veröffentlicht am 30.05.2020

Auszeit auf Island

Der Sommer der Islandtöchter
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Auf den zweiten Islandroman von Karin Baldvinsson habe ich mich schon sehr gefreut, da mir der erste, von diesem inhaltlich vollkommen unabhängige, Roman sehr gut gefallen hat. Mich fasziniert Island ...


Auf den zweiten Islandroman von Karin Baldvinsson habe ich mich schon sehr gefreut, da mir der erste, von diesem inhaltlich vollkommen unabhängige, Roman sehr gut gefallen hat. Mich fasziniert Island und ich habe die Insel auch selbst schon einmal entlang der Ringstraße bereist, daher freute ich mich sehr darauf, nun zumindest beim Lesen in Gedanken wieder dorthin zu kommen.

Der Ort, in dem der Großteil der Handlung spielt, ist Húsavik, ganz oben im Norden Islands. Für nordisländische Verhältnisse schon ein recht großer Ort, aber dennoch leben dort nur gut 2000 Menschen. Viele Touristen kommen aufgrund der von dort startenden Whalewatching-Touren oder des neuen Geothermalbades nach Húsavik. Ein Teil der Geschichte spielt auch in und um Akureyri, der zweitgrößten Stadt Islands, die das Zentrum des Nordens ist. Zur Orientierung gibt es für den Leser im hinteren Umschlag eine Karte.

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, zwischen denen zunächst kein Zusammenhang besteht.
Im Sommer 1978 ist Monika aus Lüneburg mit ihren Eltern zu Besuch bei deren isländischen Geschäftspartnern in Akureyri, während ihr Verlobter in Deutschland geblieben ist. So ganz glücklich ist sie mit den Zukunftsplänen, die ihre Eltern für sie haben, aber nicht und so bringt sie ein junger Isländer ganz schön durcheinander.
Im Sommer 2018 kommt Hannah mit ihrem dreijährigen Sohn für ein Sabbatjahr nach Húsavik, da sie nach einer Operation nicht mehr professionell Geige spielen kann und auch ihre Ehe am Ende ist und sie sich darüber klar werden will, wie ihr Leben nun weitergehen soll. Dort stößt sie dann aber nicht nur auf Spuren aus ihrer Vergangenheit, sondern auch auf einen interessanten, aber nicht unkomplizierten Mann.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Dadurch, dass sich die verschiedenen Zeitebenen abwechseln, wird Spannung aufgebaut und der Ausgang der Geschichte ist nicht vollkommen vorhersehbar. Besonders Hannah ist mir sympathisch und ich kann mich gut in sie hineinversetzen. Isländische Eigenheiten und besondere Orte, das raue Wetter sowie typische Spezialitäten spielen ein Rolle, so dass auch ausreichend Lokalkolorit vorhanden ist und zumindest bei mir die Lust geweckt wurde, bald einmal wieder nach Island zu reisen.

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Veröffentlicht am 23.05.2020

Zeitreise durch die deutsch-deutsche Vergangenheit

Margos Töchter
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An diesem Roman hat mich die Kurzbeschreibung definitiv mehr angesprochen, als die Covergestaltung und der Titel. Bücher, die sich mit der jüngeren deutschen Vergangenheit beschäftigen, finde ich aber ...

An diesem Roman hat mich die Kurzbeschreibung definitiv mehr angesprochen, als die Covergestaltung und der Titel. Bücher, die sich mit der jüngeren deutschen Vergangenheit beschäftigen, finde ich aber sehr spannend und so war mein Interesse geweckt. Bei "Margos Töchter" handelt es sich eigentlich um die Fortsetzung von "Ab heute heiße ich Margo", ich konnte den Roman aber auch gut lesen, ohne den ersten Band zu kennen.

Im Jahr 2011 versucht die 34-jährige Jana Seliger mehr über die Vergangenheit ihrer Adoptivmutter Leonore herauszufinden, deren Tod im Jahr 1991 angeblich ein Selbstmord gewesen sein soll, nachdem Janas Adoptivvater sie für eine andere Frau verlassen hat. Das, was sie am Sterbebett von Leonores Mutter Margo und beim Einblick in Leonores Stasiakte erfahren hat, lassen sie immer mehr zweifeln. Der Roman befasst sich dann ausführlich mit Leonore, ihrem Verhältnis zu ihren Eltern, ihrer Jugend- und Studienzeit in Westdeutschland und schließlich auch der Zeit nach der Adoption Janas bis zu Leonores Tod. Dabei spielen immer wieder geschichtliche Ereignisse und ihre Einflüsse auf das tägliche Leben der damaligen Zeit eine Rolle, wie die RAF und der Deutsche Herbst, Tschernobyl und die Wiedervereinigung.
Außerdem lernt man Clara kennen, die in der DDR aufwächst und dort schon in jungen Jahren eine zuverlässige Genossin ist und später für die Stasi arbeitet. Leonore und Clara haben mehr miteinander zu tun, als es anfangs scheint.

Ich fand es sehr spannend, mit diesem Roman auf Zeitreise in die jüngere Vergangenheit zu gehen und aus Sicht der Protagonistinnen einschneidende Ereignisse mitzuerleben, die ich selbst, aufgrund meines Alters noch nicht oder nur am Rande mitbekommen habe. Der Roman bleibt auch lange spannend, manches löst sich erst ganz am Schluss auf. Der Schreibstil von Cora Stephan war für mich angenehm lesbar und alles wirkt, inklusive vieler Details, sehr sorgfältig recherchiert.

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Veröffentlicht am 20.05.2020

Zurück auf der Insel

Wiedersehen in der kleinen Inselbuchhandlung
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Im Mittelpunkt dieses Romans steht zum einen Krimiautor Hauke, der auf der kleinen Nordseeinsel aufgewachsen ist, nun aber in Berlin lebt und für eine Lesung in der Buchhandlung von Greta, die auch in ...

Im Mittelpunkt dieses Romans steht zum einen Krimiautor Hauke, der auf der kleinen Nordseeinsel aufgewachsen ist, nun aber in Berlin lebt und für eine Lesung in der Buchhandlung von Greta, die auch in den anderen Bänden der Bücherinsel-Reihe eine Rolle spielt, zurück auf die Insel kommt. Die weibliche Protagonistin ist Wiebke, seine Jugendfreundin, zu der er seit 20 Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Sie ist auf der Insel geblieben, ist alleinerziehende Mutter von fast 6-jährigen Zwillingen und führt alleine den Bauernhof ihrer verstorbenen Eltern. Zu ihrer früheren Clique gehörten aber auch noch Kai und Nicole, die beide auch seit kurzem wieder zurück auf der Insel sind. Da sie vor 20 Jahren aber nicht gerade in Frieden auseinander gegangen sind, bleibt die Stimmung auch nach dem Wiedersehen bei Haukes Lesung angespannt und alle müssen sich erst wieder langsam annähern. Doch ganz egal sind sie sich, trotz aller ungeklärter alter Konflikte, nicht.

Ich fand es schön, mit diesem Buch wieder auf die Nordseeinsel reisen zu dürfen. Die Protagonist*innen sind mir sympathisch, besonders Hauke und Wiebke. Ich finde es gut, wie sie alleine den Hof führt und sich nicht so schnell unterkriegen lässt, obwohl das keine leichte Arbeit ist und sie mit allerlei Widrigkeiten, wie dem zu niedrigen Milchpreis zu kämpfen hat. Hauke wirkt sehr reflektiert und man merkt, dass er seine Insel der Kindheit und seine Clique vermisst. Allüren scheint er keine zu haben, obwohl er ein recht bekannter Schriftsteller ist und er scheut sich auch nicht, mit anzupacken.
Außerdem hat es mich gefreut, einige alte Bekannte aus den Vorgängerbänden als Nebenfiguren "wieder zu treffen". Auch der friesische Lokalkolorit und das Inselfeeling kommen nicht zu kurz. Der Schreibstil von Janne Mommsen ist wie immer lebendig und gut lesbar.

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